Bonjourno Podcast

Olivia Samnick

Was braucht die Zukunft des Journalismus? Finden wir es gemeinsam raus! Ideenfundus und Gesprächsrunde mit smarten Gästen aus Medien und Forschung.

  1. Sep 22

    #37 Ideen für Ostdeutschland in den Medien

    Willkommen bei Bonjourno! Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Vorneweg: “Den einen Osten” gibt es nicht und doch dominiert in den Medien ein häufig einseitiges, problembehaftetes Bild: “Jammer-Ossi”, “das blaue Land”, Rechtsextremismus. Ostdeutsche Perspektiven sind gerade dann gefragt, wenn wieder Wahlen oder Jahrestage anstehen, kontinuierliche Berichterstattung ist oft rar - und wenn es sie gibt, leider oft wenig in großen Medien sichtbar: Aber welche wichtigen Debatten und Stimmen fallen damit hintenüber? Was genau zählt als ostdeutsche Stimme? Welche Berichterstattung bräuchte es eigentlich? Diese Folge ist zwischen den Wahlen von Schleswig-Hohlstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie Berlin entstanden. Sie ist Ideensammlung und Stimmungsbild mit zwei Journalist:innen, die seit Jahren zu Ostdeutschland arbeiten: Nhi Le ist Moderatorin und Autorin zu Pop & Politik, zu Medienkritik und der Einwanderungsgesellschaft in Ostdeutschland. Sie kommt aus Thüringen und ist das Kind vietnamesischer Vertragsarbeiter:innen, was auch Thema ihrer Arbeit ist. Wenn ihr einen Einstieg zu Nhis Arbeiten sucht, dann schaut euch doch mal ihren Tagesthemen Kommentar zum 3. Oktober 2025 an. Und dann ist da Journalist, Host und Autor Don Pablo Mulemba. Gerade ist sein Buch “Hundeheimat” erschienen, da geht es um sein Aufwachsen in Eberswalde als Kind einer Ostdeutschen und eines Vertragsarbeiters aus Angola, um Identitätssuche und Heimat. Und im Podcast “Springerstiefel - Alpha oder Opfer?” geht’s von den 90er Jahren bis tief in die Menosphere. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Info Nhi Le: https://nhi-le.de/ und https://www.instagram.com/nhile_de/?hl=de Don Pablo Mulemba: https://www.instagram.com/donpablomulemba/?hl=de Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:02:21 Interview mit Nhi Le 00:30:53 Interview mit Don Pablo Mulemba 00:45:36 Schluss Ressourcen: Tagesthemen-Kommentar am 3.10.25 von Nhi MDR Reportage “exactly” von Nhi: Vietnamesische Ossis - Was ist ihre Geschichte Podcast mit Pablo: Springerstiefel - Alpha oder Opfer? Autobiografie von Pablo: Hundeheimat Studie der Universität Leipzig: Der Osten in den Medien Video vom MDR: Ist der Blick auf Ostdeutschland westlich geprägt? Artikel bei NdM: Katharina Warda, über den Mythos vom weißen Osten Empfehlungen zu weitere Journalist:innen gibt’s am Ende der Folge :)

  2. Jul 28

    #36 Praktikum: Wie klappt der Einstieg in den Journalismus?

    Willkommen bei Bonjourno! Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Aller Anfang ist ja bekanntlich schwer: auch und gerade im Journalismus. Viele Journalist:innen sammeln ihre ersten Berufserfahrungen über Praktika, doch nicht immer verlaufen die wie erhofft. Auf Social-Media und in Online-Foren teilen Ex-Praktikant:innen ihre Erfahrungen und berichten von schlechter Bezahlung, mangelhafter Einarbeitung und einer zu hohen Arbeitsbelastung. Doch es ist nicht alles hoffnungslos. Jule Barmwater unterstützt aktuell das Bonjourno-Partnermagazin “medium magazin” und führt mit mir zusammen durch diese Folge: Wie muss das Praktikum der Zukunft aussehen, dass es dem Nachwuchsjournalismus aber auch den Medienhäusern eine Perspektive bietet? Uns gegenüber sitzt jemand mit Erfahrung, denn Zain Salam Assaad hat als Nachwuchsjournalist:in selbst schon einen Praktikumsmarathon hinter sich. Lea Thies gestaltet als Leiterin der Günter Holland Journalistenschule der Augsburger Allgemeinen das Ausbildungsprogramm und nimmt uns mit, worauf es bei Praktika zu achten gilt. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Info Zain Salam Assaad: https://www.instagram.com/zainsalamassaad/?hl=de Lea Thies: https://de.linkedin.com/in/lea-thies Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:26 Interview mit Lea Thies 00:31:04 Interview mit Zain Salam Assaad 01:02:00 Schluss Ressourcen: “Journalismus oder Brutalismus?” - Missy Kolumne von Zain Praktika-Beiträge im “medium magazin” - Interviews und Ressourcen von Jule und Olivia DJV Hessen Praktika-Checkliste “Blueprint Schülerpraktika” - LinkedIn-Post von Lea “Klassismus im Journalismus” - eine Untersuchung von Tanja Köhler und Julia Lönnendonker (im PDF zum kostenfreien Download) “Das Streben nach Diversität in deutschen, britischen und schwedischen Redaktionen” - Beitrag von Olivia, erschienen beim European Journalism Observatory Bonjourno-Folgen zu Diversität im Journalismus: https://www.bonjourno.de/episodes/nr-2-diversitaet-ist-kein-trend und https://www.bonjourno.de/episodes/2-diversitt-als-arbeiterinnenkind-in-der-medienbranche-part-2‍ ‍ Alle Folgen - Und täglich grüßt-Podcast zum Einstieg in den Journalismus

  3. May 12

    #35 Meinung in Medien: Wie wir berichten sollten in Zeiten von Krisen LIVE

    Willkommen bei Bonjourno - hier live vor Publikum beim Medien Camp 2026! Deutschland diskutiert über Bürgergeld-Kürzungen und mustert wieder für den Wehrdienst, in den USA geht eine Bundesbehörde auf die eigenen Staatsbürger:innen los, weltweit herrschen Kriege und Krisen: Das Jahr 2026 hat es jetzt schon in sich. In solchen Zeiten ist Journalismus gefragt, der besonders einordnet und Orientierung bietet, statt ohnmächtig zurückzulassen. Oder? Auf der Bühne zu Gast ist Journalistin und Autorin Özge İnan. Mit juristischer Brille, auf Social Media und für Spiegel bis Missy Magazin widmet sie sich politischen wie popkulturellen Fragen. Bei Bonjourno stellt sich Özge nun den großen Fragen: Wie hilft Meinungsjournalismus in Zeiten vermehrter Krisen? Kann er Orientierung bieten? Und: Wie schafft man überhaupt fundierte Meinungen für die Öffentlichkeit? Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Info Özge İnan: https://www.instagram.com/oezgeinan/ Timestamps 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:00:30 Interview mit Özge İnan 00:40:15 Schluss Ressources: Özge’s Missy Kolumne: https://missy-magazine.de/blog/author/oezgeinan/ Beiträge beim Spiegel: https://www.spiegel.de/impressum/autor-f153bd93-3f2f-442f-b81f-27d017bb59ec Özge’s Bücher: https://www.piper.de/autoren/oezge-i%CC%87nan-7012 https://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-twitter-star-ozge-inan-man-muss-mehr-bieten-als-nur-emporung-10204744.html

  4. Apr 28

    #34 The State of US-Journalism: Talking Washington Post, Trump, and the future

    Welcome to Bonjourno! Here, Olivia Samnick, a journalist, and some fascinating guests explores the question: What does the journalism of the future need? In this special episode, we discuss the state of journalism in the U.S. and the lessons we can draw from it for German reporting. Joining us is Aaron Wiener, who until recently headed the Berlin bureau of The Washington Post, owned by Jeff Bezos. In February 2026, the “Post” cut about 300 jobs, including positions in the sports desk and the regional and international news departments. Aaron is also affected. And: Sydney Harper, who is currently completing a Fulbright Fellowship in Berlin and previously worked for the New York Times’ news podcast “The Daily” and NPR. What do the layoffs at The Washington Post mean? How has journalism evolved during Trump’s second term? What does it take when reporters suddenly have to cover massive ICE raids? And where must U.S. journalism start to ensure its future viability? Enjoy the episode, Olivia _ Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  In dieser Sonderfolge sprechen wir über die Lage des US-Journalismus und die Lehren, die wir für eine deutsche Berichterstattung daraus ziehen können. Im Gespräch: Aaron Wiener, der bis vor kurzem das Berliner Büro der Washington Post, die Jeff Bezos besitzt, geleitet hat. Im Februar 2026 wurden bei der “Post” rund 300 Stellen abgebaut, unter anderem bei der Sportredaktion und den Regional- und Auslandsredaktionen. Auch Aaron verlor seinen Job. Und: Sydney Harper, die gerade das Fulbright Fellowship in Berlin absolviert und zuvor unter anderem für den Nachrichtenpodcast “The Daily” der New York Times und NPR gearbeitet hat. Was bedeuten die Stellenstreichungen bei der Washington Post? Wie hat sich die Arbeit im Journalismus während Trump’s zweiter Amtszeit entwickelt? Was braucht es, wenn Reporter plötzlich über massive ICE-Einsätze berichten müssen? Und wo muss der US-Journalismus ansetzen, um zukunftsfähig zu sein? Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Info Aaron Wiener, journalist: https://de.linkedin.com/in/aawiener Sydney Harper, journalist: https://www.nytimes.com/by/sydney-harper Timestamps 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:00:20 Interview mit Sydney Harper und Aaron Wiener 00:59:00 Schluss Ressources: Aaron über die Entlassungen bei der Washington Post: https://www.tagesspiegel.de/kultur/entlassungen-bei-der-washington-post-donald-trump-gewinnt-seinen-krieg-gegen-die-medien-15248247.html Sydney zur Stürmung des Capitols in Washington: https://www.nytimes.com/2021/01/08/podcasts/the-daily/capitol-mob-police-social-media.html Influences on Media Freedom in the US: https://journalismfundersforum.com/five-developments-that-will-influence-media-freedom-the-most-in-2025/#:~:text=Donald%20Trump%20has%20been%20re,monsters%2C%E2%80%9D%20strengthens%20these%20fears. Press freedom in the US: https://cpj.org/issue/press-freedom-in-the-us/ Safety Advisory on Border Surveillance in the US: https://cpj.org/2025/04/cpj-safety-advisory-traveling-to-the-us/ Before the Storm: Preparing to Cover Federal Immigration Raids https://gcjt.org/resources/storm-preparing-cover-federal-immigration-raids

  5. Mar 18

    #33 Das Halle-Attentat: Berichten über Hassverbrechen

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit mir Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  In dieser Folge geht’s um die Berichterstattung zu extremistischen Hassverbrechen und wie diese gelingen kann. Dazu blicken wir ins Jahr 2019 und die Folgejahre. Christina Feist ist promoviert, Journalistin und Überlebende des Halle-Attentats. Wie lief die Medienberichterstattung kurz nach der Tat, bei Gericht und zum ersten Gedenktag ab? Was tun, wenn eine Fernsehsendung Überlebende zum Gespräch nebst AfD-Politikern einlädt? Wie sensibel mit Traumatisierten Gespräche führen? Dazu reflektieren wir in dieser Folge. Christina Feist hat das schon ganz ausführlich getan in einem noch unveröffentlichten Buch. Sie gibt außerdem selbst Workshops zum Thema und hat außerdem eine tolle, konstruktive Ressourcensammlung zusammengestellt - die gibt’s weiter unten in den Shownotes. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zum Gast Christina Feist, Journalistin und Überlebende des Halle-Attentats: https://www.instagram.com/mightyfeisty_christina/ Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:17 Interview mit Christina Feist 01:02:59 Schluss Sensible Interviewführung: Global Center for Journalism and Trauma https://gcjt.org/topic/interviewing -> hier gibt’s allgemein gute Ressourcen für Journalist:innen die fortlaufend mit Traumatisierten zusammenarbeiten Journalistenwerkstatt “Interviews sensibel führen” https://shop.oberauer.com/werkstatt/journalisten-werkstatt/711/interviews-sensibel-fuehren Workshops und Beiträge von Christina Feist: Beitrag im medium magazin: Über Extremismus berichten: Das können wir besser! 18./19. März: workshop zu ethischer Berichterstattung bei Media Lab Innovation Bayern 26. März: workshop (halbtags) bei re:think (Wiener Zeitung). Weitere Ressourcen, Tipps und Quellen: Reuters, allgemein: https://reutersagency.com/about/standards-values/ International Federation of Journalists: https://www.ifj.org/fileadmin/user_upload/Global_Charter_of_Ethics_EN.pdf Society of Professional Journalists: https://www.spj.org/spj-code-of-ethics/ (insbesondere: “Minimise Harm”) Ethical Journalism Network: https://ethicaljournalismnetwork.org/handling-sources Ehrenkodex Presserat (AT): https://www.presserat.at/show_content.php?hid=2 Zum Nachlesen: Anna Stockhammer’s Reflektion zur Berichterstattung zum Amoklauf an der Schule in Graz (2025): https://www.wienerzeitung.at/a/keine-klicks-fuer-traenen Carolina Schwarz’ Reflektion zum Prozess gegen den Täter von Halle (2020): https://taz.de/Berichterstattung-zum-Halle-Prozess/!5695585/ Zum Nachhören: 01/2025: Podiumsidskussion Berichterstattung Halle, mit Mohamed Amjahid, Karolin Schwarz, Rachel Spicker und Christina Feist: https://radiocorax.de/medien-zwischen-sensation-und-verantwortung-podiumsgespraech/ 10/2025: Podiumsdiskussion gesellschaftliche und mediale Reaktionen auf rechten Terror, mit Christina Feist und Tina Nardai (Journalistin sowie Angehörige der Romn*ja und Sinti*zze Community, Überlebende des Attentats in Oberwart, Österreich, 1995)

  6. 11/03/2025

    #32 Der Femizide Report - was tut sich in Medienberichten? 2/2

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit mir Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit einer Gruppe Journalist:innen zu Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Dass Femizide ein gesamtgesellschaftliches und strukturelles Problem sind, sieht man sehr gut, wenn man in die Forschung blickt. Das passiert in dieser Folge mit Christine Meltzer. Sie ist Juniorprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und hat gleich zwei große Reports zur Femizid-Berichterstattung herausgebracht. Was hat sich seit dem letzten Femizide Report 2022 bis 2024 getan? Sind wir besser geworden dabei, über Tötungen von Frauen aus geschlechtsspezidischen Gründen zu sprechen? Welche Begriffe kann sie als Forscherin nicht mehr sehen? Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zum Gast Christine Meltzer, Juniorprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover https://www.ijk.hmtm-hannover.de/de/institut/personen/jun-prof-dr-christine-meltzer/ Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:29 Interview mit Christine Meltzer 00:38:43 Schluss Noch erschienen aus dieser Recherche: Jahresthema 25 “Femizide” des Selbstlautkollektivs: www.selbstlautkollektiv.com Aktuelle Ausgabe des medium magazins mit dem Beitrag zur medialen Darstellung von Femiziden: https://www.mediummagazin.de/category/aktuelle-ausgabe/ Forschung: Tragische Einzelfälle?Trendreport zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen; 12. Dezember 2024, Autorin: Christine E. Meltzer https://www.otto-brenner-stiftung.de/trendreport-zur-berichterstattung-ueber-gewalt-gegen-frauen/ Hilfen bei Gewalt gegen Frauen: Berichten Medien zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden fehlt es oft an Informationen für Personen, die gefährdet sind. Das führt manchmal ins Absurde: Begeht ein Mann einen Femizid und tötet sich anschließend selbst, finden sich in Beiträgen zwar Hinweise zu Hilfsangebote bei Suizidalität, wie es seit den 2000ern gelernte Praxis in vielen Medienhäuser ist - aber kaum Rat für von Gewalt betroffene Frauen und zur Täterprävention. Experten und Expertinnen empfehlen daher, wichtige Informationen für das Publikum zur Verfügung zu stellen - nicht als “nice to have”, sondern “must have”. Welche Infos sind für Schweiz, Deutschland und Österreich relevant? Österreich Polizei (bei akuter Gefahr): 113  Frauenhelpline: 0800 222 555 (24/7, kostenlos, mehrsprachig, anonym) Gewaltschutzzentren: www.gewaltschutzzentrum.at, 0800 700 217 24-Stunden-Frauen-Notruf: 0171719  App „Stiller Notruf“ Männerinfo-Telefon: 0800 400 777 Kampagne des Sozialministeriums: mannsprichtsan.at Deutschland Polizei (bei akuter Gefahr): 110 Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen":  116 016 (kostenfrei, anonym, mehrsprachig, 24/7) BIG-Hotline (Berlin): 00 49 30 611 03 00, www.big-hotline.de (Beratung, Krisenintervention, Vermittlung an Frauenhäuser) Frauenhäuser (bundesweit): Beratungsstellensuche via www.frauen-gegen-gewalt.de → Beratungsstellensuche (Schutzunterkünfte, psychosoziale und juristische Hilfe) bff – Frauen gegen Gewalt e. V.: www.frauen-gegen-gewalt.de (Netzwerk von Fachberatungsstellen in Deutschland? Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt https://www.bag-taeterarbeit.de/beratungsstellen-liste/  Schweiz Polizei (bei akuter Gefahr): 117 Frauenhäuser (je nach Region): Aargau/Solothurn (062 823 86 00), Beider Basel (061 681 66 33), Bern (031 332 55 33), Zürich (079 628 87 80) Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch (Kostenlose Beratung & Unterstützung) Mannebüro Zürich – 044 242 08 88 – www.mannebuero.ch  Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS)  – fvgs.ch Ressourcen & Medienleitfäden Allgemeines Prävention: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/broschueren-und-buecher/femizide-verhindern.html Deinhyan, Marianna (2022): Tipps für Medien für eine betroffenensensible Berichterstattung. Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM). Online abrufbar unter: https://beauftragtemissbrauch.de/ Ein Leitfaden zur Bebilderung des Themas Gewalt an Frauen: https://www.genderleicht.de/leitfaden-gewalt-gegen-frauen-wir-brauchen-bessere-bilder/#leitfadengewalt Österreich Empfehlungen für Medienschaffende bei Berichten zu Gewalt gegen Frauen: https://www.aoef.at/images/06_infoshop/6-2_infomaterial_zum_downloaden/gewaltfrei-leben/Folder_WEB_gewaltfrei_Verantwortungsvolle_Berichterstattung.pdf  Schweiz  Leitfaden für Medienschaffende, auf der Website auch einsehbar in Französisch und Italienisch. Hier zur deutschen Fassung: www.stopfemizid.ch/deutsch  Deutschland Leitfaden für Medienschaffende bei Femizid-Berichten: https://www.journalist.de/werkstatt/werkstatt-detail/kein-familiendrama-berichterstattung-ueber-femizide-und-der-umgang-mit-ueberlebenden-und-angehoerigen/ Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (2022): Pressekodex angewandt. Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen. https://www.lfsh.de/veroeffentlichungen Forderungen der Medienfrauen von ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle und ORF (2023): https://www.mdr.de/unternehmen/herbsttreffen-medienfrauen-resolution-femizide-100.html  Europaweit und international Leitfaden für Medienschaffende vom FEM-UnitED-Projekt: www.ifes.fau.de/files/2022/07/FEM-UnitED_Leitlinien-fuer-Medienschaffende_Final.pdf  Leitfaden des Global Investigative Journalism Network zur Femizid-Recherche (2021): https://gijn.org/resource/investigating-femicide-a-gijn-guide/

  7. 10/27/2025

    #31 Der Medienleitfaden - wie besser zu Femiziden berichten? 1/2

    Willkommen bei Bonjourno! Hier geht’s mit mir Olivia Samnick, Journalistin, und spannenden Gästen um die Frage: Was braucht der Journalismus der Zukunft?  Diese Folge ist Teil einer Serie und einer gemeinsamen Recherche des Selbstlaut Kollektivs. Wir haben uns gut ein Jahr intensiv mit einer Gruppe Journalist:innen zu Femiziden auseinandergesetzt. Alle Recherchen gibt’s hier: www.selbstlautkollektiv.com Begriffe wie Beziehungsdrama romantisieren die brutalste Art von geschlechtsspezifischer Gewalt. Bilder von bedrohlichen Gestalten verklären, wo Frauen am häufigsten Gewalt droht: in den eigenen vier Wänden. Und oft genug hapert es in der Presse überhaupt, Femizide als strukturelles Problem zu benennen. Wie könnte das anders gehen? Dazu spreche ich heute mit Journalistin Sonja Peteranderl. Sie hat in Lateinamerika viel zu Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt gearbeitet und dann mit einer Gruppe Frauen einen Leitfaden für andere Journalist:innen entwickelt. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zum Gast Sonja Peteranderl, Journalistin https://www.instagram.com/borderland_beats/?hl=de https://bsky.app/profile/crimewatch.bsky.social https://de.linkedin.com/in/sonja-peteranderl-80b4153b Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:34 Interview mit Sonja Peteranderl 00:36:29 Schluss Noch erschienen aus dieser Recherche: Jahresthema 25 “Femizide” des Selbstlautkollektivs: www.selbstlautkollektiv.com Aktuelle Ausgabe des medium magazins mit dem Beitrag zur medialen Darstellung von Femiziden: https://www.mediummagazin.de/category/aktuelle-ausgabe/ Forschung: Tragische Einzelfälle?Trendreport zur Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen; 12. Dezember 2024, Autorin: Christine E. Meltzer https://www.otto-brenner-stiftung.de/trendreport-zur-berichterstattung-ueber-gewalt-gegen-frauen/ Hilfen bei Gewalt gegen Frauen: Berichten Medien zu Gewalt gegen Frauen und Femiziden fehlt es oft an Informationen für Personen, die gefährdet sind. Das führt manchmal ins Absurde: Begeht ein Mann einen Femizid und tötet sich anschließend selbst, finden sich in Beiträgen zwar Hinweise zu Hilfsangebote bei Suizidalität, wie es seit den 2000ern gelernte Praxis in vielen Medienhäuser ist - aber kaum Rat für von Gewalt betroffene Frauen und zur Täterprävention. Experten und Expertinnen empfehlen daher, wichtige Informationen für das Publikum zur Verfügung zu stellen - nicht als “nice to have”, sondern “must have”. Welche Infos sind für Schweiz, Deutschland und Österreich relevant? Österreich Polizei (bei akuter Gefahr): 113  Frauenhelpline: 0800 222 555 (24/7, kostenlos, mehrsprachig, anonym) Gewaltschutzzentren: www.gewaltschutzzentrum.at, 0800 700 217 24-Stunden-Frauen-Notruf: 0171719  App „Stiller Notruf“ Männerinfo-Telefon: 0800 400 777 Kampagne des Sozialministeriums: mannsprichtsan.at Deutschland Polizei (bei akuter Gefahr): 110 Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen":  116 016 (kostenfrei, anonym, mehrsprachig, 24/7) BIG-Hotline (Berlin): 00 49 30 611 03 00, www.big-hotline.de (Beratung, Krisenintervention, Vermittlung an Frauenhäuser) Frauenhäuser (bundesweit): Beratungsstellensuche via www.frauen-gegen-gewalt.de → Beratungsstellensuche (Schutzunterkünfte, psychosoziale und juristische Hilfe) bff – Frauen gegen Gewalt e. V.: www.frauen-gegen-gewalt.de (Netzwerk von Fachberatungsstellen in Deutschland? Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit Häusliche Gewalt https://www.bag-taeterarbeit.de/beratungsstellen-liste/  Schweiz Polizei (bei akuter Gefahr): 117 Frauenhäuser (je nach Region): Aargau/Solothurn (062 823 86 00), Beider Basel (061 681 66 33), Bern (031 332 55 33), Zürich (079 628 87 80) Opferhilfe Schweiz: www.opferhilfe-schweiz.ch (Kostenlose Beratung & Unterstützung) Mannebüro Zürich – 044 242 08 88 – www.mannebuero.ch  Fachverband Gewaltberatung Schweiz (FVGS)  – fvgs.ch Ressourcen & Medienleitfäden Allgemeines Prävention: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/broschueren-und-buecher/femizide-verhindern.html Deinhyan, Marianna (2022): Tipps für Medien für eine betroffenensensible Berichterstattung. Unabhängiger Beauftragter der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM). Online abrufbar unter: https://beauftragtemissbrauch.de/ Ein Leitfaden zur Bebilderung des Themas Gewalt an Frauen: https://www.genderleicht.de/leitfaden-gewalt-gegen-frauen-wir-brauchen-bessere-bilder/#leitfadengewalt Österreich Empfehlungen für Medienschaffende bei Berichten zu Gewalt gegen Frauen: https://www.aoef.at/images/06_infoshop/6-2_infomaterial_zum_downloaden/gewaltfrei-leben/Folder_WEB_gewaltfrei_Verantwortungsvolle_Berichterstattung.pdf  Schweiz  Leitfaden für Medienschaffende, auf der Website auch einsehbar in Französisch und Italienisch. Hier zur deutschen Fassung: www.stopfemizid.ch/deutsch  Deutschland Leitfaden für Medienschaffende bei Femizid-Berichten: https://www.journalist.de/werkstatt/werkstatt-detail/kein-familiendrama-berichterstattung-ueber-femizide-und-der-umgang-mit-ueberlebenden-und-angehoerigen/ Landesverband Frauenberatung Schleswig-Holstein e.V. (2022): Pressekodex angewandt. Berichterstattung über Gewalt gegen Frauen. https://www.lfsh.de/veroeffentlichungen Forderungen der Medienfrauen von ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle und ORF (2023): https://www.mdr.de/unternehmen/herbsttreffen-medienfrauen-resolution-femizide-100.html  Europaweit und international Leitfaden für Medienschaffende vom FEM-UnitED-Projekt: www.ifes.fau.de/files/2022/07/FEM-UnitED_Leitlinien-fuer-Medienschaffende_Final.pdf  Leitfaden des Global Investigative Journalism Network zur Femizid-Recherche (2021): https://gijn.org/resource/investigating-femicide-a-gijn-guide/

  8. 09/08/2025

    #30 Exiljournalismus: 10 Jahre wir schaffen... was?

    Willkommen bei “Bonjourno”, dem Podcast, der Journalismus zukunftsfest machen will. Im Sommer 2015 erreichte die Zahl der Geflüchteten in Deutschland und Europa einen historischen Höhepunkt: Binnen weniger Monate kamen über eine Million Menschen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – auf der Suche nach Schutz, nach einer Perspektive. Die Schiffskatastrophen im Mittelmeer mit hunderten Toten, die EU‑Migrationsagenda, der Bau von Grenzzäunen, die Mobilisierung tausender Ehrenamtlicher an Bahnhöfen – das alles veränderte nicht nur politische und gesellschaftliche Debatten, sondern stellte auch den Journalismus vor neue Herausforderungen und Fragen. Denn unter den Geflüchteten desselben und der Folgejahre waren auch Journalist*innen. Schon zuvor und auch danach kamen und kommen Exiljournalist:innen in Deutschland an und stehen vor der Frage: Wie hier im Journalismus Fuß fassen? Annika Reich hat 2015 die Initiative Wir machen das mitgegründet. Unter anderem haben sich dabei Tandem Pärchen gebildet - aus geflüchteten Journalisten und solchen, die schon in Deutschland zuhause sind. Was hat das damals gebracht und was ist davon geblieben? Schon als Student erfuhr Omid Rezaee im Iran Repressalien, musste ins Gefängnis – und wählte das Exil. Viele Jahre war er freiberuflich unterwegs - mittlerweile ist er fest als Volo bei der ZEIT. Was das nun für einen Unterschied macht. Warum er nicht die Sprache als größte Hürde sieht. Und inwieweit deutsche Redaktionen die Chance genutzt haben Journalist:innen im Exil für ihre Expertise einzusetzen. Alles in dieser Folge. Viel Hörvergnügen, eure Olivia Website: www.bonjourno.de Instagram: @bonjourno.podcast Transparenz: Bonjourno kooperiert mit dem Medium Magazin als Medienpartner - inhaltlich unabhängig. Infos zu den Gästen Omid Rezaee, iranischer Journalist im Exil Annika Reich, Autorin & Mitgründerin von “Wir machen das” Zeitmarken Zeitmarken 00:00:00 Intro: Worum geht’s? 00:01:47 Interview mit Annika Reich 00:35:28 Interview mit Omid Rezaee 01:16:10 Schluss Ressourcen & Quellen Exiljournalistische Communities in Deutschland: https://koerber-stiftung.de/projekte/exile-media-forum/ueberblick-ueber-exilierte-communities/ Medium Magazin, Fluchtpunkt: Berlin https://www.mediummagazin.de/steckbriefe-exiljournalismus-in-deutschland/ Medium Magazin, Fluchtpunkt: München https://www.mediummagazin.de/exiljournalismus-fluchtpunkt-muenchen/ Tipps & Tools für Exiljournalist:innen: https://neuemedienmacher.de/wissen-tools/startklar/ Studie zu Herausforderungen von Exilschaffenden in Deutschland (2024) https://akademie.dw.com/en/new-study-at-the-intersection-of-exile-journalism-and-gender-in-central-america/a-72860352

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