Western Unchained

Sebastian Gerstl & Jörg Brühmann

Gesetzeshüter und Banditen, grenzenlose Freiheit, tödliche Wildnis: Alle zwei Wochen begeben sich die Western-Fans Sebastian Gerstl und Jörg Brühmann zurück in den Wilden Westen und erzählen Geschichten, Legenden und Mythen über mehr oder weniger berühmte Cowboys, berüchtigte Gestalten, unglaubliche Schießereien und das außergewöhnliche Leben am Rande der Zivilisation, die diese kurze und doch überaus ereignisreiche Ära geprägt haben. https://linktr.ee/westernunchained

  1. Sep 28

    Deadwood, South Dakota - Stadt der Western-Legenden

    Deadwood ist weit mehr als eine klassische Western-Serie: Das 1876 illegal im Sioux-Territorium gegründete Goldgräber-Städtchen als einer der wildesten und rauesten Orte, die der Wilde Westen zu bieten hatte. Ein Ort, der zahllose Legenden hervorbrachte - und beendete. Wild Bill Hickok, Calamity Jane, Seth Bullock, Al Swearengen: Wohl kaum eine andere Stadt des Wilden Westens ist mit so vielen berühmten und berüchtigten Namen verbunden wie Deadwood in South Dakota. Mitten in den Black Hills entstand hier ab 1875 eine illegale Goldgräbersiedlung auf Land, das den Lakota und anderen indigenen Nationen vertraglich zugesichert worden war. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sich aus einigen Zelten eine berüchtigte Boomtown voller Glücksritter, Spieler, Prostituierter, Geschäftsleute – und Gestalten, deren Namen später zu Western-Legenden werden sollten. In der heutigen Folge werfen wir einen Blick auf die Stadt, so viele Legenden hervorgebracht wie auch beendet hat. Dabei geht es zunächst um das Bild des Wilden Westens zwischen Gene Autrys Cowboy-Code, John Wayne, Italo-Western und der HBO-Serie „Deadwood“. Anschließend folgen wir der Geschichte South Dakotas und der Black Hills vom Dakota Territory und dem Vertrag von Fort Laramie über Custers Goldfund bis zum Black-Hills-Goldrausch. Wir erzählen, wie Deadwood seinen Namen erhielt, wie Wild Bill Hickok und Calamity Jane in die Stadt kamen und warum Chinatown, Bordelle, Theater, Goldtransporte und die berüchtigte Deadwood Stage genauso zur Geschichte des Ortes gehören wie Gesetzlosigkeit und Frontier Justice. Und natürlich geht es auch darum, wie aus einer illegalen Goldgräbersiedlung schließlich einer der bekanntesten Schauplätze des Western-Mythos wurde. 00:00 - Intro und Einleitung 05:05 - HBOs „Deadwood“ und der dreckige Wilde Westen 08:07 - Gene Autry, Cowboy-Code und der Western-Mythos 11:58 - Vom klassischen Western zum Italo-Western 16:07 - „Deadwood“ zwischen Fernsehserie und Realität 19:14 - Wo liegt Deadwood? South Dakota und der Mittlere Westen 24:09 - Vom Louisiana Purchase zum Dakota Territory 29:18 - Fort Laramie, die Lakota und die Black Hills 31:51 - Custers Goldfund und der Beginn des Black-Hills-Goldrauschs 38:25 - John B. Pearson und die Entstehung von Deadwood 43:10 - Boomtown mitten im Great Sioux War 44:44 - Wild Bill Hickok, Calamity Jane und weitere legendäre Neuankömmlinge 46:56 - Chinatown und das Leben in der Goldgräberstadt 50:26 - Gesetzlosigkeit, Frontier Justice und die Deadwood Stage 54:47 - Buffalo Bill und Deadwood als Wildwest-Mythos 56:42 - Vom berüchtigten Goldgräbernest zur historischen Stadt 60:57 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal

    Deadwood, South Dakota - Stadt der Western-Legenden
  2. Aug 17

    Nicht-Amerikanische Western (IV): Der globale Wilde Westen

    Die Eurowestern der 70er Jahre hatten es vorgemacht, aber im 21. Jahrhundert wird der Western endgültig zum globalen Phänomen. Ob in Australien, Indien, Südkorea oder Österreich: Weltweit entstehen Filme, die eindeutig die Merkmale eines Western tragen - auch wenn sie dabei nicht zwingend im Wilden Westen spielen müssen. Der Western ist von einer lokalen historischen Epoche zu einer globalen Legende geworden. In der heutigen Folge greifen wir exemplarisch einige Internationale Exemplare heraus, die zeigen, wie sehr der Western sich mittlerweile als ein globales Genre etabliert hat. - 00:00 - Intro und Einleitung - 02:25 - Der indische Dacoit- oder auch "Curry"-Western - 05:55 - Sholay (1975): Rachewestern mit prägendem Einfluss fürs indische Action-Kino - 09:17 - Texas (1993) und Der Schuh des Manitu (2003): Deutsche Western und postmoderne Selbstironie - 15:14 - Japan, Akira Kurosawa, und der gegenseitige Einfluss von Western und Samurai-Filmen - 19:12 - Sukiyaki Western Django (2007): Samurai-Western, inspiriert von Italo-Western inspiriert von Samurai-Filmen - 25:46 - The Good, the Bad, the Weird (Südkorea, 2008): Wilder Westen in der Mandschurei - 31:26 - Western-Motive im Hong Kong Action Kino - 37:16 - The Proposition (2005): Moral und Amoral in der australischen Outback - 40:25 - The Salvation (2014, Dänemark/Südafrika): Dekonstruktion des Auswanderer-Traums - 44:53 - Das Finstere Tal (2014, Österreich): Rachewestern trifft Heimatfilm - 48:13 - Slow West (2015, England/Neuseeland): Ironische Entzauberung des Wilden Westens - 51:19 - Der moderne Wilde Westen: Globales Genre statt "Cowboy und Indianer" Romantik - 55:12 - Verabschiedung und Ausblick auf Staffel 5 Covergrafik aus "Das finstere Tal", 2014, produziert von Allegro Film, X Filme Creative Pool und SamFilm.

    Nicht-Amerikanische Western (IV): Der globale Wilde Westen
  3. Aug 3

    Nicht-amerikanische Westen (III) - Die Ostblock-Western

    Man nannte sie auch "rote" Western oder "Ostern": Als ab den 1960er Jahren der Eurowestern boomte, fingen auch die Ostblock-Staaten an, sich für das Genre zu interessieren. Doch wie ließ sich die Ideologie des Kommunismus mit DEM Leit-Genre des imperialistischen Klassenfeindes USA vereinbaren? Mitte der 1960er Jahre erlebte der Eurowestern einen regelrechten Boom. Ermöglicht wurde dies teilweise auch dadurch, dass in relativ offenen Staaten des Ostblocks, wie Jugoslawien oder der Tschechoslovakei, Drehorte und Komparsen günstig waren. Zugleich blickte man in der DDR neidisch und sorgenvoll auf den Erfolg, den die westdeutsche Rialto-Film mit den Winnetou-Verfilmungen "ihres" sächsischen Autors Karl May feierte. Um die wachsende Neugier und Nachfrage der eigenen Bürger nach diesen Produkten des imperialistischen Westens zu bedienen und entschärfen, musste eine eigene Lösung her. Das Ergebnis waren sogenannte "Rote Western": Filme des kommunistischen Ostblocks, die entweder Western-Stoffe mit Amerika-Kritik verbanden - oder Abenteuerfilme drehten, die mit der Historie des eigenen Landes verknüpft waren, dabei aber gängige Western-Klischees bedienten. In der aktuellen Folge sprechen wir, anhand einiger typischer Vertreter, über die vielfältigen Ausprägungen der Ostblock-Western, die in den 1960er bis 1980er Jahren jenseits des Eisernen Vorhangs entstanden: Vom DEFA-Indianerfilm, "Limonaden"- und "Puszta"-Western, ideologisch verklärten Sowjet-"Ostern"-Abenteuern, bis hin zu Florin Piersic, dem "Clint Eastwood Rumäniens". 00:00 - Intro und Einleitung: Wie der Western in den Osten kam 02:37 - Limonaden-Joe (1964): Tschechische Lustspiel-Operette als Kapitalismus-Kritik 08:08 - Das "authentische Schicksals" des "Roten Bruders": Die DEFA-Indianerfilme der DDR (1966-1978) 24:41 - "Die glorreichen Sieben" erobern die Sowjetunion 27:12 - Western-Abenteuer im Ostblock-Gewand: Beloe Solnce Pustyni (Weiße Sonne der Wüste, 1969) 30:38 - Der "Ost-Western" als Kritik am US-System: Vsadnik bez Golovny (Der kopflose Reiter, 1973) 41:23 - Der ungarische "Puszta-Western": Talak Alatt Fütyül a Szél (Der Wind pfeifft unter den Füßen, 1975) 44:18 - "Margelatu", der "rumänische Django": Drumul Oaselur (Der weite Ritt der Gelben Rose, 1980) 51:08 - Das Ende des Ostblocks, und die Globalisierung des Western-Genres 55:00 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal

    Nicht-amerikanische Westen (III) - Die Ostblock-Western
  4. Jul 6

    Nicht-Amerikanische Western (I) - Die Jahre 1899 bis 1962

    Der Western gilt als das ur-amerikanischste aller Filmgenres. Doch der älteste noch existierende "Western"-Film stammt nicht aus den USA, sondern dem britischen Blackburn! Western-Stoffe haben von Beginn an, als der Film das laufen lernte, auch in französischen, englischen, deutschen, australischen und sogar russischen Filmstudios Einzug gehalten. In dieser Folge von Western Unchained sprechen wir über die die frühesten internationalen Produktionen, die eigentlich klassische "Western"-Stoffe verfilmten: Von australischen Bushranger-Dramen, den "Neckar"- und "Isar"-Western der Nachkriegszeit, die als minderwertig kritisierten englischen Versuche der Nachkriegszeit... und wie "Der Schatz im Silbersee" den europäischen Western erblühen ließ - und möglichweiser den Western-Film als solches rettete. 00:00 - Intro und Einleitung 01:50 - Der erste Western...stammt aus Blackburn? 08:31 - The Story of the Kelly Gang (1906): Western in Spielfilm-Länge aus Australien 12:34 - 1913/1919: Die ersten deutschen Western 15:01 - Hermann Basler und die "Neckar-Western": Bull Arizona (1919/1920) 17:35 - Einschub: Das Problem mit den noch erhaltenen Filmen der Stimmfilmzeit 20:04 - "Texas Jack" - Isar-Western der Bavaria Film Studios 22:53 - Die ersten Versuche, Karl May Western zu verfilmen 25:48 - "Sühne" (1926): Der erste Western aus der Sowjetunion 28:45 - Luis Trenker's "Der Kaiser von Kalifornien" (1935): Der deutsche Tonfilm entdeckt den Western 35:38 - Wasser für Canitoga (1934): Hans Albers als Western-Held 37:26 - Spanisch-mexikanische Western der 40er und 50er: Mehr Zorro-Abenteuer als Cowboys & Indianer 39:03 - Die 1950er: Britische Western-Produktionen, und der erste in Almeria gedrehte Western 42:26 - "Der Schatz im Silbersee" (1962): Die "Krautwestern" erobern die Leinwand 48:58 - Europa rettet das Western-Genre 52:23 - Für eine Handvoll Spaghetti: Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal /Hinweis zum Coverbild: Hierbei handelt es sich um eine Szene von "Bull Arizona: Der Wüstenadler" (1920), mit Hilfe von KI nachbearbeitet und hochskaliert.

    Nicht-Amerikanische Western (I) - Die Jahre 1899 bis 1962
  5. Jun 22

    Ned Buntine (II) - „Scouts der Prairie": Die Erfindung des modernen Westerns

    Auch wenn sein Ruf in New York ruiniert war, blieb Ned Buntline umtriebig. Er verlagerte seine Aktivitäten nur weiter in den Westen - als Autor, trinkfester Abstinenz-Prediger, und Aufwiegler weiterer Aufstände. Am Ende wurde er vor allem eines: der Mann, der Buffalo Bill Cody entdeckte – und damit den Western-Mythos neu erfand. Nach New York führt Ned Buntlines Weg nach St. Louis – und direkt in den nächsten Aufruhr. Als Sprachrohr der Know-Nothing-Bewegung hetzt er gegen Einwanderer und Katholiken, zieht mit einem Mob durch die Stadt und hinterlässt erneut Chaos, Feuer und offene Haftbefehle. Doch wie so oft in seinem Leben bleibt Buntline nicht lange stehen, sondern zieht weiter: schreibend, trinkend, heiratend und immer auf der Suche nach der nächsten Bühne. Der Bürgerkrieg bietet ihm schließlich das Abenteuer, nach dem er immer gesucht hat – zumindest in der Theorie. Als Soldat, Scout, Geschichtenerzähler und Selbstdarsteller sammelt Buntline Erfahrungen, die später in seine Westernromane einfließen. Nach dem Krieg entdeckt er zudem ein neues Publikum: Soldaten, Siedler und Leser, die dünne, billige Hefte verschlingen und nach Geschichten über den Westen verlangen. Ausgerechnet als Redner der Abstinenzbewegung reist der notorische Trinker schließlich erstmals wirklich in den Westen. In Kalifornien hält er Vorträge, macht aus Moralpredigten kleine Bühnenshows und verliert doch bald die Lust an seiner Mission. Auf dem Weg zurück begegnet er schließlich jenem Mann, den er zur Legende machen wird: Buffalo Bill Cody – und aus Dime Novels, Theaterdonner und echter Frontier-Prominenz entsteht die Blaupause für den modernen Western. 00:00 - Intro und Einleitung 01:25 - Ned Buntline in St. Louis: Ein neuer Anfang und ein neuer Aufstand 09:10 - (Erneute) Flucht, (erneute) Haft – und erneute Skandale 11:29 - Das Ende der „Know Nothing" Ambitionen 12:33 - Transzendentalismus: Ein Leben in der „Wildnis", und erste Western-Geschichten 16:48 - Ned Buntline im Bürgerkrieg 21:27 - Der „Groschenroman" entdeckt den Westen neu 23:41 - Der Trinker als Abstinenz-Prediger: Ned Buntline geht nach Kalifornien 28:54 - Treffen mit einer lebenden Legende 31:06 - Buffalo Bill Cody: Entdeckung eines „Western-Helden" 38:05 - „Scouts der Prairie": Schicksalsstunde des Western-Genres 46:27 - Getrennte Wege, und Buntline's Nachruf 50:37 - Die Blaupause des modernen Westerns 58:16 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal

    Ned Buntine (II) - „Scouts der Prairie": Die Erfindung des modernen Westerns
  6. Jun 8

    Ned Buntline (I) – „Es wird einen Aufstand geben“

    Er war kein Revolverheld, kein Sheriff und kein Outlaw. Doch Ned Buntline prägte den Mythos des Wilden Westens wie kaum ein anderer – mit Groschenromanen, Skandalen und einem Talent zur Selbstinszenierung. Edward Zane Carroll Judson, besser bekannt als Ned Buntline, war kein klassischer Held des Wilden Westens. Dennoch trug kaum jemand stärker dazu bei, aus Frontier-Geschichten jene Legenden zu formen, die bis heute unser Bild des Westens prägen. Als Autor von Dime Novels machte er Abenteuer, Gewalt, Patriotismus und Übertreibung zu Massenware. Schon sein eigenes Leben wirkte wie einer seiner Groschenromane: Navy-Dienst, Kopfgeldjagd, tödliche Schießerei in Nashville, beinahe Lynchjustiz und immer wieder neue Skandale. In New York wurde Buntline schließlich nicht nur zum erfolgreichen Autor, sondern auch zum publizistischen Unruhestifter, der Reiche, Immigranten und Rivalen gleichermaßen ins Visier nahm. Besonders folgenreich wurde seine Rolle rund um den Astor-Place-Aufstand von 1849, einen der blutigsten Ausschreitungen in der Geschichte New Yorks. Doch selbst Gefängnis, Scheidung und öffentliche Feindschaften konnten Buntline nicht dauerhaft stoppen... und sein Augenmerk auf den Westen richten. - 00:00 - Intro und Einleitung - 02:29 - Edward Zane Carrol Judson: Herkunft und Jugendjahre - 05:18 - Abenteurer, Kopfgeldjäger, und Glückspilz - 11:34 - Über Pittsburgh nach Boston, und erste Tätigkeit als Schriftsteller - 16:08 - Umzug nach New York, und „Ned Buntline’s Own“ - 24:03 - Ausgepeitscht auf offener Straße: Konflikte und Rivalitäten - 30:24 - Der Astor Place Riot - 47:46 - Hohe Bußgelder und Inhaftierung - 55:21 - Verabschiedung und Ausblick aufs nächste Mal

    Ned Buntline (I) – „Es wird einen Aufstand geben“

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