Nahost. Nah Dran.

Karim El-Gawhary

Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

  1. 9 jul

    #14 Die Türsteher Europas in Nordafrika: Wie die EU die Migrations-Stopp-Drecksarbeit ausgelagert hat: Talk mit Mirco Keilberth

    In dieser Folge von „Nahost. Nah dran.“ spricht El-Gawhary mit dem in Tunesien lebenden Journlaisten Mirko Keilbert, darüber, wie die EU den Migrations-Stopp  in Nordafrika ausgelagert hat. Keilbert schildert, dass europäische Staaten dafür autoritäre Regime finanzieren und damit ein System unterstützen, in dem Küstenwachen, Sicherheitskräfte und Milizen Migrantinnen und Migranten aufhalten oder zurückdrängen. Er beschreibt die teils katastrophalen Zustände in Haft- und Sammellagern, in denen Menschen auf engem Raum, ohne ausreichendes Wasser und unter Gewaltandrohung festgehalten werden. Besonders deutlich wird, wie Migration in vielen Ländern der Region nicht nur politisch instrumentalisiert, sondern auch zu einem Geschäftsmodell geworden ist. Keilbert berichtet außerdem von Rückführungsprogrammen und davon, dass selbst eigentlich humanitäre Organisationen wie IOM und UNHCR unter Druck geraten und an Vertrauen verlieren. Anhand des Schicksals einer jungen Krankenschwester aus Sierra Leone zeigt die Folge, wie Verzweiflung, Perspektivlosigkeit und die Hoffnung auf ein besseres Leben Menschen zu lebensgefährlichen Entscheidungen treiben. Zugleich macht die Folge deutlich, dass es in Nordafrika weiterhin viel lokale Solidarität gibt, obwohl Zivilgesellschaft und Helfende zunehmend kriminalisiert werden. Am Ende steht die Frage, ob Europa mit Abschottung überhaupt eine tragfähige Lösung verfolgt oder nur neue Abhängigkeiten, Gewalt und Erpressung verstärkt. Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    #14 Die Türsteher Europas in Nordafrika: Wie die EU die Migrations-Stopp-Drecksarbeit ausgelagert hat: Talk mit Mirco Keilberth
  2. 2 jul

    #12 Plötzlich stand der Entführer im Flugzeug mit Pistole und Handgranate neben mir: Talk mit Franz Zauner

    In dieser Episode erzählt Franz Zauner von der Entführung des TWA-Flugs 74 im September 1970, einem der größten Flugzeugentführungsfälle jener Zeit, bei dem die palästinensische PFLP gleichzeitig vier Maschinen in ihre Gewalt brachte. Zauner schildert, wie aus seinem ersten Flug von Frankfurt nach New York plötzlich ein Extremerlebnis wurde, als Entführer mit Pistole und Handgranate das Flugzeug übernahmen und es statt nach Westen in Richtung Naher Osten umleiteten. Die Maschine kreiste über Beirut und Amman, bevor sie in einer abgelegenen Flugfeld in der jordanischen Wüste notlanden musste, wo sie von Entführern, Bewaffneten und später weiteren entführten Flugzeugen umringt wurde. Im Flugzeug herrschten stundenlang Unsicherheit, Hitze, Kälte und Angst, während die Entführer Passagiere selektierten, Pässe einsammelten. Um eine Befreiungsaktion zu verhindern, wurde die Maschine mit Sprengstoff vermint. . Zauner schildert, wie er schließlich zusammen mit Frauen und Kindern nach Amman gebracht wurde. Dort lebte er unter Hausarrest und fand sich in einem Bürgerkrieg zwischen den Palästinenser und der jordanischen Armee wieder.   Im zweiten Teil  ordnet Karim El-Gawhary die Ereignisse historisch ein und erklärt den Hintergrund der PFLP  und die politische Dynamik zwischen PLO, Fatah und den linken palästinensischen Gruppen jener Zeit. Außerdem berichtet Zauner, wie ihn die Erfahrung bis heute prägt, wie sie sein Interesse für den Nahen Osten geweckt hat und wie er später sogar Kontakte zu ehemaligen Mitreisenden und Beteiligten pflegte.       Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    #12 Plötzlich stand der Entführer im Flugzeug mit Pistole und Handgranate neben mir: Talk mit Franz Zauner
  3. 1 jul

    #11 ORF-Abschiedsbrief als Podcast

    Am 30. Juni ist nach 22 Jahren die Tätigkeit von Karim El-Gawhary als Korrespondent des ORF für den arabischen Raum zu Ende gegangen. Sein Vertrag wird nicht verlängert. Diese Episode ist eine Art Abschieds-Podcast vom ORF. El-Gawhary erzählt darin nicht nur, in welch gefährliche Situationen er manchmal im Krieg geraten ist. Er reflektiert auch über seine Arbeit. Wichtig war ihm dabei, die Menschen in seinen Berichten nicht zu Objekten zu machen – sondern auf Augenhöhe zu Subjekten, die ihre Geschichte erzählen.  El-Gawhary kritisiert auch die Nahost-Berichterstattung aller deutschsprachigen Medien, die im Vergleich zu anderen Konflikten mit zweierlei Maß misst. Er erzählt auch, wie er mit den wiederholten Shitstorms auf den Sozialen Medien umgegangen ist, wo er für seine Gaza-Berichterstattung kritisiert wurde. Aber er schildert auch, wie viel öffentliche Wertschätzung ihm entgegenschlug als sich die Nachricht von der Beendigung seines Vertrages verbreitete - inklusive über 20.000 Unterschriften, in einer Petition, die zur Verlängerung seines ORF-Vertrages aufgerufen hatte und die ihn sehr bewegt hat.  Am Ende spricht er über sein berufliche Neuerfindung durch diesen Podcast, den er als Gegenstück zu kurzen Fernsehschaltungen und als Konter gegen unsere sinkende Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, mit der entscheidenwir nach fünf Sekunden, ob wir ein Reel auf den Sozialen Medien weiterschauen. Ein Podcast, sagt er, nimmt sich dagegen die Zeit, die er braucht. Er geht tiefer, motiviert zum Innehalten und Nachdenken Produktion: Manuel Correa, Martin Druml Musik: Nour Ashour Grafic Design des Logos: Mona Henry

    #11 ORF-Abschiedsbrief als Podcast

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Der Journalist und langjährige Nahost-Experte Karim El-Gawhary nimmt euch mit, die arabische Welt hautnah zu erfahren. Er erzählt Geschichten aus dem Leben in der Region, analysiert kompakt aktuelle Ereignisse und hilft Konflikte einzuordnen. Dazu kommen inspirierende Gesprächspartner und ausführliche Talks. Dort ist genug Zeit, einmal länger als die üblichen kurzen Nachrichtenminuten in die Welt unserer unmittelbaren europäischen Nachbarn einzutauchen.

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