In Folge 173 sprechen wir in Schlaflos dank Seattle über Metas neues KI-Modell Muse Spark Open, das Meta als leistungsfähigstes offenes US-Modell bezeichnet. Unternehmen können es herunterladen, auf eigener Infrastruktur betreiben und für eigene Anwendungen anpassen. Wir diskutieren, warum Meta damit insbesondere den starken chinesischen Anbietern offener KI-Modelle Konkurrenz macht, welche Strategie hinter der Kombination aus offenen und geschlossenen Modellen steckt und ob Unternehmen dadurch langfristig unabhängiger von großen KI-Anbietern werden. Außerdem schauen wir auf Accenture, wo die zentral finanzierten Claude-Budgets für viele Mitarbeiter auf nur noch 29 Dollar im Monat begrenzt wurden. Zuvor hatten einige Entwickler monatlich bis zu 1.000 Dollar für die Nutzung von KI ausgegeben. Wir diskutieren, warum KI zunehmend zu einem variablen Kostenfaktor wird und ob solche Budgetgrenzen überhaupt sinnvoll sind. Müssen Unternehmen künftig also weniger den KI-Verbrauch und stärker den tatsächlich geschaffenen Mehrwert messen? Passend dazu hat Stripe erstmals konkrete Zahlen veröffentlicht, die zeigen, dass KI-Agenten zunehmend selbstständig einkaufen und bezahlen. Wir überlegen, wie sich der Online-Handel verändert, wenn persönliche KI-Agenten künftig Produkte suchen, Preise vergleichen und Einkäufe abschließen. Was bedeutet das für Händler, Marken und Zahlungsdienstleister, wenn nicht mehr nur Menschen, sondern zunehmend auch Maschinen Kaufentscheidungen treffen? Sam Altmans Identitätsprojekt World möchte unterdessen eine weitere Grundlage für diese neue Agentenwirtschaft schaffen. Mit World ID for Banking and Finance sollen Banken überprüfen können, ob hinter einem KI-Agenten tatsächlich ein verifizierter Mensch steht. Wir diskutieren, wie digitale Vollmachten für KI-Agenten funktionieren könnten, wer künftig kontrolliert, welche Entscheidungen ein Agent treffen darf, und ob wir dafür wirklich einem privaten Unternehmen unsere Iris anvertrauen müssen. Auch Anthropic beschäftigt sich mit der nächsten Entwicklungsstufe autonomer KI-Agenten. Das Unternehmen berät sich mit Anwaltskanzleien darüber, wie Agenten künftig in unserem Auftrag verhandeln können - beispielsweise bei Vertragsabschlüssen, Reklamationen oder Gehaltsverhandlungen. Wir fragen uns, ob KI-Agenten grundsätzlich das Maximum für uns herausholen sollten oder ob Fairness, Vertrauen und menschliches Gespür auch bei Verhandlungen zwischen Maschinen eine Rolle spielen müssen. Abseits der KI-Welt schauen wir auf eine neue Allianz europäischer Mobilfunkanbieter. Deutsche Telekom, Orange, Telefónica und Vodafone wollen gemeinsam eine Alternative zu Starlinks satellitengestütztem Mobilfunk aufbauen. Künftig sollen normale Smartphones auch dort Empfang haben, wo es keine Mobilfunkmasten gibt. Gleichzeitig entwickelt sich SpaceX zunehmend vom Technologiepartner zum potenziellen Konkurrenten klassischer Netzbetreiber. Wir sprechen darüber, warum sich ausgerechnet vier Wettbewerber zusammenschließen, welche Bedeutung Funkfrequenzen dabei haben und wie viel wirtschaftlichen Aufwand Europa für eine unabhängige Kommunikationsinfrastruktur betreiben sollte. Zum Abschluss geht es um Elon Musks Ankündigung, jedem Kind in den USA eine SpaceX-Aktie schenken zu wollen - bei rund 72 Millionen Kindern ein rechnerischer Gesamtwert von mehr als zehn Milliarden Dollar. Interessant ist vor allem der Zeitpunkt: Kurz zuvor hatte Anthropic angekündigt, fünf Prozent seiner Unternehmensanteile in einen gemeinnützigen Fonds einzubringen. Dahinter steht eine noch größere Frage: Wenn KI und Robotik künftig einen immer größeren Teil unserer wirtschaftlichen Wertschöpfung übernehmen, wie können dann möglichst viele Menschen an diesem Wohlstand teilhaben?