Live-Salon aus Frankfurt bei 36 Grad. Wolfgang und Stefan über das Ende und die Wiederkehr des Storytellings im Zeitalter der KI, den SpaceX-Börsengang als reine Erzählung und die Frage, ob der Faschismusbegriff überhaupt noch etwas erklärt. Alle Live-Salons und regulären Salons gibt es über Steady, Apple oder Patreon — die Links stehen auf neuezwanziger.de. Nächster Live-Salon: 22. August in Bornheim (Frankfurt). (00:00:00) Vor dem Salon In der Garderobe kündigt Wolfgang die Themen an: SpaceX gegen das Ende des Storytellings, Reemtsmas Faschismus-Vortrag, Höcke bei Köppel und Studio 9. Ausblick auf den nächsten Salon: Eva von Redeker, „Drang nach Härte", und Anna-Verena Nosthoff, „Kybernetik und Kritik". (00:05:55) Livesalon Begrüßung im klimatisierten Saal, Hitze-Awareness, drei Themenblöcke. (00:08:22) Lang lebe das Storytelling Das Kino lebt („Obsession", „Backrooms"), aber die KI verwischt alles: Casting-Director Dante unterscheidet Schauspieler und KI nicht mehr, NYT-Bildforensiker Hany Farid gibt auf. Kostenkontrast aus „Intelligent Machines": rund 1 Mio. $ pro Filmminute gegen ein KI-Studio mit bis zu 3.000-fachem Kostenvorteil; „Dreams of Violence", der erste reine KI-Film (Tribeca, über den Iran). Dann Geschmack als knappes Gut: Linda Büscher, Sarah Rojewski zu Million-Dollar-Storyteller-Stellen. Stefan über seine Keynote in Erfurt und PowerPoint-Spott. (00:30:46) SpaceX Der größte Börsengang der Geschichte als reines Storytelling. Ed Elson („Prof G Markets") und Gil Luria: Musk verkauft das „Geschäft von morgen". Wolfgang und Stefan zerlegen den Trick: künstliche Verknappung, erzwungene Aufnahme in den NASDAQ-100 und damit automatische ETF- und 401k-Nachfrage. Mit Jimmy Kimmel, Scott Galloway (Citizens United, Gary Stevenson, Schweden) und Frank Stauss („Die Elefantenrunde"). Im Hintergrund der Disput Primatkapital gegen Primatpolitik. (00:47:33) Reemtsmas Kritik an der Faschismus-Soziologie Jan Philipp Reemtsma in Konstanz, im Publikum Nachtwey, Amlinger und Redeker: Aus der Diagnose „Faschismus" folge keine Strategie. Hitler kam durch eine „Handbewegung" an die Macht (Kleist), die „Geheimnislosigkeit" des NS (Feuchtwanger), der Faschist als „Bully", „zäsarische Macht" (Hayek). Stefan hält mit Stefan Kühl und Luhmann dagegen. Nachtweys Einwand (Stauffenberg, Adam Tooze) und der FAZ-Antworttext: Konservative bleiben Demokraten. (01:36:31) Höckes Ideenhaushalt Björn Höcke bei Roger Köppel („Weltwoche"): Deutschland existenziell bedroht, „ich bin nicht Westen", alter gegen neuen Liberalismus, die Postmoderne als Feindbild. Stefans Erklärung: Höckes Programm sei das Leiden („Westworld"). Dazu die Thüringer Mentalität (Thüringen-Monitor), Köppels Nostalgie, Arne Semsrott zum Fall Vogt und ein Gruß an Rainald Grebe. (01:57:06) Banalität der Blöden Friedrich Merz vor dem Verband der Familienunternehmer, „ohne jede Larmoyanz". Dann Studio 9 (Deutschlandfunk Kultur, Nicole Dittmar und Matthias Greffrath) als Programmbeschwerde: Sparen als alternativlos, „bitte keine Zahlen", die Einnahmenseite bleibt ausgeblendet. Schließlich Wolfram Weimers Spiegel-Interview (die AfD falle „wie ein Soufflé" zusammen) — und das „Reich des Glaubens" als Schlusspointe.