Es ist nun 10 Jahre her, dass mein Mann verstorben ist. 10 Jahre. Eine lange Zeit, so kommt es einem vor und dann doch wieder nicht. Manche Gefühle kommen in Erinnerung von den letzten Abschiedswochen. Es gibt so einige Situationen, die ich noch haargenau vor meinen inneren Augen habe. Ich fühle manche Gefühle des Schmerzes, der Ohnmacht, der Trauer, auch mit und für die anderen. Gleichzeitig staune ich, wie ich damals mit der Diagnosestellung jeden Tag mein Herz und Kopf aufgerichtet habe zu Dem hin, Der mir jeden Tag Anlass zur Dankbarkeit auch nur für die kleinsten Dinge gab. Immer wieder sind mir liebe Worte, Unterstützungen durch Familie und Freunde, Begegnungen und Begebenheiten „zugefallen“! Ja, das hat MIR geholfen. Ich kann nur sagen MIR, denn jeder geht einen solchen Weg ganz individuell. Mir hat geholfen, Trauer, Schmerz und Ohnmacht zuzulassen. Auch zu erkennen, dass jedes Familienmitglied seinen eigenen Weg durch diesen Abschied finden muss, der ihnen nicht erspart bleibt. Getragen hat mich die tägliche Suche nach Gottes Wort. Ich weiß noch, ich habe in der Bibel, vor allem in den Psalmen gesucht, wie und wer Gott ist. Ich habe mich festgehalten an Worten, die mir und uns zugesagt wurden. Es gab Gottesdienste, die gestärkt haben und ermutigt. Es war die Gemeinde und unser Pfarrer, der uns liebevoll begleitete. Am Tag der Beerdigung tröstete mich unser Trauspruch als Losungswort: wandelt als Kinder des Lichts. Die Frucht des Lichts ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit, drum prüft was da sei wohlgefällig vor dem Herrn. Eine der größten Freude und Grund zur Dankbarkeit heute ist, wenn mir Menschen begegnen, die von meinem Mann erzählen, über sein segensreiches Wirken in der Familie, Kirche, bei Feiern und unter Freunden. Ja, der Segen bleibt und hinterlässt seine Spuren, denen wir zu Seiner Zeit begegnen dürfen. Welch Freude!!!! So ist die Dankbarkeit das stärkste Wort, auch wenn manches ungeklärt und unausgesprochen blieb. Dann bin ich dankbar für die Möglichkeit, bei Gott um Vergebung zu bitten. Mir ist so wichtig geworden, Klärungsmöglichkeiten im Miteinander, wenn möglich, direkt anzusprechen. Mir ist so wichtig geworden, die kleinen Augenblicke, Momente, Erlebnisse, Eindrücke zu genießen. Dies im Bewusstsein der Einmaligkeit dieser Momente. Der Segen bleibt. So viel ist seitdem geschehen, so viel Neues ist geworden, eine neue Generation wächst inzwischen heran. Das Leben geht weiter, der Schmerz, der Verlust ist immer eine Wunde, die bleibt. Aber auch die Erfahrung, im Schmerz gehalten zu sein von Dem Gott, der sagt: ich bin bei dir. Diese Erfahrung wünscht Ihnen immer wieder, Isabel Prinzessin zu Löwenstein, Heidelberg