Meilensteine – Alben, die Geschichte machten

SWR1 Rheinland-Pfalz

Jede Woche stellt die SWR1 Musikredaktion ein Meisterwerk der Rock- und Popmusik vor. Queen, Ed Sheeran, Adele, die Rolling Stones, die Beatles, Tina Turner, Bob Dylan uvm. – sie alle haben mit ihren Pop- und Rock-Alben Musikgeschichte geschrieben und längst den Status „Legenden“ erreicht. Wir holen sie wieder hervor, die größten Alben aller Zeiten. Die Platten, mit denen sich Künstler wie Creedance Clearwater Revival, die Eagles oder Fleetwood Mac unsterblich gemacht haben. Jeden Montag gibt es eine neue Folge. Dabei schaut das Team der SWR1 Musikredaktion hinter die Kulissen. Was war los in der Zeit, als dieser Meilenstein der Musikgeschichte veröffentlicht wurde – bei den Musikern und in der Welt. Was macht gerade dieses Album so besonders? Was sind die Hintergründe und wie sind sie produziert worden, die Platten, die uns immer wieder über den Weg laufen? Welche jungen Künstler haben sie beeinflusst und von wem wurden sie selbst beeinflusst? Bei uns gibt’s die Geschichten hinter den Alben, die Geschichte machten. Haben Sie Anregungen für die nächste Folge, Fragen oder Kritik? Sie erreichen die Redaktion per E-Mail unter meilensteine@swr.de.

  1. 2 days ago

    Madonna – "True Blue"

    "True Blue" erschien 1986 als drittes Studioalbum von Madonna. Damit wurde sie endgültig vom Pop-Sternchen zum internationalen Superstar und zur Queen of Pop. Das Besondere an "True Blue" ist, dass Madonna erstmals als Co-Autorin und Co-Produzentin an einem ihrer Alben beteiligt war und damit mehr Einfluss auf ihre Musik nahm als zuvor. Das Ergebnis ist eine Platte, die sich nicht nur mit Liebe, Romantik und Ehe beschäftigt, sondern auch mit ernsteren Themen wie den Traumata ihrer Kindheit und der Kritik an patriarchalen und konservativen Strukturen. Mit "True Blue" entwickelte sich Madonna so zu einer ernstzunehmenden Künstlerin und erreichte gleichzeitig ein breiteres und reiferes Publikum. Der Album-Opener "Papa Don’t Preach" handelt vom Widerstand gegen männliche Autoritäten, die sich sowohl in ihrem eigenen Vater als auch in der katholischen Kirche zeigen. Im Song erzählt Madonna aus der Perspektive einer schwangeren Jugendlichen, die sich mit der Frage auseinandersetzt, ob sie ihr Kind bekommen soll. Auch "Live To Tell" schlägt ernstere Töne an. Der Song handelt von Betrug, Misstrauen und Trauma sowie von einem Geheimnis, das die Erzählerin nicht länger für sich behalten kann. Immer wieder wurde "Live To Tell" autobiografisch gelesen und mit Madonnas eigenen Kindheitserfahrungen in Verbindung gebracht. Auch musikalisch hebt sich die Ballade durch ihre komplexe Komposition und die zurückhaltende, düstere Atmosphäre hervor. Von Kritikern wurde sie als eine von Madonnas stärksten Balladen gelobt. Romantik und Liebe kommen auf "True Blue" aber auch nicht zu kurz. Der gleichnamige Titelsong ist Madonnas damaligem Ehemann, dem Schauspieler Sean Penn, gewidmet. Der unbeschwerte, fröhliche Popsong greift Elemente der Girlgroup-Musik der 1950er- und 1960er-Jahre auf und erinnert an Gruppen wie die Ronettes oder an den Sound von "Grease". __________ Über diese Songs vom Album "True Blue" sprechen wir im Podcast • (14:12) – "Papa Don’t Preach" • (27:08) – "Open Your Heart" • (37:50) – "Live To Tell" • (56:25) – "True Blue" • (01:02:20) – "La Isla Bonita" __________ Shownotes • Website von Herb Ritts, dem Fotografen des Cover Artworks: https://www.herbritts.com/ • Website der Grafikerin Jeri Heiden, die für die Gestaltung des Artworks zuständig war https://www.smogdesign.com/about • Interview mit Margot Käßmann in der WELT zur Confessions Tour 2006 https://www.welt.de/print-welt/article147086/Anmassende-Selbstinszenierung.html • "Live To Tell" bei der Confessions Tour. Der Skandal im Video https://www.youtube.com/watch?v=2JvK3U2gpsQ • "Open Your Heart" im Video https://www.youtube.com/watch?v=snsTmi9N9Gs • "Papa Don’t Preach" im Video https://www.youtube.com/watch?v=G333Is7VPOg • ARD-Podcast-Tipp: Wie wir ticken – Euer Psychologie Podcast: https://www.ardsounds.de/sendung/wie-wir-ticken-euer-psychologie-podcast/urn:ard:show:be34348e7e107ac6/

    Madonna – "True Blue"
  2. 10 Aug

    Bon Jovi – "Slippery When Wet"

    Das dritte Studioalbum "Slippery When Wet" war vermutlich das wichtigste Album überhaupt für Bon Jovi. Denn bei ihrem Plattenlabel stand die Band auf der Abschussliste. Bevor die Band 1986 mit "Slippery When Wet" und den Hits des Albums "Livin‘ On A Prayer", "Wanted Dead Or Alive" und "You Give Love A Bad Name" ihr erfolgreichstes Album veröffentlichte, war ihr Plattenlabel nicht gut auf die Band zu sprechen. Nach einem ersten Achtungserfolg mit ihrer Single "Runaway" und dem dazugehörigen Debütalbum hatte man große Hoffnungen in Jon Bon Jovi und die Gruppe gesetzt. Das zweite Album "7800° Fahrenheit" blieb bei der Veröffentlichung jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück. Für die Band hieß es bei Album Nummer drei also: "Make it or break it". Derek Shulman, der später zu einem der wichtigsten A&R-Manager der Rockgeschichte werden sollte, hatte der Band geraten, sich mit dem Songwriter Desmond Child zusammenzutun. Dieser damals noch junge Mann sollte zu einem sehr bedeutenden Songwriter in der Rockgeschichte werden. (Später arbeitete er mit Künstlern wie Aerosmith, Kiss, Jennifer Rush, INXS, Katy Perry und auch mit der deutschen Band Tokio Hotel zusammen.) Jon Bon Jovi, Gitarrist Richie Sambora und Songwriter Desmond Child setzten sich im Keller der Familie Sambora in der Heimatstadt von Bon Jovi, New Jersey, zusammen und schrieben während ihrer Sessions mehr als dreißig Songs für "Slippery When Wet". Dabei entstanden auch Songs wie "Livin‘ On A Prayer" und "You Give Love A Bad Name". Besonders bemerkenswert ist die Arbeit von Gitarrist Richie Sambora, der sich mit dem Album sehr stark weiterentwickelt und seinen Stil gefestigt hat. Mit "Slippery When Wet" konnten Bon Jovi sich von härteren Bands abgrenzen und haben sich mehr in Richtung Stadionrock entwickelt. Außerdem haben sie ihren eigenen, unverwechselbaren Sound geschaffen, für den Millionen Fans auf der Welt sie lieben. Bon Jovi wurden noch viel klarer und ausgereifter als bei ihren Vorgängeralben. __________ Über diese Songs vom Album "Slippery When Wet" sprechen wir im Podcast (11:33) – "You Give Love A Bad Name"(27:53 ) – "Livin’ On A Prayer"(40:03) – "Social Disease"(44:54 ) – "Wanted Dead Or Alive"(52:30) – "Never Say Goodbye"__________ Shownotes Interview mit Cover-Photograph Mark Weiss: https://www.youtube.com/watch?v=zQce0rHjEewRick Beato zu "Livin' On A Prayer": https://www.youtube.com/watch?v=dJgrXqvpXF0Peter Frampton erklärt die Talk Box: https://www.youtube.com/shorts/UdexmEq0he0So funktioniert die Talkbox: https://www.delamar.de/gitarre/gitarren-effektgeraete/talkbox-68983/Musikvideo zu "Livin On A Prayer": https://www.youtube.com/watch?v=lDK9QqIzhwkMusikvideo zu "You Give Love A Bad Name": https://www.youtube.com/watch?v=KrZHPOeOxQQ&list=RDKrZHPOeOxQQ&start_radio=1Bon Jovis Auftritt bei den VMA's 1989: https://www.youtube.com/watch?v=rAiW4jQ-Vno&list=RDrAiW4jQ-Vno&start_radio=1ARD-Podcast-Tipp: Berlin Sounds Inside - Staffel 3: https://www.ardsounds.de/sendung/berlin-sounds-inside-der-musiktalk-mit-anja-caspary/urn:ard:show:1aad788d434c3934/

    Bon Jovi – "Slippery When Wet"
  3. 3 Aug

    Loreley Open Air – Neue Stars: Die Zukunft der Loreley | Special (5/5)

    Die Loreley steht für Rockgeschichte – doch wie sieht ihre Zukunft aus? In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Publikum verändert, neue Konzertformate sind entstanden und die Anforderungen an Open-Air-Veranstaltungen haben sich grundlegend gewandelt. Die Folge erzählt von den Umbrüchen der 1990er- und 2000er-Jahre: vom Kelly-Family-Hype, der Veranstalter und Behörden vor ungeahnte Herausforderungen stellte, von außergewöhnlichen Begegnungen mit Künstlern wie Nina Hagen und Ted Nugent sowie von einer neuen Generation von Konzertbesuchern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Rolle die Loreley künftig spielen kann. Marillion-Gitarrist Steve Rothery und Status Quo-Gründer Francis Rossi sprechen darüber, warum nicht Größe allein über den Erfolg eines Konzertortes entscheidet – und weshalb die besondere Atmosphäre der Loreley auch in Zukunft Menschen anziehen wird. Ein Blick zurück auf bewegte Jahrzehnte und nach vorn auf die Zukunft einer der berühmtesten Freilichtbühnen Europas. __________ Kapitel: (03:09) – Fotografensicht auf die Loreley (05:13) – Unordnung, Reggaevibes und Motorradgangs (15:18) – Die Festival-Hochzeit in den 80ern (20:55) – Neustart auf der Loreley? (25:34) – Keine Stars mehr auf dem Rockfelsen? (30:55) – Überlebensperspektive für die Loreley (38:20) – Die Lösung heißt: Vielfalt __________ ARD Podcast-Tipp: Interpretationssache: http://kurz.sr.de/InterpretationssacheCP

    Loreley Open Air – Neue Stars: Die Zukunft der Loreley | Special (5/5)
  4. 20 Jul

    Loreley Open Air – Deutschrock und Heimatgefühle | Special (3/5)

    Kaum ein Ort ist so eng mit deutscher Geschichte verbunden wie die Loreley. Vom Mythos der sagenumwobenen Nixe über die politische Instrumentalisierung des Amphitheaters während der NS-Zeit bis hin zur Wiederentdeckung als Rockbühne: Der Felsen erzählt viele Geschichten. In dieser Folge steht die deutschsprachige Musik im Mittelpunkt. Künstler wie BAP, Peter Maffay, Udo Lindenberg und Die Fantastischen Vier prägen eine neue Generation von Konzerten auf der Loreley. Für BAP wird ein Auftritt im Sommer 1982 zum Wendepunkt ihrer Karriere – obwohl die Band das Angebot zunächst fast ausgeschlagen hätte. Peter Maffay erinnert sich an besondere Momente in seinem "Wohnzimmer" Loreley, an außergewöhnliche Begegnungen mit Fans und an Abenteuer abseits der Bühne. Außerdem geht es um das politische Engagement der Rockszene: Mit "Rock gegen Atom" wird die Loreley zur Plattform gesellschaftlicher Debatten – inklusive eines Besuchs des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt. __________ Kapitel: • (02:41) – Der Durchbruch von BAP auf der Loreley • (09:50) – Die legendäre Jam-Session mit Rory Gallagher • (16:55) – Peter Maffays zweites Zuhause • (23:04) – Hinter den Kulissen der Loreley • (33:12) – "Rock gegen Atom" 1986 • (35:10) – Udo Lindenberg gibt dem Deutschrock Haltung • (37:40) – Deutsche Festivals im Wandel __________ ARD Podcast-Tipp: "Wem gehört Wacken? Metal, Mythos, Millionen": https://1.ard.de/wacken?at

    Loreley Open Air – Deutschrock und Heimatgefühle | Special (3/5)
  5. 10 Jul

    Loreley Open Air – Der Fels rockt – Dire Straits | Special (2/5)

    Die wilden Pioniertage sind vorbei. In den 1980er-Jahren wächst die Loreley zu einer festen Größe der internationalen Rockszene heran. Die Bühne wird größer, die Produktionen spektakulärer und die Liste der auftretenden Bands immer prominenter. Gemeinsam mit Dire Straits-Bassist John Illsley und Wishbone Ash-Gitarrist Andy Powell reisen wir in ein Jahrzehnt voller musikalischer Veränderungen. Härtere Gitarrenklänge, gigantische Open Air-Shows und eine Atmosphäre, die bis heute unvergessen ist. Barclay James Harvest-Sänger John Lees erinnert sich an die Magie eines Publikums, das seine Begeisterung noch mit Feuerzeugen statt Smartphone-Lichtern ausdrückte. Die Folge erzählt, wie aus einem Festival eine Institution wurde – und warum manche Konzerte nicht nur musikalisch, sondern auch hinter den Kulissen für spektakuläre Geschichten sorgten. __________ Kapitel • (01:05) – Auf in die 80er! • (05:11) – Heavy Metal auf der Loreley • (07:45) – Dire Straits werden auf den Rockfelsen eingeladen • (20:46) – Staus und Verkehrschaos beim Festival • (24:53) – Booking für die Loreley • (26:22) – Bootlegs und Konzertmitschnitte • (28:21) – John Lees erinnert sich an die Loreley • (32:20) – Ausblick auf Folge 3 __________ ARD-Podcast-Tipp: "Der verbotene Vater" im Podcast "Alles Geschichte - Der History-Podcast": https://1.ard.de/alles-geschichte-der-verbotene-vater

    Loreley Open Air – Der Fels rockt – Dire Straits | Special (2/5)

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