Wirtschaftliche Freiheit

Norbert Berthold, Jörn Quitzau

Der Ökonomen-Podcast für wirtschaftspolitische Themen. Zielgruppe: Interessierte Nicht-Ökonomen und professionelle Volkswirte.

  1. Sep 24

    #106: Quo vadis EWU? Von fiskalischen und monetären Spannungen

    Die EWU ist gegenwärtig kein Krisenherd. Das könnte sich aber ändern. Der wichtigste Krisen-Treiber ist die staatliche Verschuldung. Sie läuft aus dem Ruder, nicht nur im Süden der EWU. Die Spannungen zwischen zentraler Geldpolitik und nationalen Fiskalpolitiken könnten wieder zunehmen. Mit der Ruhe in der EWU wäre es schnell vorbei. Es drohte die Gefahr der fiskalischen Dominanz. Die EWU bleibt nur stabil, wenn es gelingt, die Budgetrestriktionen der Mitgliedsländer zu härten. Nur dann kann die EZB wieder monetär dominieren und ihr Mandat der Preisstabilität erfüllen. Wie kann es gelingen, was bisher nicht gelungen ist, die nationalen Budgetrestriktionen zu härten? Was passiert, wenn der Versuch scheitert? Setzt die EZB ihre monetäre Dominanz trotzdem durch und diszipliniert die nationalen Fiskalpolitiken? Ist das in ihrem eigenen institutionellen Interesse? Wie reagieren die Mitgliedsländer? Weichen sie aus und gehen den Weg über gemeinsame EU-Schulden? Der Zielkonflikt zwischen Geld- und Fiskalpolitik bliebe ungelöst. Es drohten Inflation, Verteilungskämpfe und wirtschaftliches Siechtum. Was dann? „Durchwursteln“ wäre der „worst case“, also nichts Neues, nur mehr vom Alten. Der Preis wäre wirtschaftlicher Niedergang. Wäre eine politische Union ein Ausweg aus dem Dilemma? Würde das die fiskalischen und monetären Spannungen entschärfen? Wäre das der Anfang einer „goldenen“ Zukunft für die EWU und für Europa? Ist das mehr als eine Illusion? Oder steigt Deutschland aus? Ist das die künftige Realität? Hier der Link zu der im Podcast angesprochenen Studie: https://www.flossbachvonstorch-researchinstitute.com/de/studien/detail/der-euro-als-optimaler-waehrungsraum-eine-bestandsaufnahme Teilnehmer: Gunther Schnabl ist Direktor des Flossbach von Storch Research Institute mit Sitz in Köln und Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftspolitik an der Universität Leipzig. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wirtschafts-, Geld- und Währungspolitik. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Basel, Hamburg, Konstanz, Düsseldorf und Würzburg tätig.

    #106: Quo vadis EWU? Von fiskalischen und monetären Spannungen
  2. Jul 27

    #103: China-Schock 2.0 und Deindustrialisierung

    Die deutsche Industrie leidet. Auto, Maschinen, Chemie sind in Not. In den letzten 5 Jahren hat das Verarbeitende Gewerbe mehr als 520.000 Arbeitsplätze abgebaut. 10.000 industrielle Arbeitsplätze gehen pro Monat verloren. Die Ursachen sind vielfältig. Ein Grund ist der China-Schock 2.0. Er trifft Deutschland hart. Sein Export-Mix überschneidet sich stark mit einem China, das bei mittel- und hoch-technologischen industriellen Massenprodukten wettbewerbsfähig geworden ist. Die deutsche Industrie, das produktive Rückgrat der deutschen Wirtschaft ist im Niedergang. Die Chinesen sind inzwischen oft besser und billiger. Und sie sind sehr innovativ entlang der (vertikal integrierten) Wertschöpfungskette. Was sind die Gründe für diese Erfolgsgeschichte? Der Hinweis auf Subventionen ist nicht falsch, er greift aber zu kurz. Damit stellt sich die spannende Frage: Wie sollten Deutschland und vor allem die EU auf die chinesische Herausforderung reagieren? Laufen lassen, handelspolitisch restriktiv reagieren, strategische Abhängigkeiten verringern, weltweit mit mehr Freihändlern kooperieren oder einfach nur die nationalen Hausaufgaben machen? Teilnehmer: Rolf Langhammer ist Außenwirtschafts- und Entwicklungsökonom am Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) und Honorarprofessor an der Universität Kiel. Bis 2012 leitete er verschiedene Forschungsabteilungen am IfW. Er war von 1997 – 2012 Stellvertreter des Präsidenten und Vizepräsident. Seit seinem Ruhestand 2012 arbeitet er weiter am IfW. Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Basel, Hamburg, Konstanz, Düsseldorf und Würzburg tätig.

    #103: China-Schock 2.0 und Deindustrialisierung
  3. Jul 8

    #102: Vorschläge der Alterssicherungskommission - Befreiungsschlag, mutiger Entwurf oder Nullnummer?

    Die Alterssicherungskommission hat geliefert. 33 Vorschläge sollen die Gesetzliche Rentenversicherung nachhaltig sanieren. Besteht begründete Hoffnung, dass ein glaubwürdiger Reformprozess in Gang kommt? Schwerpunkte der Vorschläge sind: Länger arbeiten, neue Beitragszahler erschließen, Kapitaldeckung stärken, Nettoersatzquote sichern, Transparenz erhöhen. Die Meinungen über das Rentenpaket der Kommission gehen auseinander. Unterstützer meinen: Die (grobe) Richtung stimmt, der Gesamtentwurf ist mutig, die Reform ist nachhaltig. Kritiker bemängeln: Die Vorschläge greifen (oft) zu kurz, sind inter-generativ „ungerecht“ und kommen (meist) zu spät. Der Bundeskanzler hat angekündigt, die Bundesregierung wolle die Vorschläge 1:1 übernehmen. „Rosinenpicken“ soll ausgeschlossen werden. Die Erfahrung lehrt: Bei der konkreten Ausgestaltung der Gesetze kann viel passieren. Schauen wir mal! Prof. (em.) Dr. Norbert Berthold (JMU) im Gespräch mit Prof. (em.) Dr. Bernd Raffelhüschen (ALU) Teilnehmer: Norbert Berthold ist Professor (em.) für Volkswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsordnung und Sozialpolitik an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Er war an den Universitäten Freiburg, Münster, Basel, Hamburg, Konstanz, Düsseldorf und Würzburg tätig.  Bernd Raffelhüschen ist Professor (em.) für Finanzwissenschaft, war Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und Professor an der Universität Bergen, Norwegen (1994-2019).

    #102: Vorschläge der Alterssicherungskommission - Befreiungsschlag, mutiger Entwurf oder Nullnummer?

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