Der Wolfspodcast

Sabine Sebald

Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.

  1. 1d ago

    110: Wolf im Jagdrecht: So zerstört sich die Hobbyjagd selbst

    Zwei Wochen nach der Frage: "Wölfe vor der Wiederausrottung?" reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Im Greifensteiner Rudel steht neben zwei Welpen ein weiterer Wolf zum Abschuss frei. Niedersachsen hat die Jagdzeit auf Wölfe bis Februar verlängert. Vier Welpen aus dem Chöpfenberg Rudel in der Schweiz wurden von von der Jagdhut erlegt. Nach Aufnahme dieser Folge wurde bekannt, dass es in Bayern 14 und in Niedersachsen 19 geheime Schnellabschussverfügungen gibt. Und in Mecklenburg-Vorpommern sind laut aktuellem Monitoringbericht drei ganze Rudel verschwunden. Die Lage ist dramatisch. Und kaum einer hat noch Zweifel, dass die Wiederausrottung der Wölfe begonnen hat. Sebastian Koerner kennt diese Entwicklungen wie kaum ein anderer. Der Biologe und Wolfsfilmer begleitet die Rückkehr der Wölfe seit 25 Jahren und findet für das, was hier gerade passiert, deutliche Worte: Die Jagdlobby macht Ernst, und dabei geraten Wissenschaft, Recht und Gesetz immer mehr aus dem Blick – mitunter offenbar auch der gute Ton. Beim Lausitzer Wolfstag in Rietschen am 17. Oktober sorgte ein Statement von Polo Palmen, Präsident des Landesjagdverbandes Sachsen, für Empörung. Sebastian war dabei und ordnet die Aussagen des Jagdlobbyisten ein. Ein weiteres Thema dieser Folge ist das Webinar des Deutschen Jagdverbandes vom 2. Oktober 2026. Unter dem Titel „Grundlagen für die Bejagung von Wölfen in Deutschland“ sollte DJV-Jagd- und Forstreferentin Dr. Astrid Sutor gemeinsam mit Justitiar Friedrich von Massow biologische und rechtliche Grundlagen für die Wolfsbejagung vermitteln. Das Video ist inzwischen offline. Der DJV räumt eine Bildverwechslung ein: Eine Wolfsfähe mit Welpe sei als Jungwolf mit Futter im Maul beschrieben worden; man wolle das Seminar überarbeiten. Inzwischen ist sich die Fachwelt jedoch einig, dass es auf jeder einzelnen Folie schwerwiegende inhaltliche Fehler gibt. Sebastian und Sabine gehen einige davon durch. Die Frage ist deshalb berechtigt: Ist das einfach Unwissenheit, mangelnde Ernsthaftigkeit oder gezielte Desinformation? Für Sebastian disqualifiziert sich die Jägerschaft mit ihrer konsequenten Wissenschaftsleugnung selbst. Aber Hauptsache, das Jagdsignal gibt es schon: „Wolf tot“. Angela Peymann hat es zeitgleich zur Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht im Juli komponiert, das Bläsercorps der Kreisjägerschaft Verden trägt es auf YouTube vor. Wenn ihr dieses Signal hört, wurde demnach ein Wolf zur Strecke gebracht. Vielleicht ja sogar ein Welpe... Und weil das alles offenbar zu Tradition und Brauchtum gehören soll, hatten DJV, Bayerischer Jagdverband und Bundesverband Deutscher Berufsjäger die brillante Idee, „Jagdkultur und Jagdwesen in Deutschland“ in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufnehmen zu lassen. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat den Antrag glücklicherweise zurückgestellt und eine Überarbeitung unter anderem zu Tierethik, Waldpflege und dem Verhältnis der Verbände untereinander empfohlen. Für Sabine zeigt das die ganze Hybris der Jägerschaft: Wer anlassloses Töten als Kulturerbe feiert, während Welpen erschossen und Rudel verschwinden, sollte sich nicht wundern, wenn die Gesellschaft kritisch nachfragt.

  2. Oct 11

    109: Wölfe vor der Wiederausrottung?

    Die Lage für die Wölfe in Deutschland wird langsam richtig ernst. Jetzt heißt es, alles und jeden zu mobilisieren, damit der Feldzug von Politik und Jägerschaft nicht mit einer Wiederausrottung der Wölfe endet. Zu Gast ist zum dritten Mal Kerstin Frohoff-Hülsmann aus Wettringen bei Münster, die Redaktionen und den Deutschen Presserat mit ihren Beschwerden inzwischen ordentlich auf Trab hält. Ihr Update kann sich sehen lassen: Das Engagement gegen Desinformation über Wölfe in den Medien trägt erste Früchte, und manche Redaktion wurde erst durch ihre Hinweise auf eigene Fehler aufmerksam. Weniger erfreulich ist ein neues Webinar des Deutschen Jagdverbands, das die Jägerschaft für kommende Wolfsjagden fit machen soll. Es offenbart deutliche Wissenslücken in Sachen Wolf, und das ausgerechnet bei denen, die künftig über Leben und Tod einzelner Wölfe entscheiden sollen. Da wird doch allen Ernstes eine Fähe, die ihren Nachwuchs im Maul umher trägt, als 1-2 Monate alter Welpe verkauft, der einen Futterhappen in Sicherheit bringt. Untragbar, findet Sabine und Kerstins Konsequenz ist klar: Den Jägern sollte die Hoheit über die Wölfe schleunigst entzogen werden. Dazu kommt, dass in den vergangenen Wochen auffallend viele tote Wölfe gefunden wurden. Nicht jeder davon wurde illegal getötet, doch genau hinzuschauen bleibt Pflicht. Besonders erschütternd ist ein Fall aus dem brandenburgischen Landkreis Barnim, der bislang kaum Beachtung fand. Was Sabines Presseanfrage an den Tag brachte, lässt keinen kalt: Die tote Wölfin war die Mutter des Rudels Barnimer Heide, und die Staatsanwaltschaft ermittelt. Eine Folge über Fakten, Frust und die Frage, was jede und jeder Einzelne tun kann.

  3. Sep 12

    107: Sind uns Wölfe zu nah?

    In dieser Folge trifft Sabine Dr. Andreas Moser – Biologe, Wissenschaftsjournalist und vielen als Moderator aus Jahrzehnten beim Schweizer Fernsehen bekannt. In zahlreichen Dokumentationen hat er sich mit Wölfen beschäftigt. Seit 2021 im Ruhestand, setzt er seine langjährige Recherche in seinem neuen Buch fort: „Wölfe – sind sie uns zu nah? Eine Recherche zum Wesen von Wölfen, Hunden und Menschen“. Das Gespräch rückt den Wolf in ein anderes Licht. Moser betrachtet ihn nicht nur als Predator, sondern vor allem als soziales, lernfähiges und fürsorgliches Tier. Wölfe leben in Familien, kommunizieren, lernen voneinander und kümmern sich um ihren Nachwuchs und um Schwächere. In vielem, so berichtet der Biologe, ähneln sie uns Menschen mehr, als wir vermuten. Doch der Wolf, über den wir sprechen, ist nicht immer der reale Wolf. In unseren Köpfen und in der Politik dient er längst als Projektionsfläche – für biologische Ängste, kulturelle Vorstellungen und gesellschaftliche Konflikte. Der „böse Wolf“ aus Märchen und Schlagzeilen hat mit dem wirklichen Tier wenig gemein. Andreas Moser spricht über die evolutionäre Reise vom Wolf zum Hund und darüber, was diese besondere Beziehung über uns Menschen verrät. Er zeigt, woher unsere tiefe Wolfsangst stammt, wie sie psychologisch wächst und kulturell immer wieder neu entsteht – und warum wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Wolfsbilder so oft auseinanderklaffen. Ein intensives und ehrliches Gespräch über Wölfe, Hunde und Menschen, über Jahrzehnte filmischer und journalistischer Arbeit – und über die Frage, ob wir den Wolf erst dann wirklich verstehen, wenn wir bereit sind, unsere eigenen Vorstellungen von ihm zu hinterfragen.

  4. Aug 28

    106: Jagdethik im Widerspruch – Tierschutzrecht vs. Jagdpraxis

    Reicht der Status als „jagdbar“ rechtlich und ethisch wirklich aus, um ein Wildtier zu töten? Diese Folge blickt hinter die Kulissen jagdlicher Leitlinien. Anlass sind das neue Ethikpapier der Jägerschaft und die jüngste Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz. Sabine spricht mit dem Diplom-Biologen und Artenschützer Dr. Martin Steverding, der unter anderem im Netzwerk Fuchs aktiv ist. Beide analysieren das Spannungsfeld zwischen Jagdrecht, Tierschutzgesetz und juristischer Realität. Die Episode sagt offen, welche grausamen und längst überholten Jagdpraktiken fernab der öffentlichen Wahrnehmung stattfinden. Und sie zeigt, warum sich die Debatte nicht länger nur um das Wie, sondern zwingend um das Ob einer Tötung drehen muss. Die Kernfragen dieser Episode: - Ist das neue Ethikpapier der Jagdverbände ein echter Schritt zur Selbstbeschränkung? Oder ist es nur ein Beruhigungsversuch angesichts schwindender gesellschaftlicher Akzeptanz? - Was geschieht tatsächlich in den Revieren? Es geht um die Tötung von Welpen, um die Baujagd mit Hunden und um Schliefenanlagen. - Was bedeutet der „vernünftige Grund“ im Tierschutzgesetz? Warum muss jede Tötung strenge Kriterien erfüllen: Geeignetheit, Erforderlichkeit als Ultima Ratio und nachweisbare Verhältnismäßigkeit? - „Herrenlos, aber nicht vogelfrei“: Was der wegweisende Fachaufsatz der Rechtsanwältin Christina Patt für die Praxis bedeutet und warum das Tierschutzgesetz (§ 44 BJagdG) Vorrang vor dem Jagdrecht hat. - Warum ist die anlasslose Bejagung von Fuchs, Waschbär und Wolf weder wissenschaftlich haltbar noch mit modernem Artenschutz vereinbar? - Welche Perspektiven gibt es für die Zukunft? Es geht um die Abschaffung des Bejagungszwangs, um jagdfreie Schutzgebiete und um den Übergang von anlassloser Freizeitjagd zu einem professionellen Wildhütersystem. Eine unverzichtbare Episode für alle, die hinter die Fassade scheinbarer Traditionen schauen und begreifen wollen, warum echter Tier- und Artenschutz nicht bei der Hobbyjagd enden darf.

  5. Aug 7

    105: Wolfsmythen im Reality-Check mit Prof. Kurt Kotrschal

    Der Wolfsommer 2026 hinterlässt Spuren – bei Menschen wie bei Wölfen. Wetterextreme und eine hitzige politische Debatte bestimmen das Klima. Doch wie kommen Wölfe mit Hitze und Trockenheit zurecht? Wie leben sie im Hochsommer? Und welche Aufgaben übernehmen die Elterntiere noch, wenn die Welpen schon mehrere Monate alt sind? Zu Gast ist Prof. Dr. Kurt Kotrschal, eine der profiliertesten Stimmen der europäischen Wolfsforschung. Mit ihm prüft Sabine Sebald in dieser Episode gängige Erzählungen: Sind Wölfe wirklich eine Gefahr für Menschen? Brauchen sie „echte Wildnis“? Fressen sie den Wald leer? Und führen weniger Wölfe tatsächlich zu weniger Rissen? Auch hartnäckige Halbwahrheiten aus Jagd und Politik stehen zur Debatte. Dazu zählt die Behauptung, Abschüsse würden Wölfe „lernen lassen“, dass Siedlungen und Nutztiere gefährlich sind – ein Argument, das Jagdfunktionäre wie Helmut Damman-Tamke immer wieder für weitreichende Forderungen nach Bestandsregulierung anführen. Die Folge fragt nicht nur, was an solchen Aussagen stimmt, sondern auch, warum sich Mythen so hartnäckig halten. Sie diskutiert zudem, ob man die Naturverwaltung jenen Akteuren überlassen sollte, die in der öffentlichen Debatte immer wieder mit fragwürdigen oder falschen Behauptungen auffallen. Ein Reality-Check für alle, die die aktuelle Wolfspolemik besser einordnen und zwischen Emotion, politischem Interesse und wissenschaftlicher Evidenz unterscheiden wollen – und für alle, die neu im Thema sind.

  6. Jul 24

    104: Der große Wolfs-Check Schweiz

    In dieser Episode des Wolfspodcasts begrüßt Sabine zum zweiten Mal Christina Steiner, Präsidentin des Vereins CHWOLF. Schon in Folge 37 war sie zu Gast – damals ging es um den wachsenden politischen Druck auf den Wolf in der Schweiz. Eineinhalb Jahre später zeigt sich: Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Im Zentrum steht ein Jagdgesetz, das präventive Abschüsse erlaubt – und eine Verordnung, die diese Praxis massiv ausweitet. Was als Regulierung verkauft wird, hat sich zu einer Abschusspolitik entwickelt, die immer weiter außer Kontrolle gerät. Seit dem Winter 2023 wurden in der Schweiz über 230 Wölfe getötet. Die meisten von ihnen hatten nie Schaden verursacht. Viele waren Jungtiere. Die Auswirkungen sind brisant. Statt die Zahl der Nutztierrisse zu senken, zeigen sich in einigen Regionen gegenteilige Entwicklungen. Die Eingriffe in bestehende Rudelstrukturen destabilisieren die Familienverbände und setzen die Wölfe massiv unter Druck – mit ökologischen Folgen, die noch gar nicht absehbar sind. Doch der nächste Schritt ist bereits in Planung. Eine weitere Revision des Jagdgesetzes könnte Abschüsse ohne Schonzeit ermöglichen – selbst in Schutzgebieten. Im Raum steht sogar eine Obergrenze für den Wolfsbestand. Die Frage ist längst nicht mehr, ob der Schutz aufgeweicht wird, sondern wie weit. Sabine spricht mit Christina Steiner über die Hintergründe dieser Entwicklung, über politische Dynamiken und gezielte Desinformationen, die die Gesellschaft verunsichern – und über die Frage, welche Handlungsspielräume engagierten Artenschützern wie CHWOLF noch bleiben. Trotz der angespannten Lage blickt Christina vorsichtig optimistisch nach vorn: Ein mögliches Referendum und ein anschließender Volksentscheid könnten nochmal Bewegung ins Ganze bringen. Vieles, was in der Schweiz in Sachen Wolf passiert, ist kaum zu glauben und nicht auszuhalten. Ein Grund mehr, genau hinzuschauen und in dieser Folge die Fakten ungeschönt auf den Tisch zu legen.

  7. Jul 3

    103: 1. Juli 2026: Stichtag Wolf

    In dieser Folge ist Insiderin Ines wieder mit dabei. Sie kennt die Abläufe hinter den Kulissen von Behörden und Politik wie kaum eine andere. Die Regierungsoberamtsrätin und Diplomverwaltungswirtin ist privat im Natur- und Artenschutz aktiv. Am 1. Juli 2026 – dem Tag der Aufnahme dieser Folge – treten in einigen Bundesländern neue Regelungen im Jagdrecht und Wolfsmanagement in Kraft. Die große Frage: Wird der Abschuss von Wölfen jetzt zur Normalität? Die nüchterne Antwort dürfte viele überraschen – denn rechtlich bleibt der Wolf streng geschützt. Warum also dieser politische Vorstoß? Und weshalb sorgt er selbst bei Juristen und Artenschützern für Kopfschütteln? Die Folge arbeitet sich durch eine Vielzahl offener Punkte und verbreiteter Irrtümer. Sind Wölfe jetzt tatsächlich eine regulär bejagbare Art, wie Politik und Jagdverbände es gern hätten? Wird der Abschuss einfacher und rechtssicherer – trotz ihres weiterhin bestehenden Schutzstatus? Und was steckt hinter dem neuen „revierübergreifenden Managementplan“ aus Niedersachsen? Auch Hessen sorgt für Schlagzeilen. Im Lahn-Dill-Kreis dürfen zwei Wolfswelpen getötet werden – eine Verfügung, die für Empörung bei den Menschen sorgt und für die Verantwortlichen juristisch böse enden könnte. Auch die schleichende Verschiebung beim Herdenschutz wird analysiert – mit weitreichenden Folgen für Prävention, Entschädigung und den praktischen Umgang mit dem Wolf. Zum Abschluss ein Lichtblick: Mit der neuen „Wolfschutzbibliothek“ entsteht eine frei zugängliche Plattform, die Studien, Urteile und fundierte Informationen bündelt – ein dringend benötigtes Gegengewicht in einer zunehmend emotionalisierten Debatte. Diese Episode liefert Erkenntnisse, die nicht allen gefallen dürften – die aber klar zeigen, wie weit politische Narrative und rechtliche Realität auseinanderliegen. Und die deutlich machen: Das letzte Wort im Umgang mit dem Wolf ist noch lange nicht gesprochen.

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Der Wolf ist wieder da, und er ist gekommen, um zu bleiben. Die Diskussion um seine Rückkehr ist jedoch politisch und gesellschaftlich mehr als aufgeladen. Dieser Podcast macht sich für den aktiven Wolfsschutz stark. Mit vielen wissenschaftlichen Fakten, spannenden Informationen rund um das Leben der wilden Wölfe, sowie politische und juristische Hintergründe und News. Gespräche mit Expertinnen und Experten liefern die unterschiedlichsten Perspektiven zum Thema Wolf. Denn nur, was wir kennen, können wir lieben und nachhaltig schützen. Folgt uns auf den Spuren unserer wilden Wölfe.

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