PhiloPod - Denken, das weiterbringt.

PHILOSKOP Cornelia Mooslechner-Brüll

Steckst du manchmal fest? Fragst du dich, ob das schon alles war, wie man eine gute Entscheidung trifft oder was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Du bist nicht allein. Mein Name ist Cornelia Mooslechner-Brüll, und als philosophische Praktikerin begleite ich dich im Philo Pod auf der Suche nach Antworten. Gemeinsam nehmen wir die großen Themen des Lebens unter die Lupe: Liebe und Verlust, Glück und Zweifel, Sinn und Tod. In Gesprächen mit inspirierenden Gästen, durch Rezensionen philosophischer Neuerscheinungen und praktische Impulse finden wir Klarheit, wo vorher Verwirrung war. Dies ist kein Podcast für schnelle Antworten, sondern für die richtigen Fragen – die Fragen, die dein Leben verändern. Bist du bereit, dein Leben zu prüfen? Dann hör jetzt rein. Mehr Inspiration findest du auf www.philoskop.org. Nähere Infos über PHILOSKOP https://www.philoskop.org/und weiteren Veranstaltungen unterhttps://www.philoskop.org/termine 

  1. Was schulden wir der Welt? Menschenrechte mit Hannah Arendt und Simone Weil

    2D AGO

    Was schulden wir der Welt? Menschenrechte mit Hannah Arendt und Simone Weil

    Was schulden wir der Welt? Arendt, Weil und die Rettung der Menschenrechte Über diese Folge: In einer Zeit von globalen Krisen, Flucht und dem Erstarken autoritärer Tendenzen stellen wir uns im Philo Pod einer gewaltigen Leitfrage: Was schulden wir der Welt? Um tragfähige Antworten zu finden, blicken wir auf zwei der brillantesten und kompromisslosesten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts: Hannah Arendt und Simone Weil. Beide erlebten den Zusammenbruch der traditionellen Menschenrechte durch den Totalitarismus der 1930er und 40er Jahre. Und obwohl sie sich nie begegnet sind, führen sie in ihren Werken eine faszinierende, „beispiellose Unterhaltung“. Während Arendt die Rettung des Menschen im politischen Raum und der Zugehörigkeit sucht, fordert Weil eine radikale ethische Umkehr und spirituelle Aufmerksamkeit. Wir diskutieren, warum eine wahre Rehumanisierung unserer Gesellschaft zwingend beide Wege erfordert. Themen dieser Episode: Die Krise der Menschenrechte: Warum die abstrakte Idee der „angeborenen“ Rechte in der Realität der Staatenlosigkeit und Vertreibung versagt.Hannah Arendts Weg nach außen: Warum das grundlegendste aller Rechte das „Recht, Rechte zu haben“ ist – also die aktive Mitgliedschaft in einer von Menschen geschaffenen politischen Gemeinschaft.Simone Weils Weg nach innen: Warum unsere Verpflichtungen gegenüber anderen unseren eigenen Rechten absolut vorausgehen und wie die Krankheit der „Entwurzelung“ unsere moderne Gesellschaft bedroht.Homers Ilias und die Gewalt: Was uns die Antike über das verdinglichende Wesen der Gewalt lehrt und warum wahrer Kosmopolitismus bedeutet, die Wahrheit unparteiisch zu betrachten und das Leid des Feindes anzuerkennen.Rettung im Alltag: Wie wir unsere Menschlichkeit bewahren – durch Weils radikale spirituelle „Aufmerksamkeit“ für den Leidenden und Arendts politische Übung, im Geiste bei anderen „auf Besuch zu gehen“.Links & Ressourcen: Diese Folge basiert auf dem Vortrag: „Was schulden wir der Welt? Menschenrechte und Kosmopolitismus bei Arendt und Weil neu gedacht“ von Dr.in Cornelia Mooslechner-Brüll.Mehr zur philosophischen Lebenskunst, E-Learning-Kurse und weitere Episoden findet ihr auf unserer Webseite: www.philoskop.orgDir gefällt der Philo Pod? Dann abonniere unseren Podcast, hinterlasse eine positive Bewertung und teile diese Folge mit Menschen, die sich für tiefgründige Philosophie, Politik und gesellschaftliche Verantwortung interessieren! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    48 min
  2. Husserl: Vom philosophischen Lockdown zur geteilten Welt

    APR 2

    Husserl: Vom philosophischen Lockdown zur geteilten Welt

    Das Rätsel des Anderen (V. Cartesianische Meditation) Willkommen zurück bei PhiloPod! In der letzten Folge haben wir uns mit Edmund Husserl in unser eigenes Bewusstsein eingesperrt (die berühmte Epoché). Wir wussten absolut sicher: Ich existiere. Aber was ist mit dem Rest der Welt? Heute wagen wir den Ausbruch aus diesem philosophischen Lockdown. Wir stellen uns der vielleicht spannendsten Frage der Phänomenologie: Wie können wir jemals wissen, dass die anderen Menschen da draußen wirklich ein Bewusstsein haben und nicht nur seelenlose Roboter sind? Husserl zeigt uns, wie wir durch "Paarung", "Einfühlung" und "Appräsentation" eine gemeinsame Realität erschaffen. Eine Folge über Einsamkeit, echte Empathie und die Gefahr von Filterblasen. 🧠 Der Begriffs-Spickzettel zur Folge Husserls Sprache ist berüchtigt. Hier sind die wichtigsten Begriffe dieser Folge kurz und knackig übersetzt: Primordinal (Die Eigenheitssphäre): Der radikale Nullpunkt der Erfahrung. Das, was absolut und unteilbar nur mir gehört (mein Bewusstseinsstrom und mein von innen gespürter Leib), wenn man alles Kulturelle und Fremde wegdenkt.Appräsentation: Das "Mit-vorstellen". Wir sehen das Bewusstsein des Anderen nie direkt, sondern wir sehen nur seinen physischen Körper. Durch diesen Körper wird uns sein Innenleben appräsentiert (indirekt mitgegeben).Paarung: Ein unbewusster, passiver Prozess unseres Bewusstseins. Wir sehen einen Körper, der uns ähnlich ist, und übertragen automatisch den Sinn unseres eigenen "Ichs" auf ihn.Intersubjektivität: Die geteilte, gemeinschaftliche Welt. Für Husserl gibt es keine "objektive" Realität ohne den Anderen, der diese Realität mit uns teilt und bestätigt.💡 Fragen für deinen Alltag (Philo-Praxis) Nehmt diese Fragen aus der Folge gerne mit in eure Woche und diskutiert sie mit Freunden: Das Rätsel der Empathie: Wenn ich immer nur von meinem Körpergefühl auf dein Körpergefühl schließe – fühle ich dann wirklich mit dir, oder erinnere ich mich in Wahrheit nur an meinen eigenen Schmerz?Die Grenze des Verstehens: Wenn unser Begreifen des Anderen immer auf Ähnlichkeit beruht (Paarung), scheitern wir dann zwangsläufig daran, Wesen zu verstehen, die uns radikal fremd sind?Verlust der Welt: Wenn die "objektive Realität" eine Vergemeinschaftung unserer Perspektiven ist – was passiert heute, wenn diese gemeinsame Basis zerbricht? Leben Menschen in unterschiedlichen digitalen Filterblasen phänomenologisch gesehen in verschiedenen Welten?📚 Lektüre zur Folge Wir haben heute primär gelesen aus: Edmund Husserl: Cartesianische Meditationen. Fokus auf die V. Meditation (§§ 50 bis 55).🔗 Mehr von uns: Alle weiteren Infos wie immer auf unserer Website unter www.philoskop.org. Wenn euch die Folge gefallen hat, lasst uns gerne eine Bewertung da und abonniert den PhiloPod überall dort, wo es Podcasts gibt! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    24 min
  3. Zurück zu den Sachen selbst – Husserls Phänomenologie (möglichst) einfach erklärt

    MAR 27

    Zurück zu den Sachen selbst – Husserls Phänomenologie (möglichst) einfach erklärt

    Zurück zu den Sachen selbst – Husserls Phänomenologie einfach erklärt In dieser Episode knöpfen wir uns einen Denker vor, dessen Ideen unsere Sicht auf die Welt und unser eigenes Bewusstsein radikal verändern können: Edmund Husserl. Husserl wollte die Philosophie endlich zu einer absolut „strengen Wissenschaft“ machen – frei von allen unbewussten Vorurteilen und Automatismen. Wie schaffen wir das? Indem wir aus unserer alltäglichen Sichtweise ausbrechen und lernen, die Welt buchstäblich „in Klammern zu setzen“. Wir tauchen tief in Husserls Meisterwerk „Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie“ ein und bauen uns unser eigenes phänomenologisches Labor auf. Macht es euch bequem, spitzt die Ohren und lernt euer eigenes Bewusstsein völlig neu kennen! In dieser Folge erfährst du: Die „Natürliche Einstellung“: Warum wir die Welt im Alltag völlig fraglos als „einfach da“ hinnehmen und was die „Generalthesis“ ist.Die Epoché (Einklammerung): Wie wir unsere feste Überzeugung über die Realität der Welt „außer Aktion“ setzen – und warum Husserl dabei einen völlig anderen Weg geht als René Descartes mit seinem universellen Zweifel.Das phänomenologische Residuum: Was bleibt eigentlich noch übrig, wenn wir die gesamte Natur und Welt ausklammern? (Spoiler: Das reine Bewusstsein).Intentionalität: Warum unser Geist wie ein Scheinwerfer funktioniert und unser Bewusstsein immer „Bewusstsein von etwas“ ist.Die reflektive Blickwendung: Die geniale philosophische Methode, mit der wir unser eigenes Wahrnehmen, Fühlen und Denken wissenschaftlich beobachten können.Wichtige Begriffe aus der Folge (Mini-Glossar): Phänomenologie: Eine philosophische Methode, die untersucht, wie uns die Welt im Bewusstsein unmittelbar erscheint, bevor wir sie theoretisch zerdenken.Epoché: Das „Einklammern“ oder die Urteilsenthaltung bezüglich der Existenz der äußeren Welt.Intentionalität: Die Eigenschaft unseres Bewusstseins, immer auf einen Gegenstand gerichtet zu sein (auch wenn dieser nur fiktiv ist).📚 Erwähntes Werk: Edmund Husserl: Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen PhilosophieWer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    24 min
  4. Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der Philosophiegeschichte

    MAR 25

    Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der Philosophiegeschichte

    Der blinde Fleck des Denkens: Misogynie, Auslöschung und epistemische Gewalt in der Philosophiegeschichte Willkommen zurück! Nach einem halben Jahr Denk-, Lese- und Recherchepause meldet sich der Philo Pod endlich aus der kreativen Pause zurück! Und wir starten gleich mit einem intellektuellen Paukenschlag: Einer brillanten Hörerinnenfrage, die uns tief in die dunklen, oft verschwiegenen Archive der Akademie führt. Wir beleuchten in dieser Episode die systematische Exklusion, Herabwürdigung und Unsichtbarmachung von Frauen in der Philosophie. Wir stellen die schmerzhafte Frage: Wie konnte eine Disziplin, die sich der Wahrheitsfindung und Vernunft verschrieben hat, die Hälfte der Menschheit über Jahrhunderte hinweg konsequent aus dem Diskurs ausschließen? In dieser Episode erfährst du: Die Sprache der Exklusion: Wie Aristoteles die Frau als „verstümmeltes Männchen“ (mas occasionatus) definierte und wie antike, pythagoreische Dualismen (Geist vs. Körper) das Weibliche ontologisch aus dem Reich der Vernunft verbannten.Philosophisch legitimierte Gewalt: Warum Kants befremdliche Definition der Ehe als „lebenswieriger wechselseitiger Besitz der Geschlechtseigenschaften“ und Rousseaus Pädagogik im Émile patriarchale Unterdrückung als „Naturgegebenheit“ zementierten.Die Auslöschung genialer Denkerinnen: Das tragische Schicksal von Marguerite Porete (die auf dem Scheiterhaufen endete, während ihr philosophisches Werk anonym weiterlebte), sowie die systematische Marginalisierung von Vordenkerinnen wie Anne Conway und Émilie du Châtelet.Geraubte Lorbeeren: Wie weltberühmte Philosophen wie Edmund Husserl und John Stuart Mill von der brillanten intellektuellen Zuarbeit von Edith Stein und Harriet Taylor Mill profitierten – und warum die Geschichtsschreibung diese Frauen fälschlicherweise zu bloßen „Schreibkräften“ oder „Musen“ degradierte.Epistemische Ungerechtigkeit: Miranda Frickers wegweisendes Konzept (Epistemic Injustice), das erklärt, warum der traditionellen Philosophie schlicht das Vokabular für weibliche Lebensrealitäten fehlte.Erwähnte philosophische Fachliteratur & Quellen (Auswahl): Genevieve Lloyd: The Man of Reason: "Male" and "Female" in Western Philosophy (1984) – Ein Standardwerk zur männlichen Codierung der Vernunft.Carole Pateman: The Sexual Contract (1988) – Eine brillante feministische Demontage der klassischen Gesellschaftsverträge (Hobbes, Locke, Rousseau, Kant).Miranda Fricker: Epistemic Injustice: Power and the Ethics of Knowing (2007) – Zur Zeugnis-Ungerechtigkeit und hermeneutischen Ungerechtigkeit.Immanuel Kant: Die Metaphysik der Sitten (1797)Aristoteles: De Generatione Animalium (Über die Zeugung der Geschöpfe)Lust auf mehr Philosophie? Vertiefende Blog Beiträge und alle Informationen zum Podcast findest du auf meiner Website: 👉 www.philoskop.org Schön, dass ihr wieder dabei seid! Wenn euch diese Episode die Augen geöffnet hat, teilt sie gerne und lasst eine Bewertung da. Philosophie lebt vom Diskurs – reden wir darüber! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    15 min
  5. Die Macht der Dinge: Wie eine verzauberte Welt uns heilt

    10/22/2025

    Die Macht der Dinge: Wie eine verzauberte Welt uns heilt

    Was wäre, wenn die Welt um uns herum nicht aus toter, passiver Materie bestünde? Wenn der Stuhl, auf dem Sie sitzen, der Stift, mit dem Sie schreiben, und sogar der Müll in unseren Ozeanen eine eigene, eigensinnige Lebendigkeit besäßen? In dieser Folge von Philo Pod tauchen wir ein in die faszinierende Welt des Neuen Materialismus und entdecken mit der Philosophin Jane Bennett die radikale Idee der "Vibrant Matter" – der lebendigen Materie. Wir hinterfragen die westliche Tradition, die den Menschen über die Natur stellt und Materie als bloße Ressource zur Ausbeutung betrachtet. Wir erforschen das Konzept der "Thing-Power", der Eigendynamik und Wirkmächtigkeit von Dingen, die uns im Alltag ständig herausfordern – vom widerspenstigen Computer bis hin zu globalen Phänomenen wie Viren oder Plastikmüll. Bennett zeigt, dass Handlungsmacht nicht nur beim Menschen liegt, sondern in dynamischen Gefügen aus menschlichen und nicht-menschlichen Akteuren verteilt ist. Als Antwort auf diese lebendige Welt schlägt Bennett eine Ethik der "Verzauberung" (Enchantment) vor: eine Haltung des Staunens und der Sensibilität für die Vitalität der Dinge um uns herum. Diese Perspektive bietet uns nicht nur einen Weg zu einem respektvolleren Umgang mit unserer Umwelt, sondern auch eine neue Quelle der Hoffnung: Sie lehrt uns, dass Heilung nach einem Verlust nie allein geschieht, sondern die materielle Welt aktiv an unserer Seite steht und uns heilt. Unsere eigene Schöpferkraft verstehen wir so nicht mehr als einsamen Akt, sondern als eine wunderbare Ko-Kreation mit der pulsierenden Welt der Dinge. Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse: www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine Bewertung und teile die Folge mit Menschen, die sich auch den schwierigen Themen des Lebens philosophisch nähern wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    32 min
  6. Die Ufer der Freiheit: Wie wir unsere Schöpferkraft entfesseln

    10/15/2025

    Die Ufer der Freiheit: Wie wir unsere Schöpferkraft entfesseln

    Was ist Schöpferkraft und woher kommt sie? Ist sie ein seltener Funke, der nur Genies vorbehalten ist, oder steckt sie in jedem von uns? In dieser Folge von Philo Pod gehen wir dem Wesen der Kreativität, der Freiheit und der Kunst des Sinn-Schaffens auf den Grund. Wir entdecken, warum wahre Freiheit nicht in grenzenlosen Möglichkeiten liegt, sondern – ganz im Gegenteil – Form, Widerstand und sogar Begrenzung braucht, um wirksam zu werden. Wir beginnen bei Immanuel Kants Idee des Genies als einem natürlichen Impuls, der neue Regeln für die Kunst schafft. Anschließend untersuchen wir mit  Hannah Arendt das Konzept der Natalität: die zutiefst menschliche Fähigkeit, nach der eigenen Geburt immer wieder neue Anfänge in der Welt zu setzen – besonders nach einem Verlust. Im Zentrum der Folge steht die Philosophin Jeanne Hersch, die uns eine radikal praktische Sicht auf die Freiheit schenkt. Sie argumentiert, dass Freiheit keine abstrakte Idee ist, sondern eine konkrete, verkörperte Erfahrung, die sich erst im Handeln unter realen Bedingungen zeigt. Der entscheidende Gedanke: Freiheit braucht Form. Wie ein Fluss Ufer benötigt, um kraftvoll zu fließen, realisiert sich unsere Freiheit erst durch selbst gewählte Strukturen, Routinen und Entscheidungen. Wir unterscheiden zwischen bloßer Befreiung von äußeren Zwängen und wahrer Freiheit als einem inneren, schöpferischen Akt der Selbstbindung. Letztlich erkennen wir, dass Sinn im Leben nicht gefunden, sondern aktiv geschaffen wird – und zwar genau in dem Moment, in dem unsere Freiheit Gestalt annimmt und wir Verantwortung für unser eigenes, begrenztes und gerade deshalb so wertvolles Leben übernehmen. Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse: www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine Bewertung und teile die Folge mit Menschen, die sich auch den schwierigen Themen des Lebens philosophisch nähern wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    36 min
  7. Zwei Wege zu innerer Stärke - und die heitere Gelassenheit

    10/08/2025

    Zwei Wege zu innerer Stärke - und die heitere Gelassenheit

    Wie finden wir in unsicheren Zeiten zu innerer Stärke und Gelassenheit? Diese Folge von Philo Pod erkundet zwei kraftvolle philosophische Wege, die uns nicht nur helfen, Krisen zu überstehen, sondern an ihnen zu wachsen. Der erste Weg ist der der Stoa, der uns lehrt, eine unerschütterliche innere Festung zu errichten. Ihr entscheidendes Werkzeug ist die Unterscheidung zwischen dem, was in unserer Macht steht – wie unsere Urteile und Gedanken – und dem, was außerhalb unserer Kontrolle liegt. Indem wir aufhören, gegen das Unveränderliche zu kämpfen, finden wir zu einer tiefen Seelenruhe. Der zweite Weg ist der der Dialektik bei Hegel, der Entwicklung durch Widerspruch begreift. Eine Krise wird hier zur Chance der Aufhebung: Ein alter Zustand wird zwar beendet, sein Wesentliches bleibt aber bewahrt und führt uns auf eine höhere Stufe der Reife und Selbsterkenntnis. Beide Wege können zu einer Form von heiterer Gelassenheit führen, die Baruch de Spinoza als Zunahme unserer Lebenskraft beschreibt. Seine Philosophie zeigt, wie wir passives Leiden in aktive Freude verwandeln können, indem wir die Ursachen unserer Gefühle verstehen und so selbst zu den Gestaltern unseres emotionalen Lebens werden. Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse:  www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine Bewertung und teile die Folge mit Menschen, die sich auch den schwierigen Themen des Lebens philosophisch nähern wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    37 min
  8. Die verkannte Tugend: Was die Philosophie uns über die Trauer lehrt

    10/01/2025

    Die verkannte Tugend: Was die Philosophie uns über die Trauer lehrt

    Die westliche Philosophie hat sich ausgiebig mit dem Tod beschäftigt, die Trauer der Hinterbliebenen aber lange vernachlässigt. Sie galt als irrationale Störung der Vernunft, als Hindernis auf dem Weg zur Weisheit. In dieser Folge von Philo Pod stellen wir diese traditionelle Sichtweise auf den Kopf. Wir begeben uns auf eine philosophische Reise, um die Trauer neu zu verstehen: nicht als Schwäche, sondern als eine zutiefst menschliche, rationale und sogar transformative Erfahrung. Von den Stoikern, die in der Trauer einen Urteilsfehler sahen, über die Existenzialisten, für die sie zum Kern des Lebens gehört, bis hin zur modernen Phänomenologie, die den Verlust als einen Zusammenbruch unserer gesamten Lebenswelt beschreibt. Die Folge beleuchtet die lange philosophische Vernachlässigung der Trauer und kontrastiert die antiken Perspektivenvon Platon und den Stoikern mit der differenzierteren Sicht von Aristoteles. Wir vollziehen die existenzialistische Wende mit, in der Denker wie Kierkegaard und Camus den Verlust ins Zentrum der menschlichen Erfahrung rücken. Aus der phänomenologischen Perspektive untersuchen wir Trauer als gelebte Erfahrung, als einen Zusammenbruch der Struktur unserer Welt. Schließlich erweitern wir den Blick mit Judith Butler auf die politische Dimension der Frage, wessen Leben als „betrauerbar“ gilt. Wir entdecken den positiven Wert der Trauer: als rationale Reaktion, als Akt höchster Wertschätzung und als potenziellen Katalysator für persönliches Wachstum und neue Schöpferkraft. Mehr von Philo Pod und zur philosophischen Lebenskunst: Besuche unsere Webseite für weitere Episoden, Artikel und unsere E-Learning-Kurse: www.philoskop.org Dir gefällt der Podcast? Dann abonniere uns, hinterlasse eine Bewertung und teile die Folge mit Menschen, die sich auch den schwierigen Themen des Lebens philosophisch nähern wollen! Wer so richtig ins Thema Lebenskunst einsteigen möchte, sieht sich hier um! hier kannst du lernen mit Kindern zu philosophieren alle philosophischen Veranstaltungen finden sich hier und hier geht's zum Newsletter Ich freu mich auf eine Begegnung! Cornelia Mooslechner-Brüll

    38 min

About

Steckst du manchmal fest? Fragst du dich, ob das schon alles war, wie man eine gute Entscheidung trifft oder was ein erfülltes Leben wirklich ausmacht? Du bist nicht allein. Mein Name ist Cornelia Mooslechner-Brüll, und als philosophische Praktikerin begleite ich dich im Philo Pod auf der Suche nach Antworten. Gemeinsam nehmen wir die großen Themen des Lebens unter die Lupe: Liebe und Verlust, Glück und Zweifel, Sinn und Tod. In Gesprächen mit inspirierenden Gästen, durch Rezensionen philosophischer Neuerscheinungen und praktische Impulse finden wir Klarheit, wo vorher Verwirrung war. Dies ist kein Podcast für schnelle Antworten, sondern für die richtigen Fragen – die Fragen, die dein Leben verändern. Bist du bereit, dein Leben zu prüfen? Dann hör jetzt rein. Mehr Inspiration findest du auf www.philoskop.org. Nähere Infos über PHILOSKOP https://www.philoskop.org/und weiteren Veranstaltungen unterhttps://www.philoskop.org/termine 

You Might Also Like