Bonjourno Podcast

Olivia Samnick

Was braucht die Zukunft des Journalismus? Finden wir es gemeinsam raus! Ideenfundus und Gesprächsrunde mit smarten Gästen aus Medien und Forschung.

  1. 11/03/2025

    #32 Der Femizide Report - was tut sich in Medienberichten? 2/2

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit mir Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit einer Gruppe Journalist:innen zu Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Dass Femizide ein gesamtgesellschaftliches und strukturelles Problem sind, sieht man sehr gut, wenn man in die Forschung blickt. Das passiert in dieser Folge mit Christine Meltzer. Sie ist Juniorprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und hat gleich zwei große Reports zur Femizid-Berichterstattung herausgebracht. Was hat sich seit dem letzten Femizide Report 2022 bis 2024 getan? Sind wir besser geworden dabei, über Tötungen von Frauen aus geschlechtsspezidischen Gründen zu sprechen? Welche Begriffe kann sie als Forscherin nicht mehr sehen? Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zum Gast Christine Meltzer, Juniorprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover https://www.ijk.hmtm-hannover.de/de/institut/personen/jun-prof-dr-christine-meltzer/ Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:29 Interview mit Christine Meltzer 00:38:43 Schluss Noch erschienen aus dieser Recherche: Jahresthema 25 “Femizide” des Selbstlautkollektivs: www.selbstlautkollektiv.com Aktuelle Ausgabe des medium magazins mit dem Beitrag zur medialen Darstellung von Femiziden: https://www.mediummagazin.de/category/aktuelle-ausgabe/ Forschung: Tragische Einzelfälle?Trendreport zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen; 12. Dezember 2024, Autorin: Christine E. Meltzer https://www.otto-brenner-stiftung.de/trendreport-zur-berichterstattung-ueber-gewalt-gegen-frauen/ Hilfen bei Gewalt gegen Frauen: Berichten Medien zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden fehlt es oft an Informationen für Personen, die gefährdet sind. Das führt manchmal ins Absurde: Begeht ein Mann einen Femizid und tötet sich anschließend selbst, finden sich in Beiträgen zwar Hinweise zu Hilfsangebote bei Suizidalität, wie es seit den 2000ern gelernte Praxis in vielen Medienhäuser ist - aber kaum Rat für von Gewalt betroffene Frauen und zur Täterprävention. Experten und Expertinnen empfehlen daher, wichtige Informationen für das Publikum zur Verfügung zu stellen - nicht als “nice to have”, sondern “must have”. Welche Infos sind für Schweiz, Deutschland und Österreich relevant? Österreich Polizei (bei akuter Gefahr): 113  Frauenhelpline: 0800 222 555 (24/7, kostenlos, mehrsprachig, anonym) Gewaltschutzzentren: www.gewaltschutzzentrum.at, 0800 700 217 24-Stunden-Frauen-Notruf: 0171719  App „Stiller Notruf“ Männerinfo-Telefon: 0800 400 777 Kampagne des Sozialministeriums: mannsprichtsan.at Deutschland Polizei (bei akuter Gefahr): 110 Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen":  116 016 (kostenfrei, anonym, mehrsprachig, 24/7) BIG-Hotline (Berlin): 00 49 30 611 03 00, www.big-hotline.de (Beratung, Krisenintervention, Vermittlung an Frauenhäuser) Frauenhäuser (bundesweit): Beratungsstellensuche via www.frauen-gegen-gewalt.de → Beratungsstellensuche (Schutzunterkünfte, psychosoziale und juristische Hilfe) bff – Frauen gegen Gewalt e. V.: www.frauen-gegen-gewalt.de (Netzwerk von Fachberatungsstellen in Deutschland? Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt https://www.bag-taeterarbeit.de/beratungsstellen-liste/  Schweiz Polizei (bei akuter Gefahr): 117 Frauenhäuser (je nach Region): Aargau/Solothurn (062 823 86 00), Beider Basel (061 681 66 33), Bern (031 332 55 33), Zürich (079 628 87 80) Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch (Kostenlose Beratung & Unterstützung) Mannebüro Zürich – 044 242 08 88 – www.mannebuero.ch  Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS)  – fvgs.ch Ressourcen & Medienleitfäden Allgemeines Prävention: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/broschueren-und-buecher/femizide-verhindern.html Deinhyan, Marianna (2022): Tipps für Medien für eine betroffenensensible Berichterstattung. Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM). Online abrufbar unter: https://beauftragtemissbrauch.de/ Ein Leitfaden zur Bebilderung des Themas Gewalt an Frauen: https://www.genderleicht.de/leitfaden-gewalt-gegen-frauen-wir-brauchen-bessere-bilder/#leitfadengewalt Österreich Empfehlungen für Medienschaffende bei Berichten zu Gewalt gegen Frauen: https://www.aoef.at/images/06_infoshop/6-2_infomaterial_zum_downloaden/gewaltfrei-leben/Folder_WEB_gewaltfrei_Verantwortungsvolle_Berichterstattung.pdf  Schweiz  Leitfaden für Medienschaffende, auf der Website auch einsehbar in Französisch und Italienisch. Hier zur deutschen Fassung: www.stopfemizid.ch/deutsch  Deutschland Leitfaden für Medienschaffende bei Femizid-Berichten: https://www.journalist.de/werkstatt/werkstatt-detail/kein-familiendrama-berichterstattung-ueber-femizide-und-der-umgang-mit-ueberlebenden-und-angehoerigen/ Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (2022): Pressekodex angewandt. Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen. https://www.lfsh.de/veroeffentlichungen Forderungen der Medienfrauen von ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle und ORF (2023): https://www.mdr.de/unternehmen/herbsttreffen-medienfrauen-resolution-femizide-100.html  Europaweit und international Leitfaden für Medienschaffende vom FEM-UnitED-Projekt: www.ifes.fau.de/files/2022/07/FEM-UnitED_Leitlinien-fuer-Medienschaffende_Final.pdf  Leitfaden des Global Investigative Journalism Network zur Femizid-Recherche (2021): https://gijn.org/resource/investigating-femicide-a-gijn-guide/

    40 min
  2. 10/27/2025

    #31 Der Medienleitfaden - wie besser zu Femiziden berichten? 1/2

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit mir Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit einer Gruppe Journalist:innen zu Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Begriffe wie Beziehungsdrama romantisieren die brutalste Art von geschlechtsspezifischer Gewalt. Bilder von bedrohlichen Gestalten verklären, wo Frauen am häufigsten Gewalt droht: in den eigenen vier Wänden. Und oft genug hapert es in der Presse überhaupt, Femizide als strukturelles Problem zu benennen. Wie könnte das anders gehen? Dazu spreche ich heute mit Journalistin Sonja Peteranderl. Sie hat in Lateinamerika viel zu Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt gearbeitet und dann mit einer Gruppe Frauen einen Leitfaden für andere Journalist:innen entwickelt. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zum Gast Sonja Peteranderl, Journalistin https://www.instagram.com/borderland_beats/?hl=de https://bsky.app/profile/crimewatch.bsky.social https://de.linkedin.com/in/sonja-peteranderl-80b4153b Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:34 Interview mit Sonja Peteranderl 00:36:29 Schluss Noch erschienen aus dieser Recherche: Jahresthema 25 “Femizide” des Selbstlautkollektivs: www.selbstlautkollektiv.com Aktuelle Ausgabe des medium magazins mit dem Beitrag zur medialen Darstellung von Femiziden: https://www.mediummagazin.de/category/aktuelle-ausgabe/ Forschung: Tragische Einzelfälle?Trendreport zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen; 12. Dezember 2024, Autorin: Christine E. Meltzer https://www.otto-brenner-stiftung.de/trendreport-zur-berichterstattung-ueber-gewalt-gegen-frauen/ Hilfen bei Gewalt gegen Frauen: Berichten Medien zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden fehlt es oft an Informationen für Personen, die gefährdet sind. Das führt manchmal ins Absurde: Begeht ein Mann einen Femizid und tötet sich anschließend selbst, finden sich in Beiträgen zwar Hinweise zu Hilfsangebote bei Suizidalität, wie es seit den 2000ern gelernte Praxis in vielen Medienhäuser ist - aber kaum Rat für von Gewalt betroffene Frauen und zur Täterprävention. Experten und Expertinnen empfehlen daher, wichtige Informationen für das Publikum zur Verfügung zu stellen - nicht als “nice to have”, sondern “must have”. Welche Infos sind für Schweiz, Deutschland und Österreich relevant? Österreich Polizei (bei akuter Gefahr): 113  Frauenhelpline: 0800 222 555 (24/7, kostenlos, mehrsprachig, anonym) Gewaltschutzzentren: www.gewaltschutzzentrum.at, 0800 700 217 24-Stunden-Frauen-Notruf: 0171719  App „Stiller Notruf“ Männerinfo-Telefon: 0800 400 777 Kampagne des Sozialministeriums: mannsprichtsan.at Deutschland Polizei (bei akuter Gefahr): 110 Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen":  116 016 (kostenfrei, anonym, mehrsprachig, 24/7) BIG-Hotline (Berlin): 00 49 30 611 03 00, www.big-hotline.de (Beratung, Krisenintervention, Vermittlung an Frauenhäuser) Frauenhäuser (bundesweit): Beratungsstellensuche via www.frauen-gegen-gewalt.de → Beratungsstellensuche (Schutzunterkünfte, psychosoziale und juristische Hilfe) bff – Frauen gegen Gewalt e. V.: www.frauen-gegen-gewalt.de (Netzwerk von Fachberatungsstellen in Deutschland? Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt https://www.bag-taeterarbeit.de/beratungsstellen-liste/  Schweiz Polizei (bei akuter Gefahr): 117 Frauenhäuser (je nach Region): Aargau/Solothurn (062 823 86 00), Beider Basel (061 681 66 33), Bern (031 332 55 33), Zürich (079 628 87 80) Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch (Kostenlose Beratung & Unterstützung) Mannebüro Zürich – 044 242 08 88 – www.mannebuero.ch  Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS)  – fvgs.ch Ressourcen & Medienleitfäden Allgemeines Prävention: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/broschueren-und-buecher/femizide-verhindern.html Deinhyan, Marianna (2022): Tipps für Medien für eine betroffenensensible Berichterstattung. Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM). Online abrufbar unter: https://beauftragtemissbrauch.de/ Ein Leitfaden zur Bebilderung des Themas Gewalt an Frauen: https://www.genderleicht.de/leitfaden-gewalt-gegen-frauen-wir-brauchen-bessere-bilder/#leitfadengewalt Österreich Empfehlungen für Medienschaffende bei Berichten zu Gewalt gegen Frauen: https://www.aoef.at/images/06_infoshop/6-2_infomaterial_zum_downloaden/gewaltfrei-leben/Folder_WEB_gewaltfrei_Verantwortungsvolle_Berichterstattung.pdf  Schweiz  Leitfaden für Medienschaffende, auf der Website auch einsehbar in Französisch und Italienisch. Hier zur deutschen Fassung: www.stopfemizid.ch/deutsch  Deutschland Leitfaden für Medienschaffende bei Femizid-Berichten: https://www.journalist.de/werkstatt/werkstatt-detail/kein-familiendrama-berichterstattung-ueber-femizide-und-der-umgang-mit-ueberlebenden-und-angehoerigen/ Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (2022): Pressekodex angewandt. Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen. https://www.lfsh.de/veroeffentlichungen Forderungen der Medienfrauen von ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle und ORF (2023): https://www.mdr.de/unternehmen/herbsttreffen-medienfrauen-resolution-femizide-100.html  Europaweit und international Leitfaden für Medienschaffende vom FEM-UnitED-Projekt: www.ifes.fau.de/files/2022/07/FEM-UnitED_Leitlinien-fuer-Medienschaffende_Final.pdf  Leitfaden des Global Investigative Journalism Network zur Femizid-Recherche (2021): https://gijn.org/resource/investigating-femicide-a-gijn-guide/

    37 min
  3. 09/08/2025

    #30 Exiljournalismus: 10 Jahre wir schaffen... was?

    Willkommen bei “Bonjourno”, dem Podcast, der Journalismus zukunftsfest machen will. Im Sommer 2015 erreichte die Zahl der Geflüchteten in Deutschland und Europa einen historischen Höhepunkt: Binnen weniger Monate kamen über eine Million Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – auf der Suche nach Schutz, nach einer Perspektive. Die Schiffskatastrophen im Mittelmeer mit hunderten Toten, die EU‑Migrationsagenda, der Bau von Grenzzäunen, die Mobilisierung tausender Ehrenamtlicher an Bahnhöfen – das alles veränderte nicht nur politische und gesellschaftliche Debatten, sondern stellte auch den Journalismus vor neue Herausforderungen und Fragen. Denn unter den Geflüchteten desselben und der Folgejahre waren auch Journalist*innen. Schon zuvor und auch danach kamen und kommen Exiljournalist:innen in Deutschland an und stehen vor der Frage: Wie hier im Journalismus Fuß fassen? Annika Reich hat 2015 die Initiative Wir machen das mitgegründet. Unter anderem haben sich dabei Tandem Pärchen gebildet - aus geflüchteten Journalisten und solchen, die schon in Deutschland zuhause sind. Was hat das damals gebracht und was ist davon geblieben? Schon als Student erfuhr Omid Rezaee im Iran Repressalien, musste ins Gefängnis – und wählte das Exil. Viele Jahre war er freiberuflich unterwegs - mittlerweile ist er fest als Volo bei der ZEIT. Was das nun für einen Unterschied macht. Warum er nicht die Sprache als größte Hürde sieht. Und inwieweit deutsche Redaktionen die Chance genutzt haben Journalist:innen im Exil für ihre Expertise einzusetzen. Alles in dieser Folge. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zu den Gästen Omid Rezaee, iranischer Journalist im Exil Annika Reich, Autorin & Mitgründerin von “Wir machen das” Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:47 Interview mit Annika Reich 00:35:28 Interview mit Omid Rezaee 01:16:10 Schluss Ressourcen & Quellen Exiljournalistische Communities in Deutschland: https://koerber-stiftung.de/projekte/exile-media-forum/ueberblick-ueber-exilierte-communities/ Medium Magazin, Fluchtpunkt: Berlin https://www.mediummagazin.de/steckbriefe-exiljournalismus-in-deutschland/ Medium Magazin, Fluchtpunkt: München https://www.mediummagazin.de/exiljournalismus-fluchtpunkt-muenchen/ Tipps & Tools für Exiljournalist:innen: https://neuemedienmacher.de/wissen-tools/startklar/ Studie zu Herausforderungen von Exilschaffenden in Deutschland (2024) https://akademie.dw.com/en/new-study-at-the-intersection-of-exile-journalism-and-gender-in-central-america/a-72860352

    1h 17m
  4. 07/28/2025

    #29 Islamismus und Medien: Wie zu Extremismus berichten ?

    Willkommen bei “Bonjourno”, dem Podcast, der Journalismus zukunftsfest machen will. Teenager, die sich dem IS anschließen möchten, extremistische Prediger auf YouTube oder ein islamistischer Terroranschlag: Anlässe, um zu Islamismus zu berichten, gibt es einige. Doch: Wie wird der Journalismus dem gerecht? Wie klappt die Berichterstattung zu Extremismus, ohne einen Generalverdacht zu befeuern, Rassismen zu reproduzieren oder Tatsachen zu verschleiern? In dieser Folge geht’s um Medien und Islamismus als eine Form des religiös-begründeten Extremismus. Dazu habe ich mir zwei Fachleute vor’s Mikro eingeladen: Philip Mohammed Al-Khazan, Berater bei Legato in Hamburg und Margit Stein, Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Universität Vechta. Al-Khazan berichtet aus seinem Berufsalltag: Er arbeitet mit Jugendlichen und weiß daher, welche gravierenden Auswirkungen eine einseitige, in Teilen rassistische Berichterstattung hat, die Menschen mit Nahost- und/oder Islam-Bezug mit Islamismus in einen Topf wirft. Andersherum, könne ein machtkritischer Journalismus aber sogar präventiv gegen Extremismus wirken. Stein erklärt, welche Rolle digitale Medien bei der Radikalisierung bis in den Extremismus spielen und gibt Einblick in ihre Forschung dazu. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zu den Gästen Philip Mohammed Al-Khazan, Legato in Hamburg Margit Stein, Professorin für Allgemeine Pädagogik an der Universität Vechta Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:02:12 Interview mit Philip Mohammed Al-Khazan 00:34:15 Interview mit Margit Stein 00:55:42 Schluss Ressourcen & Quellen Beratung und Prävention (u.a. für Angehörige und Austeigende) Legato & Dist[ex] https://legato-praevention.de/distex/ https://www.beratungsstelle-radikalisierung.de/DE/Startseite/startseite_node.html Broschüre: Schule und religiös begründeter Extremismus https://www.vbe.de/service/broschuere-schule-und-religioes-begruendeter-extremismus Forschung: Stein, Margit, et al. "Die Rolle digitaler Medien in der Hinwendung zu islamistischer Radikalisierung: Eine qualitative Interviewstudie." MedienPädagogik: Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung 59 (2024): 123-137. https://www.medienpaed.com/article/view/1798 Stein, Margit, and Benjamin Möbus. "Die Rolle digitaler Medien im Prozess der islamistischen Radikalisierung und das diesbezügliche Präventionspotenzial des islamischen Religionsunterrichts: Eine Interviewstudie zu den subjektiven Theorien von Lehrenden an den Zentren und Instituten für Islamische Theologie." Zeitschrift für praxisorientierte (De-) Radikalisierungsforschung 3.1 (2024): 43-82. https://www.zepra-journal.de/index.php/zepra/article/view/35 Lautz, Y. v., Bösing, E., Dannemann, M., Stein, M. & Kart, M. (2023). Die Rolle digitaler Lebenswelten in der Abwendung junger Menschen vom Islamismus im Fokus von Forschung und Präventionspraxis. In: Friele, B., Kart, M., Kergel, D., Rieger, J., Schomers, B., Sen, K., Staats, M. & Trotzke, P. (Hrsg.). Soziale Arbeit und gesellschaftliche Transformation zwischen Exklusion und Inklusion. Analysen und Perspektiven. Wiesbaden: Springer VS, S. 65-79. In der Folge erwähnte Beiträge: Talk von Nadia Zaboura bei der Re:Publika 2025: https://re-publica.com/de/session/verlorenes-medienvertrauen-gefaehrdete-demokratie-analyse-auswege-und-zukunft-der-deutschen und https://www.youtube.com/watch?v=XhDy5JG6Xks Beitrag zur islamisch-radikalisierter 13jährigen: https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-anschlagsgefahr-warum-eine-13-jaehrige-in-paderborn-ueberwacht-wird-100.html Weiteres zum Thema: BPB, Islamistische Radikalisierung bei Jugendlichen erkennenhttps://www.bpb.de/themen/infodienst/212160/islamistische-radikalisierung-bei-jugendlichen-erkennen/ BPB, Diskussionsräume und Radikalisierungsprozesse in Sozialen Medien https://www.bpb.de/themen/parteien/rechtspopulismus/562042/diskussionsraeume-und-radikalisierungsprozesse-in-sozialen-medien/ Krautreporter.de, Analyse: So werden Kinder zu Ideologen https://krautreporter.de/kinder-und-bildung/5940-so-werden-kinder-zu-ideologen Empfehlungen für Medien mit ausgewogener Berichterstattung zu Nahost (von Al-khazan): Domocracy Now Arte BPB Bonjourno Folgen zum Thema Nahost-Berichterstattung https://www.bonjourno.de/episodes/nahost-selbstzensur-kygep https://www.bonjourno.de/episodes/nahost-werkstattgespraech

    57 min
  5. 03/31/2025

    #27 Wie steht’s um digitalen Quellenschutz?

    Willkommen bei “Bonjourno”, dem Podcast, der Journalismus zukunftsfest machen will. Woher stammt die Information in einem journalistischen Beitrag? Genau das geheim zu halten, um eine Quelle zu schützen, zählt zu gutem Journalismus dazu. Nur so ist eine kritische Berichterstattung überhaupt möglich. Vor dem Gesetz gibt’s etwa besondere Schutzrechte für JournalistInnen: Sie müssen nicht aussagen und Redaktionen dürfen nicht durchsucht werden, wenn die Identität von InformantInnen so ans Licht kommen könnte.  Aber: Achten JournalistInnen selbst ausreichend auf den Schutz ihrer InformantInnen? Das ist im Digitalen nämlich ziemlich knifflig. Ein Team der Universität Hamburg hat sich den digitalen Quellenschutz genauer angesehen und mehrere Interviews mit Medien geführt. Das Paper der Untersuchung heißt “First be safe: Exploring and improving journalists’ skills in digital security”, federführend durchgeführt von Jannis Frech, Volker Lilienthal, und Viviane Schönbächler. In der neuen Folge blicken Sonja Fürst und Cornelius Link, die auch an der Studie mitgewirkt haben, mit mir zusammen auf die Ergebnisse der Untersuchung und darauf, was digitaler Quellenschutz im Journalismus zukünftig braucht! Denn, kleiner Spoiler: Es ist noch Luft nach oben! Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner. Seit August 2024 ist Olivia Onlineredakteurin bei mm in Teilzeit und arbeitet nach wie vor freiberuflich. Die Inhalte von Bonjourno verantwortet sie. Infos zu den Gästen Sonja Fürst und Cornelius Link auf Instagram: @sonja__fuerst; @cmaxlink Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:23 Interview mit Sonja Fürst und Cornelius Link 00:40:16 Outro Nützliche Links: Die besprochene Studie ““First be safe: Exploring and improving journalists’ skills in digital security” als Paper https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/14648849241310847 Bonjourno Folge zu digitaler Sicherheit & Spyware: https://www.bonjourno.de/episodes/digitale-pressefreiheit Digitale Sicherheitstrainings: Daniel Moßbrucker & Annkathrin Weis Digitale Tools für besseren Quellenschutz Passwort-Manager: Bitwarden, 1Password und KeepassXC E-Mail-Verschlüsselung: PGP, Proton Mail, Mailvelope Messenger: Signal, Threema und WhatsApp sind E2E verschlüsse40 Dateien teilen: Tresorit, (SecureDrop)

    42 min
  6. 02/17/2025

    #26 Talking Nahost 2: Werkstattgespräch mit Quynh Trần und Anna-Theresa Bachmann

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit Journalistin Olivia Samnick und ihren Gästen aus den Medien um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft? In dieser Folge widmen wir uns in Teil 2 der Nahost-Berichterstattung in deutschen Medien: am konkreten Beispiel. Welche Abwägungen müssen Journalist*innen machen, gerade wenn sie zu Israel oder Palästina berichten? Was für unterschiede gibt es, ist man dauerhaft vor Ort oder reist immer wieder von Deutschland nach Nahost? Was macht die Nahostberichterstattung so herausfordernd? Über 145 Medienschaffende sind seit dem Massaker der Hamas und dem Beginn der israelischen Bombardierungen nach RSF-Recherchen gestorben - die meisten davon in Gaza aber auch im Libanon in Israel. Zeitgleich berichtet Katharina Weiß von RSF in der letzten Folge Bonjourno, dass Journalist*innen - selbst solche, die meist aus Deutschland heraus zu Nahost berichten - unter immensem Druck stehen. Medienschaffende berichten von Belastung, Hate Speech und Kampagnen, drohender Selbstzensur, Sorge Aufträge zu verlieren und schwierigen Aushandlungsprozessen mit Redaktionen. Wie kann man in diesem Spannungsfeld seiner Arbeit nachgehen? Das habe ich die freie Journalistin Anna-Theresa Bachmann gefragt, mit der ich zusammen beim Selbstlaut Kollektiv aktiv bin. Theresa reist für ihre Arbeit immer wieder von Deutschland nach Nahost, etwa nach Ägypten, den Libanon oder eben auch Israel und berichtet auch über palästinesische Gebiete, wie Gaza. Sie schreibt u.a. für Zeit Online und den Spiegel . Dazu kommt Quynh Trần, sie lebt und arbeitet als Freie von Tel Aviv in Israel aus, u.a. für die FAZ und Zeit Online. Im Werkstattgespräch greifen wir uns konkrete Beiträge heraus, an denen die beiden gearbeitet haben - und welche Herausforderungen sie dafür meistern mussten. Viel Hörvergnügen, Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner. Seit August 2024 ist Olivia Onlineredakteurin bei mm in Teilzeit und arbeitet nach wie vor freiberuflich. Die Inhalte von Bonjourno verantwortet sie. Infos zu den Gästen Über Quynh Trần: https://www.zeit.de/autoren/T/Quynh_Tran/index Über Anna-Theresa Bachmann: https://www.instagram.com/annatherestless/ und https://www.torial.com/anna-theresa.bachmann Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:23 Interview mit Anna-Theresa Bachmann und Quynh Trần 00:55:25 Outro Nützliche Links: Besprochene Stücke: https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-10/gazastreifen-gedenken-opfer-familie-bodenoffensive https://www.faz.net/aktuell/politik/krieg-in-nahost/gaza-unter-israels-angriffen-sie-helfen-sich-mit-rezepten-nach-gaza-art-110046211.html Beiträge von Anna-Theresa Bachmann https://www.zeit.de/politik/2025-01/gaza-krieg-israel-hamas-waffenruhe-nahost https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-12/voelkerrecht-israel-palaestinensergebiet-istgh-michael-sfard https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-11/gefluechtete-palaestinenser-aegypten-gaza-krieg-nahost https://taz.de/Proteste-in-Jerusalem/!6036988/ https://www.zeit.de/politik/ausland/2024-12/voelkerrecht-israel-palaestinensergebiet-istgh-michael-sfard Beiträge von Quynh Trần https://www.faz.net/aktuell/politik/krieg-in-nahost/palaestinensische-israelis-beklagen-anfeindungen-wird-solidaritaet-kriminalisiert-19276997.html https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/westjordanland-dschenin-als-brennpunkt-zwischen-palaestinensern-und-israel-19362638.html  https://www.faz.net/aktuell/politik/krieg-in-nahost/eskalation-der-gewalt-im-westjordanland-nach-angriffen-der-hamas-19297306.html  https://www.faz.net/aktuell/politik/krieg-in-nahost/palaestinensische-israelis-beklagen-anfeindungen-wird-solidaritaet-kriminalisiert-19276997.html

    57 min
  7. 02/10/2025

    #25 Talking Nahost 1: Selbstzensur im Journalismus? mit RSF

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit Journalistin Olivia Samnick und ihren Gästen aus den Medien um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft? In dieser Folge widmen wir uns einem Thema - zu dem es immer wieder hitzige Debatten gab und gibt, verstärkt über die letzten 1 ½ Jahre hinweg seit dem 7. Oktober 2023: die Nahost-Berichterstattung in deutschen Medien. Gerade weil die Nahostberichterstattung und Debatten darum so aufgeladen sind - und eben nicht nur einzelne Journalist*innen betreffen und, weil die Vorgänge und Hintergründe vor Ort komplex sind - wird es es mehrere Podcastteile geben - in denen ich mit meinen Interviewgästen verschiedene Aspekte abdecken möchte. Wichtig ist mir dabei ein respektvoller Umgang, den wünsche ich mir auch - wenn ihr selbst Meinungen zur Folge äußern möchtet. Im ersten Teil geht es um eine allgemeine Übersicht dazu, welche Erfahrungen Journalist*innen machen, wenn sie zu Nahost berichten.  Reporter ohne Grenzen, die NGO, die sich für Pressefreiheit und gegen Zensur einsetzt, hat eine Recherche begonnen und dabei Medienschaffende wie Journalist*innen befragt, die zu Nahost arbeiten. Die ersten Ergebnisse zeichnen ein bedenkliches Bild: Es geht um Gewalt, Hasskampagnen und Fragen der Selbstzensur.  Für diese Folge unterstützt mich die Journalistin Anna-Theresa Bachmann, mit der ich zusammen beim Selbstlaut Kollektiv aktiv bin. Theresa reist für ihre Arbeit immer wieder von Deutschland nach Nahost, etwa nach Ägypten, den Libanon oder eben auch Israel und berichtet auch über palästinesische Gebiete, wie Gaza. Wir sprechen im Interview mit Katharina Weiß von Reporter ohne Grenzen über die ersten Einblicke in die Ergebnisse der RoG-Recherche. Viel Hörvergnügen, Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner. Seit August 2024 ist Olivia Onlineredakteurin bei mm in Teilzeit und arbeitet nach wie vor freiberuflich. Die Inhalte von Bonjourno verantwortet sie. Infos zu den Gästen Über Reporter ohne Grenzen: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/ Über Anna-Theresa Bachmann: https://www.instagram.com/annatherestless/ und https://www.torial.com/anna-theresa.bachmann Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:02:02 Interview mit Katharina Weiß 00:34:41 Outro Nützliche Links: Reporter ohne Grenzen: https://www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/selbstzensur-rund-um-nahost-berichterstattung Weitere Stimmen zur Lage der Nahostberichterstattung in deutsche Medien: medium magazin (Hanna Resch, Stella Männer): Auslandsjournalismus. Über die Macht des Erzählens und die Gefahr der Selbstzensur. (€) Offene Briefe https://gazajournalistenschuetzen.wordpress.com/ und https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/offener-brief-medien-netanjahu-zugang-gaza-israel-100.html The Gaza Project https://www.papertrailmedia.de/investigations/gaza-project/

    35 min

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Was braucht die Zukunft des Journalismus? Finden wir es gemeinsam raus! Ideenfundus und Gesprächsrunde mit smarten Gästen aus Medien und Forschung.