Pioniere wie wir - Der Kienbaum Podcast

Kienbaum Consultants International

Deutschlands Familienunternehmen: Sie sind unser Mittelstand. Erfahre, was die neue Generation an der Spitze von Familienunternehmen antreibt. Ist ihr Erbe mehr Last oder eher Chance? Wie erleben sie Disruption und Wandel? Was ist ihr Verständnis von Führung und ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Verantwortung? In diesem Podcast entdeckst und erlebst du gemeinsam mit Fabian Kienbaum Deutschlands Familienunternehmen.

  1. Bonita Grupp: Nachhaltige Kleidung Made in Germany

    11/26/2025

    Bonita Grupp: Nachhaltige Kleidung Made in Germany

    In dieser Folge ist Fabian Kienbaum zu Gast in Burladingen auf der Schwäbischen Alb. Hier in Burladingen gab es einst 26 Textilbetriebe. Heute ist nur noch einer übrig: trigema. Seit 2024 führt Bonita Grupp gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang jr. das Traditionsunternehmen in vierter Generation und hält stur an etwas fest, worüber andere jahrelang gelächelt haben: Produktion in Deutschland. Die Geschichte der Schwäbischen Alb ist dabei eng mit der Textilindustrie verwoben. Auf kargen Böden hielten die Bewohner seit Jahrhunderten Schafe, verarbeiteten Wolle, und legten so den Grundstein für ein Cluster, das sich hier lange Zeit hielt. Das Produktportfolio von trigema hat sich seit den Anfängen als Unterwäschehersteller stark entwickelt. Heute stellt das Unternehmen – mit 1200 Mitarbeitenden und davon 650 Näherinnen und Nähern aus 42 Nationen – qualitativ hochwertige Basics, sowie Sportbekleidung, Wäsche und Berufskleidung her. Stetige Innovationen sorgten für eine Flexibilität, die es heute erlaubt, im Ernstfall binnen 48 Stunden gänzlich neue Produkte entwickeln und herstellen zu können. Dies erwies sich besonders während Corona als entscheidender Vorteil: Während andere auf vollen Lagern saßen, konnte trigema kurzfristig auf die Produktion von Masken, Jogginghosen und Homewear umstellen. Der Fokus des Traditionsunternehmens liegt auf Qualität statt Fast Fashion. 2006 kam das erste kompostierbare T-Shirt auf den Markt. Seit zwei Jahren gibt es komplett recycelte Baumwoll-T-Shirts. Auch Markenbotschafter Charly hat sich gewandelt: Er macht heute als KI-Fashion-Influencer auf faire Produktion aufmerksam. Doch auch trigema steht vor Herausforderungen wie zu hoher Bürokratie und Fachkräftemangel. In den nächsten Jahren gehen 30 % der Belegschaft in Rente. trigema reagiert mit Automatisierung und gezielter Integration: Seit 2015 wurden rund 70 Geflüchtete eingestellt, das Unternehmen bietet Deutschkurse, Mentoren und eigene Wohnmöglichkeiten. Um die Zukunft ihres Unternehmens und der Region mitzugestalten, engagiert sich Bonita Grupp auch politisch im Wirtschaftsrat der CDU und im Kreistag. Trotz Billig-Konkurrenz aus Fernost und fehlender langfristiger politischer Planbarkeit auf Bundesebene bleibt ihre Haltung zuversichtlich: Deutschland habe schließlich schon viele Krisen gemeistert. Freut euch auf ein Gespräch über Haltung, Heimat, Zuversicht und die Frage: Was ist uns „Made in Germany" eigentlich noch wert?

    39 min
  2. Frank Blase: Wie Motion Plastics die Industrie verändert

    08/26/2025

    Frank Blase: Wie Motion Plastics die Industrie verändert

    In dieser Sonderfolge von Pioniere wie wir spricht Fabian Kienbaum mit Frank Blase, CEO des Familienunternehmens IGUS, auf dem Chiotec Kongress. 1964 von seinen Eltern in einer Garage in Köln-Mülheim gegründet, begann IGUS einst als kleiner Zulieferbetrieb. Frank hat seit seiner Übernahme aus dem kleinen Betrieb ein international agierendes Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeitenden und 1,2 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Die Vision: Technik verbessern und Kosten senken durch sogenannte Motion Plastics. Im Gespräch gibt Frank persönliche Einblicke in seinen unternehmerischen Werdegang – von der Prägung durch das Studium in den USA über seine anfängliche Skepsis gegenüber dem Familienunternehmen bis hin zur strategischen Neuausrichtung. Besonders spannend: Wie IGUS mit Kunststoffkomponenten neue Märkte erschließt – ob in der Robotik, bei Energieketten oder sogar mit einem komplett recycelbaren Fahrrad. Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie sich in einem gewachsenen Unternehmen eine Kultur kontinuierlicher Innovation erhalten lässt. Frank berichtet von der Entwicklung der Plattform RBTX für Low-Cost-Robotik, von Landstromlösungen für Häfen mit der Business Unit „Sharepower“ und dem Ziel, durch schmiermittelfreie Kunststofflager weltweit einen Beitrag zur Reduktion von Umweltbelastung zu leisten. Dabei spielt Unternehmenskultur eine große Rolle: Rituale, Transparenz und Kundennähe sind feste Bestandteile. Ein Gespräch über Verantwortung, Wandel, Pioniergeist und die Kraft von Ideen, mit einem Unternehmer, der nie stehen bleibt und selbst mit 65 Jahren noch auf der Suche nach neuen Bühnen ist – sei es in der Industrie oder im Rahmen seiner liebsten Nebenbeschäftigung: dem Theater. Über die Person: Frank Blase ist promovierter Betriebswirt. Nach einem MBA-Abschluss in den USA und einem Start bei Unilever entschied er sich 1983, in das Familienunternehmen einzusteigen. Unter seiner Leitung entwickelte sich igus von einem kleinen Zulieferer zu einem Global Player im Bereich motion plastics, aktuell mit über 5 200 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von über 1,1 Milliarden Euro.

    31 min
  3. Dirftmann-Egelhof und Hitschler-Becker: Künstliche Intelligenz als Treiber für unternehmerischen Wandel

    07/30/2025

    Dirftmann-Egelhof und Hitschler-Becker: Künstliche Intelligenz als Treiber für unternehmerischen Wandel

    Wie gelingt erfolgreiche Unternehmensnachfolge im digitalen Zeitalter? Welche Rolle spielen Mut, Weisheit und Sichtbarkeit in Familienunternehmen, die über Generationen hinweg Verantwortung tragen? Und wie lassen sich Tradition und Innovation in einer zunehmend dynamischen Welt miteinander vereinbaren? In dieser Sonderfolge von „Pioniere wie wir“ spricht Fabian Kienbaum im Rahmen des 27. Kongresses für Familienunternehmer mit zwei alten Bekannten des Podcasts: Philip Hitschler-Becker, CEO der Hitschler International GmbH & Co. KG und Schirmherr der Nachfolgeakademie, sowie Dr. Friederike Driftmann-Egelhof, Vorsitzende der Geschäftsführung der Peter Kölln GmbH & Co. KGaA. Gemeinsam werfen sie einen offenen Blick auf die zentralen Herausforderungen von Familienunternehmen im Jahr 2025 und diskutieren, was es heute bedeutet, mutig zu führen und mit Weitblick zu gestalten. Das Gespräch dreht sich um die unternehmerische Verantwortung in Zeiten von digitaler Transformation und gesellschaftlichem Wandel. Es geht um die Potenziale künstlicher Intelligenz in der Unternehmenspraxis, um strategisches Personal Branding und Corporate Identity, um die Balance zwischen Werten und Wachstum sowie um die Frage, wie sich Leadership authentisch und zukunftsfähig gestalten lässt. Die Diskussion zeigt, wie moderne Nachfolgerinnen und Nachfolger ihre Unternehmen mit Haltung, Innovation und klarer Vision weiterentwickeln – und warum gerade Sichtbarkeit, Kommunikation und gesellschaftliches Engagement zu unverzichtbaren Führungsinstrumenten geworden sind. Zu den Personen: Philip Hitschler-Becker wurde als ältester von drei Geschwistern Jahr 1987 in Köln im geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in den Niederlanden und Australien arbeitete er im Marketing und Vertrieb bei Danone und Iglo. Im Alter von 29 Jahren übernahm er die Geschäftsleitung des in 4. Generation geführten Familienunternehmens hitschler International GmbH & Co. KG. Dr. Friederike Driftmann-Egelhof ist 32 Jahre alt und promovierte Volljuristin. Nach Stationen in der Lebensmittelbranche (Iglo und Katjes) war sie zuletzt als Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group tätig. Seit 2012 gehört sie dem Gesellschafterkreis des Unternehmens an, zwischen 2016 und 2018 war sie zudem Mitglied des Aufsichtsrats. Seit Mai 2024 führt sie das Geschäft als Vorsitz der Geschäftsführung operativ.

    39 min
  4. Max Klemmer: Wie aus Miss Germany eine Plattform für Female Excellence wurde

    02/26/2025

    Max Klemmer: Wie aus Miss Germany eine Plattform für Female Excellence wurde

    Hinweis: Am 22. Februar 2025 wurde die Ärztin Valentina Busik aus Gießen zur Miss Germany 2025 gekürt. Dieses Finale markierte zugleich das Ende einer Ära: Nach 23 Jahren fand die Miss Germany-Wahl zum letzten Mal im Europa-Park in Rust statt. Die Podcast-Folge wurde bereits vor dem Finale aufgenommen, daher gehen Fabian und Max nicht darauf ein.  In der neuen Folge von Pioniere wie wir spricht Fabian Kienbaum mit Max Klemmer, Geschäftsführer und Kopf der dritten Generation von Miss Germany. Das Unternehmen, das seit 1927 für Schönheitswettbewerbe stand, hat unter Max’ Führung eine beeindruckende Transformation durchlaufen – von einer Veranstaltung mit Fokus auf Äußerlichkeiten zu einer Plattform, die Empowerment, Vielfalt und Verantwortung ins Zentrum stellt. Max berichtet von den Herausforderungen, die dieser radikale Wandel mit sich brachte. Als junger Nachfolger – Max ist heute erst 28 Jahre alt – trat er in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters, die das Unternehmen mit großem Erfolg führten – allerdings in einer Zeit, in der Schönheitsideale und klassische Geschlechterrollen andere waren als heute. Der gesellschaftliche Wandel und die zunehmende Kritik an Misswahlen als nicht mehr zeitgemäß, machten Max klar: „Entweder wir ändern alles oder ich bin raus.“ Im Gespräch gibt Max Einblicke in die spannenden, aber auch schmerzhaften Diskussionen innerhalb der Familie. Besonders prägend war der Übergabeprozess der Geschäftsführung: Während sein Großvater den Wandel unterstützte, stieß Max bei seinem Vater auf Widerstand. Unterschiedliche Visionen, emotionale Spannungen und die Frage, wie sich Tradition und Innovation verbinden ließen, sorgten für intensive Auseinandersetzungen. Die Lösung? Ein einjähriger Mediationsprozess, der schließlich dazu führte, dass Max das Ruder vollständig übernahm. Auch extern hatte Max mit Gegenwind zu kämpfen. Die alte Garde kritisierte den Bruch mit der Tradition. Gleichzeitig gab es Vorurteile von außen. Der Kritik zum Trotz blieb Max standhaft und bewies, dass sich eine klare Vision und der Mut zur Veränderung auszahlen können. Im Kern der Transformation steht die neue Mission von Miss Germany: Frauen zu feiern, die Verantwortung übernehmen, gesellschaftliche Vorbilder sind und die Zukunft gestalten. Max und sein Team haben Miss Germany zu einer Plattform gemacht, die Geschichten von Gründerinnen, Führungspersönlichkeiten und Frauen in männerdominierten Berufen erzählt. Die letzte Miss Germany – Api Schönauer – eine Architektin mit iranischen Wurzeln, verkörpert diese Werte eindrucksvoll. Doch auch sie musste sich, wie Max schildert, mit Anfeindungen und Widerständen auseinandersetzen. Für Max Klemmer ist klar: Nur durch den Mut, Traditionen infrage zu stellen, können Unternehmen in einer sich schnell wandelnden Welt bestehen. Klickt jetzt rein und hört eine inspirierende und ehrliche Folge, die zeigt, wie herausfordernd, aber auch lohnend der Weg zur Veränderung sein kann. Viel Spaß. Zur Person: Max Klemmer ist der Geschäftsführer von Miss Germany Studios, einem Familienunternehmen in dritter Generation. Er stieß 2014 zum Unternehmen und übernahm am 1. Juli 2022 die alleinige Führung, wobei er das Unternehmen in "Miss Germany Studios" umfirmierte. Unter seiner Leitung wandelte sich das Unternehmen von traditionellen Schönheitswettbewerben hin zu einer Plattform für Female Empowerment, die Frauen unterstützt, die Verantwortung übernehmen und gesellschaftliche Veränderungen anstoßen möchten. Dieser Transformationsprozess spiegelt sich auch in der Neuausrichtung des Wettbewerbs wider, der nun den Fokus auf unternehmerische Werte und die Rolle der Frau in der Arbeitswelt legt.

    42 min
  5. Arndt Kirchhoff und Prof. Dr. Tom A. Rüsen: Enkelfähig Wirtschaften – Familienunternehmen in Deutschland

    02/13/2025

    Arndt Kirchhoff und Prof. Dr. Tom A. Rüsen: Enkelfähig Wirtschaften – Familienunternehmen in Deutschland

    Wie schaffen es Familienunternehmen, in einer Welt voller Wandel und Unsicherheiten nachhaltig erfolgreich zu bleiben? In der zweiten Folge unseres „Pioniere wie wir“-Spezials tauchen wir tief in die Welt der Familienunternehmen ein – die wahren Stabilitätsanker der deutschen Wirtschaft. Basierend auf dem gemeinsam verfassten Buch „Enkelfähig Wirtschaften: Familienunternehmen in Deutschland“ sprechen Prof. Dr. Tom A. Rüsen, Arndt Kirchhoff und Fabian Kienbaum darüber, was es konkret bedeutet, „enkelfähig“ zu wirtschaften, und warum dieser Begriff weit über Nachhaltigkeit hinausgeht. Die Runde beleuchtet, wie Familienunternehmen den Spagat zwischen Tradition und Innovation meistern und sich für eine Zukunft voller Transformationen – sei es Digitalisierung, Energiewende oder globale Marktveränderungen – optimal aufstellen. Ein Schwerpunkt des Gesprächs liegt auf der „Family Governance“: Wie können Familien als Eigentümergemeinschaft Konflikte meistern, Verantwortung übernehmen und strategisch agieren, um das Unternehmen gesund an die nächste Generation weiterzugeben? Familienunternehmen müssen gestärkt und stärker wahrgenommen werden Auch die geringe gesellschaftliche und politische Wahrnehmung von Familienunternehmen ist noch einmal Thema: Warum gelten Familienunternehmen einerseits als Rückgrat unserer Wirtschaft, sehen sich aber andererseits oft mit Neid und Missverständnissen konfrontiert? Welche Werte und Prinzipien prägen diese Unternehmen, und was können wir alle von ihnen lernen? Jetzt reinhören. Zu den Personen Arndt Kirchhoff Der Wirtschaftsmanager Arndt G. Kirchhoff steht seit 2023 als Aufsichtsratsvorsitzender an der Spitze der KIRCHHOFF Gruppe. Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Essener nach einem Doppelstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt. Zunächst sammelte er Führungserfahrung als Leiter der zentralen Auftragsabwicklung bei der Deutsche Babcock Werke AG. 1990 übernahm er als Geschäftsführender Gesellschafter die operative Leitung der KIRCHHOFF Gruppe, die er über drei Jahrzehnte erfolgreich ausbaute und modernisierte, bevor er 2023 in den Aufsichtsrat wechselte. Prof. Dr. Tom A. Rüsen Der 1974 in Berlin geborene Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Tom Arne Rüsen verbindet Forschung, Lehre und Beratung im Bereich Familienunternehmen. Als Gründer und Geschäftsführender Vorstand der WIFU-Stiftung sowie langjähriger Leiter des Wittener Instituts für Familienunternehmen (2008-2024) prägte er die akademische Auseinandersetzung mit Familienunternehmen maßgeblich. An der Universität Witten/Herdecke ist er seit 2015 als Honorarprofessor tätig und leitet den Weiterbildungsstudiengang "Gesellschafterkompetenz". Zudem lehrt er an der Hochschule Luzern und der European School of Management and Technology. Sein Fachwissen bringt er in verschiedene Gremien ein, darunter die International Family Business Research Academy (IFERA) und den Herausgeberbeirat der Zeitschrift "Familienunternehmen und Strategie".

    39 min
  6. Arndt Kirchhoff und Prof. Dr. Tom A. Rüsen: Familienunternehmen als Schlüssel der deutschen Wirtschaft

    01/27/2025

    Arndt Kirchhoff und Prof. Dr. Tom A. Rüsen: Familienunternehmen als Schlüssel der deutschen Wirtschaft

    Familienunternehmen sind das Fundament der deutschen Wirtschaft. Vom Handwerksbetrieb zum Großkonzern: Über 90% der Unternehmen in Deutschland sind in Familienhand. Die allermeisten davon zählen zum vielbeschworenen German Mittelstand, um den Deutschland international beneidet wird. Doch trotz ihrer Relevanz für die hiesige Wirtschaft, erfahren Familienunternehmen in Politik und Gesellschaft häufig nicht die Wertschätzung, die ihnen eigentlich zuteilwerden müsste. Vor dem Hintergrund des Buches „Enkelfähig wirtschaften: Familienunternehmen in Deutschland“ diskutieren die Autoren Fabian Kienbaum, Prof. Dr. Tom Rüsen und Arndt Kirchhoff in dieser Episode die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage Deutschlands und welche Herausforderungen dadurch gerade für Familienunternehmen entstehen. Während sich das Buch zu großen Teilen um die Besonderheiten von Familienunternehmen, die Frage der Nachfolge und den gewaltigen Transformationsbedarf in Sachen Nachhaltigkeit und Digitalisierung dreht (diese und weitere Themen werden in der nächsten Folge besprochen), erörtert Fabian Kienbaum gemeinsam mit Prof. Dr. Tom A. Rüsen und Arndt Kirchhoff in Folge 1 unseres Pioniere-wie-wir-Spezials, wie Familienunternehmen und -unternehmer mehr Öffentlichkeit und Gehör für ihre Belange finden können. Sie diskutieren die nötigen Veränderungen, um den Fortbestand der Familienunternehmen und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern und argumentieren für flexiblere Arbeitsgesetzte, geringere Steuerlast und Bürokratieabbau. Für die Runde ist klar: Nur durch Veränderungen wie diese und mehr Wertschätzung für die Leistung von unternehmerisch tätigen Familien kann enkelfähiges Wirtschaften weiterhin möglich sein – ein Ansatz übrigens, der Familienunternehmen seit Jahrhunderten im Blut liegt, der aber durch die aktuelle Situation zunehmend schwieriger wird. Zu den Personen Arndt Kirchhoff Der Wirtschaftsmanager Arndt G. Kirchhoff steht seit 2023 als Aufsichtsratsvorsitzender an der Spitze der KIRCHHOFF Gruppe. Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Essener nach einem Doppelstudium des Wirtschaftsingenieurwesens und Maschinenbaus an der Technischen Universität Darmstadt. Zunächst sammelte er Führungserfahrung als Leiter der zentralen Auftragsabwicklung bei der Deutsche Babcock Werke AG. 1990 übernahm er als Geschäftsführender Gesellschafter die operative Leitung der KIRCHHOFF Gruppe, die er über drei Jahrzehnte erfolgreich ausbaute und modernisierte, bevor er 2023 in den Aufsichtsrat wechselte. Prof. Dr. Tom A. Rüsen Der 1974 in Berlin geborene Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Tom Arne Rüsen verbindet Forschung, Lehre und Beratung im Bereich Familienunternehmen. Als Gründer und Geschäftsführender Vorstand der WIFU-Stiftung sowie langjähriger Leiter des Wittener Instituts für Familienunternehmen (2008-2024) prägte er die akademische Auseinandersetzung mit Familienunternehmen maßgeblich. An der Universität Witten/Herdecke ist er seit 2015 als Honorarprofessor tätig und leitet den Weiterbildungsstudiengang "Gesellschafterkompetenz". Zudem lehrt er an der Hochschule Luzern und der European School of Management and Technology. Sein Fachwissen bringt er in verschiedene Gremien ein, darunter die International Family Business Research Academy (IFERA) und den Herausgeberbeirat der Zeitschrift "Familienunternehmen und Strategie".

    46 min
  7. Dr. Marc Zoellner: Von Köln über das Sauerland in die Welt. Batterie- und Speicherlösungen von HOPPECKE

    12/23/2024

    Dr. Marc Zoellner: Von Köln über das Sauerland in die Welt. Batterie- und Speicherlösungen von HOPPECKE

    In der aktuellen Folge von „Pioniere wie wir“ spricht Fabian Kienbaum mit Dr. Marc Zoellner, Geschäftsführer von HOPPECKE. HOPPECKE, ansässig im Sauerland, ist ein Global Player im Bereich der Energiespeicherlösungen, und blickt inzwischen auf eine fast 100-jährige Geschichte als Familienunternehmen zurück. Dr. Marc Zöllner, seit 2003 CEO von HOPPECKE, gibt im Gespräch mit Fabian Kienbaum Einblicke in die Geschichte und die Strategie des Unternehmens. Einer von vielen interessanten Aspekten dabei: HOPPECKE war lange Zeit Hersteller für Starterbatterien für PKW. Diesem Markt hat man jedoch nach vielen Jahrzehnten bewusst den Rücken gekehrt und sich stattdessen auf kleinere, aber lukrativere Absatzmärkte konzentriert, wie eben Batterien für Züge oder die Entwicklung von Hochleistungsspeichern. Letzteres passiert seit 2019 in der dafür gegründeten Tochtergesellschaft INTILION. In Paderborn angesiedelt – also bewusst nicht am Haupthaus in Brilon – konzentrieren sich die dortigen Kollegen vornehmlich auf das Engineering und nicht mehr auf die Herstellung von Batterien. Ihr Ziel: Die flächendeckende Nutzbarmachung erneuerbarer Energien zu Zeiten, in denen Wind- und Solaranlagen keinen Strom generieren können. Speicherlösungen dieser Art sind für die Energiewende in Deutschland und global absolut essenziell. Nach fast 100 Jahren Unternehmensgeschichte spielen Tradition und fest verankerte Werte bei HOPPECKE nach wie vor eine große Rolle. Marc Zoellner spricht über den Wert eines starken Teams, den Umgang mit dem Fachkräftemangel und die Bedeutung einer langfristigen Perspektive – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Dabei gehen Vision und Verantwortung bei HOPPECKE Hand in Hand. Das Credo: „Wir machen elektrische Energie verfügbar für jeden und überall.“ Da HOPPECKE seit vielen Jahren international tätig ist, ist laut Zoellner eine möglichst gleichbleibende Unternehmenskultur über Landesgrenzen hinweg besonders wichtig. Ein gemeinsames Wertfundament bietet dafür die Basis. Initiativen zur Förderung des Nachwuchses, wie internationale Austauschprogramme für Auszubildende, sind weitere Mittel, um die HOPPECKE-Familie weltweit zu vernetzen. Abschließend äußert sich Marc Zoellner zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Er lobt das System der sozialen Marktwirtschaft, kritisiert aber die zunehmende Bürokratie und das mangelnde Vertrauen in die Marktkräfte. Für die Energiewende sieht er hohe Preise als unvermeidbar, hält jedoch Innovation und marktwirtschaftliche Ansätze für die beste Strategie zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Diese und viele weitere spannende Einblicke gibt euch Marc Zoellner in unserer neuen Folge von „Pioniere wie wir“. Zur Person Dr. Marc Zoellner, Jahrgang 1966, ist geboren und aufgewachsen in Brilon. Nach dem Studium der VWL an der Universität in Bonn und BWL an der Universität zu Köln promovierte er in Köln. Anschließend verbrachte er seine ersten fünf Berufsjahre bei der Linde AG. Sein Einstieg bei HOPPECKE erfolgte in der Position als Head of Motive Power Business. 2003 wurde er CEO. Er ist verheiratet und hat drei Söhne. HOPPECKE ist der größte europäische Hersteller von Industriebatterien in privater Hand. Das 1927 gegründete Familienunternehmen entwickelt und produziert Blei-Säure-, Nickel-Faserstruktur- und Lithium-Ionen-Batterien für vier Hauptanwendungsbereiche: emissionsfreie Antriebe von Flurförderzeugen und Maschinen (trak), abgesicherte Stromversorgung z. B. für Rechenzentren und IT-Anlagen (grid), Speicherung regenerativer Energien für Off- und Ongrid-Anwendungen (sun) sowie Absicherung und Antrieb von Bahn- und Metrosystemen (rail). Mit der Gründung der INTILION AG vor fünf Jahren und eines spezialisierten rail-Unternehmens in diesem Jahr hat HOPPECKE gezielt neue Märkte erschlossen. INTILION und Rail erzielen jeweils knapp 100 Mio. € Umsatz, während der Kernbereich mit grid und trak über 400 Mio. € beiträgt.

    44 min
  8. Dr. Friederike Driftmann-Egelhof: Familienunternehmerin mit dem Herz „am kernigen Fleck“

    11/06/2024

    Dr. Friederike Driftmann-Egelhof: Familienunternehmerin mit dem Herz „am kernigen Fleck“

    In dieser Folge spricht Fabian Kienbaum mit Friederike Driftmann-Egelhof, die seit Mai 2024 als Vorsitzende der Geschäftsführung das Traditionsunternehmen Peter Kölln in der siebten Generation leitet. Als leidenschaftliche Familienunternehmerin mit „dem Herz am kernigen Fleck“ teilt sie ihre Eindrücke aus den ersten 100 Tagen in ihrer neuen Rolle und erzählt, wie sie sich auf diese Herausforderung vorbereitet hat und wie sie sich heute strukturiert. Seit 1820 führt Peter Kölln den Markt für Frühstückscerealien an . Friederike gibt Einblicke in ihre Kindheit, in der sie auf dem Werksgelände noch Gänseblümchen für die Mitarbeitenden pflückte und berichtet, welchen Stellenwert das Unternehmen damals wie heute für ihre Familie hat. Sie spricht über die Entwicklung von Hafer zu einem Superfood und wie moderne Trends wie vegane Ernährung, Nachhaltigkeit und Regionalität das Unternehmen prägen. Denn zusätzlich zum wohl bekanntesten Produkt – die „Blütenzarte Köllnflocken“ – mit dem viele Deutsche aufgewachsen sind, gibt es immer wieder Innovationen – bspw. Haferkissen mit veganer Füllung oder ein Schokomüsli ohne Schokolade, sondern mit Schokoladenalternative auf Hafer- und Sonnenblumenkernbasis. Friederike erzählt, wie diese Produkte entwickelt werden und welchen Einfluss der Zeitgeist hat. Wichtig dabei: Neben dem Wunsch nach gesunden und verantwortungsvoll produzierten Lebensmitteln, muss den Konsument:innen weiterhin unbeschwerter Genuss ermöglicht werden. All diese Aspekte vereint die Marke Kölln heute wie damals. Neben der ökonomischen wie sozialen Nachhaltigkeit (Köllns Bio-Hafer stammt zu 100% aus Norddeutschland) sind Werte wie Teamgeist, Zukunftsfähigkeit und Unternehmertum zentrale Säulen bei Peter Kölln. Friederike legt dar, wie sie diese Werte transportiert und lebendig hält und welche Rolle regelmäßige Veranstaltungen und eine authentische interne Kommunikation dabei spielen. Freut euch auf ein spannendes Gespräch über Tradition, Wandel, Zukunftsfähigkeit sowie über die Bedeutung von Marke und glaubhafter Nachhaltigkeit. Zur Person: Dr. Friederike Driftmann-Egelhof ist 32 Jahre alt und promovierte Volljuristin. Nach Stationen in der Lebensmittelbranche (Iglo und Katjes) war sie zuletzt als Unternehmensberaterin bei der Boston Consulting Group tätig. Seit 2012 gehört sie dem Gesellschafterkreis des Unternehmens an, zwischen 2016 und 2018 war sie zudem Mitglied des Aufsichtsrats. Seit Mai 2024 führt sie das Geschäft als Vorsitz der Geschäftsführung operativ.

    28 min

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Deutschlands Familienunternehmen: Sie sind unser Mittelstand. Erfahre, was die neue Generation an der Spitze von Familienunternehmen antreibt. Ist ihr Erbe mehr Last oder eher Chance? Wie erleben sie Disruption und Wandel? Was ist ihr Verständnis von Führung und ihre Vorstellung von gesellschaftlicher Verantwortung? In diesem Podcast entdeckst und erlebst du gemeinsam mit Fabian Kienbaum Deutschlands Familienunternehmen.