Im Gespräch über das Tagesevangelium aus Matthäus 23,13–22 betont Tobias Schrörs, dass Jesu scharfe Kritik an den Schriftgelehrten und Pharisäern auch heute aktuell bleibt. Menschen können sich selbst und anderen den Zugang zu Gott erschweren, wenn sie den Glauben zu eng auslegen und vorschnell über andere urteilen. Jesus hingegen stellt die Annahme des Menschen und die befreiende Botschaft des Reiches Gottes in den Mittelpunkt. Schrörs hebt hervor, wie wichtig Ehrlichkeit gegenüber den eigenen Fehlern ist. Christlicher Glaube bedeute nicht, sich moralisch über andere zu erheben, sondern die eigene Bedürftigkeit anzuerkennen und Gottes Barmherzigkeit anzunehmen. Wer sich selbst von Gott geliebt und getragen weiß, könne anderen Menschen glaubwürdig von diesem Glauben Zeugnis geben. Als Kern des christlichen Glaubens nennt er drei einfache Sätze: „Du bist gewollt. Du bist geliebt. Du bist begnadet.“ Darin sieht er die zentrale Botschaft des Evangeliums. Nicht die strenge Befolgung von Regeln stehe im Vordergrund, sondern die lebendige Beziehung zu Gott und die Erfahrung seiner Liebe und Barmherzigkeit. EvangeliumIn jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Denn ihr selbst geht nicht hinein und lasst die nicht hinein, die hineingehen wollen. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist, dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, doppelt so schlimm wie ihr selbst. Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim Tempel schwört, gilt es nicht, wenn er aber beim Gold des Tempels schwört, gilt es. Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel, der das Gold erst heilig macht? Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, gilt es nicht, wenn er aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt, gilt es. Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der das Opfer erst heilig macht? Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem, was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf sitzt. (Mt 23,13-22)