Bühne frei - Der Theater Dortmund Podcast

Theater Dortmund; audiowest

Das Theater ist eine der ältesten Kunstformen, die es gibt. Friedrich von Schiller hat gesagt: Das Theater ist ein Spiegel der Gesellschaft. Aber ist das auch im 21. Jahrhundert so? Wenn es Netflix, TikTok und soziale Medien gibt, warum sollte ich dann noch ins Theater gehen? Was machen eigentlich Regisseur*innen, Hutmacher*innen oder Maskenbildner*innen? Wir beantworten die Fragen im Podcast vom Theater Dortmund: Bühne frei! Neue Folgen gibt es jede zweite Woche Mittwoch!

  1. 5d ago

    #69 Bühne frei für Tänzer, Dance Captain und Souffleur Ivan Keim

    „Es kommt ein Moment, wo ich 25 Positionen auswendig kenne.“ Ivan Keim liebt Challenges: Er steht als Tänzer auf der Bühne, gleichzeitig arbeitet er als Dance Captain daran, dass die einstudierten Choreografien ab dem Zeitpunkt der Premiere weiterhin sitzen. Fällt z.B. ein*e Darsteller*in aus, kümmert sich Ivan darum, dass das Publikum dies in den Tanznummern nicht merkt. In »Grease« stand er mit dem Ensemble gemeinsam auf der Bühne und hat zugleich „wie mit einem Fischauge“ kontrolliert, ob die Choreos korrekt eingehalten werden. Als Dance Captain hält er mit seiner Energie außerdem die Stimmung in der Cast hoch. Eine ähnliche Stütze ist der gebürtige Argentinier in seinem Job als Souffleur der Oper. Braucht ein*e Darsteller*in Hilfe mit dem Text, ist Ivan da. Den Text ruft er dabei ein paar Takte vorher rein, sodass keine Gesangspause entsteht und das Publikum nichts mitbekommt. Mit einigen Darstellenden hat er dafür sogar Geheimcodes abgesprochen. Als Souffleur muss Ivan gleichzeitig alle Sänger*innen, den/die Dirigent*in und seine eigenen Noten im Blick haben, um im richtigen Moment auszuhelfen. Dieser Multitasking-Job sollte viel bekannter sein, findet er. „Der Souffleur ist der Feuerwehrmann. Ich bin immer da, ich helfe immer ein bisschen, aber wenn das Feuer brennt, springe ich ein.“ Neben seinen vielfältigen, aktuellen Tätigkeiten, sprechen Linda und Ivan in dieser Folge außerdem über Ivans Werdegang als Tänzer und seinen Weg ans Theater Dortmund.

    1h 6m
  2. 12/31/2025

    #65 Bühne frei für Musicaldarstellerin Antonia Kalinowski

    „Das ist so ein Geschenk, ich weiß auch gar nicht, wie ich das anders sagen soll.“ Wer in den letzten Jahren ein Musical an der Oper Dortmund gesehen hat, ist an Antonia Kalinowski eigentlich nicht vorbei gekommen. Aktuell steht sie als Sandy in »Grease« auf der Bühne, während ihres Studiums an der Folkwang Universität der Künste Essen war sie Teil von »Cabaret« und »RENT«. Und in der nächsten Spielzeit wird sie die Hauptrolle der Ich im Erfolgsmusical »Rebecca« an der Seite von Mark Seibert und Bettina Mönch verkörpern! In wenigen Jahren ging Antonias Bühnenkarriere steil nach oben, wofür sie jeden Tag dankbar ist, wie sie selbst sagt. Ein Ritual von ihr ist z.B., dass sie sich nach jeder Vorstellung die Zeit nimmt, um sich zu bedanken, dass sie den Beruf ausüben darf. „Ich bin auch ganz, ganz dankbar und ehrfürchtig auf eine Art, dass es einfach so viele spannende Projekte hintereinander jetzt gab [...]“. Mit Linda spricht sie in dieser Folge über ihre Aufnahmeprüfung an der renommierten Folkwang Universität der Künste, über ihr Studium und wie es ist, gemeinsam mit Kommiliton*innen nun auf den großen Bühnen zu spielen. Sie erzählt von ihren Engagements nach dem Studium (u.a. die China-Tour von »Rebecca«) und was ihr die aktuelle Rolle der Sandy in »Grease« bedeutet, in die sie sich sehr gut hineinversetzen kann und die vielschichtiger ist, als man auf den ersten Blick vermutet. „Weil es mir glaube ich auch persönlich hilft, gerade für diese Rolle auch zu schauen, was gibt es für Momente in meinem Leben, die sich vielleicht ähnlich angefühlt haben?“. Außerdem sprechen Antonia und Linda über ihre Vorsätze für das neue Jahr, warum die Vorfreude auf »Rebecca« so riesengroß ist und was die beiden mit dem Musical verbinden. Es geht auch um die Bedeutung von Theater, als Zuschauende und auch als Mitarbeitende („Das sind irgendwie so Momente, da verbindet man Job und Lebensereignisse auf eine gewisse Art, die total berührend sind und total besonders für mich waren und erfüllend.“) und darum, dass die Oper Dortmund für Antonia etwas ganz Besonderes ist, sodass es sich für sie anfühlt, wie nach Hause zu kommen. „Ich finde das auch irgendwie immer wieder ganz großartig zu sehen, von wie vielen Leuten einfach diese Gesamtleistung abhängt [...] und da so ein Zusammen zu entwickeln, das macht schon sehr viel Spaß.“

    1h 10m
  3. 12/18/2025

    #64 Bühne frei für Generalmusikdirektor Jordan de Souza

    „(Dortmund) ist eine einzigartige Stadt, weil sie lieben Kultur, aber sind noch offen genug, dass man neue Wege versuchen kann. Das kommt schon selten vor.“ Der nächste Intendant ist bei Linda zu Gast: Jordan de Souza hat im Sommer 2025 seine Stelle als neuer Generalmusikdirektor der Dortmunder Philharmoniker angetreten und man merkt: Er ist motiviert, neue Wege zu gehen, möchte trotzdem gewisse Traditionen bewahren und hat einfach große Lust auf seinen Job! In dieser Folge erzählt er von seiner Vision für das Dortmunder Orchester und was er sich bei dem Spielplan 2025|26 gedacht hat. „Unsere Identität als Klangkörper deutlich zu gestalten, eine Verbindung mit dem Publikum zu schaffen, was wollen die Leute? [...] auch diese Entdeckungsfreude immer zu haben, nicht nur, was auf meiner Bucketlist steht.“ Neben neuen Formaten, wie »Deep Dive« oder den »Late Night Konzerten«, gibt es auch weiterhin die klassischen Philharmonischen Konzerte im Konzerthaus und die Kammerkonzerte, bei denen Musiker*innen an verschiedenen Orten in der Stadt musizieren. Auch die Angebote der Musikvermittlung liegen dem gebürtigen Kanadier am Herzen, denn ihm ist es besonders wichtig, die Musik in die Stadt hinauszutragen, um verschiedene Menschen damit zu erreichen. „Ich versuche, einen sicheren Ort zu schaffen, wo die Leute ihr eigenes Abenteuer oder ihr eigenes Erlebnis haben können.“ Jordan spricht mit Linda auch über seinen beeindruckenden Werdegang, über seine Liebe zum Theater und wie er diese Leidenschaft immer verfolgt hat und klärt grundlegende Fragen wie: Was macht eigentlich ein Generalmusikdirektor? Und was genau sind die Aufgaben eines Dirigenten? "Nur" schöne Konzerte spielen, reicht Jordan dabei nicht. „Die sechste Vorstellung am Mittwochabend soll sich wie eine Premiere anfühlen. Das ist mein Ziel, meine Verantwortung.“

    59 min
  4. 11/26/2025

    #63 Bühne frei für Ballettintendant Dr. Jaš Otrin

    „Wir wären nicht das Ballett Dortmund, wenn wir die Sachen normal machen würden.“ Mit dem Start der Intendanz von Jaš Otrin beginnt in dieser Spielzeit am Ballett Dortmund und NRW Juniorballett nach 20 Jahren Xin Peng Wang eine neue Ära. In welche Fußstapfen er tritt, ist dem ehemaligen Profi-Tänzer bewusst, er plant aber auch einige Veränderungen: Auf der Bühne werden voraussichtlich andere Tänzer*innen-Konstellationen zu sehen sein und andere Ensemble-Mitglieder werden Chancen auf große Rollen bekommen. Hinter der Bühne baut Jaš ein neues Team und auch ein Health Center, inklusive Mental Coach auf. „Wenn ich das in einem Wort übersetzen sollte, bin ich der Ermöglicher.“ Was macht ein Ballettintendant, der nicht selbst choreografiert und wie geht Jaš das ihm sehr wichtige Thema „Transition“, also den Weg von der Bühne in einen anderen Beruf, mit den Tänzer*innen an? Er selbst kann sich als ehemaliger Profi-Tänzer gut in das Ensemble hineinversetzen und auch, wie schwer der Schritt nach dem Karriere-Ende ist. „Wenn man eine gute Vorstellung hatte, geht man wie auf Wolken nach Hause.“ In dieser Folge sprechen Linda und er außerdem um den sehr abwechslungsreichen Spielplan 25|26, warum der Mix aus »Romeo und Julia« und Radiohead durchaus Sinn macht, warum Scheitern wichtig ist, wie intensiv und herausfordernd der Beruf eines/ einer Ballett-Tänzer*in ist und warum es wichtig ist, das immer wieder zu verdeutlichen. „Wir wollen wirklich zeigen, dass der Tanz heute noch relevant ist. Dass es nicht ein Beruf ist, wo man sagt: "Was machst du tagsüber, wenn du abends auf der Bühne stehst?". Das würde auch niemand einen Fußballer fragen, was er tagsüber macht, wenn er abends ein Spiel hat.“

    1h 4m
  5. 11/12/2025

    #62 Bühne frei für Choreografin Anna-Carolin Weber und Interaktionsdesigner Tobias Kopka

    „Es ist eigentlich nicht so, dass wir immer nur in einer Realität unterwegs sind.“ (Anna-Carolin Weber) Performances in mehreren Realitäten gleichzeitig? Das geht! In dieser Folge ist Linda mal wieder zu Besuch in der Akademie für Theater und Digitalität. Dort machen die Choreografin Anna-Carolin Weber und der Interaktionsdesigner Tobias Kopka vom VR Dance Club gerade eine Residenz und forschen an ihrem Projekt „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances”. Die beiden beschäftigen sich damit, wie sich Zuschauer*innen digital und interaktiv in künstlerische Aufführungen einbinden lassen – egal, ob vor Ort oder online. Sie erforschen, wie Prinzipien aus der Gaming-Welt das Publikum aktivieren und zu echten Mitgestalter*innen der Performances machen können. Durch interaktive Elemente sollen die Zuschauer*innen den Verlauf und die Bewegungsdynamik der Erzählung beeinflussen und gemeinsam das Bühnengeschehen formen. Ziel ist eine gleichberechtigte, kreative Teilhabe – auch für das Remote-Publikum. „Da passiert [...] etwas mit mir, was mich bereichert nach Hause gehen lässt, Fragestellungen, die was mit mir machen.“ (Tobias Kopka) Den Auftakt für „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances” bildet das Teilprojekt „Press X to Push Dancers Off Stage“ (gefördert vom NRW KULTURsekretariat), bei dem fünf Akteur*innen erproben, wie räumlich getrennte Besucher*innen das Bühnengeschehen durch den Einsatz virtueller Technologien sinnlich intensiv erleben und mitgestalten können. „We Are In This Together – Neue Empfindungen für Remote-Audiences in VR- und Tanz-Performances” wird von der Kunststiftung NRW gefördert und kooperiert mit der Akademie für Theater und Digitalität (Dortmund), dem Cologne Game Lab der Technischen Hochschule Köln und dem Spiel- und Produktionsort TanzFaktur (Köln). Entworfen wurde das künstlerische Forschungsprojekt gemeinsam mit dem US-amerikanischen Experten für „Playful Interactive Media and Performance“ Richard Lemarchand. Alle Infos zu den Projekten des VR Dance Club findet ihr unter: https://vrdanceclub.de/de/

    1h 3m

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