IGeL-Podcast

IGeL-Monitor

Der IGeL-Podcast ist der informative Gesundheits-Podcast des IGeL-Monitors. Um Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) wird es gehen, der stetig wachsende IGeL-Markt steht im Mittelpunkt, die Relevanz dieses Marktes für Versicherte, aber auch seine Bedeutung im deutschen Gesundheitssystem. Wir suchen den Dialog mit gesundheitspolitischen Akteuren, holen sie an den Tisch, diskutieren über Geld, Medizin, Rechte von Patientinnen und Patienten.  Der IGeL-Podcast, das sind Hintergrundinformationen zu Gesundheitsleistungen, Gesundheitswissenschaft, Gesundheitsökonomie - für die Ohren: Die von gesundheitspolitisch Interessierten und die von allen Menschen, die im weiten Feld des Gesundheitswesens beruflich beheimatet sind. Jetzt reinhören: Einmal im Monat mit dem Medizinjournalisten Marcus Anhäuser.  Und vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: sein Stück Beat Stick ist der Jingle des IGeL-Podcasts. IGeL-Monitor und IGeL-Podcast sind Initiativen des Medizinischen Dienstes Bund.

  1. 5d ago

    Leitlinien: Werkzeuge für eine bessere Behandlung

    Medizinische Leitlinien sind Handlungsempfehlungen, die Ärztinnen und Ärzte und ihre Patienten bei der Entscheidung über eine Behandlung unterstützen. In der heute veröffentlichten Folge des IGeL-Podcast erklärt Leitlinien-Expertin Monika Nothacker, wofür Leitlinien gebraucht werden, wie und von wem sie erstellt werden und warum sie auch für Patientinnen und Patienten wichtig sind.    Monika Nothacker ist stellvertretende Leiterin des Instituts für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die AWMF koordiniert die Entwicklung und Weiterentwicklung von wissenschaftlich begründeten medizinischen Leitlinien und begleitet die Autorinnen und Autoren bei der Leitlinienerstellung.    Im Durchschnitt dauert es ein bis zwei Jahre, bis eine Leitlinie nach internationalen Standards erstellt ist. Nothacker erklärt im Podcast das aufwändige Verfahren. Sie betont, wie wichtig es ist, dass sich dabei auch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher medizinischer Fachrichtungen und anderer Gesundheitsberufe sowie Patientenvertretende einbringen.   Die Expertin stellt die Leitlinien-Klassifikation vor und erklärt, was S3-Leitlinien zum Flaggschiff macht, und weshalb die S1-Leitlinienklasse bis heute nicht abgeschafft wurde, obwohl dies immer wieder zur Diskussion stand.    Bei Autorinnen und Autoren von Leitlinien können Interessenkonflikte vorliegen. Nothacker erklärt, was damit gemeint ist, und wie versucht wird, mit Interessenkonflikten transparent umzugehen.   Links: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)LeitlinienregisterLeitlinien / Informationen für PatientenLeitlinienwatch.deZu Gast in dieser Folge: Dr. med. Monika Nothacker, MPH, stellvertretende Leiterin Institut für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) der Arbeitsgemeinschaft der medizinisch wissenschaftlichen Fachgesellschaften (AWMF) Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast

  2. Jul 30

    Kritisch betrachtet: Selbstzahlerleistungen in der Schwangerschaft

    Die Schwangerschaft ist eine Zeit von Hoffen und Bangen. Um Gefahren für die Gesundheit von Mutter und Kind abzuwenden und Gesundheitsstörungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln, bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen viele Leistungen. Darüber hinaus gibt es ein großes Angebot an selbst zu zahlenden IGeL-Leistungen. Doch wie sinnvoll sind diese Angebote? Im Gespräch mit Dr. Antje Enekwe hinterfragt die neue Folge des IGeL-Podcast Selbstzahlerleistungen in der Schwangerschaft. Dr. Antje Enewke ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe beim Medizinischen Dienst Bund. Als solche berät sie unter anderem den GKV-Spitzenverband vor allem beim Thema außerklinische Geburtshilfe. Enekwe erläutert, wie umfangreich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen während Schwangerschaft, Geburt und nach der Geburt sind und auch, wo diese Leistungen geregelt sind. Die Ärztin erklärt auch, welche individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Schwangerschaft besonders häufig angeboten werden. Dazu zählen vor allem Früherkennungsuntersuchungen wie das Ersttrimester-Screening und die Nackenfaltenmessung oder Tests auf Toxoplasmose und das Zytomegalievirus. Viele Untersuchungen versprechen Sicherheit, bergen aber Risiken wie Überdiagnostik, Scheinsicherheit oder ein unklares Verhältnis von Nutzen zu Schaden, wie Enekwe am Beispiel des ß-Streptokokken-Tests verdeutlicht. In den vergangenen Jahren sind einige wenige IGeL-Leistungen zu Kassenleistungen geworden, weil es ausreichende Belege dafür gab, dass ihr Nutzen größer ist als ihr Schaden. Beispiele sind der Pränataltest auf den fetalen Rhesusfaktor oder der Pränataltest auf die Trisomien 13, 18 und 21. Die Einführung des letzteren als Kassenleistung wirft allerdings ethische Fragen auf, weiß Enekwe und berichtet auch darüber im IGeL-Podcast. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Antje Enekwe, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, Medizinischer Dienst Bund Links zu IGeL-Bewertungen: • Akupunktur in der Schwangerschaft (wird in Kürze aktualisiert) • Toxoplasmose-Test bei Schwangeren (2021)• Streptokokken-Test in der Schwangerschaft (2017) • Ultraschall in der Schwangerschaft (ergänzende Untersuchungen) (ohne Bewertung, da seit 2021 verboten)  Weitere Informationen zu Schwangerschaft und Mutterschaft (G-BA) Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

  3. Jun 25

    Unspezifische Kreuzschmerzen: Wie gut hilft Osteopathie?

    Der IGeL-Monitor hat vor wenigen Tagen seine aktuelle Bewertung der Osteopathie bei unspezifischen Rückenschmerzen veröffentlicht. In der heutigen Folge des IGeL-Podcast erläutert Marion Danner, eine der Autorinnen, warum der Nutzen und Schaden dieser Selbstzahlerleistung vom IGeL-Monitor erneut mit „unklar“ bewertet wurde.Die Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Kerstin Kempen aus Köln erklärt, was genau man unter Osteopathie versteht und was das alternative Verfahren von Physiotherapie unterscheidet. Sie berichtet zudem, wie sie persönlich die osteopathische Behandlung einsetzt. Rückenschmerzen zählen zu den am weitesten verbreiteten Beschwerden und sind einer der häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit. Viele therapeutische Maßnahmen – darunter auch die Physiotherapie – werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Osteopathie hingegen ist eine selbst zu zahlende Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL). Viele gesetzliche Krankenkassen bezuschussen die Leistung jedoch freiwillig. Viele Patientinnen und Patienten setzen auf osteopathische Behandlungen als Selbstzahlerleistung. Wer das für sich in Betracht zieht, sollte sich über den zu erwartenden Nutzen und Schaden informieren. Zu Gast in dieser Folge: Dr. Marion Danner, Diplom-Volkswirtin und Gesundheitsökonomin Kerstin Kempen, Physiotherapeutin und Heilpraktikerin Links: Pressemitteilung zur Bewertung  Bewertung: Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

  4. May 28

    Gesundheitsreform: Wie die FinanzKommission Gesundheit die GKV-Beiträge stabilisieren will

    Das System der gesetzlichen Krankenversicherung steht unter enormem finanziellem Druck. Wege aus der Krise soll die ‚FinanzKommission Gesundheit‘ weisen. Im März präsentierte sie einen ersten Bericht mit 66 Vorschlägen zur kurzfristigen Stabilisierung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2027. In der neuen Folge des IGeL-Podcast erklärt der Vorsitzende der Kommission, Prof. Dr. Wolfgang Greiner, wie die Kommission vorging und was ihr wichtig war. Greiner ist Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement an der Universität Bielefeld. Er ist seit 2010 Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Im IGeL-Podcast berichtet er, wie die Kommission es schaffte, aus rund 1.700 Vorschlägen der verschiedenen Stakeholder im Gesundheitssystem die 66 Vorschläge zu destillieren, die dem Bundesgesundheitsministerium als Grundlage für einen Gesetzesentwurf dienten. Greiner erläutert, wie frei die Kommission bei der Erarbeitung der Vorschläge war, wie einig sich die Kommissionsmitglieder bei den Maßnahmen waren, welche Maßnahme aus finanzieller Sicht einen ganz besonders großen Effekt hätte und was den Finanzökonom bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs überrascht hat. Die Kommission besteht aus zehn Expertinnen und Experten aus den Bereichen Ökonomie, Medizin, Sozialrecht, Ethik und Prävention. Sie nahmen im September 2025 die Arbeit auf. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hatte sie berufen und damit beauftragt, wissenschaftlich fundierte Maßnahmen vorzuschlagen, mit denen das GKV-System stabilisiert und weitere Belastungen vermieden werden können. In einem zweiten Schritt erarbeitet die Kommission bis Ende des Jahres Vorschläge für strukturelle Verbesserungen, mit denen das GKV-System mittel- bis langfristig gefestigt werden kann. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Vorsitzender FinanzKommission Gesundheit, Professor für Gesundheitsökonomie und Gesundheitsmanagement, Universität Bielefeld Links:Webseite der FinanzKommission Gesundheit auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums.Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

  5. May 5

    Das Robert Koch-Institut: Wächter der öffentlichen Gesundheit

    Viele Menschen kennen das Robert Koch-Institut (RKI) noch aus der Corona-Pandemie. Doch welche vielfältigen Aufgaben das RKI erfüllt, wissen nur wenige. In der neuen Folge des IGeL-Podcast beleuchtet der IGeL-Monitor gemeinsam mit RKI-Präsident Lars Schaade eine der zentralen Institutionen im deutschen Gesundheitswesen. Schaade stellt Bereiche vor, in denen das RKI für die öffentliche Gesundheit tätig ist, und erläutert, wie es sich von anderen Institutionen etwa dem noch neuen Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) unterscheidet. Der gelernte Mediziner erklärt, warum das RKI seit 2019 verstärkt im Ausland wirkt und wie das Institut mit seinen rund 1.500 Mitarbeitenden den Folgen der heraufziehenden Klimakatstrophe begegnet. Zudem wirft Schaade einen Blick zurück auf die Corona-Pandemie: Wie arbeitet das RKI diese enorme Herausforderung für die öffentliche Gesundheit auf, um für das nächste Mal besser gewappnet zu sein, und warum kann das RKI künftig schneller reagieren als noch während der Pandemie? Schaade leitet das Robert Koch-Institut seit Oktober 2023. Er ist Facharzt für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, für das Fach Medizinische Mikrobiologie und Virologie habilitiert und Honorarprofessor an der Charité. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Lars Schaade, Präsident, Robert Koch-Institut Links: Webseite Robert Koch-Institut Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

  6. Mar 26

    Gesundheitsmagazine: Es geht auch kritisch, evidenzbasiert und ganz ohne Werbung

    Wer sich über Gesundheitsthemen informieren will, kann aus einer Flut von Zeitschriften, Webseiten und Social Media-Kanälen wählen. Doch bei vielen Angeboten ist die Grenze zwischen Werbung und Information kaum zu erkennen. In der neuen Folge des IGeL-Podcast stellt der IGeL-Monitor zwei Magazine vor, die seit vielen Jahren zeigen, wie man werbefrei, unabhängig und evidenzbasiert über Arzneimittel informieren kann: das arznei-telegramm® und Gute Pillen – Schlechte Pillen. Beide Magazine verzichten völlig auf Werbung und finanzieren sich fast ausschließlich durch Abonnementbeiträge. Das arznei-telegramm® informiert seit über fünfzig Jahren unabhängig und kritisch vor allem die Ärzteschaft und Apotheken. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirft Gute Pillen – Schlechte Pillen seit 2005 den kritischen Blick auf Nahrungsergänzungsmittel, fragwürdige Gesundheitsprodukte und irreführende Werbung. Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber und geschäftsführender Gesellschafter des arznei-telegramm®, erklärt, wie das Heft 1970 entstand, warum das Magazin schon immer auf Werbung verzichtet und wieso die Macher neue Arzneimittel naturgemäß mit einer gewissen Skepsis betrachten und meist nicht empfehlen. Jörg Schaaber, Chefredakteur von Gute Pillen – Schlechte Pillen, erläutert, was beide Magazine verbindet, was im Bereich von Nahrungsergänzungsmitteln schiefläuft und welches Thema für das Magazin zuletzt immer wichtiger wurde. Zu Gast in dieser Folge: Wolfgang Becker-Brüser, Herausgeber und geschäftsführender Gesellschafter, arznei-telegramm Jörg Schaaber, Chefredakteur, Gute Pillen – Schlechte Pillen Links: Webseite arznei-telegramm  Webseite Gute Pillen – schlechte Pillen  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

  7. Mar 5

    Cochrane: Von der Graswurzel-Bewegung zum 'Goldstandard'

    Das unabhängige Cochrane-Netzwerk zählt weltweit zu den vertrauenswürdigsten Organisationen in der Medizin. In der neuen Folge des IGeL-Podcast des IGeL-Monitors geht es darum, wie das Netzwerk entstanden ist, wie es die Evidenz von medizinischen Interventionen und diagnostischen Tests überprüft – und wie aufwändig diese Arbeit ist. Orientierung zu geben im medizinischen Informationsdschungel, sei ihre Hauptaufgabe, heißt es auf der Webseite von Cochrane Deutschland, einem der größten Ableger des internationalen Cochrane-Netzwerkes. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der über die Welt verteilten Arbeitsgruppen fassen den aktuellen Wissensstand der Forschung zu Fragestellungen aus Medizin und Gesundheit zusammen und bewerten die Belastbarkeit der zugrundeliegenden Studienergebnisse. Die strengen Kriterien von Cochrane sind weltweit als Goldstandard anerkannt. Entsprechend hoch ist der Aufwand, bis eine der bekannten systematischen Übersichtsarbeiten („Cochrane Reviews“) erstellt und veröffentlicht ist. Jörg Meerpohl, wissenschaftlicher Vorstand von Cochrane Deutschland, schildert im IGeL-Podcast die mehr als dreißigjährige Entwicklung von Cochrane – von der Gründung in Oxford durch eine kleine Gruppe von Enthusiasten für evidenzbasierte Medizin bis zu einer weltweit respektierten globalen Gesundheitsorganisation. Und er erläutert, wie das Netzwerk künftig eine zentrale Schwäche im Entstehungsprozess der Übersichtsarbeiten beseitigen will. Die Gesundheitswissenschaftlerin Sandra Messer berichtet, wie sie ihr erstes Cochrane Review erstellt hat, wo die besonderen Herausforderungen liegen und warum sie auch uneindeutige Ergebnisse hilfreich findet. Zu Gast in dieser Folge: Prof. Dr. Jörg Meerpohl, Wissenschaftlicher Vorstand Cochrane Deutschland, Freiburg Sarah Messer, M.Sc., Institut für Öffentliches Gesundheitswesen, Universität Köln Links Links: Cochrane International  Cochrane Deutschland  Messer et al. (2025) Yoga for fatigue in people with cancer Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions  Handbook for Systematic Reviews of Diagnostic Test Accuracy  Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück „Beat Stick“ ist der Jingle des IGeL-Podcast.

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