Arte Alpe Adria | Kultur Momente

Dagmar Travner

Kultur-Kritik, Grenz-Gänge und Zwischen-Räume in Kunst, Architektur, Literatur, Performance aus dem Raum Kärnten, Slowenien und Italien. Redaktion: Dagmar Travner Eine neue Folge von Arte Alpe Adria | KulturMomente gibt es an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18:30-19:00 auf Radio Agora 105,5 und nach Ausstrahlung ab 19:00 als Podcast

  1. 10/10/2025

    Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen

    Manfred Bockelmann: Zeichnen gegen das Vergessen Arte Alpe Adria | Kultur Momente trifft den gebürtigen Klagenfurter Künstler Manfred Bockelmann im Alten Pfarrhof Saag in Nötsch, wo er über seinen künstlerischen Werdegang spricht und wie es zu seiner Werkreihe „Zeichnen gegen das Vergessen“ kam. „Das Blatt ist ein Symbol, dass das Leben weitergeht… Ich muss den Blättern eine Farbe geben, die sie nicht haben, damit Menschen stehen bleiben und sich fragen: Warum hat er das blau gemacht?“ – Manfred Bockelmann. Nach Erfolgen in der Fotografie widmete sich der Künstler seiner „Malerei der Stille“ – das sind horizonal ausgerichtete, abstrakte Landschaften, die metaphorisch den Horizont transzendieren. Neuere Arbeiten wie „Sterbende Blätter“ zeigen gefallene Herbstblätter in blauer Farbe und weisen auf die Vergänglichkeit des Lebens hin. Nach einer überlebensgroßen Zeichnung von Christine Lavant für eine Lesung dachte sich der Künstler: „Wenn ich ein Foto hab, könnte ich etwas zeichnen, das mehr ist, als das Foto.“ So entdeckte Manfred Bockelmann seinem eigenen Lebensherbst die Portraitzeichnung für sich und begann zu seinem 70. Geburtstag mit der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“. Die riesigen Kohlezeichnungen sind berührend und erschreckend zugleich. Die großformatigen Portraits zeigen Kinder und Jugendliche, unmittelbar vor deren Deportation nach Auschwitz, wo sie dem NS-Regime zum Opfer fielen. Die zukünftigen Gräuel sind nicht sichtbar, doch mit dem heutigen Wissen sind diese so unschuldig anmutenden Werke kaum auszuhalten. Mit diesen Arbeiten setzt der Künstler ein Zeichen der Erinnerungskultur und gibt den in Vergessenheit geratenen NS-Opfern Gesicht und Namen zurück. Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner Eine Auswahl der Werkserie „Zeichnen gegen das Vergessen“ ist bis zum 14. November 2025 im Künstlerhaus Klagenfurt im Rahmen der Ausstellung „Mazeltov! oder Glück gehabt!“ zu sehen.

    32 min
  2. 10/01/2025

    Margarethe Stolz Hoke – Ein Leben in 100 Bildern | Armin Guerino

    Margarethe Stolz Hoke (1925–2018) Ein Leben in 100 Bildern – kuratiert von Armin Guerino „Es hatte für sie immer einen besonderen Reiz, mit ihrem Gegenüber in Dialog zu treten: Menschen, Tiere, Landschaften, Jahreszeiten. Ihre Aquarelle sind ihre Sicht der Dinge, die wirklicher sind als die Wirklichkeit.“ – Armin Guerino Armin Guerino, Sohn des Künstlerpaares  Giselbert Hoke und Margarethe Stolz Hoke, hat zum 100. Geburtstag seiner Mutter die Ausstellung „Ein Leben in 100 Bildern“ in der Alpen-Adria-Galerie in Klagenfurt kuratiert (Ausstellungsdauer 24.9.–9.11.2025). Margarethe Stolz wurde 1925 in Bozen-Gries als Tochter des Südtiroler Fresco-Malers Rudolf Stolz geboren und wuchs in Sexten in einer von Musik und Kunst geprägten Familie auf. 1947 zog sie nach Wien, um an der Akademie der Bildenden Künste Malerei zu studieren. Dort lernte sie ihren späteren Mann Giselbert Hoke kennen. Margarethe Stolz Hoke verstarb 2018 im Kreis ihrer Familie auf Schloss Saager in Kärnten. Armin Guerino führt durch die Ausstellung „Ein Leben in 100 Bildern“ und gibt dabei sehr persönliche Einblicke in Leben und Werk seiner Mutter Margarethe Stolz Hoke: „Es sind eigentlich immer Zwiegespräche mit Modellen, mit Kindern, mit Gegenständen, mit Tieren mit Landschaften. Ihr eigenes Selbst kommt immer mit ins Bild, wenn sie die Dinge malt, wie sie sie sieht. Margarete Stolz Hoke portraitiert die Landschaft, während bei Giselbert Hoke die Landschaften zusammengebaut werden.“ Interview, Begleittext und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

    29 min
  3. 08/20/2025

    Das O, die Null, der Kreis | Werner Hofmeister (3)

    Das O (Buchstabe), die Null, der Kreis Schrift–Zeichen–Kunst: Werner Hofmeister im Museum für Quellenkultur Das Museum für Quellenkultur als Schmelztiegel kultureller Zeichen  und wo künstlerische Begegnungen und Verflechtungen mit anderen Kunstschaffenden stattfinden. Ein akustischer Spaziergang durch das Museum für Quellenkultur mit dem Künstler Werner Hofmeister. „Werner Hofmeister konfrontiert Naturschönes mit Kunstschönem.“ – Reinhard Kacianka Ein Spiel mit Schriften, Typographien sowie Sinn und Bedeutung in der Kunst. Werner Hofmeister begibt sich auf Spurensuche, gibt historischen Artefakten neue Bedeutungen, ermutigt zum unverfälschten Sehen durch unerwartete Assoziationen. Wie etwa die Differenz des Buchstaben O und dem mathematischen Zeichen Null und einem geometrischen Kreis. Nicht zu vergessen die visuelle Nähe zum Buchstaben Q, ein O mit Querstrich (sic!), ein Zeichen, das sich durch Hofmeisters Werk zieht: ‚Q‘ ‚Qnst‘ ‚Qltur‘. Er thematisiert die Materalität der Zeichen, deren Interpretation üblicherweise auf einer rein immaterellen Ebene geschieht, nämlich dem Lesen. Doch hier wird das Lesen von Schrift zu einer Umdeutung auf künstlerischer Ebene, die eine neue Dimension eröffnet: die der konkreten Kunst. Interview, Begleittext und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner Dieser Beitrag ist der dritte Teil eines längeren Interviews mit Werner Hofmeister: Im ersten Teil sprechen wir ausführlich über das Zeichen Q sowie über ‚Qnst’ sowie ‚Qltur’ und besichtigen dabei den Quellenkulturpark: diesen Beitrag ‚Qnst’ wie Quellenkunst | Werner Hofmeister gibt es hier nachzuhören: https://cba.media/708795 Der zweite Teil beschäftigt sich ausführlicher mit dem Museum für Quellenkultur und seiner Geschichte, beispielsweise der Eisengewinnung und Mythen bzw. der Geschichtsschreibung im allgemeinen, in deren Artefakte sich der Künstler selbst in ganz eigener ART einschreibt. ‚Das Museum für Quellenkultur in Klein St. Paul | Werner Hofmeister‘ ist hier nachzuhören https://cba.media/710604

    27 min
  4. 07/16/2025

    VADAs Klagenfurter Hallenbad | Kamran Gharabaghi | Yulia Izmaylova | Felix Strasser

    Das neue Hallenbad in Klagenfurt – seit Jahren ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Umso mehr, seit im Jahr 2021 das alte Hallenbad endgültig ausgedient hatte und aus Sicherheitsgründen eiligst geschlossen werden musste. Schon zirka 2017 hatte man einen Neubau heftigst diskutiert; durch die Schließung wurde der Neubau des Hallenbads eine Notwendigkeit und Ende Jänner 2023 stand die fix-fertige Planung samt Baubeginn. Doch seit einem halben Jahr wurde wieder einmal das gesamte Projekt aus finanziellen Gründen in Frage gestellt: Weder Standortfrage, noch Baubeginn noch die Finanzierung eines Neubaus waren vorgestern, zum Zeitpunkt des nun folgenden Interviews, restlos geklärt. Doch mittlerweile, ganz aktuell, gibt es breaking news: Gestern Nacht, zu mitternächtlicher Stunde, wurde in der Gemeinderatssitzung das Budget für 2025 beschlossen und damit grünes Licht zum Bau des neuen Hallenbads am Südring gegeben – eine durchaus kontroversielle Entscheidung. Und genau in dieser brisanten Situation trifft VADA einen Nerv. Der Verein zur Anregung des dramatischen Appetits sorgt mit dem JUST, dem Jugendstiltheater, aktuell Jugendschwimmtheater genannt, für einen neuerlichen Aufreger in Klagenfurt. Eine in einem alten Haus aufgestöberte Badewanne platziert inmitten eines ehemaligen Pissoirs: Welche kunsthistorischen Assoziationen werden da geweckt? Marcel Duchamps „Fountain“ aus dem Jahr 1917 kommt einem in dem Sinn: Ein ready-made Urinal, das Duchamp als Kunstwerk deklarierte. Duchamps „Fountain“ reizte die Grenzen des Kunstbegriffs aus, überschritt sie und veränderte das Verständnis von Kunst von Grund auf. Diese Installation einer Badewanne mit dem Titel „Klagenfurter Hallenbad“ ist nicht nur ein ready-made, das metaphorisch gedeutet werden kann. Sondern es ist, ebenso wie Duchamps Fountain, ein Musterbeispiel für Konzeptkunst. Dabei spielt der erweiterte Kontext und die daraus entstehenden Assoziationen eine entscheidende Rolle, die den Raum der physischen Installation sprengen. In diesem komplexen Projekt liefern Ankündigung, Selbst-Beschreibung, KI generierte Bilder und die Eröffnungsperformance den Kontext und steuern die Erwartungshaltung des Publikums – und auch der Leute, die jenseits des Kunstinteresses beispielweise durch Facebook, Instagram oder Plakate und Printmedien auf die Installation aufmerksam werden. Die Assoziation mit dem (noch) nicht gebauten neuen Klagenfurter Hallenbad eröffnet einen Diskurs, der weit über das künstlerische ready-made, also die Badewanne, hinausgeht. Anfang Juli eröffnete VADA das „Klagenfurter Hallenbad“ im JUST (im Goethepark neben dem Künstlerhaus). Die witzig spritzige Installation von Kamran Gharabaghi kann bis 24. Juli besichtigt werden. Dagmar Travner spricht mit den Kunstschaffenden Kamran Gharabaghi und VADA, das sind Yulia Izmaylova und Felix Strasser, über Idee, Hintergründe, die Eröffnungsperformance von Boris Randzio und die Reaktionen darauf.  Gestaltung der Sendung, Interview und Begleittext: Dagmar Travner

    31 min

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