Der Junge Politische Podcast

Roman & Simon

Der Junge Politische Podcast ist ein Podcast rund um das politische Geschehen in Deutschland und der Welt. Wir, Roman und Simon, schauen mit einem jungen Blick auf Politik und diskutieren kontroverse Themen.

  1. 5d ago

    Gen-Z gewinnt in Serbien, Lula feiert Comeback in Brasilien, US-Zwischenwahlen (E321)

    In der vergangenen Woche gelang den jungen Menschen in gleich zwei Ländern ein historischer Sieg. Zunächst sprechen wir über Serbien, wo die Liste der Studenten den seit Jahren autoritär regierenden Präsidenten Vučić geschlagen hat und sich nun mit einer satten Mehrheit im Parlament auf einmal mit den großen Fragen konfrontiert sieht. Einig ist man sich in der Analyse, dass das „System Vučić“ zugunsten des Rechtsstaats zurückgebaut werden muss. Doch in vielen anderen entscheidenden Themen, ob innen- oder außenpolitisch, ist noch längst nicht klar, wohin Serbien nun steuert. Ganz anders ist die Lage in Brasilien. Auch hier sorgte vor allem das Engagement der Jugend für den entscheidenden Wahlerfolg, und auch hier war der Erhalt der demokratischen Institutionen ein zentrales Motiv. Doch die jungen Menschen Brasiliens stützten ihren Amtsinhaber Lula gegen den rechtsautoritären Flávio Bolsonaro. Lula ist der bekannteste und erfolgreichste Politiker des modernen Brasiliens und hat seiner Bevölkerung insbesondere in den letzten drei Wahlkampfwochen vor dem zweiten Wahlgang noch einmal demonstriert, was eine Präsidentschaft Lula für sie materiell bedeutet. Die Wähler wussten also, wohin Brasilien mit Lula steuert. Doch ebenfalls anders als in Serbien hat Lulas PT keine Mehrheit im Kongress, sondern sieht sich mit einer gestärkten Rechten konfrontiert. Dass ihm trotzdem der fulminante Sieg im zweiten Wahlgang gelang, überraschte sowohl die Umfrageinstitute als auch die Bieter auf den Wettmärkten. Wir zeichnen dieses historische Comeback deshalb noch einmal nach. Zuletzt blicken wir noch einmal ausführlich auf die am Dienstag anstehenden „Midterm Elections“ in den USA. Aufgrund einer historisch schlechten Performance von Präsident Trump haben die Demokraten mächtig Aufwind und erhoffen sich, Mehrheiten sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus zu gewinnen. Wir schauen noch einmal auf die entscheidenden Staaten und diskutieren, was die Zwischenwahlen für die Zukunft des Landes bedeuten. Hier kannst du die Episode kommentieren.

  2. Sep 12

    Sachsen-Anhalt-Beben und Mietendeckel (E318)

    Zu Beginn der heutigen Episode blicken wir auf das historische Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zurück. Die AfD gewinnt unter Ulrich Siegmund mit 43,8 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt und verfehlt die absolute Mehrheit nur knapp – die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze stürzt dagegen auf ein historisches Tief von 17,2 Prozent ab. Wir gehen die möglichen Szenarien durch: Reicht es für eine Koalition aus AfD und BSW? Oder bleibt am Ende nur eine Minderheitsregierung? Und was bedeutet das Ergebnis für die beiden Landtagswahlen in zwei Wochen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin? Im Anschluss richten wir den Blick auf die Union selbst: Wie groß ist Bundeskanzler Friedrich Merz' Anteil an diesem Debakel und könnte ein Kanzlertausch zu Hendrik Wüst die Partei tatsächlich retten? Zum Abschluss dieses Themenblocks diskutieren wir eine Grundsatzfrage: War die Brandmauer gegen die AfD am Ende ein Fehler? Den zweiten großen Themenblock der heutigen Folge widmen wir der Wohnungsfrage. Anlass ist der aktuelle Antrag der Linksfraktion für einen bundesweiten Mietendeckel, begleitet von einem Rechtsgutachten, das ihn für verfassungsrechtlich zulässig hält. Wir schauen uns zunächst an, wie groß das Problem inzwischen tatsächlich ist, und gehen den Ursachen auf den Grund: von explodierenden Baukosten und Zinsen über die Abschaffung der Wohngemeinnützigkeit 1990 bis zur Frage, warum ausgerechnet staatliche Förderung selbst die Mieten weiter nach oben treiben kann. Lohnt sich dabei ein Blick nach Wien, dessen Ruf als Vorbild in der Debatte immer wieder bemüht wird? Und wäre ein Mietendeckel überhaupt die richtige Antwort oder drohen dieselben Nebenwirkungen wie beim gescheiterten Berliner Modell? Am Ende sagen wir auch, welche Lösung uns selbst am meisten überzeugt. Hier kannst du die Episode kommentieren.

    Sachsen-Anhalt-Beben und Mietendeckel (E318)
  3. Jun 27

    Iran-(Deal), Linke-Parteitag und Starmer/Burnham (E313)

    Zum Einstieg sprechen wir über die fragile Annäherung zwischen den USA und dem Iran – und warum aus unserer Sicht wenig dafürspricht, dass Trump hier tatsächlich gewonnen hat. Nach monatelangem Krieg haben beide Seiten eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Kampfhandlungen beenden und binnen 60 Tagen zu einem endgültigen Abkommen führen soll. US-Vizepräsident JD Vance verkündet bereits einen "bedeutenden Meilenstein" bei den Atominspektionen – nur um Stunden später vom Iran öffentlich widersprochen zu werden. Wir schauen uns die zentralen Punkte des Deals an: die Straße von Hormus, die nur für 60 Tage gebührenfrei bleibt, den 300-Milliarden-Dollar-Wiederaufbauplan, für den die USA selbst nichts zahlen wollen, und das ungeklärte ballistische Raketenprogramm. Selbst der iranische Chefunterhändler hat das Abkommen öffentlich als amerikanisches Niederlagengeständnis bezeichnet – aus Trumps eigener "maximaler Druck"-Rhetorik wurde, wie es ein Kommentar treffend nennt, eine "maximale Blamage". Was bleibt von Trumps Drohpolitik gegen den Iran wirklich übrig? Anschließend geht es um den Parteitag der Linken in Potsdam. Mit Luigi Pantisano wurde ein neuer Vorsitzender gewählt – allerdings nur mit hauchdünner Mehrheit und nach einem Bild-Interview, das parteiintern für erheblichen Unmut sorgte. Wir ordnen ein, was das knappe Ergebnis über die Stimmung in der Partei verrät, und blicken auf die lange erwartete Nahost-Debatte: Die Partei entscheidet sich erstmals, das Vorgehen Israels in Gaza offiziell als Völkermord zu bezeichnen, bekräftigt aber gleichzeitig das Existenzrecht Israels und verurteilt auch die Verbrechen der Hamas. Wie wird dieser schwierige Balanceakt innerhalb der wachsenden, deutlich propalästinensisch geprägten jungen Parteibasis aufgenommen? Den größten Teil der Folge widmen wir dem politischen Erdbeben in Großbritannien: Nach nicht einmal zwei Jahren im Amt tritt Premierminister Keir Starmer zurück. Wir erzählen, wie es so weit kommen konnte – von der "loveless landslide" 2024 über die Mandelson-Affäre bis zum entscheidenden Wahlsieg seines Herausforderers Andy Burnham in einer Nachwahl. Wir blicken zurück auf die Wurzeln der heutigen Labour-Krise im Machtkampf zwischen Jeremy Corbyn und dem Parteiestablishment, ordnen ein, woran Starmer wirklich gescheitert ist, und fragen, wer der "King of the North" eigentlich ist, der nun aller Voraussicht nach neuer britischer Premierminister wird. Steht Burnham für einen echten Kurswechsel – oder erbt er einfach dieselben unlösbaren Widersprüche wie sein Vorgänger? Hier kannst du die Episode kommentieren.

    Iran-(Deal), Linke-Parteitag und Starmer/Burnham (E313)

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