Helle Panke

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  1. 4 days ago

    Vom Unwesen des Menschen - Negative Anthropologie und kritische Gesellschaftstheorie nach Ulrich Sonnemann

    Der Sozialphilosoph, Schriftsteller und Psychologe Ulrich Sonnemann (1912–1993) zählt zu den markantesten und zu Unrecht wenig rezipierten Denkern der Kritischen Theorie. Sein Hauptwerk Negative Anthropologie (1969) entwirft eine Bestimmung des Menschen, die vom Nichtgewordenen ausgeht: vom Unterdrückten, Verdrängten, Abwesenden und noch Ungelebten. Zugleich entzündet sich die Kritik am bestehenden Unheil gesellschaftlicher Verhältnisse. Der Vortrag rekonstruiert diesen Ansatz anhand konkreter Geschichtserfahrungen, die das Menschliche in seiner Deformation und unabgegoltenen Möglichkeit zeigen. Im Mittelpunkt steht dabei Sonnemanns Kritik an der positivistischen Anthropologie Arnold Gehlens sowie seine Verschränkung von Sprachkritik, Psychoanalyse und kritischem Humanismus. Kann dieser Ansatz – auch angesichts aktueller Debatten um künstliche Intelligenz und die Zukunft des Humanen – dazu beitragen, am Menschlichen festzuhalten? Referent: Dr. Martin Mettin ist Philosoph und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humanistischen Hochschule Berlin, wo er zu Ästhetik, Ethik und philosophischer Bildung lehrt und forscht. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen Echo im Sprachwald (Neofelis, 2019) über Walter Benjamin und Kritische Theorie des Hörens. Untersuchungen zur Philosophie Ulrich Sonnemanns (Metzler, 2021), das mit dem Wissenschaftspreis der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ausgezeichnet wurde. Zudem ist er Mitherausgeber des Briefwechsels zwischen Sonnemann und Theodor W. Adorno (Zeitschrift für Kritische Theorie, 2019) und eines Sammelbandes zur Negativen Anthropologie (Neofelis, 2021).

    Vom Unwesen des Menschen - Negative Anthropologie und kritische Gesellschaftstheorie nach Ulrich Sonnemann
  2. 29 Jul

    Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg

    Dr. Uli Schöler bei einem Vortrag im Willy Brandt Haus Foto: privat Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg beeinflusst in ihren (auch internationalen) Auswirkungen die Parteienlandschaft bis heute. Eine häufig anzutreffende Deutung sieht die Verantwortung dafür bei den verschiedenen Gruppen der innerparteilichen Linken. Dies betrifft das "marxistische Zentrum" um Haase, Hilferding, Ledebour und andere. Gleichermaßen gilt es für den Spartakusbund um Liebknecht und Luxemburg. Neben den nur schwer zu vereinbarenden und auseinander driftenden Haltungen zur Kriegsfrage steht dabei vor allem das strenge organisatorische Gebot der Fraktionsdisziplin im Mittelpunkt. Dieses sei durch das Verhalten der Linken gröblich verletzt worden. Dabei gerät aus dem Blick, dass die Spaltung eine längere Geschichte hat. Sie wurde von einer innerparteilichen "pressure group" um den Reichstagsabgeordneten Eduard David und einige Gewerkschaftsvertreter generalstabsmäßig vorbereitet und erfolgreich umgesetzt. Dieser "erfolgreichen" Spaltung von rechts folgte wenige Jahre später eine ebensolche von links - mit gleichermaßen verheerenden Auswirkungen. Bestürzend muss zur Kenntnis genommen werden, dass die rigiden Methoden wie die unduldsame Diffamierung anderer Auffassungen in beiden Prozessen ähnlichen Charakter hatten. Kann man daraus Lehren für heute ziehen? Referent: Dr. Uli Schöler, Rechts- und Politikwissenschaftler; er lehrte bis 2019 als außerplanmäßiger Professor am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung. In der "Zeitschrift für Geschichtswissenschaft" ist zuletzt ein dreiteiliger Aufsatz zum Thema erschienen, der dritte Teil kann hier gelesen werden. Moderation: Holger Czitrich-Stahl

    Die Spaltung der deutschen Sozialdemokratie in und nach dem Ersten Weltkrieg

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