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Radio Nordpol

Radio Nordpol – Politik und Subkultur

  1. Sep 28

    Schüler:innen-Podcast: Kolonialismus heute

    Die Klasse 9a der Martin-Köllen-Förderschule hat sich über mehrere Monate mit den Auswirkungen von Kolonialismus auf ihre heutige Lebensrealität auseinandergesetzt. Zentrale Leitfrage war: Was hat Kolonialismus mit Armut und Reichtum heute zu tun? Der Podcast setzt sich mit dem Zusammenhang von Kolonialismus, globaler Ungleichheit und heutiger Armut auseinander.  Ein Blick in die Vergangenheit hilft dabei, heutige Ungleichheiten, Rassismus und globale Abhängigkeiten besser zu verstehen. Darauf aufbauend wird Gerechtigkeit als zentrales Prinzip nachhaltiger Entwicklung thematisiert. Abschließend richtet die Klasse den Blick auf den eigenen Stadtteil Köln Kalk und zeigt, wie Menschen sich heute aktiv gegen Ungleichheit, Rassismus und koloniale Kontinuitäten engagieren und sich für eine gerechtere Welt für alle einsetzen. Yazan und Maryam aus der Klasse sagen dazu: „Kolonialismus ist ein wichtiges Thema für uns alle, weil die Folgen bis heute spürbar sind. Mit unserem Projekt möchten wir andere Menschen dazu bringen, über ihr eigenes Verhalten nachzudenken und sich für eine bessere Zukunft einzusetzen.“ Der Podcast wurde beim bundesweiten Schulwettbewerb zur Entwicklungspolitik „alle für EINE WELT für alle“ ausgezeichnet. Die Schüler*innen gewannen einen Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Radio Nordpol unterstützt sehr gerne als offene Plattform für Produzent:innen von Audiobeiträgen. Danke an die Schüler:innen der 9a der Martin-Köllen-Förderschule für diesen interessanten Podcast! https://www.eine-welt-netz-nrw.de/bne-in-der-sport-lehrkraefteausbildung

  2. Jul 24

    Was ist post-digitale Faschisierung?

    Seit einiger Zeit wird wieder breiter über Begriffe von Faschismus diskutiert, die gesellschaftlichen und inbesondere medialen Entwicklungen standhält. Monatlich erscheinen neue Bücher, Beiträge und Diagnosen. Kaum jemand erinnert sich, dass noch 2020, mit dem Ende der ersten Amtszeit Donald Trumps, die Diagnose, dass wir uns in einem umfassenden, transnationalen, globalisierten Faschisierungsprozess befinden, breit zurückgewiesen worden. Dabei ist die politische Funktion von Faschismen, in kapitalistischen Gesellschaftsordnungen multiple systemische Krisen zu stabilisieren, in linker Perspektive auch 2020 offenkundig gewesen: Die Verteilungskämpfe um ungleiche Zugänge zu Fürsorge, sozialer Sicherheit bis hin ungesicherten Überlebensmöglichkeiten werden nach Innen und Außen über die stereotypen Sündenböcke verdeckt. Entlang gewachsener Achsen der Ungleichheit wie Race, Gender, Sex, Class und Ability werden immer wieder und immer neue Figuren der Anderen als Bedrohungen installiert, die die Spaltungen und Segregationen nach Innen wie Außen vorantreiben – und hiervon sind linke Räume und Organisationsformen selbstverständlich auch betroffen. Längst wird deutlich, dass Gewalt als Strukturprinzip zeitgenössische liberale, imperiale und koloniale Prozesse transnational sichert – an Europas Außengrenzen, in neuen wie alten Kriegen ebenso wie in den europäischen Migrationsgesellschaften. In Geschichte wie Gegenwart erscheint Faschismus als Feld heterogener, sozialer, politischer und medialer Bewegungen. Deren Ideologien der Ungleichheit und Gewaltorientierung, des Völkischen und der Vormacht nationaler Reinheit und Wiedergeburt der Nation erfahren gerade ausgerechnet im Kontext eines hegemonialen Wirtschaftsmodells techfaschistischer Oligarchien transnational Auftrieb und treiben eine sich globalisierende Faschisierung voran. im Rahmen der Reihe: Kommt der Faschismus heute aus dem Internet?

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