In dieser Folge habe ich mit Stephanie Sgura darüber gesprochen, was Funnel und Flywheel gemeinsam haben, wo sie sich fundamental unterscheiden – und warum viele Setups in der Praxis nicht scheitern, weil das Modell „falsch“ ist, sondern weil das Fundament fehlt. Wir haben den klassischen Funnel als Trichter eingeordnet: oben kommen viele Leads rein, unterwegs fallen immer mehr raus, und unten bleibt am Ende nur ein kleiner Teil übrig. Das wird besonders dann zum Problem, wenn der Funnel hauptsächlich aus transaktionalen Touchpoints besteht – also Mails und Messages, die im Kern nur „verkaufen, verkaufen, verkaufen“ wollen. Stephanie hat dabei eine für mich wichtige Realität betont: Der Großteil der Zielgruppe ist in den meisten Märkten schlicht nicht kaufbereit. Wenn ich dann alle gleich behandle, alle gleich drücke und überall Conversion erzwingen will, verbrenne ich Zeit und Geld – und vergraule sogar die, die später mal gut passen würden. Genau da setzt für uns das Flywheel an: Statt Leads einmal durch einen Trichter zu pressen, baue ich ein System, das sich über Zeit „dreht“ und Energie aus Vertrauen, Mehrwert und Wiederholung bekommt. Heißt konkret: Menschen dürfen mir folgen, meinen Content sehen, vielleicht in den Newsletter kommen, ein Webinar mitnehmen, sich ein Freebie ziehen – ohne dass ich sie sofort in die „Jetzt kaufen“-Schublade stecke. Und wenn bei ihnen später der Druck entsteht, wenn das Problem wirklich akut wird, wissen sie: da war doch diese Person/diese Marke – und dann kommen sie deutlich wärmer rein. Ein richtig praktischer Hebel, den Stephanie genannt hat, war das Thema Webinar-Leads: Nicht erst danach anrufen, sondern ruhig schon davor. Erwartungen abholen, Status quo verstehen, die richtigen Fragen stellen – und dann nach dem Webinar sauber anschließen. Das ist für mich die perfekte Brücke zwischen Marketing und Sales: Marketing sorgt für Awareness und Interest, Sales übernimmt mit Kontext und Qualität, statt blind in Kaltakquise zu laufen. Wir sind dann ziemlich schnell bei einem Punkt gelandet, der alles entscheidet: Wenn ICP (Ideal Customer Profile), Positionierung, Value Proposition und Differenzierung nicht sitzen, dann läuft jede Kommunikation an der Zielgruppe vorbei. Dann ist es egal, ob ich Funnel oder Flywheel mache – ich skaliere nur Chaos. Und in 2026 kommt für mich noch eine Ebene dazu: Vertrauen. Märkte sind gesättigt, Content ist massenhaft, viel davon ist austauschbar oder fake. Deshalb gewinnen Personal Brand, Wertekommunikation und echte, konsistente Inhalte (gern auch Longform wie Podcast/Video) nochmal stärker an Bedeutung. Zum Schluss haben wir auch über die „Coach-Bubble“ gesprochen. Stephanie grenzt sich klar ab, versteht sich eher als Unternehmensberaterin und kritisiert das laute Skalierungsversprechen in Dienstleistungsprogrammen, das oft über Masse statt Qualität funktioniert. Meine Essenz aus der Folge: Flywheel ist kein Schnellschuss. Es braucht Geduld (eher 6–12 Monate Aufbau), aber es zahlt auf nachhaltige Lead-Qualität, Vertrauen und weniger Abhängigkeit von Kaltakquise ein. -- LinkedIn-Profil von Stephanie: https://www.linkedin.com/in/stephanie-sgura/ -- Unterstütze mich mit einer Steady-Mitgliedschaft https://steadyhq.com/de/kevinalleinimmarketing/about Oder unterstütze mich mit einem Merchandise-Kauf! https://kevin-allein-im-marketing.myspreadshop.de/ Folge mir auf LinkedIn! https://www.linkedin.com/in/kevingruendling/