Die Kulturpessimist*innen

Becci, Eric und Christopher

Die Kulturpessimist*innen senden live vom Untergang des Abendlandes. Und das als Audio-Format. Einmal pro Monat kommen wir (die eigentlich an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland leben) in unserem virtuellen Aufnahmestudio zusammen, um über aktuelle Serien und Filme zu sprechen – denn dafür brennen wir. Vom heiß erwarteten Blockbuster bis zum Miniserien-Geheimtipp kommen bei uns ganz unterschiedliche Formate auf den Tisch. Wir stellen gerne Fragen, analysieren, beziehen gesellschaftspolitische Diskussionen mit ein, lassen uns auch von unterschiedlichen Meinungen im Team nicht abschrecken und versuchen, den Hörer*innen am Ende einen recht umfassenden Blick auf ein Medium zu ermöglichen. Dabei ist uns ein emanzipatorischer Ansatz wichtig: Besteht ein Film den Bechdel-Test? Sind seine weiblichen Charaktere sinnvoll gezeichnet und ausreichend motiviert? Schaffen es die Filmschaffenden, den „male gaze“ auch mal hinter sich zu lassen? Wie werden gesellschaftliche Machtverhältnisse in einer Serie abgebildet oder utopisch modifiziert? Und wie sieht es mit Repräsentationen aus – von LGBTQI*-Charakteren, von schwarzen Menschen und PoC, von marginalisierten Gruppen? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns genauso wie mit filmischer Stilistik, Schauspieler*innen, Plotholes in Drehbüchern, Musik oder Animationsqualität. Das kann auch mal etwas länger dauern – und vielleicht ist genau das unser Markenzeichen.

  1. 6d ago

    KPF102 Coyote vs. ACME

    „Beep beep!“ Manche Filme haben eine Entstehungsgeschichte, die selbst klingt wie ein Looney-Tunes-Gag. „Coyote vs. ACME“ ist so einer: 2023 fertig abgedreht, von Warner Bros. dann aber nicht veröffentlicht, sondern als Steuerabschreibung im Giftschrank versenkt. Erst ein beispielloser Fan-Aufschrei (#ReleaseCoyoteVsAcme) und der kleine Verleih Ketchup Entertainment holten den Film zurück ans Licht, bis er jetzt 2026 endlich im Kino lief. Die schönste Pointe liegt also außerhalb der Leinwand: Ein Film darüber, wie ein kleiner Verlierer einen seelenlosen Konzern vor Gericht zerrt, wäre beinahe selbst von einem seelenlosen Konzern beerdigt worden. Basierend auf Ian Fraziers New-Yorker-Satire von 1990 und produziert von James Gunn, der die Kultpess in letzter Zeit ohnehin auf Trab hält, schickt der Film Wile E. Coyote gegen die ACME Corporation vor Gericht – wegen all der mangelhaften Produkte, die ihn den Road Runner nie fangen ließen. In dieser Episode sprechen wir über Chuck Jones’ legendäre Regeln, nach denen Coyote und Road Runner überhaupt funktionieren – und über den irrwitzigen Mut, einen Protagonisten ins Zentrum zu stellen, der kein einziges Wort spricht, sondern allein über Mimik und Gestik kommuniziert. Wir reden über die fast verschwundene Tradition des Live-Action-Animations-Hybrids, über die perfekte Gag-Dichte in einer Komödie und über die unverkennbare James-Gunn-ness des Ganzen. Wir freuen uns wie immer auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    KPF102 Coyote vs. ACME
  2. Sep 20

    KPS101 My Adventures with Superman

    „Love, friendship, kindness, that does not make me weak. It defines, who I am.“ Nach Jahren, in denen der Superheld*innen-Mythos vor allem dekonstruiert wurde – vom zynischen Zerrbild Homelander bis zum grüblerischen Snyderverse-Übermenschen – wagt „My Adventures with Superman“ die Rekonstruktion. Kein müder Gott, der an der Menschheit verzweifelt, sondern ein junger Clark Kent, der zwischen Praktikum beim Daily Planet, erster Liebe und der Frage nach seiner Herkunft schlicht ein guter Mensch sein will. Erzählt im Anime-Look zwischen Avatar und She-Ra erleben wir im Kern eine Highschool-Geschichte, deren Klassenraum eine Zeitungsredaktion ist. In dieser Episode sprechen wir darüber, wie „MAwS“ (und im selben Atemzug Gunns „Superman“, der in KPS091 schon eine eigene Episode bei uns bekommen hat) die Menschlichkeit wieder nach vorne stellt – und trotzdem den Mut hat, die supremistischen Tendenzen der kryptonischen Herkunft zu zeigen, ohne den Helden davon bestimmen zu lassen. Wir reden über die found family rund um diesen Clark, über eine ungewohnt karrierebewusste Lois mit eigener Agenda, über herrlich schräge Nebenfiguren wie Mallah, Brain und Mxy und über ein riesiges Villain-Aufgebot mit einem – wir finden: klar besser als sonst motivierten – Lex Luthor. Wer von all denen ist denn nun das „My“ im Titel der Serie? Wir freuen uns wie immer auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    KPS101 My Adventures with Superman
  3. Feb 10

    KPF097 Die drei ??? – Toteninsel

    „Es geht darum, das Rätsel zu lösen. Wir drei, gemeinsam!“ Kollegen, wir haben einen Fall! Das hat sich Freund des Hauses und Kultpess-Chronist Jan (@zwangsdemokrat) gedacht und uns als Gast in dieser Episode die aktuelle Verfilmung der Hörspiel- und Buchserie „Die drei ???“ mitgebracht. Es handelt sich um den 100. Fall von Justus, Peter und Bob und damit die erste 3-bändige Jubiläumsfolge und Lieblingsfolge so manchen Fans: die Toteninsel. Gleichzeitig ist es schon der dritte Film der aktuellen Reihe von Regisseur Tim Dünschede und der zweite Versuch einer Verfilmung der Serie. Und da liegt auch schon der (Karpaten-)Hund begraben: Kann man ein deutsches Kulturgut, dass sich mit den Stimmen von Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich so tief in unsere DNA gegraben hat, überhaupt mit neuen Schauspieler*innen verfilmen – selbst wenn einer davon der im Haus Kultpess sehr geschätzte Julius Weckauf ist? Und wenn ja, welche aus der Zeit gefallenen Eigenheiten der Serie sollte man im Jahr 2026 aktualisieren, um einen guten Film draus zu machen? Das diskutieren wir genauso wie das bewusst künstliche Set-Design und die Tatsache, dass für 103 Filmminuten ganz schön viel an der Geschichte verändert werden musste, um die drei Bücher hineinzupressen. Und wie ihr es von den Kultpess kennt, geht es natürlich auch um Marx – André Marx. Zum Glück ordnet Jan uns den Fall in die komplette Drei-???-Historie mit all ihren Irrungen und Wirrungen ein – Vorwissen ist also nicht erforderlich; ihr könnt euch einfach in diese Episode fallen lassen. Wie immer freuen wir uns aber auch auf eure Gedanken – in der Lounge, auf Mastodon, Bluesky, Instagram oder hier im Blog.

    KPF097 Die drei ??? – Toteninsel

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Die Kulturpessimist*innen senden live vom Untergang des Abendlandes. Und das als Audio-Format. Einmal pro Monat kommen wir (die eigentlich an ganz unterschiedlichen Orten in Deutschland leben) in unserem virtuellen Aufnahmestudio zusammen, um über aktuelle Serien und Filme zu sprechen – denn dafür brennen wir. Vom heiß erwarteten Blockbuster bis zum Miniserien-Geheimtipp kommen bei uns ganz unterschiedliche Formate auf den Tisch. Wir stellen gerne Fragen, analysieren, beziehen gesellschaftspolitische Diskussionen mit ein, lassen uns auch von unterschiedlichen Meinungen im Team nicht abschrecken und versuchen, den Hörer*innen am Ende einen recht umfassenden Blick auf ein Medium zu ermöglichen. Dabei ist uns ein emanzipatorischer Ansatz wichtig: Besteht ein Film den Bechdel-Test? Sind seine weiblichen Charaktere sinnvoll gezeichnet und ausreichend motiviert? Schaffen es die Filmschaffenden, den „male gaze“ auch mal hinter sich zu lassen? Wie werden gesellschaftliche Machtverhältnisse in einer Serie abgebildet oder utopisch modifiziert? Und wie sieht es mit Repräsentationen aus – von LGBTQI*-Charakteren, von schwarzen Menschen und PoC, von marginalisierten Gruppen? Mit solchen Fragen beschäftigen wir uns genauso wie mit filmischer Stilistik, Schauspieler*innen, Plotholes in Drehbüchern, Musik oder Animationsqualität. Das kann auch mal etwas länger dauern – und vielleicht ist genau das unser Markenzeichen.