Nimms Rad

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Nimms Rad – Der Podcast begrüßt Menschen, die sich mit der Zukunft urbaner Radmobilität beschäftigen – Expert:innen aus Forschung und Industrie, aus Verbänden und Politik. Dazu gibt es mit CatchUp einmal im Monat ein Update mit Chefredakteur Laurenz Utech zu den neuesten Trends und drängendsten Themen.

  1. 3 hr ago

    Accell: Mehr Krimi geht kaum

    Es waren Wochen vollgepackt mit News aus der Fahrradbranche – entsprechend dicht ist diese Ausgabe der Industry Insights. Sissi Pärsch und Branchen-Insider Alex Thusbass starten bei den frischen Q2-Zahlen aus den Niederlanden und vom ZIV: Sie versprechen eine Bodenbildung und sogar einen vorsichtigen Aufwärtstrend – wobei das unmotorisierte Fahrrad derzeit schneller wächst als das E-Bike. Dann der Fall, der die Branche seit Wochen beschäftigt: Erst stimmten die Kartellbehörden der Übernahme der Accell-Marken durch die Dutech-Gruppe zu, Tage später beantragte Accell Deutschland am 5. August 2026 beim Amtsgericht Schweinfurt ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Was wird aus Ghost, Haibike, Lapierre und E. Wiener Bike Parts? Kommt es zur Aufsplittung in einzelne Assets, sichert sich Dutech einen sauberen Neustart – oder tauchen ehemalige Eigentümer wieder auf dem Spielfeld auf? Ebenfalls erneut insolvent: die 2Rad Produktions GmbH, bis vor kurzem Simplon Fahrrad GmbH, mit 33,4 Millionen Euro Schulden im zweiten Sanierungsversuch binnen zwei Jahren – während die Marke bereits angekündigt hat, auch in Rumänien fertigen zu lassen. Aus den USA kommt die Meldung, dass nach Roman Arnold nun auch Mike Sinyard bei Specialized wieder das Ruder übernimmt: für Alex und Sissi exemplarisch für das vergangene Branchenjahr. Und schließlich die neuen Messekonzepte: Eurobike (Messe Frankfurt/fairnamic) und towards tomorrow – European Bike Show (Koelnmesse/ZIV) laufen ab 2027 beide jährlich über drei Tage in drei Hallen und rein für Fachpublikum. Frankfurt setzt auf Neuheiten, Innovationen und Mikromobilität, Köln auf zentrale Marken, den Fachhandel und das Ökosystem Fahrrad.

  2. 10 Sept

    Vom Kofferraum-Showroom in den ZIV-Vorstand

    Slim. Sexy. Urban. Der Heidelberger Purismus-Pionier Coboc. Vom Kofferraum-Showroom ins Heidelberger Kult-Quartier. Von der Praktikantin zur ZIV-Vorständin. Wir sprechen im Podcast mit Annalena Horsch, Geschäftsführerin von Coboc, über die Anfänge als Purismus-Pionier, eigene Wege, chinesische Wettbewerbsverzerrung und die Zukunft einer Leitmesse. Vor 15 Jahren erschien den Freunden Pius Warken und David Horsch nach dem Abschluss des Physik-Studiums ein Angestellten-Dasein als äußerst unattraktiv. Deutlich spannender fanden sie die Fahrrad-Konstruktion – die neue E-Bike-Entwicklung im Speziellen. Beide waren in der Fahrradkurier-Szene verankert und weigerten sich zu akzeptieren, dass E-Bikes nicht auch schlank, agil und sexy sein könnten. 2013 holte sich Coboc mit dem ersten puristischen E-Bike mit vollintegriertem Antrieb und 13,5 Kilogramm auf der Eurobike den Gold Award – der finale Startschuss für die Marke. Im Podcast zeichnet Geschäftsführerin, Mitinhaberin und Firmengründer-Nichte Annalena Horsch die Geschichte der Heidelberger Marke nach: wie sie als Betriebswirtschaftlerin in der Branche umdenken musste und die Sales-Funnel-Theorie gegen den Kofferraum eines alten Audis eintauschte, um Händlerakquise zu betreiben – heute findet man Coboc bei 130 Händlern. Wie die Marke ihre Ästhetik dank eigenem Antriebssystem durchsetzen konnte. Wie es zur eigenen Dependance in Taiwan kam. Und wo heute die Wachstumschancen für eine Premium-Marke mit Sitz im historischen Bahnbetriebswerk in Heidelberg liegen. Annalena Horsch ist zudem seit April 2026 die zweite Frau im Vorstand des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV). Deshalb geht es auch um die großen Industriethemen: Warum glaubt sie an das neue Messeformat in Köln, die towards tomorrow – European Bike Show, das 2027 in Konkurrenz zur Eurobike antreten wird? Wie gewinnt man die Relevanz einer Leitmesse? Und wie stellt man sich der Wettbewerbsverzerrung durch chinesische Hersteller entgegen? All das erfahrt ihr im Podcast.

  3. 18 Aug

    Der Markt forscht nach Bernds

    Faltrad, Tandem, Dreirad – all made in Germany. In der aktuellen Podcast-Folge erklären Michaela Buchholz und Thomas Bernds, wie (und warum) sie seit 35 Jahren am Bodensee Falträder, Tandems und Kompakträder entwickeln, konstruieren, schweißen und montieren. Thomas Bernds schweißte als Grundschüler mit dem Dorfschlosser zwei Räder zu einem Tandem, später baute er als Schulprojekt ein Dreirad. Und weil ihn die Zweiradleidenschaft nicht los ließ, gründete er – kaum volljährig – seinen ersten Laden für Liegeräder, den er „nach einer phänomenalen Eröffnungsparty" bald wieder schloss. Die Fahrradindustrie sollte dennoch über die nächsten Jahrzehnte seine Heimat werden – und viel von ihm lernen. Host Sissi Pärsch spricht mit Thomas Bernds über das Unternehmen, das er 1991 gegründet hat. Und seine Frau, Bernds-Geschäftsleiterin Michaela, erklärt, wie sie es zu einem wichtigen Nischen-Player aufgebaut haben: um die Ursprungsmotivation hinter den 20-Zoll-Rädern, um die Erfindung eines Faltmechanismus, der zugleich eine Individualisierung auf Größe und Körperproportionen zuließ, um die Entwicklung des Riemenantriebs – und darum, wie Bernds im Kult-Katalog von Manufactum landete. Die Drei sprechen über die Vorteile eines „kleinen, zähen Fahrradherstellers", der konsequent in Deutschland entwickelt, aber auch produziert: in-house schweißt, wenige Kilometer weiter pulverbeschichtet – und dann alles individuell auf den Kunden, die Kundin abstimmt. Dabei stellt Bernds das Marketing im Grunde auf den Kopf: Nicht Bernds betreibt Marktforschung, der Markt forscht nach Bernds. Er findet das kleine Team am Bodensee, äußert Wünsche, sucht das Gespräch, bekommt individuelle Anpassungen. So formt sich die Marke mit den Bedürfnissen der Käuferschaft weiter – und inzwischen gibt es neben den Falträdern, den faltbaren Tandems und Lastenrädern auch Bernds Dreiräder, die speziell von Menschen mit Handicap geschätzt werden. Viel Spaß beim Zuhören.

  4. 7 Aug

    Wenn ich jetzt Schaltungshersteller bin – panische Sorgen!

    „Wenn ich jetzt Schaltungshersteller bin, würde ich mir panische Sorgen machen." Es gibt Sommer, in denen in der Fahrradbranche nichts passiert. Dieser ist keiner davon. Sissi Pärsch und HEPHA-CEO Alex Thusbass sortieren in dieser Ausgabe der Industry Insights drei Entwicklungen, die zusammen ein neues Bild der Branche ergeben. Erstens die Politik: Im Bundesverkehrsministerium steht ein Personalwechsel an. Was bringt das dem Rad – und muss die Industrie überhaupt politischer auftreten? Alex' Position ist unbequem: Die Branche brauche keine Radverkehrs-Petitionen, sondern Produkte, die Menschen aufs Rad bringen. Ohne E-Bike, so seine These, gäbe es die heutige Radweg-Infrastruktur gar nicht. Zweitens das Kapital: Das Bundeskartellamt hat den Weg frei gemacht – Accell mit Ghost, Haibike, Winora und Lapierre gehört künftig der Singapurer Dutech-Gruppe. Fast zeitgleich steigen Decathlon Pulse und die chinesische BA Capital bei Brompton ein. Was kaufen diese Investoren eigentlich: Marken, Marktzugang oder Vertikalisierung? Und wie lange bleiben chinesische Geldgeber in einem Markt, wenn nebenan Robotik und KI locken? Drittens die Technik: Auf der Eurobike standen mit Gobao und Avinox die ersten seriennahen eCVT-Antriebe – stufenlose Getriebe, bei denen zwei Motoren elektronisch gekoppelt sind. Kein Schalten mehr, Volllastwechsel ohne Zugunterbrechung, in Verbindung mit Rekuperation perspektivisch sogar kaum noch Bremsen. Alex hält das für den größten Disruptionsmoment seit dem E-Bike selbst – mit brutalen Folgen für Schaltungshersteller, mit riesigen Chancen für den Fachhandel, wenn die Industrie ihn mitnimmt. Und mit einer offenen Frage: Wo bleibt eigentlich Bosch? Eine Folge über Machtverschiebungen, Geschwindigkeit und darüber, warum ausgerechnet die einfachste Bedienung die härteste Software-Aufgabe ist.

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Nimms Rad – Der Podcast begrüßt Menschen, die sich mit der Zukunft urbaner Radmobilität beschäftigen – Expert:innen aus Forschung und Industrie, aus Verbänden und Politik. Dazu gibt es mit CatchUp einmal im Monat ein Update mit Chefredakteur Laurenz Utech zu den neuesten Trends und drängendsten Themen.

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