Business ohne B******t der Podcast

Julia Jung und Stephan Baier

Boardroom trifft Brand. Jeden Mittwoch sezieren Stephan Baier (Ex-Partner Top-Beratung) und Julia Jung (Beauty-Director) drei Wirtschaftsthemen, die alle anderen weichspülen mit Insider-Drops aus Vorstandsetagen und Brand-Backstages, Predictions und einem Sieger-und-Verlierer-Block, den du am nächsten Tag im Büro zitieren wirst. Substanz statt Hofberichterstattung. Neue Folge jeden Mittwoch! Also folgt hier rein für Business ohne B******t, Peace!

Episodes

  1. 2 days ago

    Wir leben von der Substanz, Werbung kapert deinen Chat und Spahn bei Thiel

    Julia und Stephan ziehen einen roten Faden durch drei Geschichten, die alle dieselbe Frage stellen: Wer sitzt am Tisch, wenn wirklich entschieden wird? Die Chefin der Wirtschaftsweisen sagt diese Woche im SPIEGEL: Wir leben von der Substanz. Brücken, Schienen, Schulen, jahrzehntelang auf Verschleiß gefahren. Wachstum kommt nur durch Investitionen. Mehrarbeit und Rentenkürzung lösen das nicht. Dann VivaTech: L'Oréal, mit 44 Milliarden Euro Umsatz der größte Beauty-Konzern der Welt, macht gemeinsame Sache mit OpenAI und baut ChatGPT zum Schaufenster um. Produkte, Werbung, virtuelles Make-up, ein eigenes Hautforschungs-Modell. Und Jens Spahn, Fraktionschef der Kanzlerpartei, war fünfmal Gast in Peter Thiels geheimem Netzwerk „Dialog". Rausgekommen nur durch ein Datenleck. Key Takeaways „Wir leben von der Substanz" ist keine Stimmung mehr, sondern eine amtliche Zahl: 2025 baut Deutschland erstmals seit der Wiedervereinigung netto Kapital ab. Nettoinvestitionsquote minus 0,23 Prozent, in den 90ern über 7. Wir verbrauchen Brücken, Schulen und Maschinen schneller, als wir neue bauen. Selbst das 500-Milliarden-Sondervermögen vom März dreht das nicht über Nacht. 20 Jahre Verschleiß baut kein Haushaltsjahr zurück. Auch die Privatwirtschaft bröckelt: 23.900 Firmenpleiten 2025, höchster Stand seit über zehn Jahren. Fast 285.000 Jobs hingen daran. Die Kaufkraft steht still. 2022 brachen die Reallöhne um 3,1 Prozent ein, der stärkste Absturz seit Beginn der Statistik. Erst jetzt sind wir wieder auf dem Niveau von 2019. Die Chef-Gehälter dagegen: weltweit plus 54 Prozent real seit 2019, im Schnitt von 5,5 auf 8,4 Millionen Dollar. Die Kommunen fahren 2025 mit 31,9 Milliarden Euro das höchste Defizit seit der Wiedervereinigung ein. Schwimmbad zu, Bus weg, Schule bröckelt. Der Investitionsstau steht bei 231,2 Milliarden, größter Brocken sind die Schulen mit fast 68 Milliarden. Gleichzeitig behält die Gastronomie ihren Mehrwertsteuer-Rabatt von 3,4 Milliarden im Jahr, den die Wirtschaftsweise selbst „überflüssig" nennt. Profitieren tun McDonald's und Burger King, nicht der Landgasthof. Rund 80 Prozent bleiben als Marge im Betrieb. L'Oréal schiebt über OpenAI Produkte, einen globalen Werbe-Piloten (SkinCeuticals, CeraVe, Garnier), virtuelles Make-up via ModiFace und ein Hautforschungs-Modell direkt in ChatGPT. Das „Elf-Minuten-Paradox" der L'Oréal-Digitalchefin: Der Kauf wird nicht schneller, sondern langsamer. Du redest mit einer Maschine, glaubst zu recherchieren und wirst beraten. Von jemandem, der dafür bezahlt hat, dabei zu sein. Werbung hat jedes Medium gefressen: Zeitung, Blogs, Influencer. Jetzt ChatGPT. Nur steht diesmal „Im Sinne deiner Hautgesundheit" drüber statt „Anzeige". Kostenlos ist nie kostenlos. Dein Vertrauen ist das Produkt. Jens Spahn war fünfmal in Peter Thiels geheimem Netzwerk „Dialog" (2018 bis 2024), öffentlich nur durch ein Datenleck. Sein Sprecher bestätigt die Teilnahmen und sagt im selben Atemzug, den Namen des Clubs kenne er nicht. Das Problem ist nicht das Treffen. Das Problem ist die Intransparenz. Bei einer AfD um 29 Prozent, jedem Zweiten, der der Demokratie misstraut, und nur jedem Zehnten, der den Parteien vertraut, ist ein Geheim-Dinner Brandbeschleuniger. Kapitel 00:00 Ein heißer Empfang 10:34 Familienbande und Generationen 11:18 Investitionen für die Zukunft 25:04 Wohlstand durch Investitionen 25:06 Die Marke Deutschland im Wandel 28:49 KI und Konsum: L'Oreal und OpenAI 43:52 Politische Glaubwürdigkeit und Transparenz 50:46 Einflussnahme und Verantwortung in der Politik 53:48 Vertrauen in die Politik und die Rolle der Medien 55:07 Markenstrategien und die FIFA 01:00:48 Gewinner und Verlierer der Woche 01:01:48 Kulturelle Sensibilität und Markenfehler 01:05:56 Politische Peinlichkeiten und öffentliche Wahrnehmung

    1hr 11min
  2. Eine Litauerin gegen den Einzelhandel, der erste Billionär auf Papier und der Tag, an dem Washington den Stecker zog

    17 Jun

    Eine Litauerin gegen den Einzelhandel, der erste Billionär auf Papier und der Tag, an dem Washington den Stecker zog

    Julia und Stephan ziehen einen roten Faden durch drei Geschichten, die alle dieselbe Frage stellen: Was ist echt und was steht nur auf dem Papier? Eine Litauerin hat aus einem zu vollen Kleiderschrank ein Acht-Milliarden-Imperium gebaut und legt unter den Klamotten still ihr eigenes Logistik- und Bezahlnetz. Echte Substanz, langsam gewachsen. Elon Musk wird beim größten Börsengang der Geschichte zum ersten Billionär der Welt — auf Papier, das er 366 Tage nicht anfassen darf, während der DAX in Frankfurt exakt dasselbe Spiel spielt: Rekord oben, Industrie unten. Und am Freitag ging in Deutschland das stärkste KI-Modell der Welt einfach aus — per Anordnung aus Washington. Key Takeaways Vinted ist 2025 auf 10,8 Milliarden Euro Handelsvolumen gewachsen (+47 %) und wird mit rund 8 Milliarden Euro bewertet aber der Gewinn ist auf 62 Millionen gefallen (−19 %): Sie verzichten freiwillig auf Profit, um Schienen zu bauen. Das gesunde Gegenteil von Reichtum auf PapierVinted ist kein Flohmarkt, sondern Infrastruktur in Tarnkleidung: ein eigenes Liefernetz mit über 500.000 Abgabepunkten (in fünf Ländern, Deutschland noch nicht), ein eigenes Bezahlsystem, ein eigener Investment-ArmRe-Commerce boomt nicht, weil wir grün geworden sind — sondern weil neu zu teuer ist. „Nachhaltigkeit“ ist oft das schönere Wort dafür, dass wir uns das Neue nicht mehr leistenBeim Verkauf eigener Kleidung gilt: steuerfrei aber seit 2023 meldet die Plattform dich ab 30 Verkäufen oder 2.000 Euro ans Finanzamt. Gemeldet heißt noch nicht steuerpflichtig, aber auf dem RadarElon Musk ist nach dem SpaceX-Börsengang (75 Milliarden Dollar eingesammelt, Bewertung 1,77 Billionen) der erste Billionär der Geschichte — die Washington Post schreibt „auf Papier“ in die Überschrift. Seinen Anteil darf er erst in 366 Tagen verkaufenDie Distanz zwischen Million, Milliarde und Billion: eine Zahl pro Sekunde gezählt sind das knapp 12 Tage, fast 32 Jahre — und 31.700 Jahre. Bei der Billion hättest du anfangen müssen, als in Europa noch Mammuts gejagt wurdenMusk verkauft nie ein Produkt, er verkauft das nächste Kapitel: heute Raketen, morgen Rechenzentren im Orbit, übermorgen Platin auf Asteroiden. Eine Meme-Aktie mit Startrampe — Morningstar nennt sie rund 50 % überbewertetWer eine Billion bündelt, bündelt Macht: Musk ließ Starlink im Herbst 2022 während einer ukrainischen Gegenoffensive abschalten. Ein Privatmann am Stromschalter einer FrontlinieDer DAX notiert nahe Allzeithoch, aber die Gewinne stiegen im ersten Quartal nur, weil der Umsatz fiel (−3,7 %): verdient durchs Sparen, getragen von der Finanzbranche (+16 %), die Industrie bei +0,5 %, alle Autobauer im Minus. Papierreichtum oben, Substanz untenVier Tage nach einer großen Digitalisierungs-Absichtserklärung musste Anthropic sein neues Spitzenmodell in Deutschland abschalten — auf US-Anordnung. Niemand hat es „verboten“, es war einfach wegSouveränität fängt beim Word-Dokument an: 96 % der deutschen Bundesbehörden arbeiten mit Microsoft, drei US-Konzerne halten 70 % der EU-Cloud. Und es ist ein Kapital-Problem — die USA stecken zwölfmal so viel in KI wie die EU 00:00 Einführung und Smalltalk 06:18 Generationenübergreifende Kommunikation 12:15 Vinted: Die Erfolgsgeschichte einer Kleiderbörse 18:21 Steuerliche Aspekte des Re-Commerce 20:54 Wirtschaftliche Unsicherheiten und Konsumverhalten 22:56 Elon Musk und der erste Billionär der Welt 26:02 Die Dimensionen von Reichtum und Macht 29:01 Privatisierte Geopolitik und Machtkonzentration 40:30 Digitale Souveränität und Abhängigkeit von den USA 45:00 Die Grenzen der KI: Ein Ausbruch aus dem Gefängnis 46:17 Die Abhängigkeit von KI: Ein Blick auf Entropic und SAP 51:17 Digitale Souveränität: Illusion oder erreichbares Ziel? 55:15 Die Zukunft der KI: Börsengänge und Konkurrenzkampf 56:17 Sieger und Verlierer der Woche: Ein Blick auf aktuelle Ereignisse

    1hr 6min
  3. Der Kampf um dein Gesicht, der Super Bowl mit Eckfahnen und aus Motoren werden Granaten

    10 Jun

    Der Kampf um dein Gesicht, der Super Bowl mit Eckfahnen und aus Motoren werden Granaten

    Julia und Stephan ziehen einen roten Faden durch drei Geschichten, die alle dasselbe Muster haben: Meta verbrennt 83 Milliarden Dollar, um die Kamera auf deinem Gesicht zu sein und der vermeintliche Flop ist in Wahrheit die Strategie wenn es um die neue Wearables Generation geht. Die Fußball-WM in den USA wird zum Super Bowl mit Eckfahnen: erste Halbzeitshow im Finale, Tickets für fast 11.000 Dollar, ein eigens erfundener Friedenspreis für Donald Trump. Und in Deutschland werden gerade aus Motoren Granaten — Rheinmetall verkauft sein Autogeschäft, Helsing wird mit Zielsystemen zum wertvollsten Startup des Landes. Drei Booms, kein einziger ist das, wonach er aussieht. Der erste ist eine Wette auf die nächste Plattform. Der zweite ein Opportunisten-Geschäft. Der dritte ein Angstindikator. Key Takeaways Meta hat 2025 sieben Millionen Smart Glasses verkauft — verdreifacht, über 80 Prozent Marktanteil. Apples Vision Pro: rund 45.000 im Weihnachtsquartal. Das ist kein Vorsprung, das ist ein anderes UniversumReality Labs verbrennt 19 Milliarden im Jahr, 83 Milliarden seit 2020 — kein Flop, sondern Zuckerbergs Versicherung gegen die nächste Plattform-MautMeta gewinnt den Brillen-Krieg, indem es kein Brillen-Unternehmen ist: Es hat sich in EssilorLuxottica (Ray-Ban, Oakley) eingekauft. Distribution schlägt TechnikDer Second Mover gewinnt: Meta macht als First Mover die teure Drecksarbeit, Apple operationalisiert den AI-native Massenmarkt — Stephans Wette für die erste Brille, die er kauftDas Tracking wandert über den Körper — vom Oura-Ring am Finger über Apple Watch und Brille bis zur Smart-Kontaktlinse: Das Startup Xpanceo liest Cortisol aus der Tränenflüssigkeit und ist 1,35 Milliarden Dollar wert. Die Frage ist nicht ob, sondern wer — und ob wir das wollenDie WM wird der Super Bowl mit Eckfahnen: Halbzeitshow im Finale, dynamische Ticketpreise von 1.600 auf fast 11.000 Dollar, FIFA kassiert als eigener Ticketmaster 15 Prozent von Käufer und VerkäuferZugang als Währung: Trumps Weißes Haus kontrolliert die Visa, FIFA verleiht Trump einen Friedenspreis. Brot und Spiele — volle Stadien, aber zu welchem PreisAus Motoren werden Granaten: Helsing baut Zielsysteme und ist Deutschlands wertvollstes Startup, Rheinmetall verkauft das Autogeschäft und produziert mehr Munition als die USA. Wir wollten ein deutsches OpenAI — wir haben ein deutsches Palantir bekommenEin volles Auftragsbuch bei Rheinmetall ist kein Konjunkturindikator, sondern ein Angstindikator: Deutschland tauscht eine Industrie, die sich verzinst, gegen eine, die sich verbraucht Hosts Julia Jung & Stephan Baier

    1hr 4min
  4. Wer wir sind, warum jetzt - und warum du einen Psychopathen in der Hosentasche trägst

    27 May

    Wer wir sind, warum jetzt - und warum du einen Psychopathen in der Hosentasche trägst

    Julia und Stephan starten Business ohne B******t mit einer Folge über das, was gerade im Stillen passiert: KI simuliert Empathie schneller und mimikt damit klinisch sauber, was einen Psychopathen ausmacht. Empathie ohne Erleben, Nähe ohne Verantwortung. Dazu: warum „masculine energy" der neue Standard im Valley ist, Gen Z die KI-Tools im eigenen Unternehmen sabotiert, Dupe Culture die Luxusmarken aushöhlt, und Frauen in Führung weiter Mangelware bleiben. Vorher kurz: wer hier eigentlich spricht, wie sich Julia und Stephan kennen, und warum aus einer Social-Media-Spielerei ein Format wurde, das kein Magazin so produzieren würde. KEY TAKEAWAYS Empathie ist die meistsimulierte Führungs-Eigenschaft seit AuthentizitätKI mimikt Empathie ohne sie zu erleben — das ist die klinische Definition von Psychopathie, jetzt skaliert in jeder HosentascheWer einen LLM-Coach im Ohr hat, lernt nicht Empathie, sondern bekommt sie verkauftDiversity in Tech ist zu 80 % Performance, zu 20 % echte Veränderung„Masculine energy" ist die neue Tarnung für Verantwortungs-Verweigerung im ValleyGen Z braucht keine Luxusmarken mehr — Dupe Culture ist Markenführung von untenGen Z sabotiert KI-Tools im eigenen Unternehmen, und kein Vorstand redet drüberEmpathie entscheidet, ob KI angenommen oder verbrannt wirdGender Diversity in Führung: das Problem, das niemand lösen willPopkultur ist der einzige verlässliche Lackmustest für Markenrelevanz KAPITEL 00:00 Wer wir sind, wie wir uns kennen, warum das Format06:30 Der Psychopath in der Hosentasche: KI, Empathie und Manipulation24:37 Tech-Branche, Diversity-Theater und „masculine energy"37:53 Dupe Culture: warum Gen Z Luxus nicht mehr braucht46:55 Gen Z killt KI von innen55:11 Frauen in Führung & Popkultur als Marken-Lackmustest HOSTS Julia Jung & Stephan Baier Schreibt uns auf www.business-ohne-b******t.de

    1hr 11min

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