Allein aus Gnade - Bibeltreue Predigten der Evangelisch-Baptistischen Christusgemeinde

EBC Waiblingen - Bibeltreue evangelische Baptisten Gemeinde für Jesus Christus

Die Evangelisch-Baptistische Christusgemeinde ist eine junge Gemeinde, um den Menschen im Remstal bei Stuttgart den Anschluss an eine bibeltreue Gemeinde zu ermöglichen und Gottes Wort zu verkündigen. Unser höchstes Ziel als Gemeinschaft ist es, für Gott zu leben, und Ihm durch unser Leben und durch unsere Gottesdienste die höchste Ehre zu bringen. Besuchen Sie gerne unseren Gottesdienst! Weitere Infos auf unserer Homepage: ebc-waiblingen.de

  1. 3d ago

    Tot in Sünde (Epheser 2,1-3) - Richard Friesen

    Vor der Bekehrung ist der Mensch geistlich tot in Sünde, gefangen von Welt, Teufel und Fleisch, ein Kind des Zorns — Rettung kann allein Gottes übernatürliches Eingreifen bewirken.#### DetailsEpheser 2,1–10 beschreibt den gesamten Weg der Rettung: vom geistlichen Tod über Gottes Eingreifen bis hin zu den guten Werken. Der erste Teil, Vers 1–3, zeigt den Ausgangspunkt. Wer die Tiefe der Verdorbenheit nicht erfasst, versteht auch das Wunder der Wiedergeburt nicht. Paulus knüpft mit „auch euch" an Kapitel 1 an: So wie Christus im Grab tot war und Gott ihn lebendig machte, so waren die Epheser geistlich tot — und wurden lebendig gemacht.Der Tod ist die Auswirkung der Sünde. Seit Adams Ungehorsam im Garten ist der Mensch von Gott, der Quelle des Lebens, getrennt — unfähig, ihn zu lieben, ihm zu gehorchen oder auf sein Rufen zu reagieren, so wie eine Leiche nicht auf Licht und Worte reagiert. Diese Natur hat Adam als Repräsentant der Menschheit weitervererbt: „Der Lohn der Sünde ist der Tod" (Römer 6,23).In diesem Tod wird aktiv gewandelt. „Wandel" meint im biblischen Sprachgebrauch den ganzen Lebensstil — Denken, Reden, Handeln. Der Mensch sündigt nicht, weil er schlechte Entscheidungen trifft, sondern er sündigt, weil er ein Sünder ist. Jeremia 17,1 zeichnet das Bild: Die Sünde ist mit eisernem Griffel in die Tafel des Herzens eingegraben. Dazu wirken drei Machtbereiche: die gegenwärtig böse Welt, der Fürst der Gewalt der Luft, der in den Söhnen des Ungehorsams wirksam ist, und das eigene Fleisch mit seinen Begierden. Nach 1. Mose 6,5 ist alles Gebilde der Gedanken „nur böse den ganzen Tag". Und das gilt für alle — Heiden wie Juden, Frommen wie Gleichgültigen.Die Konsequenz: Von Natur aus sind alle „Kinder des Zorns" (Psalm 51,7; Johannes 3,36 — der Zorn Gottes *bleibt* auf dem Ungläubigen). Doch das Evangelium bleibt nicht bei der schlechten Nachricht stehen: Christus wurde am Kreuz stellvertretend zum Kind des Zorns, damit Sünder Kinder Gottes werden. Daraus folgen vier Dinge: Niemand kann sich selbst retten — „bei Gott aber sind alle Dinge möglich" (Matthäus 19,26); wer wiedergeboren ist, wandelt nun in den Werken, die Gott zuvor bereitet hat; und der Kampf gegen Welt, Teufel und Fleisch bleibt täglich zu führen, in der Kraft dessen, der bereits gesiegt hat.

  2. Oct 25

    Die Vorrangstellung von Jesus Christus über der ganzen Schöpfung (Epheser 1,21-23) - Richard Friesen

    #### ZusammenfassungChristus ist auferweckt, zur Rechten Gottes erhöht und herrscht jetzt und ewig über alle sichtbaren und unsichtbaren Mächte – als Haupt seiner Gemeinde, die er mit seiner Fülle erfüllt.#### DetailsEpheser 1,21-23 beschreibt die Vorrangstellung Jesu Christi über die ganze Schöpfung. Paulus betet darum, dass Gott den Ephesern durch den Geist die Augen des Herzens öffnet – auch dafür, Christi Herrlichkeit und Herrschaft zu erkennen. Denn der Mensch sieht von Natur aus nur das Sichtbare und übersieht die unsichtbare geistliche Realität: Christus sitzt bereits auf dem Thron und besitzt nach Matthäus 28,18 alle Gewalt im Himmel und auf der Erde.Der Bereich dieser Vorrangstellung umfasst zuerst die unsichtbare Welt: Fürstentümer, Gewalten, Kräfte und Herrschaften. Die Schrift zeigt Rangstufen sowohl unter den Engeln (Michael, Gabriel, die Seraphim) als auch unter den Dämonen. Über allen steht Christus – als Schöpfer dieser Wesen (Kolosser 1,16) und als der, der sie am Kreuz entwaffnete und öffentlich zur Schau stellte (Kolosser 2,15). Kein Name, auch kein okkult angerufener, ist mächtiger als sein Name (Philipper 2,9; Apostelgeschichte 4,12).Diese Herrschaft gilt nicht nur in diesem Zeitalter, sondern auch im zukünftigen – einem realen Ort, der mit der Wiederkunft Christi anbricht, wenn er Gerechte und Ungerechte scheidet. Die Art seiner Herrschaft erklärt Psalm 8,7: Dem Menschen war alles zu Füßen gelegt, doch der erste Adam fiel. Der zweite Adam, Christus, erniedrigte sich, triumphierte und herrscht nun als vollkommener Gott-Mensch. Noch rebelliert die gefallene Schöpfung, doch nach 1. Korinther 15 wird ein Feind nach dem anderen unterworfen, zuletzt der Tod.Die Krönung ist Christus als Haupt der Gemeinde, die sein Leib ist. Als Haupt gibt er nicht nur Autorität und Richtung, sondern lebensspendende Kraft in jedes Glied – Kraft, um Sünde zu töten und bis zum Ende auszuhalten. Die Glieder sind untereinander verbunden, kein loser Zusammenschluss. Weil die Gemeinde zu seinem Leib gehört, liegt auch ihr alles zu Füßen; und sie ist erfüllt mit seiner Fülle, sodass die Welt an ihr Gottes Herrlichkeit erkennt. Daraus folgt dreifache Anwendung: Unterordnung, Anbetung und Ehrfurcht vor dem König; Ruhe und Frieden angesichts von Tyrannei, Krise und Angst, weil alles unter seinen Füßen liegt; und Wertschätzung und Hingabe für die Gemeinde, die zu lieben, rein zu bewahren und zu schützen heißt, wie Christus selbst es tut.

  3. Oct 18

    In der Liebe zu Gott zunehmen (Lukas 7,36-47) - Daniel Janzen

    Wem viel vergeben ist, der liebt viel: Wer die eigene Sündhaftigkeit im Licht der Heiligkeit Gottes und des Kreuzes tiefer erkennt, wächst in Dankbarkeit und Liebe zu Gott.#### DetailsAusgangspunkt ist die ehrliche Frage, wie sehr wir Jesus wirklich lieben. Gemessen an seiner Größe muss jeder bekennen: zu wenig. Gebet allein ist dabei nicht der einzige Weg zum Wachstum – Lukas 7,36-47 zeigt einen weiteren. Die Sünderin salbt Jesus unter Tränen die Füße, während der Pharisäer Simon ihm nicht einmal die üblichen Gastgeberzeichen erweist. Jesus deutet das im Gleichnis der zwei Schuldner: Wem die größere Schuld erlassen wird, der liebt mehr.Entscheidend ist nicht die Menge der Sünden, sondern die Sündenerkenntnis. Simon lebte vorbildlich und hielt sich daher für kaum vergebungsbedürftig – doch gerade diese Selbstgerechtigkeit war Auflehnung gegen Gott. Paulus zeigt den Gegenentwurf: nach dem Gesetz untadelig, nannte er sich nach echter Erkenntnis den größten Sünder. Darum gilt: Wer sich mit Menschen vergleicht, nährt Stolz; wer sich mit dem heiligen Gott vergleicht, erkennt die Wahrheit. Wie der Höhenunterschied zwischen Mount Everest und Totem Meer gegenüber der Entfernung zur Sonne verschwindet, so bedeuten unsere Unterschiede vor Gottes Heiligkeit nichts.Gott ist Licht, in ihm ist keine Finsternis (1. Johannes 1,5); er ist zu rein von Augen, um Böses anzusehen (Habakuk 1,13). Jakobus 2,8-11 macht deutlich: Wer in einem Punkt strauchelt – schon durch das Ansehen der Person –, ist des ganzen Gesetzes schuldig. Jede noch so kleine Sünde trennt vom heiligen Gott und hat das Kreuz notwendig gemacht. Dort trug Jesus die Schuld, und der Vater musste sich von seinem Sohn abwenden, weil er das Böse nicht anblicken kann.Diese Erkenntnis braucht Zeit und beständiges Nachsinnen über Gottes Wort, seine Heiligkeit und das Kreuz – sie ist nicht mit der Bekehrung abgeschlossen, sondern soll zunehmen. Je dunkler die eigene Schuld erscheint, desto heller leuchtet die Gnade, und desto mehr wird Jesus zum Gegenstand der Anbetung, ausgedrückt in Wort und Tat. Unabhängig von der Herkunft kann jeder darin wachsen: Wer aus schweren Verhältnissen gerettet wurde, kann die erste Liebe verlieren, und wer früh zum Glauben kam, kann sich durch Nachsinnen als größter Sünder erkennen. Besonders das Mahl des Herrn bietet die Gelegenheit, sich neu zu erinnern, dass Jesus an unserer Stelle starb – und so in der Liebe zu ihm zu wachsen.

  4. Oct 18

    Ein Gebet für geistliches Wachstum Teil 2 (Epheser 1,18-20) - Richard Friesen

    Gott muss uns die Augen des Herzens durch seinen Geist öffnen, damit wir Heilsgewissheit, das herrliche Erbe im Himmel und seine allmächtige Kraft in uns erkennen.#### DetailsPaulus betet in Epheser 1,15–20 nicht um irdische Erleichterung, sondern darum, dass die Christen in Ephesus tief verwurzelt werden. Niemand kann die Wahrheiten des Evangeliums aus eigener Intelligenz begreifen: Gott muss den Geist der Weisheit geben, damit die „Augen des Herzens" erleuchtet werden. Das Herz ist das Zentrum von Denken, Fühlen, Wollen und Handeln – vor der Wiedergeburt liegt ein Schleier der Sünde darüber, wie bei einem Auge mit Katarakt. Der geistlich Blinde braucht kein neues Organ, sondern die Beseitigung der Trübung. Genau das geschieht in der Wiedergeburt: „Der Gott, der sprach: Aus Finsternis leuchte Licht, ist es, der in unsere Herzen geleuchtet hat" (2. Korinther 4,6).Die erste Auswirkung erleuchteter Augen ist Gewissheit über die Hoffnung der Berufung. Berufung meint Gottes ewige Erwählung (2. Timotheus 1,9; Römer 8,30), und darum ruht die Heilsgewissheit nicht auf eigener Leistung, sondern auf Gottes Wesen: Er kann nicht lügen (Titus 1,2), er schließt einen ewigen Bund und legt seine Furcht ins Herz, damit niemand abfällt (Jeremia 32,40), und niemand kann die Seinen aus seiner Hand reißen (Johannes 10,28–30). Zweifel am Heil machen schwach und ängstlich; Gewissheit führt zu einem Wandel, der der Berufung würdig ist.Zweitens öffnen sich die Augen für den Reichtum der Herrlichkeit des Erbes. Was die Gläubigen erwartet, übersteigt jede Sprache – Paulus hörte im Paradies unaussprechliche Worte (2. Korinther 12,4), und kein Auge hat gesehen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben (1. Korinther 2,9). Ein Ort ohne Tod, Leid und Sünde, durchdrungen von der Herrlichkeit Christi, der selbst darum bittet, dass die Seinen bei ihm sind (Johannes 17,24). Wer den Blick nur auf Nachrichten und Gesellschaft richtet, verzagt; wer nach dem sucht, was droben ist (Kolosser 3,1–2), kann wie Paulus jede Trübsal leicht nennen (2. Korinther 4,17) – so wie Christus um der vor ihm liegenden Freude das Kreuz erduldete.Drittens erkennen erleuchtete Augen die überragende Größe seiner Kraft. Dieselbe Allmacht, die Christus aus den Toten auferweckte und zur Rechten Gottes über jede Gewalt setzte, wirkt in den Glaubenden: Sie macht geistlich Tote lebendig und versetzt sie mit Christus in die himmlischen Örter (Epheser 2,5–6). Das Evangelium ist Gottes Kraft zum Heil (Römer 1,16). Darum braucht niemand okkulte, politische oder dämonische Mächte zu fürchten – auch nicht den Tod, dessen Wehen Gott aufgelöst hat. Praktisch heißt das: täglich die Bibel lesen, dabei um geöffnete Augen beten, über den Himmel nachsinnen und sich mit Gottes Allmacht beschäftigen, bis diese Wahrheiten das Leben verändern.

  5. Oct 14

    Das herrliche Königtum Jesu Christi (Daniel 7,13-14) - Emanuel Raab

    Christus ist nach Daniel 7 der Menschensohn, dem Gott ewige Herrschaft gab – sein weltumspannendes Königreich übertrifft alle vergänglichen Reiche und gibt unserem Dienst bleibenden Sinn.#### DetailsDaniel sieht in der Nacht vier Tiere aus dem aufgewühlten Meer steigen: Bilder für vier Weltreiche, die aus dem Chaos der Erde hervorgehen. Keines bringt Frieden, eines ist grausamer als das andere, und das vierte entzieht sich jedem Vergleich. Doch dann setzt sich der "Alte an Tagen" zum Gericht. Er hat diese Reiche eingesetzt, und er fordert Rechenschaft nach seinem heiligen Maßstab. Ihre Herrschaft wird ihnen genommen – ihr Charakter bleibt bedrohlich, ihre eigenständige Macht ist dahin.Dann kommt kein fünftes Tier, sondern "einer wie eines Menschensohnes" – nicht aus dem Meer, sondern mit den Wolken des Himmels. Er besteht vor Gottes Angesicht und empfängt Herrschaft, Herrlichkeit und Königtum. Jesus bezieht diese Stelle vor dem Hohen Rat ausdrücklich auf sich selbst (Markus 14,61-64). Daniel beschreibt damit die Himmelfahrt aus himmlischer Perspektive: Was Jesus in Matthäus 28,18 ankündigt – "Mir ist alle Gewalt gegeben im Himmel und auf Erden" –, geschieht dort vor dem Thron.Dieses Königtum ist weltumfassend und ewig. Alle Völker und Sprachen werden ihm dienen, und zwar nicht nur gehorchend, sondern anbetend. Deshalb folgt auf die Krönung der Missionsbefehl: Die Nationen sollen in das Reich des Königs geholt werden. Seine Herrschaft kann weder von innen verfallen noch von außen erobert werden – und die Heiligen besitzen dieses Reich mit ihm bis in Ewigkeit.Daraus wachsen vier Haltungen: beten, dass sein Reich kommt und sein Wille auf Erden geschieht wie im Himmel; den Blick von den Reichen der Welt weg auf den König der Könige richten; mit Freude und Ausdauer dienen, denn jede Arbeit unter Christi Herrschaft – auch außerhalb der Gemeinde – baut an seinem Reich und hat ewigen Lohn; und sich an diesem Königtum freuen, weil der Verkläger gestürzt und das Heil erkauft ist. Wer Christus noch nicht vertraut, dem gilt seine eigene Predigt: Tut Buße, denn die Königsherrschaft der Himmel ist nahe gekommen.

  6. Oct 11

    Gottes Plan für deine Schwäche (1. Samuel 17) - Sebastian Engelhardt

    Goliath predigt Israel ihre Schwäche ein und verschweigt Gott; doch Gott hat einen Plan mit Schwäche: sie treibt Menschen zu Christus, der sich den Schwachen erbarmend zuwendet.#### Details**Der Kampf vor dem Kampf.** In 1. Samuel 17 stehen Philister und Israel auf zwei Hügeln, dazwischen ein Tal. Goliath tritt hervor – über drei Meter groß, hochgerüstet, der Inbegriff von Macht. Doch seine erste Waffe sind nicht Speer und Schwert, sondern Worte. Seine Botschaft: *Ihr seid schwach, darum werdet ihr untergehen.* Schwach ist euer König Saul, schwach eure Wahl, schwach eure Kraft. Diese Predigt trifft: Saul und ganz Israel entsetzen sich und fürchten sich sehr. Goliath gewinnt die Schlacht der Gedanken.**Erste Lektion: Der Feind hat nur Verzweiflung für deine Schwäche – weil er Gott verschweigt.** Israel nannte sich nicht Sauls, sondern Jahwes Knechte. Genau diesen lebendigen Gott lässt Goliath aus. Dieselbe Stimme kennt jeder: zu wenig Fähigkeit, die eigene Vergangenheit, Krankheit, Kinderlosigkeit, Scheitern im Beruf. Und der Schluss lautet immer: Lass das Kämpfen sein, du richtest nichts aus.**Zweite Lektion: Gott hat einen Plan für deine Schwäche – sie soll zu ihm führen.** Erst die erkannte Unfähigkeit macht Israel bereit, dem Hirtenjungen zu vertrauen. Dasselbe Muster zieht sich durch die Schrift: der Mensch als abhängiges Geschöpf wird "sehr gut" genannt; Abraham und Sara sind zu alt, und Gott sagt: "Fürchte dich nicht, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn"; Jakob kommt hinkend ins Land; Jericho fällt durch Trompeten; Israels Könige dürfen keine Pferde, Frauen und Gold anhäufen. David sagt es selbst: "Der Herr wird dich in meine Hand ausliefern." Schwäche ist kein kosmischer Ausrutscher, sondern Gottes Mittel gegen den Irrglauben, das Leben selbst im Griff zu haben.**Anwendung: Vergeude deine Schwäche nicht – und hilf anderen dabei.** Vergeudet ist sie, wenn sie nur zu Zynismus, Rückzug und Hartherzigkeit gegenüber Gott führt. Paulus bittet dreimal um Entfernung seines Pfahls im Fleisch und erhält die Antwort: "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen." Darum: beten, Rat holen, bei Gemeinde und Bibel bleiben. Und zum Prediger der Hoffnung für andere werden, indem du ihnen Christus zeigst – den, der als armes Kind geboren wurde, Unberührbare berührte, "Freund der Zöllner und Sünder" hieß und im Gleichnis den Vater malt, der dem zerbrochenen Sohn entgegenläuft. So ist Gott, und nicht anders.

  7. Oct 4

    Die Schönheit Jesu (Hohelied 5) - Richard Friesen

    Christus ist in Gottheit, Menschheit, Leiden und Verherrlichung vollkommen schön — darum soll die Gemeinde ihn wie eine Braut ihren Bräutigam von Herzen lieben.#### DetailsDas Hohelied beschreibt zunächst die Liebe zwischen Salomo und Sulamit. Schon jüdische Ausleger erkannten darin zugleich ein Bild für das Verhältnis zwischen Gott und Israel — so wie Gott im Alten Testament als Ehemann und Israel als seine Frau dargestellt wird. Daher darf die Gemeinde in diesem Buch geistlich auch die Beziehung zwischen Christus und seiner Braut sehen, ohne den wörtlichen Sinn aufzugeben. Sulamits Lobpreis in Hoheslied 5,10–16 — „ausgezeichnet vor Zehntausenden" und „alles an ihm ist lieblich" — wird zum Maßstab dafür, wie die Gemeinde über Christus denken und reden sollte: Was bei Salomo noch Übertreibung war, trifft auf Christus makellos zu.Vier Bereiche entfalten diese Schönheit. In seiner **Gottheit** ist Christus der ewige, unveränderliche Gott, durch den alles geschaffen wurde und der alles durch das Wort seiner Macht trägt — wunderbarer Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst, dem der Vater alles zu Füßen gelegt hat. In seiner **Menschheit** ist er das fleischgewordene Wort: sanft, demütig, voller unwiderstehlicher Liebe und ungeheuchelter Zuneigung zu den Armen. Obwohl ihm Anbetung zustand, erniedrigte er sich und zeigte, worin wahre Größe liegt.In seinen **Leiden** sehen Menschen nur Blut und Grauen; Glaubende sehen tiefer. Paulus rühmt sich allein des Kreuzes (Galater 6,14), weil dort die Sünde gesühnt wurde und der Sohn stellvertretend den Zorn des Vaters trug. Was Juden ein Anstoß und Heiden eine Torheit ist, erweist sich den Berufenen als Gottes Kraft und Weisheit (1. Korinther 1,23–24). Am Kreuz treffen Liebe, Selbstaufopferung, Demut und Gehorsam zusammen.In **Auferstehung und Verherrlichung** vollendet sich das Bild: Nach der Reinigung von den Sünden setzte sich Christus zur Rechten der Majestät und erbte einen vorzüglicheren Namen als die Engel (Hebräer 1,3–4). Er herrscht über Himmel und Erde und wird zum Gericht wiederkommen. In der Ewigkeit braucht es keine Sonne, denn das Lamm ist die Leuchte (Offenbarung 21,23). Der Himmel ist Himmel, weil Christus dort ist. Wer das Hohelied liest, darf an die eigene Ehe denken — und zugleich an diesen durch und durch liebenswerten Herrn, der am Tisch des Herrn im Glauben empfangen und zur Stärkung geschenkt wird.

  8. Oct 4

    Ein Gebet für geistliches Wachstum Teil 1 (Epheser 1,15–17) - Richard Friesen

    Paulus dankt für Glaube und Liebe der Epheser und betet, dass Gott ihnen Weisheit, Offenbarung und tiefe persönliche Erkenntnis seiner selbst schenkt – geistliches Wachstum vor irdischen Anliegen.#### DetailsIm Anschluss an die Aufzählung der geistlichen Segnungen (Epheser 1,3–14) beschreibt Paulus in den Versen 15–17 nicht ein Gebet selbst, sondern wie und wofür er für die Gemeinde betet. Auffällig ist: Obwohl die Epheser unter Verfolgung, Armut und Krankheit litten, bittet er für keines dieser irdischen Probleme. Sein Anliegen ist das geistliche Wohl – denn wer geistlich gefestigt ist, bewältigt auch die irdischen Herausforderungen.**Die Motivation.** Das Bindewort „weshalb" verknüpft das Gebet mit allem Vorangegangenen: weil Gott sie vor Grundlegung der Welt erwählt, zur Sohnschaft vorherbestimmt, durch das Blut Christi erlöst, zu Erben gemacht und mit dem Heiligen Geist versiegelt hat. Dazu kommt ihr gegenwärtiger Stand: Paulus hörte von ihrem Glauben an den „Herrn Jesus" – Kyrios steht für Jachwe, also das Bekenntnis, dass der Mensch aus Nazareth der ewige Gott ist – und von ihrer Liebe zu allen Heiligen. Diese zwei Merkmale kennzeichnen ein wiedergeborenes Herz.**Die Art.** Paulus betete kontinuierlich (ein aktives Gebetsleben, in dem die Gemeinde stets vorkommt), freudig (Dank und Anbetung, nicht nur Fürbitte als Last) und spezifisch („euch erwähnend") – mit konkreten Namen und Anliegen, wie er es auch den Römern und Thessalonichern versichert. Konkrete Gebetserhörungen setzen konkrete Bitten voraus.**Der Adressat und das Ziel.** Er betet zum „Gott unseres Herrn Jesus Christus, dem Vater der Herrlichkeit" – zugänglich allein durch Christus als Mittler. Gottes Herrlichkeit zeigt sich in der Schöpfung (Psalm 19,2), in seinem Wesen (Apg 7,2) und in seinem Sohn (Hebräer 1,3). Erbeten werden der Geist der Weisheit (beginnend mit Gottesfurcht, Sprüche 15,33), der Offenbarung (Einsicht in die Geheimnisse seines Wortes, nicht Visionen) und die Erkenntnis seiner selbst – „erkennen" im Sinne vertrauter Intimität, also eine tiefe persönliche Beziehung, nicht bloß Theorie. Gebeten wird für die ganze Gemeinde, nicht nur für Leiter. Was Paulus erbittet, erlebte Christus vollkommen (Jesaja 11,2).**Anwendung.** Interessiere dich aufrichtig für deine Geschwister, damit du für sie beten kannst. Entwickle ein Verlangen nach geistlichem Wachstum – für dich und für andere. Und mache dir deine Abhängigkeit vom Heiligen Geist bewusst, denn Gott verheißt, ihn denen zu geben, die ihn bitten (Lukas 11,13).

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