Frisch an die Arbeit

Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo

  1. HACE 3 DÍAS

    Haben Sie schon mal Ihren Einsatz verpasst, Michael Leopold?

    "Mein Job kann körperlich sehr anstrengend sein", sagt Michael Leopold im Podcast Frisch an die Arbeit. Er ist Schlagzeuger bei den Münchner Philharmonikern und braucht für das Spielen von Trommeln, Becken, Donnerblechen oder Gongs viel Kraft und muss oft lange stehen. "Dafür ist es auf der anderen Seite auch ganz entspannt", fügt er hinzu. Zum Beispiel, wenn bei der 7. Sinfonie von Bruckner nur ein einziger Schlag im ganzen Stück anstehe. Den dürfe man dann allerdings auf keinen Fall verpassen, "das wäre sonst sehr peinlich".   Seit fast zehn Jahren spielt der 35-Jährige verschiedene Perkussionsinstrumente bei den Philharmonikern. Oft sitzen bei den Konzerten mehr als 100 seiner Musikerkollegen auf der Bühne. Die Hierarchien seien dabei klar geregelt. "Die Chefs sind die ersten Geiger und der Dirigent, bei den Rhythmusinstrumenten hinten gibt auch der Paukist den Ton an", sagt Leopold. Mit den Bläsern kämen Schlagzeuger wie er besonders gut klar, "denn die haben oft denselben Hintergrund. Die meisten haben wie wir in kleinen Blaskapellen auf dem Land angefangen und sind dann erst zur klassischen Musik gewechselt." Er selbst habe erst gar nicht gewusst, dass er die Musik zum Beruf machen wollte, fast wäre er Profi-Fußballer geworden. Aber dann verlief sein Weg recht geradlinig über sein Studium an der Musikhochschule München und viele Stationen an Theatern, Orchestern und der renommierten Akademie der Philharmoniker. "Ich bin sehr dankbar, dass ich so ein Glück hatte", sagt Leopold. Von allen Stücken möge er die Sinfonien von Gustav Mahler am liebsten, da er als Schlagzeuger da viel zum Einsatz komme. Auch an eher unscheinbaren Instrumenten. "Es macht einen Unterschied, wie man zum Beispiel Triangel spielt", sagt er. "Man kann schon eine kleine Wissenschaft daraus machen: Wo klingt dieses Dreieck am schönsten, wo sind die Obertöne am klarsten."  Im Podcast erzählt Leopold, welche Pannen er auf der Bühne schon mal erlebt hat, warum er nebenbei immer noch sehr gerne in Oktoberfest-Kapellen spielt und wie er junge Leute für klassische Musik begeistern will.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    41 min
  2. 24 MAR

    Was bedeutet es, Schwangerschaftsabbrüche anzubieten, Frau Baier?

    "Seit 2003 ist die Zahl der Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, fast auf die Hälfte zurückgegangen“, sagt die Gynäkologin Alicia Baier im Podcast Frisch an die Arbeit. Dabei gebe es grundsätzlich genug medizinische Infrastruktur. "Aber zu viele Praxen und Krankenhäuser entziehen sich der Versorgung.“ Baier, 34, stammt aus Heidelberg und hat ihr Medizinstudium ursprünglich begonnen, um Psychiaterin zu werden. Wegen der politischen Debatte um das deutsche Abtreibungsrecht entschied sie sich aber für die Gynäkologie als Fachgebiet.  Dass viele Ärztinnen keine Schwangerschaftsabbrüche mehr anbieten, hat aus Baiers Sicht mehrere Gründe: "Es ist ein stigmatisiertes Thema und der Schwangerschaftsabbruch ist der einzige medizinische Eingriff, der im Strafgesetzbuch steht“, sagt sie. Für Ärztinnen könne das weitreichende Folgen haben: "Wenn man Fehler macht, droht im schlimmsten Fall nicht nur ein Berufsverfahren, sondern eine Haftstrafe.“ Medizinisch sei ein Schwangerschaftsabbruch wenig kompliziert. "Das ist ein sehr sicherer und einfach durchzuführender Eingriff“, sagt Baier. Um die Versorgungslage in Deutschland zu verbessern, gründete Baier schon während des Studiums eine studentische NGO, die sich für das Recht auf einen sicheren und legalen Schwangerschaftsabbruch einsetzt. Heute ist Baier Vorsitzende der Gruppe Doctors for Choice. Dieses Engagement habe allerdings auch persönliche Konsequenzen, erzählt sie. "Ich habe oft Anfeindungen erlebt“, sagt Baier. Im Internet gebe es Seiten, auf denen Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, öffentlich angegriffen würden. "Da werden Bilder mit blutigen Händen verbreitet und man wird als Mörderin bezeichnet“, berichtet die Ärztin. Sie sei auch schon mehrmals von radikalen, meist fundamentalistisch-christlichen Aktivisten angezeigt worden. Von ihren Patientinnen hört Baier hingegen einen Satz besonders oft. "Danke, dass Sie so nett zu mir waren.” Baier findet es erschreckend, dass sich Frauen dafür bedanken, anständig behandelt zu werden. "Im medizinischen Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein", sagt sie.  Im Podcast erzählt Baier außerdem, wie viel liberaler Schwangerschaftsabbrüche in den meisten anderen europäischen Ländern geregelt sind, warum 80 Prozent der Menschen in Deutschland für ein weniger restriktives Abtreibungsrecht sind und weshalb sich politisch dennoch so wenig tut. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    46 min
  3. 10 MAR

    Wovor ekelt sich ein Müllmann, Jörg Möller?

    "Man schafft diesen körperlich anstrengenden Job nur, wenn man dabei lachen kann", sagt Jörg Möller im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Müllmann bei der Berliner Stadtreinigung fährt er vormittags mit seinen Kollegen und einem Lkw durch die Hauptstadt und sammelt den Restmüll ein.  Möller, 37, hat jahrelang als Handwerker gearbeitet, meistens musste er Dächer reparieren. Mit Anfang 30 wechselte er zur Berliner Stadtreinigung, wo er schon als Kind immer arbeiten wollte. Sein Vater war auch schon Müllmann. "Er war immer mein Held, weil er ein großes, oranges Auto fahren durfte", sagt Möller. Auch sein Bruder arbeitet als Müllmann, manchmal fährt Möller mit ihm auf einer Tour, dann holen sie gemeinsam die Tonnen aus den Hinterhöfen.  Möller gehe jeden Morgen gerne zur Frühschicht, erzählt er. Die meisten Menschen würden sich für seine Arbeit bedanken, wenn sie ihm in seiner Schutzkleidung begegnen. "Viele lächeln mich einfach nur an. Auch das hilft mir schon dabei, den Job jeden Tag durchzuziehen." Wütend mache ihn nur, wenn Autofahrer laut hupen, weil der Müllwagen kurz die Straße blockiert oder ihn fast umfahren. "Ich ärgere mich dann kurz, weil ich mal wieder drei Minuten meiner Lebenszeit an jemanden verschwendet habe, der einfach nicht versteht, dass ich nur meine Arbeit mache." Im Podcast erzählt Möller auch über Ratten, die aus den Mülltonnen springen, warum Teddybären an seinem Lkw hängen und wie er sich von seiner anstrengenden Arbeit erholt.       [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    33 min
  4. 24 FEB

    Welche veganen Gerichte machten dich berühmt, Julius Fiedler?

    "Veganes Essen gibt es schon seit Tausenden von Jahren, es wurde nur nie so genannt", sagt der Kochbuchautor Julius Fiedler im Podcast "Frisch an die Arbeit". "Fleisch, Fisch und Milch waren schließlich schon immer teuer." Fiedler, 31, wuchs in der Nähe von Düsseldorf auf und studierte Film in London. Für seine Abschlussarbeit filmte er eine Dokumentation über Cheddar in einer englischen Käserei und begegnete dort zufällig dem Filmteam von Jamie Oliver. Eine Begegnung, die seine Karriere verändern sollte, denn kurze Zeit später begann er als Produktionsassistent bei Jamie Olivers Produktionsfirma. Selbst bekannt wurde Fiedler dann unter dem Alias @herrmann während der Coronapandemie mit Sauerteig-Backkursen und Rezeptvideos. Seitdem verfolgen 2,5 Millionen Menschen auf Instagram und nochmals jeweils eine Million auf TikTok und YouTube, wie er vegane Gerichte aus aller Welt ausprobiert.  "Ich wollte mich vegan ernähren, ohne auf hoch verarbeitete Produkte zurückzugreifen oder mich ausschließlich von Soja zu ernähren", erzählt Fiedler. Dabei stieß er zunächst auf ein altes Rezept aus Myanmar, für eine Art Tofu aus Kichererbsen. "Dabei fiel mir auf: Dort sagt keiner, dass das vegan ist. Das ist einfach traditionelles Essen!" Auch in anderen Ländern sammelte Fiedler solche überlieferten tierfreien Gerichte. "Wenn man sich in Italien die Cucina povera anguckt, dann findet man unglaublich vieles", erzählt er. Gerichte wie Ribollita, ein Eintopf aus altem Brot, Bohnen und vorgekochtem Gemüse, seien günstig und vegan zugleich. "Das war ein absolutes Armutsgericht und trotzdem super nahrhaft." Mittlerweile reist Fiedler in die Regionen, aus denen die Rezepte stammen, und stellt auch die Menschen vor, die ihm erklären, wie diese gekocht werden. "Mir war wichtig, Essen als Kulturgut zu begreifen", sagt Fiedler. "Ich möchte verstehen, warum diese Gerichte sind, wie sie sind, und warum die konkreten Zutaten wichtig sind." Im Podcast erzählt Fiedler außerdem, warum er sich gerade besonders für georgisches Essen begeistert, dass Gerichte in heißen Ländern oft und notgedrungen tierfrei sind und was man vom schwäbischen Kartoffelsalat über traditionell veganes Essen aus Deutschland lernen kann. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    46 min
  5. 10 FEB

    Wie gefährlich ist Fliegen wirklich, Julia Peukert?

    "In das Fliegen bin ich eher so reingestolpert", sagt Julia Peukert im Podcast Frisch an die Arbeit. Bis zum Abi hatte sie nie darüber nachgedacht, Pilotin zu werden. Doch dann schenkten ihr Freunde zum Geburtstag einen Fallschirmsprung. "Der Sprung war mir eigentlich egal, aber das Fliegen in dem kleinen Flugzeug fand ich faszinierend".  Peukert beschloss, sich an einer Flugschule für die Ausbildung zur Pilotin zu bewerben. "Man sollte gut in Mathe und Physik sein, eine schnelle Auffassungsgabe haben und sehr stressresistent sein", erzählt sie. Nach einem komplizierten Auswahlverfahren wurde Peukert im ersten Anlauf genommen. Heute ist sie 44 Jahre alt und beschreibt ihren Beruf als "absoluten Traumjob".  Seit 21 Jahren fliegt die Berlinerin quer über den Globus. Von ihrer Basis in Frankfurt am Main aus steuert sie für die Lufthansa-Tochter Discover Airlines mit großen Passagierflugzeugen die Bahamas, Las Vegas oder Mombasa an. Sie mag vor allem Flughäfen, die unter Piloten als anspruchsvoll gelten, weil sie zum Beispiel sehr kurze Landbahnen haben oder in Bergregionen liegen.  "In Innsbruck erreichst du die Landebahn erst nach einer Art geführtem Sturzflug", erzählt sie. Für solche Herausforderungen brauchen die Pilotinnen und Piloten eine Weiterbildung, Peukert hat sie absolviert. Zuerst sei Fliegen aber eine Teamleistung, sagt sie. Die Flugbegleiterinnen, das Bodenpersonal, die Leute in der Technik, im Tower und die Besatzung im Cockpit, das greife alles ineinander. "Man muss schon ein besonderer Schlag Mensch sein für diesen Beruf, das vereint uns alle", sagt sie. Feste Routinen wie jeden Tag Punkt 18 Uhr Abendessen oder immer im gleichen Bett schlafen seien für die meisten nicht drin. Peukert ist manchmal mehrere Tage hintereinander unterwegs, dafür aber auch mal eine ganze Woche bei ihrer Familie. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Für sie funktioniert dieses Modell gut. Sie findet es schade, dass sich nur so wenige Frauen auf den Pilotenjob bewerben, sagt sie. Im Podcast erzählt Julia Peukert, wie sie als Kapitänin im Cockpit mit dummen Sprüchen umgeht. Ob Jetlags irgendwann zur Gewohnheit werden. Und wie das Fliegen in Zukunft umweltfreundlicher werden könnte.  [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    44 min
  6. 27 ENE

    Wie schreibt man einen Fantasy-Bestseller, Katja Brandis?

    "Ich muss meine Schreibzeit erobern, verteidigen und genießen", sagt die Bestseller-Autorin Katja Brandis im Podcast Frisch an die Arbeit. Mit der Woodwalker-Reihe hat sie mittlerweile über 3,5 Millionen Bücher weltweit verkauft. Ein Drittel ihrer Arbeitszeit verbringe sie jetzt mit Fanbetreuung, verrät sie. Katja Brandis ist ein Künstlername, die Autorin heißt eigentlich Sylvia Englert. Sie wurde 1970 geboren und zählt zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Insgesamt hat sie mehr als 70 Romane veröffentlicht, die mehr als 20 Woodwalker-Bände wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Außerdem kommt nun der Film Woodwalkers 2 in die Kinos. Ursprünglich plante Brandis einen Einzelroman für Jugendliche ab zwölf, den ihr Verlag aber zunächst ablehnte. "Dann hat sich die Lektorin ein Jahr später gemeldet und gesagt: Dieser Katzenjunge, der geht mir nicht aus dem Kopf. Und gefragt, ob ich das vielleicht für Kinder ab zehn Jahren machen könnte", erzählt sie. Daraufhin habe sie den Roman umgeschrieben.  "Ich hatte schon das Gefühl, dass es den Kids wirklich gefallen könnte", sagt Brandis über den ersten Band, "aber dieses Ausmaß hätte ich mir wirklich nicht träumen lassen". Sie erzählt, dass sie mittlerweile Leserbriefe aus Kasachstan, Finnland, Spanien oder Südamerika bekommt. "Ich weiß, dass Leute auf das, was ich schreibe, warten. Es ist wirklich grandios!" Damit die Kinder immer weiter lesen wollen, optimierte Brandis ihre Art zu schreiben. "Früher habe ich Kapitel immer inhaltlich abgeschlossen und das ist eigentlich blöd", sagt sie. Heute weiß sie: "Man sollte ein Kapitel genau dann abbrechen, wenn es am spannendsten ist – dann können die Kinder die ganze Nacht unter der Bettdecke lesen." Angefangen zu Schreiben hat Brandis schon als Jugendliche. "Schon mit 14 habe ich drei, vier Romane im Jahr geschrieben, aber die waren halt noch nicht sonderlich gut." Über Testleser in ihrer Schule und Autorengruppen habe sie sich weiterentwickelt.  "Beim Schreiben kann man sich wahnsinnig gut selber ausbremsen", sagt sie. "Erste Fassungen dürfen schlecht sein." Sie habe "jeden nur denkbaren Fehler schon mal gemacht, wirklich jeden". Im Podcast erzählt Brandis außerdem, warum sie Recherchen in der namibischen Wüste und im Regenwald für unverzichtbar hält, welche Fehler in ihren Büchern sie fuchsig machen und was für eine Tierwandlerin sie selbst wäre. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    46 min
  7. 13 ENE

    Was macht Wohnungen gemütlich, Fabian Freytag?

    "Wie wir uns einrichten, liegt an unserem Sicherheitsbedürfnis. Man wünscht sich Behaglichkeit, einen Schutzraum, der einen Puffer nach außen bietet", sagt Fabian Freytag im Podcast Frisch an die Arbeit. Als Interior Designer mit einem Büro in Berlin verändert er Grundrisse, dekoriert Wohnungen und warnt Kunden und Kundinnen vor Fehlkäufen.  Freytag, 41, hat Architektur an der Universität der Künste studiert. Noch in seiner Ausbildung bekam er den ersten Auftrag als Innenarchitekt. Während der globalen Finanzkrise 2008 kauften viele Menschen aus dem Ausland Wohnungen in Berlin als Investment – einige beauftragten Freytag mit der Einrichtung. "Sie vertrauten auch Anfängern wie mir. In keiner anderen Stadt hätte ich so schnell Aufträge bekommen", sagt Freytag.   Seinen Kunden und Kundinnen rät Freytag zu bunten Wänden und großen Teppichen. "Sogar das Bad soll eine gewisse Opulenz haben und eingerichtet werden wie andere Räume", sagt er. Sein Tipp: Wer eine Wohnung oder ein Haus einrichte, dürfe nicht das kaufen, was alle haben. Stattdessen sei es wichtig, mit einigen Übungen herauszufinden, welche Möbel, Farben und Stoffe einem wirklich gefallen. Freytag empfiehlt, Onlineauktionshäuser oder Kleinanzeigen zu durchsuchen und dabei zu notieren, aus welchen Jahrzehnten die Einrichtungsgegenstände stammen, die einem gefallen. Außerdem könne man überlegen, in welchen Wohnungen von Freunden, Restaurants oder Hotels man sich besonders wohlfühlt und warum.   Im Podcast erzählt Freytag, wie künstliche Intelligenz seine Arbeit verändert, warum er offene Regale in seinen Entwürfen vermeidet und welche Hobbys ihn kreativ machen. "Frisch an die Arbeit" wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    54 min
  8. 30/12/2025

    Wie bekämpft man Einsamkeit, Elke Schilling?

    "Nachts ist die Einsamkeit am schärfsten, da kommt alles zusammen – die Kontaktlosigkeit, die Dunkelheit und die Schlaflosigkeit", sagt Elke Schilling, Gründerin und Vorsitzende des Senioren-Telefons Silbernetz, im Podcast Frisch an die Arbeit. "Das kann einem gerade über die Feiertage unglaublich auf die Seele fallen."  Schilling, selbst schon 82 Jahre alt, hat in der DDR Mathematik studiert, zwischen 1969 und 1989 als Programmiererin gearbeitet, wurde mit der Wiedervereinigung arbeitslos und begann eine Karriere in Politik. Erst wurde sie Staatssekretärin für Frauenfragen in Sachsen-Anhalt, dann Beraterin für Unternehmen und schließlich Gründerin einer Telefonseelsorge. Der entscheidende Impuls für das sogenannte Silbernetz kam Schilling durch ein persönliches Erlebnis: Ein älterer Nachbar verschwand plötzlich aus ihrem Alltag, wochenlang brannte Licht in seiner Wohnung, dann tauchten Fliegen auf. Als der Vermieter schließlich die Tür öffnen ließ, stellten sie fest: Der Nachbar war seit Wochen tot. Im Gespräch sagt Schilling: "So einsam darf kein Mensch sein". Und doch sind solche Todesfälle nicht selten, erzählt sie: "In jeder deutschen Großstadt sterben jedes Jahr rund 300 Menschen auf diese Weise." 2015 gründete sie deshalb einen Verein und orientierte sich dabei an einer Idee aus Großbritannien. Ursprünglich wollte sie eine Hotline für einsame, ältere Menschen in Berlin erschaffen.  Heute gibt es zusätzlich zum Verein mit fast 350 Ehrenamtlichen ein Sozialunternehmen mit mehr als 30 Mitarbeitenden. Das Angebot von Silbernetz richtet sich an Menschen ab 60 Jahren, aber "meine älteste Anruferin war 109 Jahre alt", erzählt Elke Schilling.  Über das Jahr ist das Telefon täglich zwischen 8 und 22 Uhr zu erreichen, an Weihnachten aber, erzählt Schilling, sitzen die Ehrenamtlichen der Hotline Tag und Nacht an den Apparaten. "Die Weihnachtszeit ist unglaublich emotional aufgeladen", sagt Schilling. "Eigentlich klingelt das Telefon dann die ganze Zeit. "Eine der Zielgruppe des Silbernetz seien natürlich Menschen über 85, die körperlich oft nicht mehr mobil seien und deren Gesprächskreis dadurch verkleinere: "Je älter man wird und je mobiler man eingeschränkt ist, desto weniger Kontakte hat man ich – und desto weniger neue kann man knüpfen."  Aber auch pflegende Angehörige, erzählt Schilling, seien oft einsam. "Ihr sozialer Kreis schrumpft durch die Pflege auf eine einzige Person", sagt Schilling. Im Podcast erzählt Schilling außerdem, wie das Silbernetz in der Pandemie stark wachsen konnte, warum Geld ihre größte Sorge ist und welchen Tipp sie Menschen gibt, die sich vor dem Anruf bei der Großtante drücken.   [ANZEIGE] Mehr über die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER. [ANZEIGE] Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen. Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.

    45 min

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