Wir rocken Engineering

Björn Schorre

Der Podcast für die Leitung von Projekten, technischen Entwicklungen um bessere Entscheidungen herbeizuführen. Für Menschen, die komplexe Projekte praxisnah und sicher umsetzen wollen.

  1. Sep 29

    Prozesse befolgen nur um Prozesse zu befolgen

    Prozesse schaffen Orientierung Prozesse sind wichtig. Sie zeigen, wie Arbeitsschritte ineinandergreifen und wer wofür verantwortlich ist. Sie machen Schnittstellen sichtbar und helfen Teams, mit einer verlässlichen Grundlage weiterzuarbeiten. Auch Freigaben gehören dazu. Sie schaffen Klarheit darüber, wann ein Arbeitsergebnis geprüft und bereit für den nächsten Schritt ist. So behalten alle den Überblick – und unfertige Ergebnisse geraten nicht unkontrolliert in Umlauf. Klare Abläufe können außerdem dabei helfen, Automatisierungspotenziale zu erkennen. Wenn Eingaben und Arbeitsschritte verlässlich feststehen, lässt sich besser beurteilen, welche Aufgaben automatisiert werden können – und ob künstliche Intelligenz dabei sinnvoll unterstützen kann. Prozesse dürfen Projekte nicht ausbremsen Genauso wichtig ist aber die Frage, ob jeder Prozessschritt in jedem Projekt wirklich notwendig ist. Bringt dieser Schritt einen Mehrwert? Muss das Ergebnis überhaupt erstellt werden? Oder lässt sich das Ziel auf einem anderen Weg besser erreichen? Nicht jeder Prozess passt unverändert zu jeder Situation. Manchmal braucht es zusätzliche Schritte. Manchmal lassen sich Schritte weglassen, die im konkreten Projekt keinen Nutzen bringen. Für mich bedeutet gutes Prozessdenken deshalb nicht, Regeln blind zu befolgen. Es bedeutet, Abläufe ernst zu nehmen und sie regelmäßig auf ihre Wirkung zu prüfen. Prozesse sollen Orientierung geben – und dabei helfen, gute Ergebnisse effizient zu erreichen.

  2. Jul 7

    KI-Agenten Teil 4 - ein Zwischenstand

    In dieser Folge geben wir einen Zwischenstand dazu, wie wir KI schrittweise in unseren Requirements-Engineering-Prozess integrieren. Wir beschreiben, wie wir den Ablauf in einzelne Tätigkeiten zerlegt haben und bewusst prüfen, welche Schritte sich für Automatisierung eignen und wo der Mensch weiterhin nötig ist. Wir beginnen mit dem Aufbau einer neuen Plattform für communitybezogene Inhalte und dem geplanten Umzug des Podcasts. Außerdem weisen wir auf ein Requirements-Engineering-Event in Hannover hin, das wir als Community-Format verstanden wissen. Im Mittelpunkt der Episode steht ein Experiment mit mehreren spezialisierten KI-Agenten für ein Lastenheft. Als Beispiel dient uns ein Projekt rund um eine Wallbox. Zuerst erzeugt ein Agent aus einem Workshop-Foto mit System-Footprint und Post-its eine erste Dokumentstruktur. Danach verarbeitet ein zweiter Agent einzelne Dokumente und sortiert passende Inhalte in die Kapitel ein. Anschließend lassen wir einen weiteren Agenten Anforderungen aus dem Material formulieren. Dafür geben wir ihm klare Regeln für Form, Verbindlichkeit und Vorgehen mit. Danach prüft ein Konsistenz-Agent die erzeugten Anforderungen auf Widersprüche. Dafür ergänzen wir eindeutige IDs, damit die Ergebnisse nachvollziehbar bleiben. Wir halten fest, dass Lücken im Dokument weiterhin vom Menschen geklärt werden müssen. Auch Review und Freigabe bleiben interaktive Schritte. Zusätzlich denken wir über einen Agenten nach, der das Dokument im Review vorliest und gleichzeitig mehr Aufmerksamkeit für Reaktionen im Raum ermöglicht. Zum Schluss sprechen wir über die technische Umgebung: sensible Daten, lokale Speicherung über Markdown und die Nutzung von LangDoc. Außerdem erwähnen wir SysML V2 und die Idee, aus textuellen Beschreibungen später Modelle und Architekturartefakte zu erzeugen.

  3. Jun 30

    Lastenheft-Review mit KI: So findet der KI-Agent Fehler, Lücken und Widersprüche automatisch

    In dieser Episode zeige ich dir den dritten Teil meiner KI-Serie aus meinem Ingenieurbüro. Nachdem ich in Teil 1 mit dem „Dieter Dokumentenfresser" Anforderungen aus Dokumenten extrahiert und in Teil 2 mit „Richard Anford" ein Lastenheft erstellt habe, geht es heute um die Qualitätssicherung – übernommen von meiner KI-Agentin „Conny Sistent". Ich zeige dir, wie ich das fertige Lastenheft als PDF an Conny Sistent übergebe und sie es systematisch analysiert. Dabei nutze ich die KI-Plattform Langdock, in der ich der Agentin eine klare Rolle, Kernaufgaben, Verhaltensregeln und ein definiertes Ausgabeformat mitgegeben habe. Das Ergebnis ist beeindruckend: Conny Sistent liefert eine strukturierte Analyse mit Stärken des Dokuments, konkreten Hauptbefunden, Verbesserungsvorschlägen, offenen Klärungsfragen und einem Vorschlag für das weitere Vorgehen. Sie findet unvollständige Anforderungen, unscharfe Begriffe, inhaltliche Widersprüche (z. B. beim Eichrecht), Überlappungen zwischen Kapiteln und Lücken gegenüber dem System Footprint – darunter das komplett fehlende Thema Datenschutz/DSGVO. Besonders wertvoll: Sie schlägt ein kapitelweises Detail-Review vor und macht konkrete Umformulierungsvorschläge für einzelne Anforderungen – inklusive korrekter ID-Vergabe. Das spart nicht nur Zeit bei der Erstellung, sondern auch in der späteren Verifikation, weil doppelte Testfälle vermieden werden.

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