Schlüssel ohne Heimat

Amelie Clever

Deutschland ist ein Einwanderungsland - nicht erst seit 2015. In diesem Podcast interviewe ich Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten nach Deutschland gekommen sind, und die ihre Heimat aufgeben mussten. Ich frage meine Gäste, was bei ihrer Ankunft in unserem Land gut gelaufen ist, was Deutschland besser machen könnte und was sie an ihrer Heimat vermissen. Ehrlich, offen, traurig und dennoch hoffnungsvoll sind ihre Geschichten.

  1. Sep 10

    Staffel 5 Folge 6 Olivier

    Olivier ist in Ruanda geboren und überlebte mit 12 Jahren den dortigen Völkermord. Aus dem Wunsch nach Rache fand er über Kampfkunst und Meditation zum Buddhismus – jedoch als bekennender Buddhist lebte er in einem Land, in dem diese Religion kaum verbreitet ist. Weil er Versöhnungsseminare zwischen verfeindeten Volksgruppen leitete und ein Buch über Vergebung schrieb, wurde er von der ruandischen Regierung inhaftiert und 42 Tage gefoltert. Nach seiner Entlassung floh er nach Sri Lanka, wurde dort buddhistischer Mönch und veröffentlichte den Bestseller "Drop of Dharma". Schon in jungen Jahren geprägt von Hermann Hesses "Siddhartha" kam er einige Jahre später nach Deutschland und musste als Flüchtling zunächst sechs Jahre auf seinen Schutzstatus warten – eine Zeit, die er offen als belastend beschreibt. Heute arbeitet Olivier als Dolmetscher und Büromanager in einer Rechtsanwaltskanzlei, gibt Tai-Chi-, Yoga- und Meditationskurse an der VHS Gifhorn und hat gerade ein neues englischsprachiges Buch über Resilienz veröffentlicht. Berührend erzählt er, warum Deutschland für ihn zur kulturellen Heimat geworden ist – nicht der Geburtsort zählt für ihn, sondern der Ort, an dem man sicher, akzeptiert und geliebt ist. Ein bewegendes Gespräch über Vergebung, Sprache als Denkstruktur und die Kraft persönlicher Begegnungen, um Vorurteile abzubauen. Alle Infos zu Olivier findest du hier: https://olivier-biraro.com https://olivier-biraro.com/shop/ https://www.amazon.de/Return-Northern-Eagle-Oliver-Biraro/dp/B09NR5R1BM/ref=sr_1_3?dib=eyJ2IjoiMSJ9.VgQ34xVZnpp8JvmRx7vAfDWlYMhpAEZ4inM7U5V7XS4.0BZBb7xpQyfUnOGhCVud4301_EcgzsCaClQMYmD5Nxo&dib_tag=se&qid=1786392902&refinements=p_27%3AOliver+Biraro&s=books&sr=1-3 Music by ⁠⁠⁠⁠⁠Oleg Fedak⁠⁠⁠⁠⁠ from ⁠⁠⁠⁠⁠Pixabay⁠⁠⁠⁠⁠ Music by ⁠⁠⁠⁠⁠Julius H.⁠⁠⁠⁠⁠ from ⁠⁠⁠⁠⁠Pixabay⁠

  2. Aug 27

    Staffel 5 Folge 5 Brigitte

    Brigitte ist in Connecticut, USA, geboren und kam als 14-Jährige mit ihren aus Wolfsburg stammenden Eltern nach Deutschland – mit US-Pass, aber ohne Deutschkenntnisse in Wort und Schrift. Sie erzählt, wie sie zunächst als Ausländerin behandelt wurde, in der Schule zwischen amerikanischem und britischem Englisch aufgerieben wurde und trotz anfänglicher Neugier ihrer Mitschüler:innen schnell wieder ausgegrenzt war, sobald klar wurde, dass sie "nicht anders" ist. Beruflich führte ihr Weg über Bürokauffrau, 13 Jahre Buchhaltung und 13 Jahre Englischtrainerin schließlich zum Gründercoaching und heute zu ihrem eigentlichen Spezialgebiet: der Begleitung von "Impats" und "Trailing Spouses" – Partner:innen (meist Frauen), die für den Job des Partners ins Ausland ziehen und dabei oft mit Identitäts- und Sinnfragen allein gelassen werden. Genau hier setzt ihr Coaching an, unter anderem mit Hypnose und Klopfakupressur. Brigitte spricht offen über ihre Sehnsucht nach den USA und ihre Sorge angesichts der aktuellen politischen Lage dort – ihr letzter Besuch war im September 2024. Als möglichen neuen Lebensmittelpunkt hat sie mit ihrem Mann Irland entdeckt. Ihr Schlusswort, passend zum Thema Fremdsein: "Everybody is an Alien somewhere." Kontakt zu Brigitte: https://bridge-it-coaching.de https://www.linkedin.com/in/bridge-it-coaching/ Music by ⁠⁠⁠⁠Oleg Fedak⁠⁠⁠⁠ from ⁠⁠⁠⁠Pixabay⁠⁠⁠⁠ Music by ⁠⁠⁠⁠Julius H.⁠⁠⁠⁠ from ⁠⁠⁠⁠Pixabay⁠

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Deutschland ist ein Einwanderungsland - nicht erst seit 2015. In diesem Podcast interviewe ich Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten nach Deutschland gekommen sind, und die ihre Heimat aufgeben mussten. Ich frage meine Gäste, was bei ihrer Ankunft in unserem Land gut gelaufen ist, was Deutschland besser machen könnte und was sie an ihrer Heimat vermissen. Ehrlich, offen, traurig und dennoch hoffnungsvoll sind ihre Geschichten.