Die Kulturpessimist*innen

Becci, Eric und Christopher

Die Kulturpessimist*innen senden live vom Untergang des Abendlandes. Und das als Audio-Format. Einmal pro Monat kommen wir (die eigentlich an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland leben) in unserem virtuellen Aufnahmestudio zusammen, um über aktuelle Serien und Filme zu sprechen – denn dafür brennen wir. Vom heiß erwarteten Blockbuster bis zum Miniserien-Geheimtipp kommen bei uns ganz unterschiedliche Formate auf den Tisch. Wir stellen gerne Fragen, analysieren, beziehen gesellschaftspolitische Diskussionen mit ein, lassen uns auch von unterschiedlichen Meinungen im Team nicht abschrecken und versuchen, den Hörer*innen am Ende einen recht umfassenden Blick auf ein Medium zu ermöglichen. Dabei ist uns ein emanzipatorischer Ansatz wichtig: Besteht ein Film den Bechdel-Test? Sind seine weiblichen Charaktere sinnvoll gezeichnet und ausreichend motiviert? Schaffen es die Filmschaffenden, den „male gaze“ auch mal hinter sich zu lassen? Wie werden gesellschaftliche Machtverhältnisse in einer Serie abgebildet oder utopisch modifiziert? Und wie sieht es mit Repräsentationen aus – von LGBTQI*-Charakteren, von schwarzen Menschen und PoC, von marginalisierten Gruppen? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns genauso wie mit filmischer Stilistik, Schauspieler*innen, Plotholes in Drehbüchern, Musik oder Animationsqualität. Das kann auch mal etwas länger dauern – und vielleicht ist genau das unser Markenzeichen.

  1. KPF097 Die drei ??? – Toteninsel

    FEB 10

    KPF097 Die drei ??? – Toteninsel

    „Es geht darum, das Rätsel zu lösen. Wir drei, gemeinsam!“ Kollegen, wir haben einen Fall! Das hat sich Freund des Hauses und Kultpess-Chronist Jan (@zwangsdemokrat) gedacht und uns als Gast in dieser Episode die aktuelle Verfilmung der Hörspiel- und Buchserie „Die drei ???“ mitgebracht. Es handelt sich um den 100. Fall von Justus, Peter und Bob und damit die erste 3-bändige Jubiläumsfolge und Lieblingsfolge so manchen Fans: die Toteninsel. Gleichzeitig ist es schon der dritte Film der aktuellen Reihe von Regisseur Tim Dünschede und der zweite Versuch einer Verfilmung der Serie. Und da liegt auch schon der (Karpaten-)Hund begraben: Kann man ein deutsches Kulturgut, dass sich mit den Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich so tief in unsere DNA gegraben hat, überhaupt mit neuen Schauspieler*innen verfilmen – selbst wenn einer davon der im Haus Kultpess sehr geschätzte Julius Weckauf ist? Und wenn ja, welche aus der Zeit gefallenen Eigenheiten der Serie sollte man im Jahr 2026 aktualisieren, um einen guten Film draus zu machen? Das diskutieren wir genauso wie das bewusst künstliche Set-Design und die Tatsache, dass für 103 Filmminuten ganz schön viel an der Geschichte verändert werden musste, um die drei Bücher hineinzupressen. Und wie ihr es von den Kultpess kennt, geht es natürlich auch um Marx – André Marx. Zum Glück ordnet Jan uns den Fall in die komplette Drei-???-Historie mit all ihren Irrungen und Wirrungen ein – Vorwissen ist also nicht erforderlich; ihr könnt euch einfach in diese Episode fallen lassen. Wie immer freuen wir uns aber auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    2h 48m
  2. KPF095 Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

    12/22/2025

    KPF095 Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

    „It's storytelling. The rites and the rituals. Costumes, all of it. It's storytelling. I guess the question is, do these stories convince us of a lie? Or do they resonate with something deep inside us that's profoundly true, that we can't express any other way except storytelling?.“ „Wake Up Dead Man – A Knives Out Mystery“ schickt Meisterdetektiv Benoit Blanc in seinen bislang düstersten Fall – und lässt ihn ausgerechnet dort ermitteln, wo Wahrheit traditionell verkündet werden soll: im Schatten der Kirche. Der dritte Teil von Rian Johnsons Whodunit-Reihe und nutzt das Genre einmal mehr als sezierendes Werkzeug für gesellschaftliche Machtstrukturen. In dieser Episode sprechen wir über Rian Johnsons bewusste Entscheidung für einen religiösen Resonanzraum – geprägt von seinem eigenen Hintergrund – und darüber, wie der Film unterschiedliche Formen von Glauben nebeneinanderstellt: Nächstenliebe und Autorität, Gemeinschaftund Instrumentalisierung, Zweifel und populistische Gewissheit. Figuren wie der machtbewusste Monsignore Wicks, der empathische Father Jud oder die zwischen Loyalität und Wahrheit zerrissene Martha stehen für konkurrierende Moralmodelle in einem System, das von Geld, Einfluss und einfachen Antworten korrumpiert wird. Wir diskutieren, ob der Film eine allgemeine Aussage über Religion trifft – oder vielmehr darüber, wie Glaube politisch aufgeladen, vereinnahmt und radikalisiert werden kann, wie zum Beispiel in der MAGA-Bewegung in den USA. Am Ende bleibt die große Frage: Geht es hier wirklich darum, wer es war – oder darum, welche Systeme Taten ermöglichen, verschleiern und rechtfertigen? Was meint ihr: Ist Wake Up Dead Man der politischste Teil der Reihe? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    1h 53m
  3. KPF094 Bugonia

    11/20/2025

    KPF094 Bugonia

    „You know this is crazy. You know this is wrong.“ Wie neu kann etwas werden, das aus purem Verfall entsteht? In Bugonia, Yorgos Lanthimos’ neuestem Genre-Mutanten aus Sci-Fi, Horror, Thriller und Komödie, treffen zwei Entführer auf eine Milliardärin – oder auf das, was in einer „verrotteten“ Welt zwangsläufig durch Kapitalismus entsteht. Kann etwas, dass sich so nach logischer Schlussfolgerung des Systems, in dem wir leben, anfühlt, vielleicht auch „außerirdisch“ sein? Diese Frage hat Protagonist Teddy für sich klar mit ja beantwortet. Ob wir das auch so sehen, darum geht es in dieser Episode. Wir sprechen wir über die moralischen Trümmerfelder des Films: über Teddy, dessen tragische Backstory nichts entschuldigt (oder doch?); über Michelle Fuller, die Verantwortung predigt, aber vor allem PR produziert; und darüber, was es mit uns als Zuschauer*innen macht, wenn im Raum steht, dass ausgerechnet der Verschwörungstheoretiker recht haben könnte. Dabei diskutieren wir Lanthimos’ extrem künstliches Stiluniversum, den mythologischen Titel „Bugonia“ und die Idee einer „Wiedergeburt aus Verwesung“, die historisch ein Irrglaube ist – und vielleicht auch im Film einer bleiben muss. Uns interessiert natürlich: Was macht die Auflösung mit euch? Wie interpretiert ihr das Ende des Films – wortwörtlich, metaphorisch oder irgendwas dazwischen? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    2h 31m
  4. KPS093 Peacemaker S2

    10/24/2025

    KPS093 Peacemaker S2

    „We exist on completely diffent moral spectrums.“ James Gunn hat’s schon wieder getan. Der Antiheld Peacemaker, der sich in „The Suicide Squad“ überraschend in die Herzen der Zuschauenden gespielt hat, kehrt in seiner zweiten Staffel zurück und bringt nicht nur Chris Smiths moralische Zerrissenheit, sondern gleich das ganze Universum durcheinander: neue Timeline, neue Parallelwelten, neue Regeln. Zwischen Retcon und Reboot erzählt die Serie weiter von einem Mann, der Frieden will – koste es, was es wolle – und dabei immer tiefer in seine eigenen Widersprüche stürzt. In unserer Episode sprechen wir über James Gunns Versuch, Peacemaker als Brücke zwischen dem alten DCEU und seinem neuen DCU zu inszenieren, über den psychologischen Shift der zweiten Staffel – weniger Plot, mehr Selbstzerstörung – und darüber, warum ausgerechnet Vigilante der einzige ist, der sich in keinem Universum verändert. Außerdem: faschistische Parallelwelten mit Holzhammer-Subtilität, Checkmate als neue Organisationsfantasie, und ein Lex Luthor, der schon mal die Weichen für Man of Tomorrow stellt. Natürlich geht’s auch um stilistische Fragen wie die R-rated Inszenierung von Brutalität und Full Nudity, Musikeinsatz, John Cenas erstaunlich gereiftes Spiel und die Frage, warum sich das Finale plötzlich so anders anfühlt – und ob wir das gut finden. Was meint ihr – ist Peacemaker Staffel 2 noch Selbstironie oder schon Selbstparodie? Wir freuen uns wie immer auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    1h 53m

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Die Kulturpessimist*innen senden live vom Untergang des Abendlandes. Und das als Audio-Format. Einmal pro Monat kommen wir (die eigentlich an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland leben) in unserem virtuellen Aufnahmestudio zusammen, um über aktuelle Serien und Filme zu sprechen – denn dafür brennen wir. Vom heiß erwarteten Blockbuster bis zum Miniserien-Geheimtipp kommen bei uns ganz unterschiedliche Formate auf den Tisch. Wir stellen gerne Fragen, analysieren, beziehen gesellschaftspolitische Diskussionen mit ein, lassen uns auch von unterschiedlichen Meinungen im Team nicht abschrecken und versuchen, den Hörer*innen am Ende einen recht umfassenden Blick auf ein Medium zu ermöglichen. Dabei ist uns ein emanzipatorischer Ansatz wichtig: Besteht ein Film den Bechdel-Test? Sind seine weiblichen Charaktere sinnvoll gezeichnet und ausreichend motiviert? Schaffen es die Filmschaffenden, den „male gaze“ auch mal hinter sich zu lassen? Wie werden gesellschaftliche Machtverhältnisse in einer Serie abgebildet oder utopisch modifiziert? Und wie sieht es mit Repräsentationen aus – von LGBTQI*-Charakteren, von schwarzen Menschen und PoC, von marginalisierten Gruppen? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns genauso wie mit filmischer Stilistik, Schauspieler*innen, Plotholes in Drehbüchern, Musik oder Animationsqualität. Das kann auch mal etwas länger dauern – und vielleicht ist genau das unser Markenzeichen.