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Hans-Christian Spengler und Thorsten A. Siefert

Wo Meinungen aufeinander treffen.

  1. 1D AGO

    Von der Wehrpflicht

    Yael formuliert einen konsequenten, bewusst undiskutierten Standpunkt: Das eigene Leben gehört ausschließlich einem selbst – weder Staat, politisches System noch Religion dürfen beanspruchen, dass jemand töten oder sterben soll. Vor dem Hintergrund von Krieg, Ausbeutung und der Zerstörung unzähliger Leben wirkt diese Haltung wie ein „Luxus“, wird aber dennoch als moralisch legitim verteidigt. Auslöser ist ein Beschluss des Deutschen Bundestags zur Einführung einer Vorstufe der Wehrpflicht: Junge Männer sollen ihre Bereitschaft zum Waffendienst angeben und werden gemustert; Frauen können freiwillig teilnehmen. Yael stellt die Grundfrage nach der Legitimität staatlicher Kriegsforderungen und verneint sie kategorisch. Yael räumt ein, dafür als egoistisch gelten zu können, betont jedoch seine gelebte Solidarität (Zivildienst, Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen) und unterscheidet klar zwischen gesellschaftlichem Engagement und bewaffnetem Dienst. Gleichzeitig erkennt Yael historische Gegenargumente an (z. B. Befreiung vom Nationalsozialismus), leitet daraus aber gerade das heutige Recht ab, nicht kämpfen zu müssen. Die schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht wird als Belastung jungen Lebens kritisiert – insbesondere vor dem Hintergrund sozialer Ungleichheit – sowie die Präsenz der Bundeswehr an Schulen, die als mögliche Werbung und Einflussnahme auf Wehrbereitschaft problematisiert wird. Abschließend wird der Standpunkt mit Sandburgs Satz zugespitzt: „Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.“

    7 min

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