Honigraum

Markus Habermehl

Honigraum — Bienen, Fragen, Antworten. Der ehrliche Imker-Podcast für Hobbyimker, die mehr wissen wollen als das, was im Imkerverein erzählt wird. Echte Praxis aus Markus Habermehls Imkerei seit 2025.

  1. 9 hr ago

    Cremiger Honig herstellen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie du aus normalem Honig streichzarten Cremehonig machst. Der Schlüssel ist, die Kristallisation gezielt zu steuern, statt sie dem Zufall zu überlassen. So entsteht statt grobem, hartem Honig eine feine, glatte Konsistenz. Was Cremehonig ist Jeder Honig kristallisiert früher oder später. Cremehonig ist nichts Zugesetztes, sondern derselbe Honig mit feiner Kristallstruktur statt grober. Genau diese Struktur lässt sich steuern, und darum geht es in dieser Folge. Impfen mit Impfhonig Der zentrale Schritt ist das Impfen. Markus gibt einen kleinen Anteil sehr fein kristallisierten Impfhonig dazu, der die feine Struktur für die neue Charge vorgibt. Vorhandener Cremehonig lässt sich dafür erneut verwenden. Wichtig ist, dass der Impfhonig wirklich fein kristallisiert ist. Richtig rühren, ohne Luft einzuschlagen Der Honig soll langsam und gründlich bewegt werden, ohne viel Luft einzurühren. Markus empfiehlt Rührspiralen oder spezielle Rührgeräte, bei kleinen Mengen geht auch Handrühren. Robuste Edelstahlwerkzeuge sind geeignet, einfache Akkuschrauber oder Bohrmaschinen dagegen nicht zuverlässig genug. Temperatur und Timing Temperatur ist entscheidend: Honig nie über 40 Grad erhitzen, sonst leidet die Qualität. Das Rühren und Kristallisieren gelingt kühl am besten, oft um 14 Grad. Zu warm bleibt der Honig flüssig, zu kalt wird er schwer rührbar. Abgefüllt wird, wenn die Oberfläche gleichmäßig cremig ist. Qualität vor Menge Zum Schluss betont Markus den Qualitätsanspruch: Cremehonig muss vollständig glatt sein, ohne spürbare Kristalle. Überzeugt das Ergebnis nicht, wird es nicht abgefüllt. Mit einem einfachen Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Prüfen und Verbessern wird jede Charge ein Stück besser.

  2. 3 days ago

    Königin zeichnen: Praxis-Tipps, die kein Lehrbuch erklärt

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, warum er seine Bienenköniginnen zeichnet und wie das in der Praxis wirklich abläuft. Für ihn hat das Markieren vor allem zwei Gründe: Die Königin lässt sich bei der Durchsicht schneller finden, und über die Farbe erkennst du sofort ihr Alter. Warum Königinnen zeichnen Eine gezeichnete Königin spart Zeit und Stress. Statt jede Wabe minutenlang abzusuchen, findest du den markierten Punkt viel schneller, und das ganze Volk wird dabei weniger gestört. Zusätzlich sagt dir die Farbe auf einen Blick, aus welchem Jahr sie stammt. Der internationale 5-Jahres-Farbcode Für die Markierung gilt ein internationaler Farbcode, der sich alle fünf Jahre wiederholt: Weiß, Gelb, Rot, Grün und Blau. Markus nutzt dafür einen Merkspruch, damit die Reihenfolge sitzt. So erkennst du an der Farbe zuverlässig das Alter der Königin, ohne in Aufzeichnungen blättern zu müssen. Die Königin sicher fangen Beim Fangen setzt Markus auf ruhiges, langsames Arbeiten. Er bevorzugt ein Fangröhrchen statt der Klammer, weil das Risiko sinkt, die Königin zu quetschen. Wichtig ist ein sauberer Ablauf: erst sicher fixieren, dann in Ruhe markieren. Werkzeuge und Markierungsarten Markus beschreibt seine bevorzugten Hilfsmittel: Fangröhrchen, Käfig, Zeichenkolben, Stirnlupe und kleine Leimfläschchen. Zum Markieren nennt er drei Wege: den Lackstift, das aufgeklebte Opalitblättchen und nummerierte Marken, teils mit UV-Kennzeichnung. Der Punkt kommt sauber auf den Thorax, nicht auf Kopf oder Hinterleib. Wenn die Markierung fehlt Ein Praxis-Tipp, den kein Lehrbuch so klar sagt: Ist die Königin plötzlich unmarkiert oder nicht zu finden, prüfe zuerst das Brutbild, bevor du von einem Verlust ausgehst. Frische Eier und junge Larven zeigen, dass eine Königin da ist. Eine fehlende Markierung kann auch an einer stillen Umweiselung liegen, das Volk hat sich unbemerkt eine neue Königin herangezogen.

  3. 5 days ago

    Räuberei verhindern: was am Bienenstand wirklich funktioniert

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Räuberei am Bienenstand entsteht, woran du sie am Flugloch erkennst und welche Maßnahmen wirklich helfen. Aus leicht erhöhtem Flugverkehr kann in kurzer Zeit ein ernstes Problem werden, das schwache Völker ausräumt und sich über den ganzen Stand ausbreitet. Wie Räuberei entsteht Räuberei passiert, wenn Bienen aus einem meist starken Volk in ein schwächeres eindringen und dessen Vorräte plündern. Besonders in trachtarmen Zeiten steigt der Druck. Typische Auslöser sind Trachtlücken, schlecht geschützte oder weisellose Völker, und, das betont Markus deutlich, der Imker selbst: offenes Füttern, herumstehender Honig und langes Arbeiten am offenen Volk. Woran du Räuberei erkennst Die Warnzeichen am Flugloch: hektisches Treiben, Kämpfe, tote Bienen, suchende Räuberbienen, aufgebrochene Wachsdeckel und leergeräumte Zellen. Der Unterschied zu normalen Sammlerinnen: Die kommen zielstrebig und beladen von der Tracht zurück, während Räuberbienen suchend und nervös am Stock herumkontrollieren. Die wichtigste Sofortmaßnahme Wird ein Volk beräubert, zählt für Markus vor allem eins: das Flugloch deutlich verengen, damit die Wächterinnen den Eingang wieder verteidigen können. Dazu die Arbeit am Stand sofort einstellen, nichts Süßes offen stehen lassen und das betroffene Volk in Ruhe lassen. So beugst du vor Am besten lässt du Räuberei gar nicht erst entstehen. Markus rät zu engen Fluglöchern in trachtarmen Zeiten, geschlossenem und spätem Füttern, sauberem Arbeiten ohne offene Süße und dem gezielten Schutz schwacher Völker. Vorbeugung ist hier deutlich einfacher als das Löschen eines Brandes, der schon lodert.

  4. 6 days ago

    Imkerbedarf: warum ich nicht mehr alles kaufe, was die Versender empfehlen

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl, wie Marketing im Imkerbedarf funktioniert und warum er heute deutlich kritischer einkauft. Markus kommt aus dem Online-Marketing und weiß, wie über ein Problem erst ein Bedürfnis erzeugt wird, um dir die passende Lösung zu verkaufen. Genau diesen Blick legt er auf Kataloge, Shops und Starter-Sets. Wie Kataloge und Shops Bedürfnisse erzeugen Autorität und sozialer Beweis wirken: „Testsieger", „von Imkern empfohlen" oder ein günstig wirkendes Bundle klingen überzeugend. Für Markus sagt das aber nichts darüber aus, ob ein Artikel für dich persönlich wirklich nötig ist. Viele Starter-Sets enthalten Geräte, die im Alltag kaum benutzt werden. Welche Artikel Anfänger oft nicht brauchen Markus beschreibt typische Fehlkäufe: Spezialwerkzeug, das ein einfaches Grundwerkzeug genauso erledigt, und Zubehör, das nach dem ersten Jahr im Schrank liegt. Sein Maßstab ist nicht der Preis, sondern die Frage, wie oft du etwas wirklich in die Hand nimmst. Seine drei Kaufregeln 1. Kaufe erst, wenn das Problem wirklich da ist, nicht weil ein Katalog es dir einredet. 2. Investiere nur in die wenigen Dinge, die du oft nutzt und lange behältst. 3. Prüfe, ob du das Teil selbst bauen kannst, statt es fertig zu kaufen. Wofür sich Qualität lohnt Bei manchen Anschaffungen rät Markus klar zu Qualität: gute Beuten, ein Refraktometer, ordentliche Schutzkleidung, solides Werkzeug und ein guter Smoker. Genauso wichtig ist für ihn die Investition in Wissen, über Bücher, Schulungen und den Austausch mit erfahrenen Imkern. Lieber selber bauen Zum Schluss zeigt Markus, wie viel sich selbst bauen lässt: Fluglochkeile, Ablegerkästen oder Beutenböcke muss man selten kaufen. Bei Gittern und Zubehör lohnt sich vor allem der Blick auf die Passgenauigkeit.

  5. 13 Jul

    Mittelwand-Wachs: die Wahrheit über Wachsverfälschung

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts spricht Markus Habermehl über Wachsverfälschung bei Bienenwachs: was sie bedeutet, welche Fremdstoffe im Wachs landen, welche Schäden verfälschte Mittelwände im Volk anrichten und wie du dich davor schützt. Es gab Fälle, in denen gekaufte Mittelwände zu Brutverlusten und zum Zusammenbruch ganzer Völker geführt haben. Was Wachsverfälschung bedeutet Von Verfälschung spricht man, wenn dem Bienenwachs Fremdstoffe beigemischt werden, häufig genannt sind Stearin oder Paraffin. Für Markus ist das kein Randthema, denn solches Wachs wird zu Mittelwänden verarbeitet und landet direkt im Brutnest. Die Folgen für das Volk Verfälschtes Wachs kann die Brut schädigen und ein Volk massiv schwächen. Das Tückische: Das Problem zeigt sich oft erst spät, wenn die Brut ausfällt und niemand sofort ans Wachs denkt. Genau deshalb bleibt der Zusammenhang häufig lange unentdeckt. Warum das bloße Auge nicht reicht Mit bloßem Auge lässt sich verfälschtes Wachs meist nicht sicher erkennen. Geruch, Bruchverhalten und Schmelzpunkt geben Hinweise, aber sicher ist nur eine Analyse im Labor. Markus rät, sich nicht auf den ersten Eindruck zu verlassen. So schützt du dich Markus nennt drei Wege zur Absicherung: Erstens seriöse Anbieter, die Nachweise und Analysen vorlegen. Zweitens im Zweifel eine eigene Laboranalyse. Und drittens, als beste Absicherung, ein eigener Wachskreislauf, bei dem du genau weißt, was in deinem Wachs steckt. Dabei sollten Brutraum- und Honigraumwachs getrennt und sauber geführt werden, weil Wachs Rückstände binden kann. Ein Appell für klare Standards Zum Schluss weist Markus darauf hin, dass der Begriff Bienenwachs nicht klar geschützt ist, und fordert eine einheitliche Deklaration für Bienenwachs innerhalb der Imkerschaft. Solange die fehlt, bleibt der eigene, kontrollierte Wachskreislauf der sicherste Weg.

  6. 12 Jul

    Drohnenbrütigkeit erkennen: wenn das Volk seine Königin verliert

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts erklärt Markus Habermehl die Drohnenbrütigkeit im Bienenvolk: woran du sie am Brutbild erkennst, welche Ursachen dahinterstecken und welche Wege dir bleiben, ein drohnenbrütiges Volk zu retten oder aufzulösen. Gerade für Anfänger ist das Bild schwer einzuordnen, und in der Praxis wird es schnell zum Problem. Was Drohnenbrütigkeit bedeutet Ein drohnenbrütiges Volk legt nur noch unbefruchtete Eier, aus denen ausschließlich Drohnen werden. Markus nennt zwei Hauptursachen: eierlegende Arbeiterinnen, die sogenannten Drohnenmütterchen, oder eine Königin, die schlecht begattet wurde oder deren Spermavorrat aufgebraucht ist. Ohne befruchtete Eier fehlt dem Volk der Nachwuchs an Arbeiterinnen. So erkennst du es am Brutbild Die typischen Zeichen: bucklige Zelldeckel, Drohnenbrut mitten auf den Arbeiterwaben, mehrere Eier pro Zelle, Eier an den Zellwänden und ein unruhiges, weiselloses Verhalten des Volkes. Wer diese Hinweise zusammen sieht, hat es sehr wahrscheinlich mit Drohnenbrütigkeit zu tun. Ursache Drohnenmütterchen oder Königin Bei der Behandlung bleibt Markus nüchtern. Ein Volk mit Drohnenmütterchen ist meist schwer zu retten, weil eine zugesetzte Königin oft abgestochen wird. Liegt es dagegen an einer drohnenbrütigen Königin, muss die alte Königin entfernt werden, danach lässt sich das Volk mit einer neuen Königin oder einer Weiselzelle wieder aufbauen. Abfegen oder vereinigen Als praktische Maßnahmen beschreibt Markus das Abfegen und die Vereinigung mit einem gesunden, weiselrichtigen Volk. Die Vereinigung ist oft die klügere Lösung: Sie senkt den Aufwand und das Risiko, eine neue Königin wieder zu verlieren. Statt Heldentum am kranken Volk zählt hier die nüchterne Entscheidung.

  7. 11 Jul

    Honig schleudern: die Werkzeuge, die ich wirklich nutze

    In dieser Folge des Honigraum-Podcasts zeigt Markus Habermehl, welche Ausrüstung du zum Honig schleudern wirklich brauchst und wo Anfänger oft zu viel oder zu teuer einkaufen. Es geht um Schleudertypen, die Frage eigene oder Vereinsschleuder, das Entdeckeln, das Sieben und das Abfüllen, und über allem steht die Hygiene. Tangential- oder Radialschleuder Markus beginnt bei den zwei wichtigsten Schleudertypen. Die Tangentialschleuder ist günstiger, braucht aber mehr Handarbeit, weil die Waben gewendet werden müssen. Die Radialschleuder ist teurer, dafür schneller und bequemer, weil beide Wabenseiten gleichzeitig geschleudert werden. Dazu kommt die Wahl zwischen Hand- und Motorbetrieb. Eigene Schleuder oder Vereinsschleuder Ob sich eine eigene Schleuder lohnt, hängt für Markus an der Menge. Bei wenigen Völkern reicht die Vereinsschleuder, solange sie sauber zurückgegeben wird. Eine eigene Schleuder lohnt sich eher bei größeren Mengen oder wenn Termindruck entsteht. Markus berichtet dabei auch von seinen gebrauchten und älteren Schleuderlösungen. Entdeckeln und Deckelwachs gewinnen Beim Entdeckeln nennt Markus Entdeckelungsgabel, Entdeckelungsmesser und Entdeckelungswanne. Das Deckelwachs sollte gesammelt und möglichst getrennt weiterverarbeitet werden. Es gibt einfache Selbstbau-Lösungen, und auch Schleuderbeutel können hier helfen. Sieben, Klären und Abfüllen Zum Verarbeiten empfiehlt Markus grobe und feine Siebe sowie ein zylindrisches Sieb aus dem Brauereibedarf. Vor dem Abfüllen zählen Wassergehalt und der richtige Zeitpunkt vor der Kristallisation. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später Ärger im Glas. Hygiene über allem Der wichtigste Punkt zum Schluss: Hygiene. Alle Geräte, Gläser und Arbeitsflächen müssen sauber, trocken und lebensmittelecht sein. Guter Honig entsteht nicht nur an der Schleuder, sondern an jeder Fläche, die er auf dem Weg ins Glas berührt.

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