Gedankensprünge

Lübeck hoch 3

Gedankensprünge ist ein Podcast von Lübeck hoch 3, einem gemeinsamen Projekt der Musikhochschule Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck. In jeder Folge sprechen Expert:innen verschiedener Disziplinen über ein Thema. Ob Forschung, Gesellschaft oder Kultur – unsere Gäste kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Sie bereichern sich gegenseitig, dürfen sich aber auch gern widersprechen. Der kostenlose Audio-Podcast Gedankensprünge erscheint immer in der Mitte eines jeden Monats.

  1. 3D AGO

    #58 | Zeitgeist: Wie wollen wir alt werden?

    Wir werden jeden Tag ein bisschen älter – und doch beginnt das Nachdenken über das Alter für viele erst, wenn Pflegebedürftigkeit oder Abschied im Raum stehen. Aber wie wollen wir eigentlich alt werden? Aktiv und selbstbestimmt? In vertrauter Umgebung oder noch einmal ganz neu? Und was braucht es persönlich – und gesellschaftlich –, damit das gelingt? In dieser Folge sprechen wir mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen darüber, welche Bilder vom Altern uns prägen und wie wir die Jahre jenseits der Erwerbsarbeit gestalten können. Prof. Dr. Katrin Balzer (UzL), Professorin für Forschung und Lehre in der Pflege sowie Leiterin der Pflegestudiengänge an der an der Universität zu Lübeck, richtet den Blick auf Selbstbestimmung und Zufriedenheit im Alter. Entscheidend ist, diese Jahre ohne Bitterkeit und mit realistischen, positiven Vorstellungen zu gestalten. So kann auch dann noch Sinn erlebt werden, wenn die eigene Autarkie abnimmt. Mit Projekten wie »together at home«, bei dem ältere Menschen Wohnraum mit Jüngeren teilen, zeigt sie auf, wie neue Wohnformen soziale Teilhabe ermöglichen können. Zugleich kritisiert sie unübersichtliche Beratungs- und Förderstrukturen in Deutschland. Prof. Dr. Marcus Menzl (TH), Professor für die Soziologie der gebauten Umwelt Studiengangsleiter Stadtplanung an der Technischen Hochschule Lübeck, betont: Wir werden nicht erst mit 75 alt. Übergänge wie der Auszug der Kinder oder das Ende der Erwerbsarbeit markieren neue Lebensphasen – doch passende Wohnkonzepte für die Zeit zwischen »Empty Nest« und Pflegebedürftigkeit fehlen oft. In seinem Forschungsprojekt zum Generationenwechsel im Einfamilienhaus untersucht er, wann Menschen bereit sind, ihr Zuhause zu verlassen – und warum dieser Schritt so schwerfällt. Volker Schmitz (MHL) engagiert sich ehrenamtlich am Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck und war bis zu seinem Ruhestand Musiker im NDR-Sinfonieorchester. Die Entscheidung, diese Position aus gesundheitlichen Gründen aufzugeben, empfand er zunächst als Glücks- und Befreiungsmoment. Doch nach einem halben Jahr genossener Freiheit wurde ihm klar, wie wichtig es ihm ist, weiterhin Teil eines kulturellen Umfelds zu sein, und er übernahm ein Ehrenamt. Gedanken an eine mögliche Pflegebedürftigkeit schiebt er noch beiseite. Stattdessen entdeckt er musikalisch immer wieder Neues und hält sich mit Sport fit. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    1h 6m
  2. JAN 28

    #57 | Zeitgeist - Wie meistern wir Veränderung?

    Zum Jahresbeginn nehmen sich viele Menschen Veränderungen vor: neue Routinen, neue Vorsätze, ein anderer Umgang mit sich selbst und mit anderen. Doch wie nachhaltig sind solche Vorhaben wirklich? Und wie gehen wir mit Veränderungen um, die wir uns nicht ausgesucht haben? In dieser Folge unserer Zeitgeist-Reihe sprechen wir mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen darüber, was Veränderung mit uns macht und was dabei hilft, ihr mit Offenheit und Zuversicht zu begegnen. Prof. Dr. Nico Bunzeck (UzL), Professor für Life-Span-Psychologie, betrachtet Veränderung aus entwicklungspsychologischer Perspektive: Wie verändern sich Verhalten und Erleben über die gesamte Lebensspanne hinweg? Während Kinder meist von Natur aus neugierig und offen für Neues sind, spielt diese Offenheit auch für Erwachsene eine zentrale Rolle für gesundes Altern. Neugier und Selbstwirksamkeit sind entscheidend, um Veränderungen aktiv zu gestalten und kognitivem Abbau entgegenzuwirken. Den Blick auf gesellschaftliche Transformationsprozesse richtet Prof. Dr. Maximilian Schüler (TH), Professor für Umweltwissenschaften. Veränderung braucht Vorstellungskraft – und den Glauben daran, dass eine lebenswerte Zukunft gestaltbar ist. Aus seiner Arbeit zur Klimabilanzierung und zur postfossilen Mobilität weiß er, wie stark Beharrungskräfte in Wirtschaft und Gesellschaft wirken. Unsicherheit und offene Fragen gehören dazu – dennoch plädiert er für Mut zur Veränderung, auch wenn nicht alle Antworten bereits vorliegen. Aus musikpädagogischer Perspektive beschreibt Prof. Dr. Anna Unger-Rudroff (MHL), Professorin für Musikpädagogik und -didaktik an Grundschulen, wie Veränderung durch Musik erfahrbar wird – und wie Musik selbst Veränderungsprozesse anstoßen kann. Besonders die Grundschulzeit erlebt sie als Phase intensiver Entwicklung: Interessen, Ausdrucksformen und Musikgeschmack wandeln sich rasant, Kinder sind neugierig, begeisterungsfähig und »offenohrig«. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    1 hr
  3. 11/19/2025

    #55 | Zeitgeist – Wie prägt KI unsere (Wissens-)Welt?

    Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie wir lernen, arbeiten und denken – und wie wir Wissen verstehen. Doch was bedeutet es für unsere Gesellschaft, wenn KI für uns recherchiert, formuliert und komponiert? Wird KI zur neuen Kulturtechnik? Oder verlieren wir dabei die Fähigkeit, kritisch zu prüfen, was wahr und was relevant ist? Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge unseres Podcasts mit drei Expert*innen der drei Lübecker Hochschulen. Prof. Dr. Sebastian Hobert (TH), Professor für KI und Bildung an der Technischen Hochschule Lübeck, beschäftigt sich seit Jahren mit der Frage, wie KI Lernprozesse unterstützen kann. Für ihn dabei unverzichtbar ist »AI Literacy« – die Fähigkeit, Ergebnisse einzuordnen und die Qualität von Informationen zu beurteilen. Hobert warnt davor, Lernaufgaben vollständig an KI auszulagern: Schnelle Information ist nicht gleichzusetzen mit echtem Kompetenzgewinn. Der eigentliche Wert liege darin, auf KI-Antworten aufzubauen, sie kritisch zu reflektieren und so zu wirklich herausragenden Ergebnissen zu gelangen. Die künstlerische Perspektive bringt Kris Kuldkepp (MHL) in die Diskussion ein, technische Leiterin des Elektronischen Studios an der Musikhochschule Lübeck und Musikerin. Sie denkt KI als kollaboratives Werkzeug, das für das Komponieren und Erzeugen von Musik nutzbar gemacht werden kann. Gleichzeitig sieht sie auch Grenzen der Technologie: Kreative Tools wie der kostenfreie KI-Musik-Generator »Suno« sind qualitativ noch nicht gut genug. Mit Spiellust, aber auch Verantwortungsbewusstsein muss entschieden werden, wie KI in kreativen Prozessen Platz findet. Roman Spendler (UzL), Start-up-Coach, Unternehmer und Projektverantwortlicher für KI in der Verwaltung an der Universität zu Lübeck, erhielt bereits im August 2022 einen Beta-Zugang zu ChatGPT. Seitdem begleitet ihn KI in Gründungsprozessen ebenso wie in Weiterbildungen für Verwaltungsmitarbeiter*innen. In der Lehre beobachtet er: Studierende nutzen KI zwar ständig, aber selten gut. Prompting wird zur Schlüsselkompetenz – und im Berufsleben werden klassische Junior-Aufgaben wie Recherchieren oder das Erstellen von Präsentationen zunehmend von der KI übernommen, was entsprechende Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. In dieser Folge unter der Moderation von Johanna Helbing, Kommunikationsreferentin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    1h 9m
  4. 10/15/2025

    #54 | Zeitgeist – Wie gerecht wollen wir sein?

    Gerechtigkeit betrifft uns alle – im Alltag, in der Politik, in der Bildung, in der digitalen Welt. Doch was bedeutet es eigentlich, gerecht zu sein? Und wie können wir eine Gesellschaft gestalten, in der faire Chancen nicht nur ein Ideal bleiben, sondern gelebte Realität werden? In der 54. Folge unseres Podcasts, die Teil der Themenreihe »Zeitgeist« ist, sprechen wir mit drei Expert*innen aus den Bereichen Bauen, Bildung und Digitalisierung über individuelle Verantwortung, strukturelle Ungleichheiten und die Frage, wie Gerechtigkeit in einer komplexen Welt aussehen kann. Esther Anne Adrian (MHL), Referentin für akademische Weiterbildung und Vertretungsprofessorin für Musikvermittlung an der Hochschule für Musik Detmold, denkt Gerechtigkeit aus einer bildungspolitischen und kulturellen Perspektive. Musikalische Bildung, so Adrian, ist ein Spiegel gesellschaftlicher Chancenungleichheit – denn Instrumente, Unterricht und Förderung kosten Geld. Mit Projekten wie dem Kompetenzzentrum für Musikalische Bildung Schleswig-Holstein (KMB.SH) entstehen Strukturen, die musikalisches Lernen über alle Lebensphasen hinweg öffnen sollen. »Wir müssen Privilegien bewusst wahrnehmen und Verantwortung übernehmen«, betont Adrian. Prof. Dr. Christian Herzog (UzL), Leiter des Ethical Innovation Hub und Professor für ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Künstlichen Intelligenz, verknüpft das Thema Gerechtigkeit mit der digitalen Welt. Für ihn steht Chancengleichheit im Mittelpunkt – unabhängig von Herkunft oder sozialem Status. KI-Tools wie ChatGPT seien nicht per se gerecht – sie hängen von den wirtschaftlichen Interessen der Big Tech ab und bergen Risiken, etwa durch algorithmische Verzerrungen. Herzog fordert, Studierende darauf vorzubereiten, KI reflektiert zu nutzen und Räume für echte Erkenntnis zu schaffen, statt ausschließlich auf Prüfungsleitungen zu fokussieren. Dietmar Wahlberg (TH), Honorarprofessor und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen (ARGE), betrachtet Gerechtigkeit durch die Linse des Wohnens. Für ihn bedeutet sie gleiche Start- und Zielchancen – insbesondere im Zugang zu Wohnraum. Doch genau dieser wird zunehmend teurer und damit ungleicher verteilt. Während Baukosten und Lebenshaltungskosten steigen, wird Wohnen für viele zum Luxusgut. »Noch nie war es für eine Generation so schwierig, bezahlbaren Wohnraum zu finden – außer sie erben«, sagt Wahlberg. Unterschiedliche Interessen von Bauenden, Eigentümer*innen und Mieter*innen verschärfen das Spannungsfeld, in dem Gerechtigkeit immer wieder neu ausgehandelt werden muss. In dieser Folge unter der Moderation von Theresia Lichtlein, Kommunikationsleiterin der Technischen Hochschule Lübeck (TH), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    1h 3m
  5. 09/24/2025

    #53 | Zeitgeist

    Ob in gesellschaftlichen Debatten, politischen Diskussionen oder im Alltag – oft scheint es nur Extreme zu geben. Warum fällt es uns so schwer, Grautöne wahrzunehmen? Und ist es wirklich einfacher, die Welt in zwei Lager zu teilen – oder schlicht bequemer? Darüber diskutieren wir in unserer 53. Podcastfolge, die zugleich der Start unserer neuen Themenreihe »Zeitgeist« ist, mit drei Gästen aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen. Dr. Daniela Bartels (MHL), Musikpädagogin und Inklusionsbeauftragte an der Musikhochschule Lübeck, versteht Musik als gesellschaftsgestaltende Praxis: Sie schafft nonverbale Kommunikation, emotionale Verbindungen und kann ein starkes Wir-Gefühl erzeugen. Zugleich sind Musikhochschulen aber exklusive Orte, die nur wenigen nach bestandener Aufnahmeprüfung offenstehen. Inklusive Erfahrungen müssten deshalb bewusst in die Lehrpraxis integriert werden. Amanda Küting (TH), diversitätsbeauftragte Person an der Technischen Hochschule Lübeck, macht auf eine andere Dimension des Schwarz-Weiß-Denkens aufmerksam: Es kann zwar Zugehörigkeit stiften, birgt aber zugleich die Gefahr, ›die Anderen‹ zu verzerren oder auszugrenzen. Strukturen sollten so verändert werden, dass echte Chancengerechtigkeit entsteht – Bildung ist schließlich ein Recht für alle. Diversität bedeute nicht, jemandem etwas wegzunehmen, sondern anderen Menschen mehr Raum zu geben. Prof. Dr. Stefan Borgwardt (UzL), Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität zu Lübeck, bringt die psychologische Perspektive ein. Schwarz-Weiß-Denken, so erklärt er, ist ein Versuch, die komplexe Wirklichkeit zu reduzieren und Orientierung zu geben. Es ist aber nicht nur ein Denkstil, sondern kann auch Symptom von Erkrankungen sein – etwa wenn Depressionen dazu führen, dass Menschen alles ›schwarz sehen‹. Durch Perspektivwechsel und gezielte Reflexion kann es uns im Alltag gelingen, Zwischentöne bewusster wahrzunehmen. In dieser Folge unter der Moderation von Nicole Werner, Mitarbeiterin am Brahms-Institut und Gleichstellungsbeauftragte an der Musikhochschule Lübeck (MHL), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    58 min
  6. 08/20/2025

    #52 | Wissenschaftskommunikation

    Wissenschaft lebt vom Austausch – und davon, dass Forschungsergebnisse ihren Weg in die Gesellschaft finden. Aber wer sorgt dafür, dass Wissenschaft verständlich gemacht wird? Und welche Verantwortung tragen Hochschulen, wenn es darum geht, Wissenschaft sichtbar, greifbar und manchmal sogar unterhaltsam zu machen? In unserer 52. Podcastfolge teilen drei Expert*innen ihre Sichtweisen auf Chancen, Aufgaben und Herausforderungen der Wissenschaftskommunikation. Theresia Lichtlein (TH), Leiterin der Kommunikation der Technischen Hochschule Lübeck, betont im Podcast, dass wissenschaftliche Erkenntnisse nur dann Wirkung entfalten, wenn sie die Menschen auch erreichen. Dabei muss sie oft zwischen den schnellen Kommunikationsmechanismen der Medienwelt und dem langsameren Takt der wissenschaftlichen Forschung vermitteln – ein Spannungsfeld, das Fingerspitzengefühl verlangt. Aber ganz gleich, ob es darum geht, Forschungsprozesse transparent zu machen oder Begeisterung für ein Themenfeld zu wecken: Wissenschaftskommunikation kann Zugänge schaffen, Neugier wecken und Vertrauen in die Wissenschaft aufbauen. Daniel Hoth (UzL), Pressesprecher der Universität zu Lübeck, beschreibt Wissenschaftskommunikation als einen Übersetzungsprozess: Im Idealfall werden dabei komplexe Forschungsinhalten in verständliches Wissen verwandelt, das ganz im Sinne des aufklärerischen Grundgedankens die Grundlage für gesellschaftliche Verständigung schafft. Er weist auf die wachsende Bedeutung der Kommunikation im Berufsbild von Wissenschaftler*innen hin – gerade, weil Social Media schnelle und zugespitzte Formate verlangt. Mutig zu kürzen, ohne das Wesentliche dabei preiszugeben, sieht er als eine der größten Herausforderungen für die Wissenschaftskommunikation an. Auch Dr. Teresa Cäcilia Ramming (MHL), wissenschaftliche Mitarbeiterin im Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck, hebt hervor, dass Wissenschaftskommunikation entscheidend für die Teilhabe am gesellschaftlichen Diskurs ist – nicht zuletzt, weil es um öffentliche Gelder geht, deren Einsatz transparent gemacht werden muss. Am Beispiel des Brahms-Portals, einer neuen Onlineplattform zum Leben und Werk von Johannes Brahms, zeigt sie im Podcast, wie musikwissenschaftliche Forschung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden kann. Sie erinnert daran, dass auch die Fähigkeit, Vorträge überzeugend zu halten oder Texte zielgruppengerecht zu schreiben, ein Teil von Wissenschaftskommunikation ist – und deswegen zunehmend Eingang in das Studium findet. In dieser Folge unter der Moderation von Nicole Werner, Mitarbeiterin am Brahms-Institut an der Musikhochschule Lübeck (MHL), beleuchtet der Podcast von Lübeck hoch 3 einmal monatlich Themen der Forschung, Kultur und Gesellschaft. Geladen sind jeweils Vertreter*innen der drei am Projekt beteiligten Hochschulen (Musikhochschule Lübeck, Technische Hochschule Lübeck und Universität zu Lübeck) und je nach Thema ein*e Expert*in als Gast. Der Podcast steht über die Website www.gedankenspruenge-podcast.de und alle gängigen Plattformen zum Abruf bereit. Die Folgen gehen jeweils mittwochs zur Monatsmitte online. Wissenstransfer, wechselseitiger Dialog und neue Ideen – dafür steht Lübeck hoch 3. Den eigenen Podcast sehen die Initiatorinnen und Vertreter der drei Hochschulen als wichtigen Baustein, um den Diskurs mit der Gesellschaft über Wissenschaft und Kultur anzuregen.

    58 min

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Gedankensprünge ist ein Podcast von Lübeck hoch 3, einem gemeinsamen Projekt der Musikhochschule Lübeck, der Technischen Hochschule Lübeck und der Universität zu Lübeck. In jeder Folge sprechen Expert:innen verschiedener Disziplinen über ein Thema. Ob Forschung, Gesellschaft oder Kultur – unsere Gäste kommen aus unterschiedlichen Fachgebieten. Sie bereichern sich gegenseitig, dürfen sich aber auch gern widersprechen. Der kostenlose Audio-Podcast Gedankensprünge erscheint immer in der Mitte eines jeden Monats.