Hauptbücher: Florian Butollo „Das knappe Gut Arbeit" und Voss/Reichelt „Links – Deutsch / Deutsch – Links". Plus Kurzlektüren: Hettche, PNAS-Demografie, Schönthaler, Vatikan-KI, Miosga/Merz, „Infermezzo", Anne-Sophie Mutter. Vor-Salon: Merz-Bilanz und Mariam Lau. 00:00:00 Vor dem Salon Wolfgang zur Koalitionslage, Stefan zur Merz-Bilanz nach einem Jahr. Beide kritisieren ein Deutschlandfunk-Gespräch mit Mariam Lau, die Merz' Ausfälle zu Migration und Stadtbild relativiert; Wolfgang nennt Laus Diagnose einer Nähe von Merz und Klingbeil unter dem Schlagwort Wachstum „Verblödung". 00:36:42 Florian Butollo: Das knappe Gut Arbeit Butollo widerspricht der KI-bedingten Massenarbeitslosigkeit und beschreibt dauerhafte Arbeitskräfteknappheit als Strukturmerkmal — Rebound-Effekte, Demografie, kaum automatisierbare Reproduktionsarbeit. Wolfgang ordnet ihn marxistisch ein und benennt das Mismatch von Langzeitarbeitslosen zu unbesetzten Pflegestellen. Stefan kritisiert fehlende Empirie und hält entgegen, dass das Buch das eigentliche KI-Potenzial — den ausbeutbaren Fleiß — wegwische. 02:14:16 1 Minute – Butollo Knappheits-Diagnose plus Stefans Einwand zum KI-Fleiß. 02:16:07 Voss/Reichelt (Hrsg.): Links – Deutsch / Deutsch – Links Wolfgang führt den Westend-Sammelband aus dem Nius-Umfeld ein (Broder, Thurn und Taxis, Kubicki, Kelle, Bolz, Martenstein, Steinhöfel, Schuler, Casula) und liest das Format als Programm einer schwarz-blauen Koalition. Stefan beschreibt die idiosynkratische Nius-Sprache; Lemmata wie „Transfrau", „Fachkraft", „Gemeinwohl" werden durchgegangen. Wolfgang arbeitet die transatlantische Ausrichtung (Hegseth, Vance, Yarvin, Thiel, Andreessen) heraus; beide ziehen die Parallele zu „Hoss & Hopf". 03:15:18 1 Minute – Voss/Reichelt Koalitionsprogramm einer möglichen blau-schwarzen Politik; Stefan rät vom Kauf ab. 03:17:10 Thomas Hettche: Liebe Hettches Roman (Kiepenheuer & Witsch) erzählt vom Okularisten Max und Anna, beide Anfang sechzig. Wolfgang liest ihn als universellen Liebesroman, mit Verweisen auf Goethe und Hegel. 03:27:03 Schubert (PNAS): Masculinization of Populations Stefan referiert die PNAS-Studie von Henrik-Alexander Schubert (MPIDR): 2024 überschritt erstmals die globale weibliche Fertilitätsrate die männliche. Treiber: sex-selektive Abtreibung in China, Korea, Indien und männlich dominierte Migration in den Golfstaaten; Wolfgang prägt die Formel vom „knappen Gut Frau". 03:38:11 Philipp Schönthaler: Mysteria Hysteria Wolfgang empfiehlt die 43-Seiten-Novelle (Matthes & Seitz): ein Lektor stößt in einer KI-Verlagswelt auf ein Manuskript, in dem er die Handschrift seiner Jugendliebe Elektra zu erkennen meint — Schönthaler verschränkt Sehnsucht mit der Frage, ob Textproduktion noch ein Subjekt erkennen lasse. 03:45:13 Vatikantexte: Leo XIV. + »Antiqua et nova« Stefan referiert Leo XIV.s Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel (Gesicht/Stimme als Persona/Prosopon) und „Antiqua et nova" — hervorgehoben: der „nicht gedachte Gedanke" und die Götzenbild-Analogie zur KI. 04:02:49 Caren Miosga im Gespräch mit Friedrich Merz Wolfgang arbeitet Miosgas Fragen an Merz chronologisch durch und kritisiert die Inhaltsleere: statt Deindustrialisierung kreisten sie um Vertrauen, Klima und das Verhältnis zu Klingbeil — „betreutes Regieren". Stefan rechnet vor, dass Miosga mehr verdient als der Bundeskanzler. 04:20:02 Mary-Jane: The Infermezzo Das Kofferwort „Infermezzo" (Inference + Intermezzo) beschreibt die Wartezeit, in der eine KI arbeitet. Mit Pablo Stanley, Henry Mintzberg und Jerry Z. Muller skizziert die Autorin, wie Nutzerinnen in eine Manager-Rolle rücken und KPIs zum Bewertungs-Substitut werden. 04:25:51 Anne-Sophie Mutter: East Meets West Mutters Album zum 50. Bühnenjubiläum mit Werken von Thomas Adès, Jörg Widmann, Aftab Darvishi und Unsuk Chin — darunter Darvishis „Likoo", Chins Duo mit Nancy Zhou, Widmanns sechstes Streichquartett und das Adès-Violinkonzert als Sibelius-Hommage.