Arte Alpe Adria | Kultur Momente

Dagmar Travner

Kultur-Kritik, Grenz-Gänge und Zwischen-Räume in Kunst, Architektur, Literatur, Performance aus dem Raum Kärnten, Slowenien und Italien. Redaktion: Dagmar Travner Eine neue Folge von Arte Alpe Adria | KulturMomente gibt es an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18:30-19:00 auf Radio Agora 105,5 und nach Ausstrahlung ab 19:00 als Podcast

  1. Sep 2

    beschossen, versengt, geflochten – Aspekte der ABSTRAKTen Kunst im MMKK (Teil 2)

    Struktur und Material lautet der Schwerpunkt der Ausstellung ABSTRAKT im Museum Moderner Kunst Kärnten, durch die uns Nora Leitgeb und Brigitte Kogler führen. Im Beitrag (Teil 1) von vor zwei Wochen standen skulpturartige Werke im Fokus. Wir betrachteten eine Feuer Intervention von Bernard Aubertin und weitere Werke der ZERO-Avantgarde wie reliefartige Bilder von Hans Bischoffshausen und Otto Piene sowie riesig aufgeschäumte Bilderrahmen von Cornelius Kolig. In diesem zweiten Teil des Rundgangs durch die Ausstellung ABSTRAKT struktur+material geht es um stille Horizonte, vertikal verborgene Landkarten und einen real beschossenen Mond – zumindest seine Darstellung. Wir beschäftigen uns mit geometrischen Formen und Linien, die – kreisförmig, gewellt, vertikal oder horizontal – angelegt, visuelle Illusionen erschaffen. Zu Beginn kommt Manfred Bockelmann selbst in einem Interview aus dem Jahr 2025 zu Wort. Er erzählt von den Anfängen seines Kunstschaffens und insbesondere seiner sogenannten „Malerei der Stille“: abstrakten Linien, die horizontal angeordnet die Assoziation von weiten Landschaften und fernen Horizonten heraufbeschwören. Zurück im MMKK führen uns danach Nora Leitgeb und Brigitte Kogler weiter durch die Ausstellung ABSTRAKT. Wir schauen uns die Werke von Manfred Bockelmann genauer an und widmen uns anschließend u.a. dem beschossenen Mond von Hans Bischoffshausen, einer Landkarten-Installation von Michael Kos, in der die Landkarten selbst verborgen sind, und einem bleischweren Teppich von Katharina Heinrich, die in dieser Arbeit 1000 m Bleidraht verflochten hat. Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner Anmerkung: Teil 1 mit dem Titel „Luft, Licht, Feuer“ (ausgestrahlt am 19.8.2026) gibt es hier nachzuhören: https://cba.media/789552

  2. Aug 5

    Rosen, Katzen und ein Bär | Kärnten ganz Innen | Deborah Sengl

    Artist Talk mit Deborah Sengl Deborah Sengl ist bekannt für ihre ausdrucksstarken Tier-Mensch Darstellungen: Mischwesen mit dem Körper von – oft realen – Persönlichkeiten und einem passendem Tierkopf. Nun lernen wir mit ihren aktuellen Werkreihen „Lasst Rosen sprechen“ und „Kärnten ganz Innen“ neue Aspekte der Künstlerin kennen. Für ihre Ausstellung zum 30jährigen Jubiläum der Galerie Walker auf Schloss Ebenau hat sie sich in Anspielung auf das Rosental eine ganz besondere Serie mit Rosenköpfen auf den historischen Körpern von Dichtern und Dichterinnen einfallen lassen. Weitere Räume des Schlosses sind der Auseinandersetzung mit Ingeborg Bachmann und anderer berühmter Frauen Kärntens gewidmet  – die in ganz Senglscher Manier als menschliche Hybridwesen mit Tierköpfen dargestellt werden. Das Werk von Deborah Sengl ist facettenreich und geht weit über simple Fabelwesen oder Allegorien hinaus. Neben den aktuellen, eigens für diese Ausstellung geschaffenen Werken, gibt es auch Arbeiten der sich ergänzenden Serien „Trouble in Paradise“ und „Inside Out“ zu besichtigen. Darüberhinaus gibt es derzeit in Kärnten noch weitere Werke der Künstlerin zu bewundern. Beispielsweise Deborah Sengls Beitrag zur MillstART 2026: Ein realer Schweinskopf auf einem menschlichen Wachskörper, der auf einem Hometrainer radelt. Weiters ist als Dauerleihgabe der Galerie Walker im kärnten.museum der Setzkasten „Minimundus“ mit einer Reihe ungewöhnlicher Klagenfurter „Wahrzeichen“ ausgestellt, der 2018 zum 500jährigen Jubiläum der Stadt Klagenfurt angefertigt wurde. Deborah Sengls Werk ist geprägt von enormer Vielfalt und tiefgründiger Intellektualität; der Künstlerin gelingt es jedoch, Kunstinteressierte an der Hand zu nehmen und die Arbeiten niederschwellig, auf ganz intuitive Weise erfahrbar zu machen. Das muss man als Künstlerin erst mal schaffen! Auf Schloss Ebenau im Rosental erwartet uns also eine ganz besondere Schau, durch die uns die Künstlerin selbst führt. Interview, Begleittext und Gestaltung der Sendung: Dagmar Travner

  3. May 20

    ATTERSEE: Servierte Tropfen – Bilddichtungen

    Christian Ludwig Attersee gibt Einblicke in seine bildwerfende Attersee-Sprache, seine Liebe zur Malerei, die Höhen und Tiefen des Kunstbetriebs und erklärt, warum die künstliche Intelligenz außerstande ist, inspirierende Neuschöpfungen in der Kunst zu produzieren. „Mit einem Stück Blei und einem Stück Papier kann man täglich die Welt verändern“ – Christian Ludwig Attersee Attersees Bilder erkennt man auf den ersten Blick, sein Stil entzieht sich jeglicher kunsthistorischer Einordnung, denn er hat sich seinen eigenen unverwechselbaren Stil erschaffen. Der 86jährige Künstler und ehemalige Segelsportler – daher der Name ATTERSEE – hält sich mit Pilates, dem Tragen von Bildern und seinen Reisen körperlich fit; die mentale Fitness ist wohl seinem wachen Geist geschuldet, der tagtäglich in einen Dialog mit seinen Bildern, der Sprache und Musik tritt und nicht stillsteht. Welcher arrivierte Künstler probiert schon aus Neugier KI-Systeme aus, um danach über künstlerische Anwendungen der Künstlichen Intelligenz philosophieren zu können? Attersee ist – wie man es heute ausdrücken würde – ein Mehrfachtalent, also ein Multikünstler, der sowohl in der Musik, Sprach- und Bildenden Kunst gleichermaßen beheimatet ist. Die Titel seiner Gemälde sind in der typischen Attersee-Sprache verfasst und lauten u.a. ‚Servierte Tropfen‘, ‚Fischverliebt‘, ‚Herzhändler‘, ‚Halbmondliebe‘, ‚Dominolauf‘, ‚Gondelheimat‘ und ‚Das Würfelrätsel‘. Für ihn ist es wichtig zu betonen, dass er angewandte Kunst schafft, die also im täglichen Leben der Menschen eine Rolle spielt und die nicht fürs Museum gemacht ist, sondern vielmehr zum Alltag gehört; Attersees Werke sollen in Wohnräumen zur täglichen Auseinandersetzung mit Kunst anregen. Weitere Anwendungen seiner Kunst sind die Gestaltung von Bühnenbildern oder Designs von Weinetiketten und Briefmarken. Die Ausstellung ‚Servierte Tropfen – Bilddichtungen aus letzter Zeit’ zeigt über 40 neuere Werke, darunter etliche aus diesem Jahr 2026 und ist bis Ende September im Alten Pfarrhof Saak/Nötsch, Galerie Walker, zu sehen. Interview, Begleittext und Gestaltung des Beitrags: Dagmar Travner

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Kultur-Kritik, Grenz-Gänge und Zwischen-Räume in Kunst, Architektur, Literatur, Performance aus dem Raum Kärnten, Slowenien und Italien. Redaktion: Dagmar Travner Eine neue Folge von Arte Alpe Adria | KulturMomente gibt es an jedem 1. und 3. Mittwoch im Monat von 18:30-19:00 auf Radio Agora 105,5 und nach Ausstrahlung ab 19:00 als Podcast