Die Produktwerker

Tim Klein, Dominique Winter, Oliver Winter

Im Podcast der Produktwerker besprechen wir Themen rund um die Rolle des Product Owners. Dazu tauschen wir uns nicht nur untereinander aus, sondern sprechen auch mit interessanten Gesprächspartnern aus allen möglichen Themenbereichen von Product Ownern. Die Produktwerker sind Tim Klein (@produktwerkCGN), Oliver Winter (@oliwin) und Dominique Winter (@designik). Als Experten für Produktentwicklungen haben wir uns in der agilen Community Kölns kennen und schätzen gelernt. Wir drei wollen die Kompetenz von Product Ownern und Produktorganisationen fördern, bessere Produkte und Services zu entwickeln. Wir freuen uns über Euer Feedback auf produktwerker.de, per Mail an podcast@produktwerker.de oder via Twitter an @produktwerker.

  1. 5H AGO

    Lässt Vibe Coding Product Owner und Developer Rollen verschmelzen?

    Vibe Coding verändert gerade, wie Produkte entstehen. Produktmenschen bauen selbst. Ideen werden direkt im Code sichtbar. Dokumente, Übergaben und lange Abstimmungen verlieren an Bedeutung. In dieser Folge sprechen Oliver und Tim darüber, was diese Entwicklung für Product Owner, Developer und die Zusammenarbeit im Team bedeutet. Sie zeigen, warum Vibe Coding sich so befreiend anfühlt. In kürzester Zeit entsteht funktionierende Software. Lernen passiert unmittelbar. Hypothesen lassen sich ausprobieren, anpassen oder direkt verwerfen. Gleichzeitig werfen sie einen kritischen Blick auf die Risiken. Wenn Entscheidungen direkt im Code getroffen werden, rückt Product Delivery stark in den Vordergrund. Nutzerfeedback und strukturierte Product Discovery geraten leicht ins Hintertreffen. Bauchgefühl ersetzt dann schnell echte Erkenntnisse. Auch die Frage nach Verantwortung spielt eine zentrale Rolle. Wenn Produkt und Umsetzung in einer Hand liegen, verschwimmen klassische Rollengrenzen. Das kann effizient sein, birgt aber Risiken für Qualität, Wartbarkeit und langfristige Kosten – vor allem ohne Sparring. Trotzdem sehen Oliver und Tim große Chancen. Product Owner entwickeln mehr technisches Verständnis. Developer profitieren von klareren, greifbaren Ideen. Diese Nähe kann Zusammenarbeit stärken – wenn sie bewusst gestaltet wird. Am Ende bleibt eine entscheidende Frage: Nutzen wir Vibe Coding, um schneller Lösungen zu bauen – oder um schneller herauszufinden, welche Probleme wirklich relevant sind?

    51 min
  2. JAN 19

    RoI und realistische Kosten von AI Initiativen

    Simonetta Batteiger ist erneut zu Gast und sie spricht mit Tim über ein Thema, das in vielen Unternehmen gerade an Bedeutung gewinnt: die Kosten von AI Initiativen. Es geht um die Frage, wie sich Investitionen in künstliche Intelligenz realistisch bewerten lassen. Der Austausch bewegt sich bewusst weg vom Hype und hin zu einer nüchternen betriebswirtschaftlichen Betrachtung, die Produktmenschen dabei hilft, Verantwortung zu übernehmen. AI Initiativen entstehen aktuell oft aus Neugier, Innovationsdruck oder dem Wunsch, technologisch nicht abgehängt zu werden. Gleichzeitig bleibt häufig unklar, was diese Vorhaben tatsächlich kosten und welchen Beitrag sie zum Geschäftserfolg leisten sollen. Die Kosten von AI Initiativen beschränken sich dabei selten auf Tool Lizenzen oder Token Nutzung. Schon früh im Gespräch wird deutlich, dass der größte Teil der Ausgaben in Menschen fließt. Machine Learning Engineers, Data Scientists, Produktteams, Governance Rollen und rechtliche Prüfung verursachen laufende Kosten, die dauerhaft eingeplant werden müssen. Ein zentrales Spannungsfeld liegt in der Erwartungshaltung vieler Organisationen. AI soll Prozesse beschleunigen, Kosten senken oder neue Umsätze ermöglichen. Diese Erwartungen brauchen jedoch eine belastbare Grundlage. Ohne klare Hypothesen bleibt unklar, ob eine Initiative Wert schafft oder lediglich Ressourcen bindet. Die Kosten von AI Initiativen lassen sich nur dann sinnvoll bewerten, wenn sie mit einer konkreten Annahme über Nutzen verknüpft werden. Genau hier kommt das AI Business Case Template von Simonetta ins Spiel, das nicht als finanzmathematisches Artefakt verstanden werden soll, sondern als Denkwerkzeug und Anstoß von Diskussionen. Das AI Business Case Template (inkl. Anleitung) findet ihr in folgendem Blog-Post von Simonetta verlinkt: The RoI of AI initiatives and the realistic cost of AI readiness auf ihrem Blog inclusiveleaders.blog Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Return on Investment entstehen kann. Investitionen in Infrastruktur, Datenqualität und Betrieb müssen sich über Zeit rechnen. Dabei ist Geschwindigkeit entscheidend. Je früher sichtbar wird, welchen Effekt eine AI Initiative hat, desto besser lässt sich nachsteuern. Gleichzeitig bleibt Unsicherheit ein fester Bestandteil. Auch bei AI gelten die bekannten Muster aus der Produktentwicklung. Viele Ideen funktionieren nicht wie erhofft. Das ist kein Scheitern, sondern Teil des Lernprozesses. Entscheidend ist, diese Unsicherheit bewusst einzuplanen und transparent zu machen. Die Kosten von AI Initiativen steigen vor allem dann stark an, wenn aus Experimenten irgendwann produktive Systeme werden. Modelle müssen überwacht werden, Daten verändern sich, regulatorische Anforderungen greifen. Ohne saubere Governance und kontinuierliche Kontrolle entstehen neue Risiken. Diese Aspekte gehören von Anfang an in die Betrachtung, damit AI nicht zur Black Box wird, die sich finanziell und organisatorisch verselbständigt. Deutlich wird im Gespräch mit Simonetta Batteiger aber auch, dass sich an den Grundprinzipien der Produktarbeit wenig ändert. Discovery bleibt zentral, um echte Probleme zu verstehen. Value entsteht nur dort, wo Nutzer oder Kunden bereit sind, für Lösungen zu bezahlen oder wo Kosten messbar reduziert werden. AI erweitert den Werkzeugkasten, hebt aber betriebswirtschaftliche Logik nicht auf. Wer die Kosten von AI Initiativen realistisch einschätzt, schafft eine solide Basis für Entscheidungen und wird gegenüber Stakeholdern anschlussfähig. Wer die Kosten von AI Initiativen versteht und einordnen kann, verlässt die Rolle des Experimentierenden und übernimmt Gestaltungsspielraum. Genau darin liegt die Chance, AI sinnvoll und wirksam im Unternehmen zu verankern. Wer überhaupt mal einen Zugang zu Business- und Finanzzahlen bekommen möchte und sich strukturiert Wissen hierzu draufschaffen möchte, dem können wir ihren Kurs sehr empfehlen: Business and Finance Concepts for Product and Tech Leaders.

    53 min
  3. JAN 5

    Forecasting mit der Monte-Carlo-Simulation

    Monte-Carlo-Simulation hilft in der Produktentwicklung dabei, Prognosen realistischer zu machen. Nicht als harte Zusage, sondern als Blick auf Wahrscheinlichkeiten und damit auf das Risiko, das in komplexer Arbeit fast immer mitschwingt. Zeit also, sich tiefer damit auseinander zu setzen, weshalb Dominique in dieser Folge mit Felix Rink, Flight Level und Kanban Coach aus Köln, spricht. Gemeinsam starten sie bei einer Frage, wann ist etwas fertig (dazu hatten wir auch schon eine andere Folge mit Felix) und wie belastbar ist so eine Aussage eigentlich, wenn Teams in unsicheren Umfeldern arbeiten. Von dort geht es zur Idee hinter der Monte-Carlo-Simulation. Sie ist überraschend simpel. Vergangene Ergebnisse geben Hinweise darauf, wie sich Arbeit vermutlich auch künftig verteilt. Statt eine einzelne Zahl zu versprechen, entsteht eine Bandbreite. Fertigstellungen aus der Vergangenheit werden in vielen Durchläufen immer wieder neu kombiniert, bis ein Muster sichtbar wird. Manche Ergebnisse tauchen oft auf, andere sind selten. Genau diese Verteilung ist in der Produktentwicklung hilfreich, weil Schwankungen zum Tagesgeschäft gehören. Schnell wird klar, dass es weniger um exakte Termine geht als um ein besseres Gefühl für Risiko. Die Simulation zeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein bestimmter Umfang in einem Zeitraum wirklich geschafft werden kann. Das verändert, wie über Planung gesprochen wird. Zusagen werden zu bewussten Entscheidungen über Risiko und nicht zu Versprechen, die später unter Druck verteidigt werden müssen. Für Product Owner ist das besonders wertvoll, weil Gespräche mit Stakeholdern dadurch sachlicher werden und Erwartungen besser eingeordnet werden können. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Daten. Entscheidend ist nicht, möglichst weit zurückzugehen, sondern eine Vergangenheit zu wählen, die der erwarteten Zukunft ähnelt. Kurze Zeiträume mit ausreichend vielen Datenpunkten liefern oft bessere Prognosen als lange Historien, in denen Sondereffekte alles verzerren. Auch eine feinere Betrachtung auf Tagesbasis kommt zur Sprache, weil sich Forecasts damit schneller aktualisieren lassen und Veränderungen im System früher auffallen. Spannend wird es dort, wo die Monte-Carlo-Simulation nicht als einmaliger Schritt verstanden wird, sondern als laufendes Werkzeug. Neue Erkenntnisse, zusätzliche Arbeit oder geänderte Rahmenbedingungen fließen direkt in den nächsten Forecast ein. So entsteht ein kontinuierlicher Abgleich zwischen Realität und Erwartung. Das unterstützt aktives Risikomanagement und hilft Teams, Prioritäten immer wieder neu auszurichten, ohne jedes Mal bei null anfangen zu müssen. Am Ende geht der Blick über die klassische Fertigstellungsfrage hinaus. Überall dort, wo vergangenes Verhalten brauchbare Hinweise auf die Zukunft gibt, kann Monte Carlo helfen, Unsicherheit greifbar zu machen. In der Produktentwicklung ist das oft genau die Art von Pragmatismus, die fehlt. Nicht kompliziert, aber deutlich verlässlicher als Bauchgefühl.

    38 min
  4. 12/29/2025

    Die Macht der Pause

    In dieser Folge ist Dominique allein am Mikrofon und denkt laut über ein Thema nach, das im Produktalltag oft übersehen wird. Es geht um die Pause und um ihre Wirkung auf Entscheidungen, Zusammenarbeit und Produktentwicklung. Ausgangspunkt ist ein sehr persönlicher Zustand von Erschöpfung und Müdigkeit, der schnell deutlich macht, wie stark fehlende Erholung die eigene Denkfähigkeit beeinflusst. Genau daraus entsteht die Überzeugung, dass die Pause ein unterschätztes Werkzeug in der Produktarbeit ist. Pause bedeutet hier keinen Stillstand. Sie steht für Verarbeitung. Während der Körper scheinbar nichts tut, sortiert das Gehirn Eindrücke, verknüpft Gedanken und schafft Ordnung. Gerade Produktentwicklung ist geprägt von Komplexität, Unsicherheit und einer hohen Dichte an Entscheidungen. Ohne Pause entsteht dann schnell Entscheidungsmüdigkeit und Priorisierungen werden unsauber, strategische Fragen werden aufgeschoben und operative Themen übernehmen die Kontrolle. Die Pause schafft Raum, um innezuhalten und bewusst wahrzunehmen, warum eine Entscheidung so oder anders ausfällt. Und gerade im persönlichen Arbeitsalltag zeigt sich das besonders deutlich. Product Owner:innen und Produktverantwortliche sind häufig ein Engpass, weil viele Entscheidungen an ihnen hängen. Fehlt die Pause, fehlt die Energie für genau diese Entscheidungen. Dabei können kurze Unterbrechungen vor wichtigen Weichenstellungen helfen, den Kopf zu entlasten und die Qualität der Entscheidung zu verbessern. Das können sogar nur wenige Sekunden sein, ein tiefer Atemzug oder ein kurzer Blick aus dem Fenster. Auch bewusst kürzere Meetings oder kleine Lücken zwischen Terminen wirken wie eine Pause, in der Gedanken sacken dürfen. Die Pause wirkt jedoch nicht nur individuell, sondern auch im Team. Produktarbeit lebt von Abstimmung und gemeinsamen Entscheidungen. Pausen im Team helfen dabei, Spannung abzubauen, Konflikte zu entschärfen und sich neu auszurichten. Retrospektiven, No-Meeting-Zeiten oder bewusste "Denkpausen" sind Ausdruck davon. Sie unterbrechen das Dauerfeuer aus Meetings und To Dos und schaffen Raum für Reflexion. Gerade vor Commitments oder nach intensiven Diskussionen hilft eine kurze Pause dabei, bessere gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Auch das Produkt selbst profitiert von der Pause. Produktentwicklung besteht aus einem ständigen Wechsel aus Bauen, Lernen und Entscheiden. Lernen braucht Zeit. Feature Pausen, bewusste Phasen ohne neue Umsetzungen oder Zeiten der Konsolidierung helfen dabei, Erkenntnisse zu verarbeiten und den nächsten Schritt klarer zu sehen. Weniger Aktivität kann hier zu mehr Wirkung führen. Auch Nutzerinnen und Nutzer profitieren davon, wenn Produkte nicht permanent verändert werden und Zeit bleibt, Neues zu verstehen und anzunehmen. Am Ende steht die Einladung, Pause bewusster einzusetzen. Als Entscheidungswerkzeug, als Lernfenster und als Mittel gegen Überlastung. Die Frage bleibt offen und richtet sich direkt an den eigenen Alltag. Wo fehlt gerade die Pause im Produktteam, im Produkt oder bei einem selbst und was würde passieren, wenn man ihr mehr Raum gibt. Die Pause wirkt als Hebel gegen Aktivitätswahn. Produktarbeit wird schnell mit Beschäftigung verwechselt. Viele Features, viele Storypoints und volle Kalender fühlen sich produktiv an, führen aber nicht automatisch zu mehr Wert. Die Pause hilft, den Fokus wieder auf Wirkung zu richten und bessere Entscheidungen zu treffen. Sie schützt langfristig den Outcome, auch wenn sie kurzfristig Output kostet. Lasst uns auch die Pause wertschätzen. :)

    25 min
  5. 12/22/2025

    Das Spannungsfeld zwischen Vertrieb und Produktentwicklung

    In dieser Podcastfolge widmen sich Dominique und Tim dem Spannungsfeld zwischen Vertrieb und Produktentwicklung. Beide bringen zahlreiche Erfahrungen aus Organisationen mit, in denen diese beiden Bereiche eng zusammenarbeiten müssen und sich dabei dennoch häufig gegenseitig blockieren, missverstehen oder aneinander vorbei arbeiten. Vertrieb und Produktentwicklung verfolgen oft unterschiedliche Ziele und arbeiten in unterschiedlichen Zeithorizonten. Während der Vertrieb stark auf kurzfristige Abschlüsse, Umsatzziele und konkrete Kundenbeziehungen fokussiert ist, denkt die Produktentwicklung i.d.R. langfristiger: in Visionen, Roadmaps und Wiederverwendbarkeit. Diese unterschiedliche Perspektive führt regelmäßig zu Reibung, besonders dann, wenn Zusagen gemacht werden, die nicht zur Produktstrategie passen oder wenn Produktentscheidungen den Vertriebsrealitäten zu wenig Rechnung tragen. Das Spannungsfeld entsteht dabei weniger aus bösem Willen als aus strukturellen und kulturellen Unterschieden innerhalb der Organisation. Der Vertrieb und das Produktteam haben unterschiedlichen Zugang zu Kunden und Nutzenden. Vertrieb ist nah an den Einkaufsorganisationen und ihren Entscheidern, Produktentwicklung ist näher an den tatsächlichen Anwenderinnen und Anwendern. Gerade im B2B Umfeld führt diese Trennung dazu, dass wertvolle Informationen nicht zusammenfließen. Vertrieb hört Marktargumente, Wettbewerbsvergleiche und Kaufhindernisse. Produktentwicklung sieht Nutzungsprobleme, fehlende Wirksamkeit und Schwächen im Erlebnis. Wenn diese Perspektiven getrennt bleiben, entstehen Situationen, in denen sich weder verkaufen lässt, noch nachhaltig und strategisch Produkte entwickelt werden können. Besonders deutlich wird das Spannungsfeld zwischen Vertrieb und Produktentwicklung bei kundenspezifischen Zusagen. Kurzfristige Deals können dazu führen, dass Features versprochen werden, die nicht zur langfristigen Ausrichtung passen. Dadurch entstehen Einzelfalllösungen, die Entwicklungsressourcen binden und selten echten Produktwert erzeugen. Gleichzeitig ist es zu einfach, diese Situation allein dem Vertrieb zuzuschreiben. Verkaufsziele, Incentives und Zeitdruck erzeugen ein Umfeld, in dem solche Entscheidungen logisch erscheinen. Produktentwicklung steht hier vor der Aufgabe, Orientierung zu geben und klar zu machen, wofür das Produkt langfristig stehen soll. Umgekehrt darf die Produktentwicklung nicht erwarten, dass der Vertrieb die Produktstrategie automatisch versteht oder unterstützt. Wenn Vision, Zielgruppen und strategische Leitplanken nicht klar kommuniziert werden, entsteht Raum für Interpretationen. Vertrieb füllt diese Lücke dann mit eigenen Prioritäten. Das Spannungsfeld zwischen Vertrieb und Produktentwicklung verschärft sich dadurch weiter, obwohl beide Seiten eigentlich am gleichen Erfolg interessiert sind bzw. sein sollten. Und gerade in dieser Zusammenarbeit steckt enormes Potenzial (oder wird eben verschenkt). Der Vertrieb liefert wertvolle Einblicke in Marktveränderungen, Wettbewerber und Kaufmotive. Die Produktentwicklung kann diese Impulse nutzen, um bessere Entscheidungen zu treffen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Wenn der Vertrieb regelmäßig Einblick in Produktentwicklungen bekommt, neue Funktionen versteht und deren Nutzen einordnen kann, steigt die Qualität der Gespräche mit Kunden deutlich. Beide Seiten gewinnen an Sicherheit und Wirksamkeit. Voraussetzung dafür ist eine bewusste Gestaltung der Zusammenarbeit. Regelmäßiger Austausch, gemeinsame Termine und echte Beziehungspflege schaffen Vertrauen. Es geht darum, die Perspektive des jeweils anderen zu verstehen und ernst zu nehmen. Produktentwicklung profitiert davon, Verkaufsrealitäten kennenzulernen. Vertrieb profitiert davon, die Komplexität von Produktentscheidungen zu verstehen. Diese Nähe reduziert Missverständnisse und verhindert Eskalationen, bevor sie entstehen. ... mehr dazu dann in der kompletten Folge - hört mal rein!

    45 min
  6. 12/15/2025

    User Research operationalisieren

    In dieser Folge sprechen Anne Görs, Senior User Researcher, Founder & Managing Director bei der leefs CX GmbH, und Dominique darüber, wie sich User Research operationalisieren lässt, sodass er dauerhaft Teil der Produktarbeit wird. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass viele Teams User Research grundsätzlich schätzen, ihn aber als zu langsam, zu aufwendig oder störend für schnelle Entscheidungen wahrnehmen. Genau hier setzt der Gedanke an, User Research operationalisieren zu wollen und ihn so in den Arbeitsfluss einzubetten, dass er Entscheidungen unterstützt statt sie "auszubremsen". User Research operationalisieren bedeutet, Forschung nicht als einmaliges Projekt zu denken, sondern als wiederkehrenden, verlässlichen Prozess. Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die Wiederholbarkeit ermöglichen, ohne die nötige Flexibilität zu verlieren. Dazu gehören klare Verantwortlichkeiten, abgestimmte Abläufe und ein gemeinsames Verständnis dafür, wofür Erkenntnisse genutzt werden. Forschung wird dadurch planbarer und verliert den Ruf, ein Bremsklotz zu sein. Stattdessen erhöht sie die Wahrscheinlichkeit, mit den getroffenen Entscheidungen tatsächlich Wirkung zu erzielen. Dazu braucht es auch  einen bewussten Umgang mit Unsicherheit. User Research liefert schließlich keine Wahrheiten, sondern reduziert Risiken. Wenn Teams und Stakeholder verstehen, dass Forschung dabei hilft, bessere strategische Wetten einzugehen, verändert sich die Akzeptanz spürbar. Entscheidungen basieren dann nicht mehr ausschließlich auf Erfahrung oder Bauchgefühl, sondern auf nachvollziehbaren Erkenntnissen über Nutzer:innen. Das stärkt Vertrauen in den Prozess und in die Menschen, die ihn verantworten. Aber damit das Operationalisieren des User Researchs gelingen kann, braucht es auch Wege, Erkenntnisse so aufzubereiten, dass sie im Alltag genutzt werden. Forschung entfaltet nur dann ihren Wert, wenn sie in konkrete Anforderungen, Prioritäten oder Entscheidungen übersetzt wird. Das erfordert enge Zusammenarbeit mit den Produktteams und ein Verständnis dafür, welche Form von Ergebnissen ihnen wirklich hilft. Einheitliche Templates oder starre Reportstrukturen greifen hier oft zu kurz. Entscheidend ist also, dass Erkenntnisse anschlussfähig sind und dort ankommen, wo sie gebraucht werden. Teams profitieren davon, selbst beteiligt zu sein, zuzuhören, Fragen zu stellen und Forschung mitzuerleben. Diese Beteiligung erhöht die Akzeptanz der Ergebnisse und sorgt dafür, dass Erkenntnisse nicht infrage gestellt werden, nur weil sie unbequem sind. Gleichzeitig braucht es fachliche Begleitung, um Qualität zu sichern und Fehlinterpretationen zu vermeiden. User Research operationalisieren heißt daher am Ende auch, kulturelle Voraussetzungen zu schaffen. Eine Organisation muss bereit sein, mit Feedback umzugehen, das bestehende Annahmen infrage stellt. Forschung deckt Schwächen auf und zeigt, wo Ideen nicht wie erwartet funktionieren. Wer das als Chance zur Verbesserung versteht, schafft Raum für kontinuierliches Lernen und bessere Produkte. Der Blick richtet sich damit weniger auf einzelne Methoden als auf ein Zusammenspiel aus Haltung, Prozessen und Verantwortung. Wenn User Research dauerhaft Teil der Produktentwicklung wird, unterstützt er Entscheidungen, reduziert Risiken und hilft Teams, näher an den tatsächlichen Bedürfnissen ihrer Nutzer:innen zu arbeiten. Genau dort entfaltet operationalisierter User Research seine größte Wirkung.

    31 min
  7. 12/08/2025

    Was kann ich selber tun, um mehr Ownership zu erhalten?

    Viele Menschen starten motiviert in ihrer Rolle und stellen dann fest, dass ihnen Entscheidungen entzogen werden oder dass bestimmte Aufgaben weiterhin von anderen übernommen werden. Der Frust wächst, weil der Wunsch nach Verantwortung da ist, aber die Strukturen nicht mitziehen. Genau daran knüpft das Gespräch in dieser Folge an und zeigt Wege, wie mehr Ownership nicht nur gefordert, sondern im Alltag schrittweise aufgebaut wird. Direkt zu Beginn wird klar, dass ein wichtiger Aspekt für mehr Ownership fachliche Tiefe ist. Menschen, die die Kund:innen, den Markt, das eigene Produkt und relevante Wettbewerbsangebote sehr gut verstehen, entwickeln ein anderes Standing. Sie können Diskussionen auf eine faktische Ebene bringen und wegführen vom Raum der reinen Meinungen. Das öffnet Türen, weil Entscheidungen nachvollziehbarer werden und Stakeholder:innen merken, dass jemand nicht nur koordinieren möchte, sondern echte Produktverantwortung übernimmt. Fachliche Klarheit wirkt auf die Organisation, auch wenn sie anfangs kaum Freiraum bietet. Damit verbunden ist aber auch der Umgang mit Unsicherheit. Jede Produktentscheidung bleibt eine Wette. Wer diese Wette sauber beschreibt, ihre Risiken benennt und darauf achtet, auf welcher Datengrundlage entschieden wird, tritt automatisch verantwortlicher auf. Das Gespräch zeigt gut, wie stark sich die Wirkung eines Product Owners verändert, sobald Entscheidungen nicht mehr als absolute Wahrheiten präsentiert werden, sondern als reflektierte Schritte mit nachvollziehbarer Logik. Viele Stakeholder:innen reagieren positiv darauf, weil sie erkennen, dass Entscheidungen begleitet werden und nicht blind getroffen werden. Das zeigt, dass Kommunikation eine wichtige Rolle spielt. Klare Sprache erzeugt Klarheit über Risiken, Annahmen und Wissenslücken. Sie macht sichtbar, welche Informationen fehlen und wo die Organisation Prioritäten setzen sollte. Es steckt viel Ownership darin, offen zu sagen, welche Informationen fehlen, welche Wahrscheinlichkeiten realistisch sind und welche Konsequenzen bestimmte Wege haben. Gute Kommunikation heißt in diesem Kontext nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern Orientierung zu schaffen. Aber am Ende geht es um die eigene Haltung. Ownership entsteht nicht dadurch, dass jemand sie verleiht. Sie wächst durch konsequentes Handeln. Dazu gehört, aktiv Informationen zu suchen, Discovery voranzutreiben, Entscheidungen einzufordern und Transparenz darüber herzustellen, was möglich ist und wo Grenzen liegen. Wer sein Umfeld so begleitet, verändert Schritt für Schritt die Wahrnehmung der eigenen Rolle und schafft die Grundlage für echte Product Ownership, selbst wenn die Organisation noch im alten Denken steckt.

    39 min

About

Im Podcast der Produktwerker besprechen wir Themen rund um die Rolle des Product Owners. Dazu tauschen wir uns nicht nur untereinander aus, sondern sprechen auch mit interessanten Gesprächspartnern aus allen möglichen Themenbereichen von Product Ownern. Die Produktwerker sind Tim Klein (@produktwerkCGN), Oliver Winter (@oliwin) und Dominique Winter (@designik). Als Experten für Produktentwicklungen haben wir uns in der agilen Community Kölns kennen und schätzen gelernt. Wir drei wollen die Kompetenz von Product Ownern und Produktorganisationen fördern, bessere Produkte und Services zu entwickeln. Wir freuen uns über Euer Feedback auf produktwerker.de, per Mail an podcast@produktwerker.de oder via Twitter an @produktwerker.

You Might Also Like