#124 Friedhofsbesuch „Ich glaube eh an Gott. Ich bete vor dem Schlafengehen. Ab und zu gehe ich in die Sonntagsmesse. Ich besuche sogar die Gräber meiner Verstorbenen Angehörigen und zünde eine Kerze an. Ich bitte nicht nur, ich bin auch dankbar. Ich weiß, dass es den Lieben Gott gibt.“ Was ich daraus zwischen den Zeilen lesen kann: „Besonders lieb ist er, wenn er rasch das erfüllt, worum ich ihn bitte. Wenn er das nicht tut, vergesse ich ihn wieder für eine Weile. Sollte ich in Not sein, rufe ich aber wieder nach ihm.“ Dieser Tage rund um Allerheiligen und Allerseelen werden die Friedhöfe wieder voll von Besuchern und irdischen Grabbeigaben wie Gestecken, Kränzen und Kerzen sein. Doch es ist nur eine Tradition. Ich bin unweit des Friedhofs Ottakring aufgewachsen und dort waren diese Tage eher wie ein Volksfest mit Süßigkeiten-Standln, Maronibrater und einer eigentümlich-melancholischen Feierstimmung. Der Wiener hat ja seine ganz eigene Beziehung zum Tod. Als Christ sollten wir aber nicht den Tod feiern und Totenkult betreiben, sondern die Auferstehung und das Leben. Jesus Christus und sein Tod am Kreuz dürfen niemals ausgeklammert werden. Dieses Zeichen der übergroßen Liebe Gottes, der seinen Sohn auf die Welt geschickt hat, um ihn für unsere Sünden sterben und nach drei Tagen wieder auferstehen zu lassen ist der eigentliche, zentrale und wesentliche Punkt des Christseins. Es ist klar, dass man sich mit Leiden und Kreuz nicht so gerne beschäftigt wie mit den eigenen Wünschen. Solange das Ego und das Streben nach irdischen Gütern noch im Vordergrund steht, dürfen wir uns nicht wirklich Christen nennen. „Dein Wille geschehe“, Jesus hat es uns in so eindrucksvoller Weise gezeigt, was es bedeutet, den Willen des Vaters zu tun, egal wie schwierig es wird. Solange wir nicht bereit sind, uns mit dem Kreuz zu beschäftigen, können wir Jesus nicht nachfolgen. Das Kreuz kann nicht ausgeklammert werden. _____________________ Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. (1. Korinther 1,18) Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist meiner nicht wert. (Matthäus 10,38) Denn wenn wir mit ihm zusammengewachsen sind, ihm gleich geworden in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. (Röm 6, 5-6) Wenn wir nämlich glauben, dass Jesus gestorben und wiederauferstanden ist, dann können wir auch darauf vertrauen, dass Gott die, die im Glauben an Jesus gestorben sind, ebenso auferwecken wird. (1. Thessalonicher 4,14) Nun hat der Gott des Friedens den großen Hirten seiner Schafe, unseren Herrn Jesus, von den Toten zurückgebracht, und zwar mit dem Blut eines ewigen Bundes. Er rüste euch mit allem Guten aus, damit ihr seinen Willen tun könnt. Durch Jesus Christus möge er das, was ihm gefällt, in euch bewirken. Ihm sei die Ehre für immer und ewig. Amen. (Hebräer 13, 20-21) Voice over: Scott Lockwood, USA © Veronika Pavlicek, Dipl. Psychosoziale Beraterin, Trauer- und Sterbebegleiterin, praktizierende Christin. Bei der Heilsarmee Österreich im Bereich stationär betreutes Wohnen ehemals Obdachloser tätig. Kontakt: info@veronika-pavlicek.com https://heavenandhell-podcast.com Thank you for listening and supporting: https://buymeacoffee.com/heavenandhell