Deutschland prüft plötzlich einen eigenen Weltraumbahnhof für die Bundeswehr – Tage bevor die Spectrum von Isar Aerospace abheben soll. Ausserdem: 🚀 Ein Starship treibt weiter Indischen Ozean – und SpaceX schickt gleich zwei Schlepper hinterher. 🛰️ Gleichzeitig trudelt ausgerechnet das Raumschiff, das ein NASA-Teleskop retten sollte, mit zwei toten Reaktionsrädern durch den Orbit. Der Retter braucht selbst eine Rettung: Das Servicing-Raumschiff Link von Katalyst Space Technologies taumelt seit dem 28. Juli um mehrere Achsen, zwei von drei Reaktionsrädern sind tot, der Bordcomputer hat sich neu gestartet. Katalyst zweckentfremdet jetzt die Ionentriebwerke, die eigentlich das Neil Gehrels Swift Observatory anheben sollten, um den Drall abzubauen – und die Uhr läuft: Ab der 300-Kilometer-Marke im Oktober zerbricht das 22 Jahre alte Teleskop innerhalb weniger Monate. Ausgerechnet Swift lieferte kurz zuvor noch die Beobachtung eines wandernden Schwarzen Lochs mit einer Million Sonnenmassen, das einen Stern zerreißt. Parallel dazu läuft im Indischen Ozean eine Bergungsoperation, die es so noch nie gab: Die 52 Meter lange Oberstufe Ship 40 blieb nach rund 65 Minuten Flug intakt, funkte weiter und schwamm rund 79,5 Stunden – jetzt laufen NORMAND RANGER und SKIMMER TIDE mit bis zu 15 Knoten auf die Position zu. Was SpaceX daran interessiert, sind die über 18.000 Keramikkacheln, die mehr als 1.400 Grad Celsius überstanden haben – während NASA-Veteran Dan Rasky Starships Hitzeschild öffentlich als Sackgasse bezeichnet. Dazu: Booster 21 nach Kryo-Test in Mega Bay 1, Ship 41 mit Triebwerken, Flug 14 frühestens Ende August – und Musks Ankündigung, erstmals auch das Ship am Turm zu fangen. In Bayern kündigte Verteidigungsminister Boris Pistorius bei Isar Aerospace an, dass der Bund eine eigene Startanlage für die Bundeswehr prüft – ohne Standort, ohne Budget, ohne Zeitplan, dafür mit der GOSA-Plattform in der Nordsee als naheliegendem Kandidaten. Außerdem in dieser Folge: Am 5. August schlägt eine ausgebrannte Falcon-9-Oberstufe mit rund 8.750 km/h auf dem Mond ein – erwartet werden ein 20 bis 30 Meter großer Krater und ein Auswurf-Strahl bis 100 Kilometer Höhe, beobachtet vom Lunar Reconnaissance Orbiter. ispace startet Mission 3 im Jahr 2028 auf einer H3 von Mitsubishi Heavy Industries, und ispace-Europe erhält 65 Millionen Euro für MAGPIE, Europas erste Mission zum Mondeis. Das Nancy Grace Roman Space Telescope ist betankt und startet am 30. August auf einer Falcon Heavy – neun Monate vor Plan und unter Budget, mit über 500 Terabyte Daten pro Jahr. Die Waldbrände in Spanien zwangen die NASA zur Evakuierung des Madrid Deep Space Communications Complex, ESA-Station Cebreros ist wieder voll betriebsbereit. Boeing schiebt den nächsten Starliner-Flug als unbemannte Frachtmission auf frühestens Q4 2026, Crew damit frühestens Ende 2027. Rocket Lab baut nach einem Rekordvertrag über 266 Millionen Dollar mit der US Space Force einen HASTE-Startplatz auf Kodiak Island in Alaska. In Lappland absolvierte ArianeGroup die Generalprobe mit vollen Tanks für den Themis-Demonstrator T1H, während MaiaSpace den suborbitalen Testflug streicht und auf 2027 rutscht. Dazu die Starts der Woche mit Langer Marsch 7A, 6A und der geheimen Falcon-9-Mission NROL-95 – und Kurznews zu CAPSTONE 02, 1,6 Milliarden Dollar Startaufträgen für SpaceX, Intels Weltraum-Prozessor Starfire, Impulse Space Electra, Amazon Leo, ESAs Lunar Link und Blue Origins New-Glenn-Tests in Stennis. Der Termin der Woche bleibt Donnerstag, der 6. August: der zweite Testflug der Spectrum von Andøya mit fünf CubeSats an Bord.