Bitpanda entfernt sich aus meiner Sicht immer weiter von dem Bild eines seriösen Krypto- und Online-Brokers. Was früher als einfacher Zugang zu Bitcoin, Ethereum und digitalen Vermögenswerten vermarktet wurde, wirkt inzwischen zunehmend wie ein fragwürdiger Mix aus Shitcoin-Casino, Wettplattform und Multi-Level-Marketing-System. Multi-Level-Marketing bedeutet, dass Teilnehmer nicht nur an eigenen Vermittlungen verdienen, sondern zusätzlich an Umsätzen von Personen, die sie selbst angeworben haben. Besonders brisant ist die neue Polymarket-Anbindung über die Vision Wallet, die vor Kurzem umbenannt wurde und einst den Namen „Bitpanda Wallet“ trug. Ausgerechnet Polymarket, eine Plattform für sogenannte Prediction Markets, also Prognosemärkte, auf denen auf Ereignisse aus Finanzen, Politik, Kultur oder Sport gesetzt werden kann, wird nun als großer Innovationsschritt gefeiert. In Wahrheit ist das hochproblematisch. Denn diese Märkte bewegen sich regulatorisch in vielen Regionen auf dünnem Eis oder sind für viele Nutzer gar nicht erlaubt. Besonders bezeichnend ist der eigene Haftungshinweis der Vision Wallet. Dort heißt es sinngemäß, die Vision Wallet sei weder Emittent, Gegenpartei noch Marktbetreiber. Angeboten werde die nicht-verwahrende App von VW3 Labs Ltd. mit Sitz auf den Cayman Islands. Gleichzeitig wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieses Unternehmen nicht berechtigt ist, regulierte Dienstleistungen in irgendeiner Gerichtsbarkeit anzubieten. Das ist kein kleines Detail, sondern ein massives Warnsignal. Wenn ein Produkt aggressiv mit einer Polymarket-Partnerschaft wirbt, sich aber gleichzeitig juristisch maximal von jeder Verantwortung distanziert, dann sollten bei jedem Anleger und Nutzer sämtliche Alarmglocken schrillen. Auch die Struktur hinter dem Ganzen wirkt alles andere als vertrauensbildend. Die Vision Web3 Foundation, die offenbar zentrale Basisdienste für diese Konstruktion bereitstellt, trägt nicht einmal den Namen Bitpanda und sitzt wenig überraschend in Zug in der Schweiz. Dazu kommt ein Vertriebsmodell, das man bei einem angeblich soliden Unternehmen in dieser Form kaum erwarten würde: Freunde erhalten bis zu 60 Prozent der Plattform-Einnahmen, Freunde von Freunden bis zu 30 Prozent. Solche Strukturen kenne ich bislang vor allem aus dubiosen Krypto-Schneeballsystemen oder vertrieblichen Pyramidensystemen, nicht aus einem Umfeld, das Seriosität, Regulierung und Verbraucherschutz für sich beansprucht. Wer solche Anreizsysteme etabliert, setzt nicht auf nachhaltige Produktqualität, sondern auf aggressive Nutzerwerbung und eine provisionsgetriebene Verbreitung mit fragwürdiger Nachhaltigkeit. Für Bitpanda ist diese Strategie brandgefährlich. Das Unternehmen riskiert damit nicht nur sein Image, sondern auch das Vertrauen vieler Kunden, die Bitpanda bislang als vergleichsweise einfachen und regulierten Zugang zur Kryptowelt wahrgenommen haben. Statt sich klar auf Bitcoin, seriöse digitale Vermögenswerte, DeFi-Dienstleistungen wie Staking, regulierte Wertpapier-Services, transparente Gebühren, Kundenschutz und regulatorische Stabilität zu konzentrieren, rutscht Bitpanda immer tiefer in eine Welt aus spekulativen Wettmärkten, zweifelhaften Token-Strukturen, aggressiver Influencer-Werbung und MLM-Mechaniken. Ich stelle mir in diesem Zusammenhang auch die Frage, wann die zuständigen Aufsichtsbehörden bei diesem Geschäftsgebaren genauer hinschauen werden: die BaFin in Deutschland, die FMA in Österreich, die FINMA in der Schweiz und auf europäischer Ebene vor allem die ESMA. Denn wenn ein Unternehmen regulierte Finanzdienstleistungen rund um Kryptowährungen, Wertpapiere, Aktien, ETFs und andere Finanzinstrumente anbietet, gleichzeitig aber über angeschlossene Strukturen unregulierte Wett- und Prognosemärkte, aggressive Nutzerwerbung und provisionsgetriebene MLM-Mechaniken vorantreibt, dann ist das aus meiner Sicht ein massives Warnsignal. Reaktionen, Warnungen oder Restriktionen der Aufsichtsbehörden würden mich hier nicht überraschen. Genau darüber spreche ich in meinem aktuellen Podcast von „Millers Kryptowoche“: über Bitpanda, Polymarket, Vision Wallet und die Frage, ob aus einem Krypto-Broker endgültig ein Shitcoin-Casino mit Wett- und MLM-Charakter wird. Sie möchten noch mehr Informationen und Einschätzungen zum Geschehen an den Kryptomärkten? Dann laden Sie sich doch HIER meinen Krypto-Spezialreport GRATIS herunter. Einfach klicken! Markus Miller zeigt Ihnen in seinem Börsendienst KRYPTO-X, wie Sie ab sofort das Maximum aus Kryptowährungen, Blockchain, FinTech und Co. herausholen. Folgen Sie diesem Link und wechseln auch Sie auf die Überholspur zu Ihrem Börsenerfolg: https://go.investor-verlag.de/krypto-x-podcast