Ostwärts. Gespräche über ostdeutsche Identitäten

Nine-Christine Müller

Was heißt es eigentlich ostdeutsch zu sein und spielt das echt immer noch eine Rolle? Ich, Nine-Christine Müller, spreche hier mit Menschen, die ihre Herkunft reflektieren und Engagement zeigen. Gemeinsam erkunden wir, wie Herkunft unsere Identität beeinflusst und wie Chancengerechtigkeit und Mitbestimmung gefördert werden können.

  1. 1d ago

    Kann man auf Brandenburgs sandigen Böden Landwirtschaft neu denken? Benedikt von Gut & Bösel

    It's not the cow, it's the how: Benedikt Bösel über Gut & Bösel, 55.000 Bäume und Landwirtschaft auf Brandenburgs schwierigsten Böden. In dieser Folge von Ostwärts ist Nine live vor 300 Kühen zu Gast bei Benedikt Bösel auf Gut & Bösel in Alt Madlitz und damit der vierten Station der Podcast-Tour durch die ländlichen Regionen Ostdeutschlands. Bösel war Investmentbanker, arbeitete in Immobilien und Venture Capital, bevor er den 3000 Hektar großen Betrieb seiner Familie übernahm, der über die LPG „Hoffnung" und 250 Jahre Familiengeschichte bis in die Zeit vor der Kollektivierung zurückreicht. Er erzählt, warum er die geplante Smart-Farming-Ausrüstung samt anderthalb Millionen Euro Kredit nicht finanzierte, sondern nach der Dürre 2018 auf regenerative Methoden umstieg. Es geht um Agroforst, um 55.000 gepflanzte Bäume auf über 150 Hektar, um die Fink-Stiftung und ein Reallabor mit Humboldt-Uni, Leibniz-Institut und HNE Eberswalde. Bösel erklärt, warum die Kuh nicht Klimakillerin, sondern Nährstoffkreisläufer ist und warum das eigentliche Problem ist, dass gesunde Böden vom System nicht bezahlt werden. Nine und Bösel sprechen über die unaufgearbeiteten Wunden der Enteignung, das Zusammenleben im brandenburgischen Dorf und die Frage, ob man auf sandigen, trockenen Böden überhaupt etwas verändern kann. Zum Schluss: warum wir am Ende Tiere sind, was Bösel Menschen rät, die selbst anfangen wollen, und wohin die 5000 Euro aus dem Flow-Fund fließen. 00:00 Live vor 300 auf der Weide 00:50 Vierte Station der Podcast-Tour 03:10 3000 Hektar und ein Ex-Investmentbanker 04:48 Zurück nach Madlitz 05:25 Kollektivierung und unaufgearbeitete Wunden 09:28 Die Konstante Madlitz 13:03 Smart Farming scheitert 16:10 Anderthalb Millionen nicht unterschrieben 18:00 Tausende Mails und Agroforst 20:03 Natur kopieren statt Monokultur 22:46 55.000 Bäume und langer Atem 25:50 Fink-Stiftung und Reallabor 28:40 Leistungen die keiner bezahlt 31:16 Kann man hier überhaupt was verändern 33:56 Menschen für Landwirtschaft begeistern 37:30 Corona und ein 25-köpfiges Team 42:49 It's not the cow, it's the how 46:49 Ankunft und Lehrgeld im Dorf 49:55 Nicht zu ernst nehmen und Dorfleben 55:23 Flow-Fund für den Spielplatz 56:16 Würde er es wieder so machen 58:31 Sandige Böden aus der Eiszeit 01:00:10 Am Ende sind wir Tiere 01:04:04 Wenn du es spürst mach 01:05:49 Schlussimpuls und Verabschiedung Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten. Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

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  2. Jul 14

    Viel Platz zum Gestalten: Alicja Orlow über Demokratiearbeit in Vorpommern

    In dieser Folge von Ostwärts spricht Nine mit Alicja Orlow, stellvertretender Geschäftsführerin der RAA Mecklenburg-Vorpommern und Projektleiterin von Zukunftswege Ost in der Fokusregion Vorpommern. Alicja wuchs auf Usedom auf und entschied sich vor sechs Jahren, nach Stationen in Berlin, Hamburg und Benin in ihre Heimatregion zurückzukehren. Sie berichtet von der niedrigsten Bevölkerungsdichte Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern ist und von langen Fahrtwegen. Nur 7 Prozent der bundesweiten Stiftungen sind in Ostdeutschland ansässig und Zukunftswege Ost setzt mit Mikroförderungen ab 5.000 Euro genau dort an. Anhand von Beispielen wie einem anfangs skeptischen Bürgermeister, einer möglicherweise rechts orientierten Feuerwehr oder dem umgebauten Eiswagen der Initiative Eisbus Gabi zeigt sie, wie viel leises, oft unsichtbares Engagement in den Dörfern existiert und wie viel Beziehungsarbeit nötig ist, um es sichtbar zu machen. Ein Thema ist auch das Bündnis „Zusammen bewegen“, das mit Haustürgesprächen kurz vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern für eine demokratische Zivilgesellschaft wirbt. Alicja spricht offen über die Sorge vor Mittelkürzungen nach der Wahl, aber auch über die Hoffnung, die sie im wachsenden Engagement vor Ort sieht. Am Ende lädt sie alle ein, die Region und ihre Projekte selbst kennenzulernen. 00:00 Viel Platz zum Gestalten 00:21 Intro und Vorstellung Alicja 02:07 Usedom, Polen und Rückkehr 05:20 MV jenseits der Klischees 07:16 Bevölkerungsdichte und Ressourcenmangel 10:44 Unsichtbares Engagement im Dorf 13:24 RAA Demokratie und Bildung 14:27 Projekt Zukunftswege Ost 17:18 Beziehungsarbeit mit Bürgermeistern 20:49 Feuerwehr und rechte Tendenzen 23:30 Fehlende Jugendangebote 27:26 Engagement und ostdeutsche Bescheidenheit 31:42 Zusammenbewegen und Eisbus Gabi 38:00 Mikroförderung Zukunftswege Ost 42:10 Ostdeutsche Resilienz und Pragmatismus 45:16 Stimmung vor der Landtagswahl 47:25 Was Zivilgesellschaft wirklich braucht 49:58 Mutrauschen und Abschluss Weiterführende Links Zukunftswege Ost: WebseiteZukunftswege Ost Fokusregion Vorpommern: Webseite GenOst Jugendfonds: WebseiteKontakt von Alicja für „Wie man helfen kann“ + Kontakt RAA MV > hierBündnis Zusammen bewegen: Webseite

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  3. Jun 25

    Wo die Neiße verbindet: Ein Filmfestival zwischen Deutschland, Polen und Tschechien

    23 Jahre, drei Länder, ein Festival: Clemens Mayer und Andreas “Frieder” Friedrich über das Neiße Filmfestival im Dreiländereck In dieser Folge von Ostwärts ist Nine bei der dritten Station ihrer Tour beim Neiße Filmfestival in Großhennersdorf in derOberlausitz. Sie spricht mit Clemens Mayer und Andreas “Frieder” Friedrich, die das Festival dieses Jahr erstmals gemeinsam als Doppelspitze leiten. Das Festival ist aus dem Katharinenhof entstanden, einer DDR-Einrichtung derDiakonie, in der sich in den 1970er- und 80er-Jahren Nonkonformist:innen sammelten und nach der Wende das Kunstbauer Kino gründeten. Seit 23 Jahren zeigt das Festival deutsche, polnische und tschechische Filme an der Grenzezwischen Deutschland, Polen und Tschechien – dieses Jahr mit einem Rekord von 1200 Filmeinreichungen auf 19 Leinwänden in 17 Spielstätten. Clemens und Frieder erzählen, warum die Lizenzvergabe pro Land unterschiedlich ist, wie dassächsische Kulturraumgesetz die Finanzierung strukturiert und warum sie trotz EU keine polnischen oder tschechischen Fördermittel beantragen können. Dieses Jahr widmet sich das Fokusthema der gesellschaftlichen Transformation imOstblock der 90er-Jahre und zieht Parallelen zum Strukturwandel im Rheinischen Revier. Vor dem Hintergrund der Oberbürgermeisterwahl in Görlitz und wachsenderrechter Stimmenanteile in Sachsen versteht sich das Festival zunehmend als politisches Statement für Weltoffenheit. 00:00:00 Live beim Neiße Filmfestival 00:01:32 Vorstellung Clemens und Frieder 00:02:10 Trinationales Festival am Dreiländereck 00:02:50 Dorfgeschichte und Katharinenhof Anfänge 00:06:07 DDR-Nest und Diakonie Katharinenhof 00:09:55 19 Leinwände, 17 Spielstätten 00:11:12 Filmverliebt durch Polen und Tschechien 00:13:30 Grenzen als Hürde in Corona-Zeiten 00:15:37 Sprachbarriere und Mitteleuropa-Framing 00:17:32 Internationales Team und Professionalisierung 00:23:48 1200 Filmeinreichungen, neuer Rekord 00:27:49 Lizenzfragen und Rechteinhaber 00:29:26 Fokusthema Transformation 00:33:24 Politisches Festival ohne Angst 00:38:25 Oberbürgermeisterwahl in Görlitz 00:40:26 Sächsisches Kulturraumgesetz erklärt 00:45:38 Flow Fund und Planungssicherheit 00:52:48 Junge Zielgruppen im Blick 00:55:06 Vampirfilme und neues Publikum 00:56:40 Altersdurchschnitt im Publikum 00:58:09 Highlights der fünf Festivaltage 01:02:00 Wie ein Musikfestival 01:03:16 Graswurzelbewegung von unten 01:04:39 Auf die Kacke hauen 01:06:19 Abschluss und Verabschiedung

    Wo die Neiße verbindet: Ein Filmfestival zwischen Deutschland, Polen und Tschechien
  4. Jun 8

    Hast du eine Ostseele, Matze Hielscher?

    Matze Hilscher über Gröden, die unbetreute Wendegeneration und das Leitmotto, das ihn seit der ersten Bühne begleitet In dieser Folge von Ostwärts sitzt Nine im Hotelzimmer von Hotel Matze im Prenzlauer Berg und spricht mit einem der bekanntesten deutschen Podcaster über seine Herkunft aus Südbrandenburg, die er selten öffentlich macht. Matze Hielscher ist in Gröden aufgewachsen, einem kleinen Dorf bei Elsterwerda, in einer Familie mit Bäckerei und Kirchenbindung – beides ungewöhnlich für die DDR. Er erzählt von der jungen Gemeinde als erster Gemeinschaft, in der das Alter keine Rolle spielte; von Lehrer:innen nach der Wende, die selbst orientierungslos waren und davon, warum er sich als Teil der „unbetreuten Generation" versteht. Das Gespräch reicht von den Baseballschlägerjahren und dem Erklärungsversuch für rechte Gewalt über Matzes Haltung zur Ostidentität – weder nostalgisch noch selbstkritisch überdreht – bis hin zu seiner Philosophie als Gastgeber: Zuhören ohne eigene Meinung ist für ihn kein Trick, sondern das Herzstück von Hotel Matze. Und warum er nie Angst vor großen Fischen hat, erklärt er am Schluss. 00:00 Wer weiß, wie das geht mit dem Leben 00:31 Intro und Willkommen 01:00 Gast Matze Hilscher und Hotel Matze 04:20 Gröden – Dorfstraße, Bäckerei, Kindheit 07:00 Leerstand im Osten – Ost-Phänomen oder gesamtdeutsch? 09:00 Christliche Familie in der DDR – Bäckerei ohne Parteibuch 13:00 Schule und Nicht-Funktionieren 16:30 Wende als Überforderung – Lehrer und Schüler gleichzeitig lost 19:30 Die unbetreute Generation und die Baseballschlägerjahre 21:40 Orientierungsfiguren: Campino, Schlingensief, Kurt Cobain 26:00 Sehnsucht nach einer Vergangenheit, die es nie gab 28:00 Dialog mit Rechten – ein Fragezeichen 29:00 Psychologische Betreuung statt Politiker-Besuche 33:00 Beteiligungsformate im Mansfelder Land 34:00 Warten oder selbst machen – Sommerfest im Hof 36:40 Osten als Gestaltungsraum, nicht Problemraum 39:00 Radtour durch Sachsen – Meißen und Elbebootsfahrt 43:00 Ostseele und Vereinsgefühl 47:00 Nicht auf Anerkennung warten – Matzes Eltern als Parallele 50:00 Habeck als Feindbild im Osten – was das auslöst 52:00 Matze als Ostler, Nine als Thüringerin 58:30 Vorbereitung aufs Gespräch – Einsammeln und Meditieren 01:00:00 Warum Matze die besten Interviews ohne eigene Meinung führt 01:03:00 Söder-Interview als Gegenbeispiel 01:06:20 Was zehn Jahre Gespräche mit einem machen 01:09:50 Was nach 1000 Folgen kommt 01:13:50 Leitmotto: Keine Angst vor großen Fischen 01:16:13 Abschluss und Verabschiedung Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein, und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden. Ostwärts erzählt neue Narrative des Ostens, denn es ist so viel mehr als sächsisch, AfD und Mandys. Es sind Geschichten über die Techno-Wende-Club-Kultur, Potentiale in der Zukunftsregion Ost, junge weibliche Kommunalpolitik und kritische Machtperspektiven. Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten. Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. https://www.ostwaerts-podcast.com/

    Hast du eine Ostseele, Matze Hielscher?
  5. May 27

    Zuhören als demokratischer Akt im Mansfelder Land - mit Grit Michelmann

    In dieser Folge der Ostwärts-Podcast-Tour ist Nine an Station 2 von 5 – im Kunstkonsum Heiligenthal, einem ehemaligen Dorfladen im Landkreis Mansfeld-Südharz, mit Live-Publikum vor Ort. Zu Gast ist Grit Michelmann, freiberufliche Moderatorin und Prozessbegleiterin aus Halle, die in der Region Formate durchführt, bei denen Menschen vier Minuten ungestört sprechen und wirklich gehört werden. Das Gespräch berührt die Geschichte des Landkreises: 850 Jahre Kupferbergbautradition, das Kombinat Wilhelm Pieck mit einst 45.000 Beschäftigten und das abrupte Ende in den 90er Jahren, das nicht nur Arbeitsplätze, sondern die gesamte soziale und kulturelle Infrastruktur der Region auf einen Schlag vernichtete. Grit erzählt von Erzählcafés, in denen diese Geschichte wieder auftaucht und von zwei Frauen aus dem Lackdrahtwerk, deren stärkste Erinnerung an die chemischen Umweltbelastungen nicht die eigene Gesundheitsschädigung ist, sondern die Ungerechtigkeit, dass man die durch Säureregen löchrig gewordenen Nylonstrumpfhosen dort nicht erstattet bekam. Die Folge behandelt außerdem, was passiert, wenn AfD-Mitglieder in einem Erzählcafé sitzen, warum Zuhören nicht Zustimmen bedeutet und weshalb Beteiligungsformate Politikverdrossenheit erklären können, aber auch abbauen. Grits aktuelle Arbeit im Mansfelder Land wird finanziert durch den Flow Fund der Kinnings Foundation, die die gesamte fünfteilige Podcast-Tour ermöglicht. 00:25 Intro Tour-Station 2 Heiligenthal  02:20 Grit Vorstellung und Kontext  05:42 Format Sprechen und Zuhören  10:15 Wendetrauma und kollektives Vergessen  12:40 Nylonstrumpfhosen und Umweltschäden  15:11 Projektschmiede und kollektive Intelligenz  17:33 Mansfeld-Südharz: Struktur und Geschichte  22:18 ABM und Kombinat als Sozialstruktur  26:30 Film Maßnahme und Staatsverlust  28:20 AfD im Erzählcafé  30:22 Zuhören als demokratischer Akt  33:32 Moderation ohne Angst vor Konflikt  36:02 Zuhören heißt nicht zustimmen  39:11 Grits politische Biografie  43:19 Flow Fund und geloste Bürgerbeteiligung  46:09 Wünsche für Mansfeld-Südharz  48:16 Abschluss und Ausblick Großhennersdorf Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten. Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. https://www.ostwaerts-podcast.com/ Showlinks: Doku „Die Maßnahme“ (2009) der Filmakademie Baden-Württemberg: https://www.youtube.com/watch?v=gEtil2WHFDg Webseite von Grit Michelmann: https://gritmichelmann.de/ Ostwärts-YouTube-Kanal für die folgenden Folgen abonnieren: https://www.youtube.com/watch?v=i11T7BQqsxA&list=LL

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  6. Apr 30

    Bleiben, wo’s brennt: Kahrola und der Mut zur Nachbarschaft

    KAHROLA in Kahla: Franzi und Fabi über die Nachbarschaftsstube, ehrenamtliches Engagement und das Bleiben in einer Kleinstadt mit zwei Gesichtern In dieser Live-Folge von „Ostwärts" – aufgezeichnet zum Auftakt der Ostwärts-Tour durch fünf ostdeutsche Bundesländer – spricht Nine mit Franzi und Fabi von der Nachbarschaftsstube Kahrola und der antifaschistischen Initiative AIS in Kahla, Thüringen. Sie erzählen, wie aus einer alten Kneipe ein offener Ort ohne Konsumzwang wurde, der von zwölfjährigen Pokémon-Fans bis zu Konzertgästen alle willkommen heißt. Sie sprechen über die Burg 19, den AfD-Aufkleber an der Nachbarschaft und die Frage, wie man als weiblich gelesene, engagierte Person in einer Stadt mit organisierten Neonazi-Strukturen lebt. Über 5.000 Euro aus dem Flow Fund, mit denen Kahrola ein Jahr existieren kann. Und über die Frage, warum die beiden bleiben – obwohl Wegziehen einfacher wäre. Die Tour wird ermöglicht durch die Kinnings Foundation. 00:00 Sicherer Ort und klare Grenzen 00:49 Auftakt Ostwärts-Tour in Kahla 03:20 Wer ist Franzi, wer ist Fabi 05:13 Warum bleiben 07:07 Was ist Kahrola 09:00 Pokémon, Konzerte und Spielenachmittag 10:50 Kahla zwischen Saaletal und Porzellan 13:57 Krasnahorkai und die fiktive Kleinstadt 15:04 Burg 19 im Alltag 17:22 Angepöbelt werden als weiblich gelesene Person 19:38 Wie ICE und Kahrola entstanden 20:47 Konsumfrei und niedrigschwellig 22:00 Reaktionen aus der Stadt 23:19 Wie ein Sonntag bei Kahrola aussieht 25:37 Wer kommt nicht und warum 27:30 Was hält das Engagement am Laufen 29:27 Politisch oder nicht politisch 31:35 Klare rote Linien 33:38 Was Kahrola noch braucht 36:33 Vom Sonntagscafé zur größeren Kontinuität 40:08 Porzellan bemalen auf dem Weihnachtsmarkt 42:05 Was 5.000 Euro vom Flow Fund verändern 45:20 Spenden und Sichtbarkeit 47:01 Demokratiebildung studieren in Jena 49:49 Bleiben statt wegziehen 52:15 Was man Leuten mitgibt, die abgehängt sind 54:11 Lokale Strukturen unterstützen 55:35 Auch Weggegangene bleiben willkommen 56:18 Herkunft als Identität 57:48 Schlusswort und Verabschiedung 58:18 Vorschau Mansfeld mit Grit Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten. Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. https://www.ostwaerts-podcast.com/ Mehr zu Kahrola: - Webseite: https://kahrola.de/ - Webseite von AIS Saale-Holzland-Kreis steht für Antifaschistisch*Initiativ*Solidarischhttps: //ais-shk.de/ - Kontakt via: kahrola@posteo.de

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  7. Apr 5

    Zwei Frauen, ein Bruch – was nach der Diagnose Krebs entsteht

    Mich interessiert, was Menschen aus dem machen, was sie sich nicht ausgesucht haben. Eine Krankheitsdiagnose gehört dazu – und was Anke und Katrin daraus gebaut haben, ist eine dieser Geschichten, die einen nicht loslassen. In diesem Oster-Special treffe ich die beiden Macherinnen des Eisvogel e.V., die beide an Lymphknotenkrebs erkrankt sind. Wir sprechen über Brüche, die das Leben neu sortieren – über das, was bleibt, was geht und was unerwartet entsteht. Über Gemeinschaft, die aus gemeinsamer Verletzlichkeit wächst. Und über eine Frage, die mich bei Ostwärts immer wieder beschäftigt: Wie viel Gestaltungskraft steckt in dem, was wir nicht gewählt haben? Anke erzählt, wie sie 2013 durch einen Zufallsbefund die Diagnose Morbus Hodgkin bekam – mitten in der Probezeit eines neuen Jobs. Katrin beschreibt, wie es sich anfühlt, monatelang auf Klarheit zu warten und dann doch vor einer Tür mit der Aufschrift „Onkologie" zu stehen und zu denken: das bin ich nicht. Beide reden über die schwierigen Momente, Familie und Freundeskreis einzuweihen, darüber, was wirklich hilft (Direktheit schlägt jede Floskel) – und warum nachwachsende Haare eben nicht bedeuten, dass wieder alles normal ist. Außerdem: Was Angehörige wirklich brauchen, warum Ehrlichkeit so entlastend sein kann und was Susan Sontag über die zwei Staatsbürgerschaften des Lebens zu sagen hat. Der Eisvogel e.V. ist deutschlandweit sowie in Österreich und der Schweiz aktiv. Er vermittelt Patenschaften zwischen Betroffenen, verschickt Mutmacherpakete und schafft Räume, in denen niemand allein ist – auch für Angehörige, die so oft unsichtbar bleiben. Hier geht's zum Podcast von Anke & Kathrin: Lebe Jetzt. Kapitel 00:00 Haare weg, nicht vorbei00:55 Intro und Thema03:52 Das Tabu Krebs und erste Reaktionen04:55 Was wirklich hilft09:05 Diagnose Anke – Morbus Hodgkin11:59 Diagnose Katrin – und der Schock danach14:06 Krebs sagen: der Moment mit Familie und Freunden17:56 Der Eisvogel e.V. – Verein und Patensystem22:23 Was bleibt und was sich verändert28:27 Freundschaft, Hilfe und die richtigen Worte33:09 Angehörige brauchen eigenen Raum35:38 Nach der Therapie ist nicht alles normal37:19 Wording, Wörter und heute krebsfrei39:12 Abschluss Dieses Oster-Special wurde ermöglicht durch die Sparda-Bank Berlin – seit 1990 die einzige Bank, die ausschließlich in Ostdeutschland tätig ist, mit über 400.000 Mitgliedern und Engagement für nachhaltige Ideen in der Region, unter anderem durch ihre Tochtergesellschaft Ostwerk. Die Sparda-Bank Berlin engagiert sich seit 14 Jahren im Kampf gegen Krebs und unterstützt Initiativen wie den Eisvogel e.V. Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein – und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten" erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben überraschende, oft nachdenkliche Einblicke, die bisher in der Spannbreite wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort – ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt beleuchtet.

    Zwei Frauen, ein Bruch – was nach der Diagnose Krebs entsteht
  8. Mar 23

    Demokratie ja, aber bitte anders: Über den Deutschlandmonitor und was er uns über Demokratie, Sicherheit und Veränderung zeigt

    Was wollen Menschen wirklich, wenn sie sich eine "starke Hand" in der Politik wünschen? Keine Diktatur, sondern Sicherheit. Einen Staat, der endlich wieder Probleme löst. Und das Gefühl, dass irgendjemand noch die Kontrolle hat. Tobias Jaeck forscht am Zentrum für Sozialforschung Halle und ist Mitautor des Deutschlandmonitors, einer der umfassendsten Studien zu politischen und gesellschaftlichen Einstellungen in Deutschland. In dieser Folge ordnen wir gemeinsam ein, was die Daten wirklich sagen – jenseits von Schlagzeilen. Wir sprechen darüber, warum lokales Vertrauen in Deutschland erstaunlich hoch ist, während die Einschätzung der gesamtgesellschaftlichen Lage fast diametral anders ausfällt. Über Polykrisen, Kontrollverlust und Anomie. Über die Frage, warum die eigentliche Trennlinie in Deutschland oft nicht zwischen Ost und West verläuft, sondern zwischen strukturschwachen und strukturstarken Regionen. Und darüber, was uns wirklich veränderungsbereit macht – Spoiler: Es ist nicht die Vergangenheit, sondern der Blick nach vorne. Außerdem: Wie funktioniert eigentlich eine Studie mit 8.000 Befragten? Was passiert in qualitativen Fokusgruppen? Und was kommt 2026 als nächstes Schwerpunktthema des Monitors? 00:00 Lokales Vertrauen hoch 00:49 Vorstellung und Thema 02:53 Sachsen Anhalt Identität 04:41 Was ist der Monitor 05:40 Sozialforschung erklärt 06:53 Werdegang und Perspektiven 10:46 Ost Identität und DDR 14:20 Deutschlandmonitor Methodik 17:47 Lokales vs Deutschland Bild 19:37 Polykrisen und Kontrollverlust 22:17 Autoritäre Offenheit 23:29 Sicherheit statt Freiheit 27:15 Signifikanz und Einordnung 34:02 Starker Staat Wunsch 36:44 Alltag und Staatsfrust 38:31 Strukturschwach vs stark 39:17 Strukturschwäche messen 40:24 Stadtviertel und Milieus 41:13 Land gegen Stadt Ost West 44:26 Ansiedlung und Abhängigkeiten 48:39 Beteiligung und Plebiszite 52:41 Quali Forschung erklärt 57:58 Zukunftsoptimismus treibt Wandel 01:03:39 Ambivalenz und Bewahrer 01:10:27 Wünsche an die Politik 01:13:59 Nächstes Thema Mobilität 01:15:56 Abschluss und Ausblick Über Ostwärts Was heißt es eigentlich, ostdeutsch zu sein,und spielt das echt immer noch eine Rolle? Genau diese Frage stellt sich Nine-Christine Müller, als Nachwendekind aus Thüringen. Im Podcast „Ostwärts: Gespräche über ostdeutsche Identitäten“ erzählen Menschen ihre persönlichen Geschichten und geben in Interviews überraschende und oft nachdenkliche Einblicke und Perspektiven, die bisher wenig Gehör finden. Statt nur über den Osten zu sprechen und lokale Herausforderungen zu thematisieren, kommen Menschen vor Ort selbst zu Wort, um ostdeutsche Identitäten in ihrer Vielfalt, mit Tiefgang und Respekt zu beleuchten. Eine kritische und selbstkritische Auseinandersetzung mit dem Osten Deutschlands ist wichtig, gerade jetzt, denn es gibt anhaltende Unterschiede und Herausforderungen, die es zu adressieren gilt sowie eine historische und kulturelle Identität, die verstanden werden kann, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. https://www.ostwaerts-podcast.com/

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