Fabian Nitz tätowiert seit 1999 – und wer glaubt, ihn damit bereits in eine Schublade stecken zu können, liegt falsch. In dieser Folge empfängt Seb einen Gast, der in der deutschen Tattoo-Szene nicht nur für sein Können bekannt ist, sondern auch für eine Haltung, die man in dieser Direktheit selten zu hören bekommt. Fabian räumt mit dem Mythos auf, er würde ausschließlich Traditional stechen – sein Ansatz ist vielmehr, dass eine Tätowierung zum Menschen und zum vorhandenen Bodysuit passen muss, egal ob das am Ende Old School, Tribal oder Schwarz-Grau wird. Was die beiden aber wirklich in Fahrt bringt, ist ein offener Rundumschlag gegen alles, was in der Branche gerade schiefläuft: Gefilterte Fotos, die Kunden Qualität versprechen, die auf der Haut nie existiert hat. Tätowierer, die hohe Tagessätze aufrufen und dabei vergessen, dass sie Menschen etwas Dauerhaftes hinterlassen. Und eine Social-Media-Logik, die aus einem Handwerk zunehmend eine Ego-Show macht. Aber Fabian wäre nicht Fabian, wenn es dabei bliebe. Nebenbei erfährt man, warum er sich zum Faszientherapeuten ausbilden ließ – und wie nah das an seinem über 20-jährigen Training in Zenmotik liegt. Warum er lieber im eigenen privaten Atelier tätowiert, als täglich anderthalb Stunden nach Berlin zu pendeln. Und wie er gleich zweimal an der kanadisch-amerikanischen Grenze abgewiesen wurde, auf eine Art, die zwischen absurd und kafkaesk schwankt. Dazu gibt es noch ein ehrliches Gespräch über Equipment: Module versus klassische Metall-Magnumgriffe, Akkumaschinen und ihre Grenzen im Dauerbetrieb – und ein Besuch in einer Tattoomaschinen-Fabrik, der mehr Fragen aufgeworfen hat als beantwortet. [ WERBUNG ]Bei unseren Werbepartnern könnt ihr richtig sparen - darunter bei Neonsfeer, Murostar, Killer Ink, Cheyenne Tattoo Equipment, CoalBlack oder Caos Nero! Alle Infos auf www.tftn-podcast.com.