Wie immer nehmen wir Sie mit auf eine Reise quer durch Nordrhein-Westfalen und richten den Blick diesmal darauf, was unsere Projekte besonders macht. Ob neuer Wohnraum, lebenswerte Quartiere, nachhaltige Gewerbeflächen oder die Wiederbelebung brachliegender Areale – wir wollen lebendige Räume schaffen, für und mit den Menschen. Deshalb steht unsere aktuelle Staffel unter dem Motto "Lebendige Räume". Und nun zu dieser Episode: Was passiert eigentlich mit einem Industrie- oder Gewerbestandort, wenn die Produktion endet? In Nordrhein-Westfalen stellt sich diese Frage an vielen Orten. Wo jahrzehntelang Kohle verarbeitet, Stahl produziert oder Textilien hergestellt wurden, bleiben große Flächen zurück. Mal mit alten Werkshallen, Gleisen und Straßen, manchmal mit Altlasten im Boden, häufig mit Gebäuden, die längst zur Geschichte einer Stadt gehören. Und es müssen nicht die großen Namen der Schwerindustrie sein: Auch die Lebensmittelfabrik oder der eingestellte Betrieb mitten im Ort zählen dazu – mit allem, was eine Nachbarschaft prägt: Lärm, Gerüche, Alltag. Solche Flächen sind oft eine Herausforderung, aber auch eine enorme Chance. Denn wer eine ehemalige Produktionsfläche neu nutzt, muss nicht auf der grünen Wiese bauen. Es können neue Arbeitsplätze entstehen, neue Grünräume, manchmal ganz neue Stadtquartiere. Entscheidend ist nur eine Frage: Wann fängt man damit an? In der aktuellen Episode gehen wir an einem besonderen Beispiel nach: der ehemaligen Brikettfabrik Wachtberg in Frechen im Rheinischen Revier. Hier wird noch produziert, doch spätestens 2030 endet die Braunkohleveredelung – und während die Werkstore noch geöffnet sind, wird bereits daran gearbeitet, was danach kommt. Aus einem jahrzehntelang abgeschlossenen Areal soll wieder ein Ort der Arbeit werden: offener, grüner, stärker mit der Stadt verbunden. Kein 08/15-Gewerbegebiet. Darüber sprechen direkt auf dem Werksgelände Magdalena Pötschke, Technische Beigeordnete der Stadt Frechen, und Henk Brockmeyer, Geschäftsführer von NRW.URBAN. Es geht um das frühe Entwickeln, um ein tragfähiges Leitbild und den Mut, auch einmal Nein zu sagen – zu einer Nutzung, die schnell verfügbar wäre, aber nicht passt. Es geht um Altlasten, Eigentumsfragen und die Förderlandschaft. Und um eine Erkenntnis, die sich übertragen lässt: keine Brache ist wie die andere. Für alle, die Standorte planen, Flächen entwickeln oder Raumplanung studieren, ist diese Folge ein Blick in die Praxis, mit konkreten Ideen zum Mitnehmen.