Mittelstand hautnah - Klartext für Geschäftsführer und Unternehmer.

Christian Rahn

Wie treffen Unternehmer und Geschäftsführer im Mittelstand bessere Entscheidungen in Marketing, Vertrieb und Unternehmensführung? Mittelstand hautnah bringt echte Erfahrungen aus dem unternehmerischen Alltag. Keine Theorie, keine Hochglanzgeschichten. Themen, die im Tagesgeschäft wirklich anfallen: Marktpositionierung, Budgetentscheidungen, Wachstum unter Druck, der sinnvolle Einsatz von KI im Unternehmen. Jede Folge liefert Einordnung und konkrete Impulse, direkt anwendbar. Host: Christian Rahn, Sparringspartner für Geschäftsführer im Mittelstand.

  1. 4d ago

    Wenn Wissen in Rente geht – Über Erfahrungsmanagement im Mittelstand

    Wie sichert ein mittelständisches Unternehmen Erfahrungswissen, bevor langjährige Mitarbeiter in Rente gehen?Was unterscheidet dokumentiertes Wissen von Erfahrungswissen und warum ist genau das der blinde Fleck vieler Unternehmen? Welche Rolle spielen KI-gestützte Interviews und Lernplattformen beim Wissenstransfer im Mittelstand? 56 Prozent der Belegschaft sind über 50. Bei der ITV GmbH in Bielefeld ist das keine Statistik, sondern ein konkreter Handlungsdruck. Stefanie Bindzus, Geschäftsführerin in zweiter Generation, hat sich dieser Zahl gestellt – und angefangen, bevor es zu spät ist. Im Gespräch mit Christian Rahn beschreibt sie, warum klassisches Wissensmanagement zu kurz greift. Arbeitsanweisungen und Handbücher dokumentieren, was jemand tut. Aber nicht, warum. Nicht das Bauchgefühl bei Lieferantenverhandlungen, nicht die Abkürzungen im ERP-System, nicht die stillen Warnsignale, die nur erkennt, wer seit 20 Jahren dabei ist. Stefanie nennt es Erfahrungswissen – und genau das droht zu verschwinden. ITV geht das Problem pragmatisch an: mit geführten Interviews, KI-gestützter Aufbereitung und einer Lernplattform, die Wissen in kurze, mobile Einheiten zerlegt. Begleitet wird der Prozess von der Agentur Rinker und Rinker, die auf Wissensmanagement spezialisiert ist. Der erste große Testfall: die Übergabe der Einkaufsleitung – eine strategisch zentrale Position. Gleichzeitig verändert sich, wer künftig dieses Wissen aufnehmen soll. Durch ein Reverse Mentoring hat Stefanie ihren Blick auf jüngere Generationen geschärft. Ihre Erkenntnis: Die Einarbeitungszeit muss kürzer werden, weil die Verweildauer kürzer wird. Wer drei bis vier Jahre bleibt statt 25, braucht schneller Zugang zu dem, was funktioniert. Das Gespräch zeigt: Wissenstransfer ist kein IT-Projekt. Es ist eine Führungsaufgabe, die Unternehmenskultur, Generationenverständnis und technologische Offenheit zusammenbringt. Takeaways Erfahrungswissen ist das, was in keiner Arbeitsanweisung steht – und am meisten fehlt, wenn es weg ist56 Prozent über 50: Wer seine Altersstruktur kennt, kann handeln, bevor der Druck kommtGeführte Interviews holen mehr raus als die Aufforderung „Schreib mal auf, was du machst"KI hilft beim Strukturieren und Aufbereiten – ersetzt aber nicht die menschliche EinordnungReverse Mentoring verändert den Blick auf junge Generationen konkreter als jede StudieKürzere Verweildauer neuer Mitarbeiter erzwingt schnellere EinarbeitungDer erste Schritt ist nicht Technologie, sondern Austausch mit anderen Unternehmern Impulsgeberin Stefanie Bindzus führt als CEO die ITV GmbH – ein Familienunternehmen für Pneumatik-Lösungen, das sie seit 2009 in zweiter Generation leitet. Als Ingenieurin in einer konservativen technischen Branche und als Teilzeit-Geschäftsführerin bringt sie eine Perspektive mit, die im klassischen Mittelstand selten ist. Wer wissen will, wie man Erfahrungswissen sichert, bevor es das Unternehmen verlässt, sollte ihr zuhören. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/stefaniebindzus/ Host Christian Rahn bewegt sich seit über drei Jahrzehnten zwischen Marken, Märkten und Menschen. Er unterstützt Unternehmer und Führungskräfte dabei, im Marketing Klarheit zu gewinnen. Sein Fokus liegt auf Struktur, Positionierung und sinnvollem Einsatz von KI. Immer mit dem Ziel, Entscheidungen sicherer zu machen. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/rahn-christian-cmo 🌐 Website: https://www.rahn.digital/ ✉️ Mail: podcast@rahn.digital

    Wenn Wissen in Rente geht – Über Erfahrungsmanagement im Mittelstand
  2. Aug 4

    Das Tagesgeschäft frisst die Strategie - Warum strategische Ziele so schwer umgesetzt werden.

    Warum scheitern strategische Projekte im Mittelstand? Wie lassen sich Strategie und Tagesgeschäft miteinander vereinbaren? Und weshalb reichen Methoden wie OKRs oder Scrum allein oft nicht aus? Genau darüber spricht Christian Rahn mit Simon Wondracek. Strategische Ziele scheitern selten am Willen. Sie scheitern daran, dass etablierte Unternehmen für das Tagesgeschäft gebaut sind und Strategiearbeit andere Bedingungen braucht. Genau dort setzt Simon Wondracek an: In der Praxis erlebt er Unternehmen, die operativ stabil laufen, aber bei Vorhaben, die wirklich etwas verändern sollen, zuverlässig ins Stocken geraten. Im Gespräch wird deutlich, warum „das Tagesgeschäft frisst alles“ nur die Oberfläche ist. Dringlichkeit fühlt sich zwingend an, Routine ist bequem und Veränderung ist unsicher. Dazu kommt ein struktureller Konflikt: Abteilungen sind für Wiederholung und Qualität optimiert, nicht für bereichsübergreifende Veränderung. Sobald strategische Ziele mehrere Bereiche betreffen, etwa einen neuen Markt, ein neues Produkt, einen ERP-Wechsel oder den Einsatz von KI, reichen klassische Linienstrukturen nicht mehr aus. Simon Wondracek beschreibt, welche Muster in mittelständischen Organisationen immer wieder auftreten. Fehlende gemeinsame Zielklarheit, Kapazitätsmangel, Silo-Denken, schwache Kollaboration und eine Vielzahl paralleler Projekte, die niemand mehr überblickt. Seine zentrale Empfehlung ist keine neue Universalmethode, sondern ein Perspektivwechsel. Erst verstehen, was ein Ziel wirklich braucht. Erst danach die passende Struktur schaffen. Temporäre, klar mandatierte Zielteams können ein Weg sein, ohne das Unternehmen grundlegend umzubauen. Takeaways Dringlichkeit verdrängt Strategie, auch ohne böse Absicht.Strategie scheitert häufig an Strukturen, nicht an Motivation.Operative Exzellenz und Veränderung folgen unterschiedlichen Spielregeln.Zu viele parallele Projekte zerstören Fokus und Geschwindigkeit.Zielklarheit bedeutet gemeinsames Verständnis, nicht nur Kommunikation.Silo-Denken verhindert die Zusammenarbeit über Abteilungsgrenzen hinweg.Zielteams brauchen Zeit, ein klares Mandat und den passenden Arbeitsmodus. Gast Simon Wondracek begleitet inhabergeführte Unternehmen dabei, strategische Ziele tatsächlich umzusetzen – nicht nur zu beschließen. Er arbeitet seit 15 Jahren an der Schnittstelle zwischen Tagesgeschäft und Veränderung, dort wo Projekte stecken bleiben, weil Strukturen nicht dafür gemacht sind. Links & Kontakt Website: https://impactive.works/ LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/swondracek/ Buch (Springer): https://link.springer.com/book/9783658514150 Buch (Amazon): https://amzn.to/3PvFxWw Host Christian Rahn bewegt sich seit über drei Jahrzehnten zwischen Marken, Märkten und Menschen. Er unterstützt Unternehmer und Führungskräfte dabei, im Marketing Klarheit zu gewinnen. Sein Fokus liegt auf Struktur, Positionierung und sinnvollem Einsatz von KI. Immer mit dem Ziel, Entscheidungen sicherer zu machen. LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/rahn-christian-cmo Website: https://www.rahn.digital/ Mail: podcast@rahn.digital

    Das Tagesgeschäft frisst die Strategie - Warum strategische Ziele so schwer umgesetzt werden.
  3. Jul 28

    Buchhaltung: Pflichtübung oder strategischer Hebel?

    Wie digitalisiere ich die Buchhaltung in meinem Unternehmen? Lohnt sich eine cloudbasierte Buchhaltungssoftware für den Mittelstand? Wie verbessere ich die Zusammenarbeit mit meinem Steuerberater? 80 Prozent der mittelständischen Unternehmen arbeiten in der Buchhaltung noch nicht wirklich digital. Belege werden gesammelt, Monatsabschlüsse kosten Nerven, und der Steuerberater bekommt seine Unterlagen oft Wochen zu spät. Tobias Janiesch verantwortet das Deutschlandgeschäft von Pennylane – einer Plattform, die Unternehmen und Steuerkanzleien auf ein gemeinsames System bringt. Im Gespräch wird deutlich: Die eigentliche Veränderung liegt nicht in der Software, sondern im Prozess dahinter. Wer Buchhaltung digitalisiert, gewinnt nicht nur Zeit. Er gewinnt Überblick – über Liquidität, offene Posten, Umsatzsteuer. Und er verändert die Rolle der Finanzabteilung: weg vom reinen Ausführungsorgan, hin zu einer Funktion, die strategisch mitdenken kann. Gerade für kleinere Unternehmen, die bisher alles nebenbei erledigen, ist das ein relevanter Hebel. Gleichzeitig zeigt das Gespräch, wo die Stolperfallen liegen: bei der Migration, bei doppelten Datenbeständen, bei Mitarbeitern, die nicht mitgenommen werden. Und bei der Frage, wie viel Kontrolle man abgeben will – und wie viel man durch Automatisierung tatsächlich zurückgewinnt. Takeaways Rund 80 Prozent der Unternehmen arbeiten in der Buchhaltung noch nicht digitalZeitersparnis von 30 bis 40 Prozent ist realistisch messbarSteuerberater und Unternehmen sollten gemeinsam ein System wählenDigitale Freigabeprozesse ersetzen den ausgedruckten RechnungsstapelKI erkennt Anomalien bei Rechnungen und schützt vor Fake-BelegenMigration braucht Struktur – nicht alles auf einmal umstellenMitarbeiter früh einbinden, sonst scheitert die AkzeptanzGast Tobias Janiesch ist Managing Director von Pennylane Deutschland und verantwortet den Aufbau sowie die Expansion des Unternehmens im deutschen Markt. Zuvor war er in verschiedenen Führungsrollen im Tech-Umfeld tätig und beschäftigte sich insbesondere mit der Skalierung digitaler Produkte sowie der Transformation etablierter Branchen. Bei Pennylane treibt er die Vision voran, KMU und Steuerberatungen in einem gemeinsamen digitalen Arbeitsbereich in Echtzeit zusammenzubringen. Zuvor war er u.a. für SumUp, Groupon und Rocket Internet tätig. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/tobiasjaniesch/ Host Christian Rahn bewegt sich seit über drei Jahrzehnten zwischen Marken, Märkten und Menschen. Er unterstützt Unternehmer und Führungskräfte dabei, im Marketing Klarheit zu gewinnen. Sein Fokus liegt auf Struktur, Positionierung und sinnvollem Einsatz von KI. Immer mit dem Ziel, Entscheidungen sicherer zu machen. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/rahn-christian-cmo 🌐 Website: https://www.rahn.digital/ ✉️ Mail: podcast@rahn.digital

    Buchhaltung: Pflichtübung oder strategischer Hebel?
  4. Jul 21

    Verantwortung übernehmen oder Erwartungen erfüllen – Nachfolge im Familienunternehmen

    Was passiert mit einem Familienunternehmen, wenn der Nachfolgeplan platzt und die Person, die übrig bleibt, sich trotzdem entscheidet weiterzumachen? Und wie führt man ein produzierendes Unternehmen mit 50 Mitarbeitern, wenn man gleichzeitig alleinerziehend ist? Sina Thomas ist Geschäftsführerin der Kletti GmbH in Sandhausen bei Heidelberg. Das Unternehmen stellt Heizsysteme für den Transport thermoplastischer Produkte her – von Klebstoffen bis Schokolade. Gegründet von ihren Eltern, eingestiegen 2008 nach dem VWL-Studium. Der Plan: gemeinsam mit dem Ehemann das Unternehmen übernehmen, die Eltern begleiten den Übergang, dann ziehen sie sich zurück. Ein klassisches Gründerpaar-Modell, eine Generation weiter. 2016 zerbrach dieser Plan. Trennung, kein freundschaftlicher Abgang, und auf einmal stand Sina allein da – privat und unternehmerisch. Was folgte, war kein geordneter Übergang, sondern eine Entscheidung unter Druck: Weitermachen oder aufgeben. Sie hat weitergemacht. Hat 2019 einen Neubau durchgezogen, das Unternehmen von 20 auf 50 Mitarbeiter entwickelt, den Umsatz auf 10 Millionen gebracht. Und das als alleinerziehende Mutter mit einem Sohn, der damals drei Jahre alt war. Im Gespräch erzählt Sina, wie sie sich den Respekt langjähriger Mitarbeiter erarbeitet hat, die sie noch als Teenager kannten. Warum sie lieber eine falsche Entscheidung trifft als gar keine. Und warum die Frage, ob man Verantwortung übernehmen oder Erwartungen erfüllen will, die ehrlichste Frage ist, die sich angehende Nachfolger stellen können. Takeaways Ein Nachfolgeplan kann scheitern – entscheidend ist, was danach kommtAlleinerziehend und Geschäftsführerin schließt sich nicht aus, erfordert aber radikales ZeitmanagementRespekt im Familienunternehmen wird nicht vererbt, sondern erarbeitetLieber eine falsche Entscheidung als gar keine – Stillstand ist das größere RisikoNachfolge beginnt mit einer ehrlichen Frage: Will ich gestalten oder Erwartungen erfüllen?Wachstum braucht Infrastruktur – der Neubau war der Wendepunkt für die Kletti GmbHExterne Perspektiven und unternehmerische Netzwerke helfen bei schweren EntscheidungenGast Sina Thomas ist Diplom-Volkswirtin und seit 2008 im Familienunternehmen Kletti GmbH tätig. Seit 2019 verantwortet sie als Geschäftsführerin den kaufmännischen Bereich. Ihren Weg in die Nachfolge hat sie unter Bedingungen gemeistert, die kein Lehrbuch vorsieht – und das Unternehmen dabei von 20 auf 50 Mitarbeiter geführt. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/sinathomas/ 🌐 Website: https://www.kletti-gmbh.com Host Christian Rahn bewegt sich seit über drei Jahrzehnten zwischen Marken, Märkten und Menschen. Er unterstützt Unternehmer und Führungskräfte dabei, im Marketing Klarheit zu gewinnen. Sein Fokus liegt auf Struktur, Positionierung und sinnvollem Einsatz von KI. Immer mit dem Ziel, Entscheidungen sicherer zu machen. 🔗 LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/rahn-christian-cmo 🌐 Website: https://www.rahn.digital/ ✉️ Mail: podcast@rahn.digital

    Verantwortung übernehmen oder Erwartungen erfüllen – Nachfolge im Familienunternehmen

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