Die Antarktis ist der südlichste Kontinent der Erde und fast vollständig von dickem Eis bedeckt. Die Natur hier ist in Teilen noch völlig unberührt. Damit das auch so bleibt, ist die Antarktis international geschützt. Der Kontinent wurde in den 1990er-Jahren zum Naturreservat erklärt, was sowohl militärische Aktivitäten als auch den Abbau von Rohstoffen verbietet. Auch die Fischerei ist stark reguliert. Was bedeutet dieser umfassende Schutz für das Ökosystem in der Antarktis? Darüber spricht Publizistin Carolin Emcke im Podcast mit der Klimaaktivistin Luisa Neubauer, die sich zum Zeitpunkt der Aufnahme auf einem Forschungsschiff in der Antarktis befand. Luisa Neubauer, geboren 1996 in Hamburg, ist eine der einflussreichsten Stimmen in der deutschen Klimabewegung. Zudem ist sie Podcasterin, Geografie-Studentin und außerdem Autorin mehrerer Bücher. Zuletzt ist „Was wäre, wenn wir mutig sind“ erschienen, worin sie Machtkämpfe hinter der Klimakrise analysiert. Im Podcast mit Carolin Emcke schildert Neubauer die strengen Regeln und Genehmigungsverfahren, die sie und die Crew des Forschungsschiffes einhalten müssen, um sich überhaupt in dieser geschützten Welt aufhalten zu dürfen. Ein Vorgehen, das essenziell für den Erhalt des Kontinents ist und gleichzeitig auch daran erinnere, wie wenige Regeln es andernorts im Umgang mit der Natur gibt. „Hier als Menschen einfach nur zu gucken, ohne kaputtzumachen, ohne einzugreifen, ohne umzuändern, was hier eigentlich ökologisch selbständig funktionieren soll – das sind wir in keiner Weise gewohnt.“ Die Klimaaktivistin erzählt im Gespräch auch von der Faszination und Demut, die sie angesichts der gewaltigen Natur spürt, sowie der Erkenntnis, wie wenig wir eigentlich über die Antarktis wissen. „Ich glaube, ich habe noch nie im Leben einen Moment erlebt, bei dem ich so sehr das Gefühl hatte: Ich komme in einer anderen Welt an.“ Carolin Emcke und Luisa Neubauer sprechen auch über das „Globale Klassenzimmer“, eine Aktion von „Mission Antarctica“, an der sich die Klimaaktivistin beteiligt. In digitalen Schulstunden, für die sich deutsche Schulen vorab bewerben konnten, spricht Neubauer zu mehreren Tausend Schülern über das Ökosystem der Antarktis. „Das waren solche Bereicherungen, ein solches Glück, kurz die Welt einzuladen.“ Ziel der Aktion ist es, das Verständnis für die Bedeutung des Kontinents zu fördern. Was Luisa Neubauer darüber hinaus noch im Podcast erzählt und wie man sich verhält, wenn man auf eine Pinguin-Kolonie trifft, hören Sie mit SZ Plus auf sz.de, in der SZ-Nachrichtenapp und auf Spotify. Empfehlung von Luisa Neubauer: Statt eines Buchs, eines Films oder eines Theaterstücks zu empfehlen, rät Luisa Neubauer, die Natur bewusst wahrzunehmen, das Handy wegzulegen und den Vögeln zuzuhören. „Was ich zuletzt gesehen und gehört habe, was mich beglückt und begeistert hat, war ein ganz einsamer Vogel“, sagt die Aktivistin. Und sie rät, dass sich die Geräusche der Natur am besten genießen lassen, wenn man die Augen schließt. Moderation, Redaktion: Carolin Emcke Redaktionelle Betreuung: Ann-Marlen Hoolt Produktion: Imanuel Pedersen Bildrechte Cover: Marin Le Roux / PolaRYSE / Team Malizia/Bearbeitung SZ Sie erreichen die Redaktion dieses Podcasts unter podcast@sz.de – wir freuen uns über Anregungen, Lob oder Kritik.