Völkerrechtspodcast

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Völkerrecht to go, von den Redaktionsmitgliedern des Völkerrechtsblogs: Ob Waffenexporte, Menschenrechte oder der Schutz der Demokratie – wir kommen mit denen ins Gespräch, die über Völkerrecht nachdenken. Mit spannenden Gästen aus dem Völkerrecht reden wir über das, was sie und ihr Feld gerade bewegt, immer anhand von aktuellen weltpolitischen Fragen. Gleichzeitig betten wir diese Entwicklungen in die völkerrechtlichen Basics ein, indem wir in einem Grundlagenteil wichtige Urteile, Kontroversen und Prinzipien kurz und schmerzlos aufbereiten – für Einsteiger*innen und Fortgeschrittene.

  1. 5d ago

    Internationales Recht und Anarchismus - Brauchen wir noch Institutionen?

    Anarchismus und Recht – passt das überhaupt zusammen? Und was hat der Abolitionismus damit zu tun? Auf den ersten Blick scheinen diese Ansätze kaum vereinbar. Gleichzeitig steht die internationale Rechtsordnung zunehmend unter Druck: Institutionen des Völkerrechts werden kritisiert, ihre Legitimität infrage gestellt. Und doch sind Entscheidungen internationaler Gerichte gefragter denn je – etwa im Zusammenhang mit den Kriegen in Gaza und der Ukraine. In dieser Folge diskutieren wir unterschiedliche Perspektiven auf eine mögliche Weiterentwicklung des Völkerrechts und seiner Institutionen. Dabei betrachten wir zunächst die historischen und theoretischen Grundlagen des Abolitionismus und untersuchen das Verhältnis von anarchistischem Denken und Recht. Anschließend wenden wir uns aktuellen Herausforderungen des Völkerrechts zu und fragen, welche Reformansätze und alternativen Konzeptionen internationaler Gerechtigkeit denkbar sind. Darüber sprechen wir mit Julia Emtseva, Professorin an der HEC Paris. Ihre Forschung befasst sich mit internationalem Recht, der Rolle privater Akteure sowie alternativen Formen von Recht und Gerechtigkeit. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Das automatische Transkript zur Folge findest du hier.   Hintergrundinformationen: Hedley Bull, The Anarchical Society - A Study of Order in World Politics. Palgrave Publishing (1977). Charlotte Carney, Abolishing the International Criminal Court. The International Journal of Human Rights, Volume 30, Issue 1 (2026). Kamari Maxine Clarke, Affective Justice: The International Criminal Court and the Pan-Africanist Pushback. Duke University Press (2019). Amy J. Cohen & Bronwen Morgan, Prefigurative Legality. Law & Social Inquiry, Volume 48, Issue 3, 1053-1082 (2023). Ruth Wilson Gilmore, Abolition Geography: Essays Towards Liberation. Verso Books (2022). Gustav Landauer, Schwache Staatsmänner, schwächeres Volk!. Der Sozialist (1910). Marina Veličković, Abolition of International Criminal Law: A Marxist Critique. AJIL Unbound, Volume 119, pp. 54-58 (2025).   Verwandte Folgen: Folge 10: Kritische Perspektiven auf das Völkerrecht: Was nicht in euren Lehrbüchern steht Folge 25: Putin vor Gericht: Mit welchen völkerstrafrechtlichen Mitteln? Folge 51: Transitional Justice auf dem Prüfstand   Symposium auf dem Völkerrechtsblog: Symposium on the Special Tribunal for the Crime of Aggression against Ukraine (2026).   Moderation: Deborah Peters & Marie-Christin Manke Grundlagen: Manuel Klein Interview: Prof. Dr. Julia Emtseva (LL.M.) & Marie-Christin Manke Schnitt: Daniela Rau & Carla Borck Credits: ICC President statement on the occasion of 17 July, International Criminal Justice Day, IntlCriminalCourt, https://www.youtube.com/watch?v=dVwA1ll9U0I, abgerufen am 07.10.2026, Minute 2:27 - 2:52.

  2. Sep 25

    #59 Völkerrecht und Nationalsozialismus (Teil II) - Hans Kelsen and Carl Schmitt: Friend and Enemy

    +++ Sonderfolge in englischer Sprache +++ In dieser zweiten Folge der Kooperation zwischen dem Völkerrechtspodcast und dem „Mal nach den Rechten schauen“-Podcast setzen wir uns weiter mit nationalsozialistischen Kontinuitäten im Völkerrecht auseinander. Im Mittelpunkt stehen dieses Mal zwei der prägendsten, aber auch gegensätzlichsten Figuren des Völkerrechts im 20. Jahrhundert: Carl Schmitt und Hans Kelsen. Fachlich vertraten beide konträre Positionen und auch persönlich könnten sie unterschiedlicher kaum gewesen sein. Diese beiden Figuren sind die Protagonisten in einem Kapitel des Buches „The Internationalist“, welches Scott Shapiro gemeinsam mit Oona Hathaway geschrieben hat. Wir durften Scott Shapiro zu Hans Kelsen und Carl Schmitt interviewen und haben mit ihm über die Rivalität der beiden, ihre Biografien und das fachliche Erbe von Schmitt und Kelsen gesprochen. Hier könnt ihr die erste Folge unserer Podcast-Kooperation anhören: Folge 29, Völkerrecht und Nationalsozialismus (Teil I)  Interview: Prof. Scott J. Shapiro Moderation: Elisa Costadura, Manuel Klein, Rouven Diekjobst, Viktoria Moissiadis Schnitt: Daniela Rau Weiterführende Literatur: Scott J. Shapiro/Oona A. Hathaway, The Internationalist: How a Radical Plan to Outlaw War Remade the World, 2017. Link zu der Memorial Lecture von Scott Shapiro am Institute for International Peace and Security Law der Universität zu Köln: https://www.youtube.com/watch?v=W-xsFsGDGMs&t=517sClaus Kreß, „Hans Kelsen, Hermann Jahrreiß, Carl Schmitt und die Frage von Krieg und Frieden im Völkerrecht“, in: 100 Jahre Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln, Hanns Prütting, Köln 2021, S. 79-106, welcher auch auf die Persona von Hermann Jahrreiß und dessen Vergangenheit an der Universität zu Köln und seine Rolle als Verteidiger Deutschlands vor dem Nürnberger IMT eingeht. Dazu siehe auch: Annette Weinke, „Hermann Jahrreiß (1894-1992) – Vom Exponenten des völkerrechtlichen Kriegseinsatzes zum Verteidiger der deutschen Eliten in Nürnberg, in: Kölner Juristen im 20. Jahrhundert, Steffen Augsberg/Andreas Funke, S. 163-195.Carl Schmitt, Tagebücher 1930 bis 1934, hrsg. v. Wolfgang Schuller in Zusammenarb. mit Gerd Giesler, Berlin 2010.Siehe zu Carl Schmitts Tagebüchern auch die digitale Edition hrsg. v. Philip Manor/Florian Meinel/Angela Reinthal:  https://carlschmitt.bio. Joseph Weiler, Cancelling Carl Schmitt?: https://www.ejiltalk.org/cancelling-carl-schmitt/.

    #59 Völkerrecht und Nationalsozialismus (Teil II) - Hans Kelsen and Carl Schmitt: Friend and Enemy
  3. Jul 3

    #58 Don’t Speak? Speech Crimes im Internationalen Strafrecht

    Speech Crimes sollen Situationen erfassen, in denen Menschen zu schweren Menschenrechtsverletzungen aufrufen, diese Verletzungen aber noch nicht erfolgt sind oder versucht wurden. Sie stellen damit ein wichtiges Mittel zur Prävention von schweren Straftaten dar. Ihre Entwicklung von den Nürnberger Prozessen, über die Tribunale für das frühere Jugoslawien und für Ruanda, bis hin zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag spiegelt diesen Präventionscharakter aber nicht immer wider. Neben einem Überblick über die verschiedenen Speech Crimes im Internationalen Strafrecht, wollen wir uns im Podcast auch anschauen, wie effektivere Prävention aussehen kann und vor welche Herausforderungen Social Media als Massenmedium die Speech Crimes stellt. Unterhalten haben wir uns dafür mit Wibke Timmermann, deren Forschungsschwerpunkte im Internationalen Strafrecht auf den Speech Crimes liegen. Sie war am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda tätig. Sie ist Co-Herausgeberin des im Juli 2026 erscheinenden Buches „A Philosophical Approach to War Crimes Trials“, das die Perspektive auf das Internationale Strafrecht um eine philosophische Dimension erweitert. Eine automatische Transkription der Folge findest du hier auf dem Völkerrechtsblog. Für die Richtigkeit der automatischen Transkription übernehmen wir keine Gewähr. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen: Rachel Horan und Jolana Makraiová, Understanding Hate Speech Within the Context of International Criminal Law – Final Report, International Nuremberg Principles Academy (2024). Wibke Kristin Timmermann, Incitement in international criminal law, International Review of the Red Cross, Volume 88, Number 864 (2006). Richard Ashby Wilson und Matthew Gillett, The Hartford Guidelines on Speech Crimes in International Criminal Law, Faculty Articles and Papers 633 (2020). Richard Ashby Wilson, Incitement on Trial: Prosecuting International Speech Crimes, Cambridge University Press (2017). Situation in Afghanistan: ICC Pre-Trial Chamber II issues arrest warrants for Haibatullah Akhundzada and Abdul Hakim Haqqani – Press Release (2025) Verwandte Folgen: Folge 25: Putin vor Gericht: Mit welchen völkerstrafrechtlichen Mitteln? Folge 36: Gender-Based Crimes: Wo steht das Völkerstrafrecht heute? Folge 51: Transitional Justice auf dem Prüfstand Moderation: Manuel Klein & Daniela Rau Grundlagen: Rouven Diekjobst Interview: Dr. Wibke Timmermann, LL.M. (Genf) & Manuel Klein Schnitt: Daniela Rau Credits: Nuremberg Trial Day 218 (1946) Hans Fritzsche Judgment (Lawrence), RobertHJacksonCenter, youtube.com, abgerufen am 26.06.2026, Minute 00:00 – 00:40.

  4. Jun 5

    #57 Fair Play? Sport und Menschenrechte im Konflikt

    „Sport has the power to change the world.“ Von dem Optimismus dieser Worte des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela (1918–2013) scheint inzwischen nur noch wenig übrig zu sein. Bereits bei den Fußballweltmeisterschaften der Männer 2018 in Russland und 2022 in Katar stellte sich die Frage, wie geeignet die jeweiligen Gastgeberländer angesichts der Unterdrückung queerer Menschen sowie der teils katastrophalen Arbeitsbedingungen auf den Stadionbaustellen überhaupt sind. Dies geschieht, obwohl die FIFA sich laut ihren Statuten „zur Einhaltung aller international anerkannten Menschenrechte“ bekennt und „sich für den Schutz dieser Rechte“ einsetzen will (Art. 3 FIFA-Statuten 2024, eigene Übersetzung). Mit Blick auf die anstehende Fußballweltmeisterschaft der Männer, deren Austragung mit den Vereinigten Staaten zumindest eine umstrittene Gastgebernation umfasst, stellen wir uns im Podcast die Frage: In welchem Verhältnis stehen Sport und Menschenrechte zueinander? Dafür haben wir uns mit Björn Schiffbauer unterhalten, der in seiner wissenschaftlichen Karriere die Themenschwerpunkte dieser Folge vereint hat – Völkerrecht, Menschenrechte und Sport. Im Jahr 2025 gab er auch einen Sammelband zu dieser Thematik heraus. Ergänzend beleuchtet Deborah Peters im Grundlagenteil die Rechte von Athlet*innen und stellt Fälle vor dem Internationalen Sportgerichtshof (Court of Arbitration for Sport, CAS) vor. Eine automatische Transkription der Folge findest du hier auf dem Völkerrechtsblog. Für die Richtigkeit der automatischen Transkription übernehmen wir keine Gewähr. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne!   Hintergrundinformationen: Antoine Duval und Mark James, Is the International Olympic Committee’s Decision to Disqualify Vladyslav Heraskevych Legal?, Verfassungsblog. 12.02.2026.Björn Schiffbauer, Der Wettkampfausschluss von Nationen aus politischen Gründen – Grundzüge einer Ausschlussdogmatik in der Schnittmenge zwischen Völkerrecht und Sportrecht, in: Schiffbauer (Hrsg.), Menschenrechte und Werte im Sport (2025), S. 43-80.Livia Hinz, The ECtHR’s Final Ruling in Semenya v Switzerland: A Missed Opportunity to Uphold Human Rights in Sports?, European Papers Vol. 10, No. 3 (2025), pp. 687-707.James AR Natziger, International Sports Law, Max Planck Encyclopedia of International Law (2015).Paul Ziegler, Game Over Israel: Why UEFA Is Legally Obliged to Suspend the Israel Football Association IFA from Its Competitions, Völkerrechtsblog, 19.01.2026.Sahra Simay Günalp, Reactive justice: how FIFA and CAS co-construct child protection in football: A legal analysis of Article 19 of the FIFA RSTP through CAS jurisprudence, International Journal of Sports Law (2026).  Moderation: Marie-Christin Manke & Salman Khan Grundlagen: Deborah Peters Interview: Prof. Dr. Björn Schiffbauer & Salman Khan Schnitt: ⁠Daniela Rau Credits für den O-Ton zu Beginn: https://www.whitehouse.gov/videos/president-donald-j-trump-wins-the-inaugural-2025-fifa-peace-prize/, The White House, abgerufen am 04.06.2026, Minute 00:00-00:21, verwendet unter der CC BY 3.0 US Lizenz, wie in der White House Copyright Policy niedergelegt. Außer des Zuschnitts auf den angegebenen Bereich wurden keine Veränderungen vorgenommen.

  5. May 8

    #56 Demokratie als Menschenrecht? Aktuelle Entwicklungen vor dem IAGMR

    Gibt es ein Menschenrecht­ auf Demokratie? So ungefähr lautet eine der Fragen, die Guatemala im Dezember 2024 dem Inter-Amerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte v­orlegte und über die im März 2026 mündlich verhandelt wurde. Gemeinsam mit Vanessa Vanegas gehen wir in dieser Folge dem Phänomen des Autokratischen Legalismus in Lateinamerika auf den Grund. Wie reagierte der IAGMR in der Vergangenheit auf Prozesse demokratischen Rückschritts? Klar ist: „Democratic Backsliding“ ist ein weltweites Phänomen, wenngleich es in unterschiedlicher Intensität auftritt. Welche Lehren lassen sich aus dem Vorgehen Guatemalas und des IAGMR ziehen? Im Grundlagenteil gibt uns Marie Manke einen Überblick über die Intersektionen von Völkerrecht und Demokratie und erklärt, inwiefern das Völkerrecht die „Blackbox“ der innerstaatlichen Verfasstheit aufbricht.­ Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne!   Hintergrundinformationen: Die aktuelle⁠ Anfrage von Guatemala ⁠⁠OC-33/26 ⁠auf Englisch. Die Rechtsgutachten ⁠OC-26/20⁠ und ⁠OC-28/21⁠ sowie die Fälle ⁠Capriles vs. Venezuela⁠ und ⁠Gadea Mantilla vs. Nicaragua⁠ auf Englisch. Lucas Carlos Lima, ⁠Democracy before the Inter-American Court of Human Rights: From political rights to democratic backsliding⁠, QIL, Zoom-in 114 (2026) 27-50 (ein zusammenfassender Überblick). Rodrigo da Costa Sales, ⁠The Question of Democracy Before the Inter-American Court : Guatemala's Advisory Opinion Request and the Future of Democracy in the Americas⁠, Verfassungsblog, 20.04.2026. Philipp Rothkirch, Protecting Democracy Through International Law: Guatemala’s request for an IACtHR Advisory Opinion on Democracy and Political Rights, Verfassungsblog, 16.03.2026.Verwandte Folgen: ⁠Folge 13⁠: Regionaler Menschenrechtsschutz ⁠Folge 41⁠: Fortschritt durch europäische Menschenrechte?⁠Folge 33⁠: Advisory Opinions: High Politics vor Internationalen GerichtenModeration: ⁠⁠⁠Manuel Klein & ⁠⁠Daniela Rau⁠Grundlagen: ⁠⁠⁠⁠Marie-Christin MankeInterview: ⁠Vanessa Vanegas⁠ & Daniela RauSchnitt: Daniela Rau   Credits: Audiencia Pública de la Opinión Consultiva sobre Democracia y su protección ante el SIDH, Corte Interamericana de Derechos Humanos, ⁠https://www.youtube.com/watch?v=3C1yX8CLqk8⁠ (53:03-53:30).

  6. Apr 17

    #55 Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz im Humanitären Völkerrecht: Kollateralschäden verbieten?

    Zivilpersonen dürfen in bewaffneten Konflikten nicht das Ziel von Angriffen sein. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Angriff, bei dem Zivilpersonen zu Schaden kommen, gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen. Der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des humanitären Völkerrechts, der in Art. 51(5)(b) des ersten Zusatzprotokolls kodifiziert ist und ausweislich der IKRK-Gewohnheitsrechtsstudie auch völkergewohnheitsrechtlich gilt, beschränkt die völkerrechtliche Zulässigkeit solcher „Kollateralschäden“ an der Zivilbevölkerung auf erwartete Schäden, die nicht außer Verhältnis zum antizipierten konkreten und direkten militärischen Vorteil stehen. Aktuelle bewaffnete Konflikte verdeutlichen, dass die Zivilbevölkerung das Leid bewaffneter Konflikte in besonders starker Weise trägt. Um diese Missstände im Völkerrechtspodcast zu diskutieren, haben wir Valentin Jeutner in den Podcast eingeladen, der in seinem aktuellen Buchprojekt dafür plädiert, den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz des humanitären Völkerrechts zu streichen – Kollateralschäden, so das zentrale Argument, können nicht durch Verhältnismäßigkeitserwägungen gerechtfertigt werden. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen ICRC Report, The Principle of Proportionality In the Rules Governing the Conduct of Hostilities Under International Humanitarian Law (2016).Wolff Heinschel von Heinegg, Proportionality & Collateral Damage, Max Planck Encyclopedia of International Law (2015).Bundesgerichtshof, Urteil v. 06.10.2016, Az. III ZR 140/15 (Oberst Klein) (2016).Irresolvable Norm Conflicts in International Law, Book Review Symposium, Völkerrechtsblog (2019)Luigi Daniele, Incidentality of the civilian harm in international humanitarian law and its Contra Legem antonyms in recent discourses on the laws of war, Journal of Conflict & Security Law (2024).Völkerrechtspodcast, Folge 50: Eine Disziplin (in) der Krise? (2025)Moderation: ⁠Jasmin Wachau ⁠& ⁠Rouven DiekjobstGrundlagen: ⁠Salman KhanInterview: Dr. Valentin Jeutner & Rouven DiekjobstSchnitt: ⁠Daniela Rau   Credits: Agnieszka Brugger, Bundestag, 05.03.2020, gefunden mit der Hilfe von Open Parliament TV.

  7. Mar 7

    #54 Publish, Parent, Perish? Making Space for Mothers in Legal Academia

    Diese Sonderfolge ist Teil des "Women in International Law" Symposiums 2026 und wurde deshalb auf Englisch produziert. Motherhood sits uneasily within the institutional imagination of international legal academia. Academic career paths are still commonly structured around expectations of uninterrupted productivity, geographic mobility, and “always-on” availability – assumptions that collide with pregnancy, postpartum recovery, and the ongoing realities of care. This episode takes that tension seriously, treating motherhood not as a private contingency to be managed individually, but as a question of academic culture and institutional design. In this episode, Sissy Katsoni and Polina Kulish sit down with Michelle Staggs Kelsall, Joyce De Coninck and Tania Ixchel Atilano to discuss the realities of motherhood in modern legal academia, the anxieties many women academics experience when considering whether and when to have children, as well as practical steps needed to make academic legal spaces more inclusive. Before the interview, Céline Chausse introduces the discussion by reflecting on the ‘Women in International Law’ symposium and the importance of bringing mothers’ experiences into conversations about legal academia as a workplace. Rishiti Choudaha then sets the stage with key facts and frameworks on the struggles facing mother and non-mother academics in contemporary legal academia and on how institutional practices continues to fall short. At a moment when many early-career scholars weigh parenthood against professional survival, this episode speaks directly to the anxieties that shape those choices and to the structural changes needed to make legal academia workable for caregivers. This special episode is part of the ‘Women in International Law’ symposium and was therefore produced in English. Have thoughts to share? We’re all ears! Whether it’s applause, reflections, or a dash of helpful critique, reach us anytime at podcast@voelkerrechtsblog.org. Be sure to subscribe via RSS, Spotify, or wherever your favorite podcasts live. And hey, if you love what you hear, a five-star rating goes a long way! Background information (all Open Access): Völkerrechtsblog, Women in International Law Vol. 5 (2026) Lutiana Valadares Fernandes Barbosa, Pandemic, Maternity, and  International Lawyers from the Global South: a Call for an Intersectional Approach (2024) Olof Ejermo, Research or Family: How Does Becoming a Parent Affect Academic Productivity? (2024) Christy Ebert Vrtis, If you’re a mother doing a PhD, expect to be ignored and undermined (2022) Karen Ramsay and Gayle Letherby, The Experience of Academic Non-Mothers in the Gendered University (2006) Xiang Zheng, Haimiao Yuan and Chaoqun Ni, How Parenthood Contributes to Gender Gaps in Academia (2022)   Moderation: Céline Chausse Interview: Dr. Tania Ixchel Atilano, Dr. Joyce De Coninck, Dr Michelle Staggs Kelsall, Dr. Sissy Katsoni, Polina Kulish Background information: Rishiti Choudaha Cut: Daniela Rau   Credits: Opening with Michelle Staggs Kelsall’s quote during the post-episode recording discussion. Background music: ‘Gravity of Tenderness’ created by The Fabler.

  8. Feb 13

    #53 Interventionen vor dem IGH: Verfahrensinstrument mit Mehrwert?

    Diese Podcastfolge behandelt einen Aspekt der Verfahrenspraxis des Internationalen Gerichtshofs, der in jüngerer Zeit verstärkt diskutiert wird: die Interventionen von Drittstaaten. Grundsätzlich stehen Staaten zwei Wege der Intervention offen: entweder auf Grundlage von Artikel 62 oder von Artikel 63 des Statuts des IGH. Während Art. 62 des IGH-Statuts Staaten den Beitritt zu einem Verfahren aufgrund eines möglichen „rechtlichen Interesses“ ermöglicht, „das durch die Entscheidung der Sache berührt werden könnte“, regelt Art. 63 des IGH-Statuts die Voraussetzungen einer Intervention bei der Auslegung von Verträgen. Wir analysieren die prozessualen Anforderungen, die an Interventionsgesuche gestellt werden und anhand welcher Kriterien deren Zulässigkeit bestimmt wird. Anschließend gehen wir der Frage nach, welche konkreten Möglichkeiten sich Staaten eröffnen, sofern ihre Intervention als zulässig erachtet wird. Interventionen von Drittstaaten führen in der Praxis durchaus zu Kontroversen, wie sowohl abgeschlossene als auch laufende Verfahren zeigen. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob die Intervention als verfahrensrechtliches Instrument einen „Mehrwert“ bietet oder vielmehr einen „ungerechtfertigten Verfahrenseingriff“ darstellt, der die bilaterale Streitbeilegung zwischen den Hauptparteien behindert. Vor dem Hintergrund der zuletzt beobachteten „Welle von Interventionen“ stellt sich zudem die Frage, ob diese Entwicklung eventuell zu einer weiteren Politisierung der Verfahren beiträgt. Um sich diesen Diskussionen vertieft zu widmen, hat der Völkerrechtspodcast Jane Hofbauer eingeladen, die den Hörer*innen das Instrument der Intervention näherbringt. Ergänzend beleuchtet Isabel Lischewski im Grundlagenteil die historische Entwicklung der Intervention. Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen! Lob, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen an ⁠podcast@voelkerrechtsblog.org⁠. Abonniert unseren Podcast ⁠via RSS⁠, über ⁠Spotify⁠ oder überall dort, wo es Podcasts gibt. Es gibt die Möglichkeit, auf diesen Plattformen den Völkerrechtspodcast zu bewerten, wir freuen uns über 5 Sterne! Hintergrundinformationen Ammar Bustami & Verena Kahl, Intervention auf Irrwegen: Der Fall Südafrika gegen Israel und die problematische Rolle Deutschlands im Hauptverfahren, Verfassungsblog (2024). Khaled El Mahmoud, Measuring with Double Legal Standards Germany’s Intervention in Support of Israel before the ICJ, Verfassungsblog (2024). Jane Hofbauer, Proceedings: Intervention in International Proceedings Expanding the Bilateral Dispute Settlement Model of International, in: Joanna Gomula & Stephan Wittich (Hrsg.), Research Handbook on International Procedural Law (2024), pp. 426-447.  Haris Huremagić, Intervening for the community?—The law and politics of third-party intervention before the International Court of Justice, Journal of International Dispute Settlement 17 (2026). Juliette McIntyre, Less a Wave Than a Tsunami Procedural Implications for the ICJ of the Article 63 Interventions in Ukraine v. Russia, Völkerrechtsblog (2022). Penelope Ridings & Antonio José Guzmán Mutis, In Conversation with Dr Penelope Ridings, Völkerrechtsblog (2025). Bruno Simma, When “Community Interest” Intervenes: Article 62 of the ICJ Statute Facing Obligations erga omnes (partes), The Law & Practice of International Courts and Tribunals (2025).   Moderation: ⁠Jasmin Wachau ⁠ & ⁠Rouven Diekjobst⁠ Grundlagen: ⁠Dr. Isabel Lischewski⁠ ⁠ Interview: Dr. Jane Hofbauer & Jasmin Wachau Schnitt: ⁠Daniela Rau Credits: United Nations, ICJ: Ukraine v. Russian Federation: Allegations of Genocide | 1st Round of Oral Arguments by Russia, 19 September 2023, https://www.youtube.com/watch?v=VTjit5jmTYU.

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