Produktmanagement Im.puls

Bernadette von Wittern & Jonathan von Wittern

Der Produktmanagement Im.puls Podcast richtet sich an Produktmanager*innen und Führungskräfte in Industrie und B2B, die mit ihrer Arbeit mehr Wirkung erzielen wollen – für sich selbst, ihr Team, ihr Unternehmen und ihre Kund*innen. Egal ob du gerade erst ins Produktmanagement einsteigst, schon Verantwortung für ein ganzes Portfolio trägst oder ein Team leitest: Hier findest du Impulse für deinen Alltag. Wir sprechen über: Strategisches Produktmanagement: wie du Marktchancen erkennst und den nächsten Umsatzbringer entwickelst Technisches Produktmanagement: wie du mit R&D und deinem Produktteam gezielt die Umsetzung steuerst und pünktlich launchst. Deine PM Persönlichkeit: wie du Entscheidungen klar vertrittst, mit unterschiedlichen Interessen umgehst und im Unternehmen wirksam wirst. Dich erwarten Expertenwissen, Industrie-Insights, Real Talk und praxistaugliche Tipps – jeden zweiten Dienstag. Wir sind deine Podcast-Hosts: Wir sind Bernadette und Jonathan von Wittern, gemeinsam führen wir unsere PRODUCT LOUNGE. Bernadette hat viele Jahre als Produktmanagerin in der Medizintechnik gearbeitet und dabei gelernt, wie entscheidend echte Anwenderorientierung ist. Mit ihrem BWL-Hintergrund verbindet sie Markt- und Business-Perspektive mit dem, was Anwender*innen wirklich brauchen. Jonathan bringt seine Erfahrung aus der Softwareentwicklung für Luft- und Raumfahrt, Automotive und Medizintechnik sowie aus Design Assurance und Regulatory Affairs mit. Er sorgt dafür, dass Produkte technisch und regulatorisch tragfähig werden und zudem pünktlich auf den Markt kommen. Gemeinsam decken wir damit genau das ab, worüber wir hier sprechen: strategisches und technisches Produktmanagement, verbunden mit der PM Persönlichkeit, die es braucht, um beides im Unternehmen wirklich durchzusetzen. Als ausgebildete Business Trainer*innen und Facilitator*innen – unter anderem in LEGO® Serious Play® und systemischem Coaching – geben wir dieses Wissen in der PRODUCT LOUNGE weiter.

  1. 6d ago

    062: Vom Verwalter zum Gestalter: Rollen und Aufgaben im technischen Produktmanagement

    Jonathan erklärt die vier großen Stellhebel im technischen Produktmanagement: den Entwicklungsplan, das Anforderungsmanagement, die Produktvalidierung und das Risikomanagement. Für jeden Stellhebel klärt er, welche Rolle der Produktmanager übernimmt und warum die Initiative dazu im eigenen Interesse liegt. Bernadette und Jonathan grenzen dabei zentrale Begriffe wie Entwicklungsplan versus Projektplan oder Verifizierung versus Validierung klar voneinander ab. Am Ende ordnen sie fünf weitere Themenfelder ein, darunter technische Dokumentation, reguliertes Umfeld und kontinuierliches Feedback. **Key Takeaways** - Ein Entwicklungsplan legt zu Beginn jeder Produktentwicklung die Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit fest – Rollen, Entscheidungsbefugnisse, Kommunikationswege und Fehlerkultur. Das schafft Struktur und verhindert spätere Konflikte im Team. - Nutzeranforderungen gehören in die Verantwortung des Produktmanagers und sollten strikt vom Nutzer aus gedacht werden, nicht von der Technik. Nur so kann das Entwicklungsteam daraus saubere technische Anforderungen ableiten. - Bei der Produktvalidierung zählt der Grundsatz „teste früh und teste viel". Wer Anforderungen frühzeitig mit echten Nutzern prüft, erkennt unnötige Features und Fehlentwicklungen, bevor sie teuer werden. - Risikomanagement betrifft jedes leistungs- und sicherheitsrelevante Produkt in Industrie und B2B. Der Produktmanager bringt hier die Perspektive der Nutzerrisiken ein. - Aus Risikobewertungen entstehen konkrete Anforderungen ans Produkt. Kommen diese zu spät in die Entwicklung, drohen teure Nacharbeiten oder Haftungsfragen nach dem Marktstart. - Wer diese Themen aktiv moderiert und mitgestaltet, reduziert die Zahl vermeidbarer Probleme in der Produktentwicklung und gewinnt dadurch Zeit für strategische Arbeit. **CTA:** Du willst technisches Produktmanagement in deinem Unternehmen souverän steuern? Im TECH PM Programm arbeitest du zehn Termine lang live online an den Themen aus dieser Episode – direkt an deinem eigenen Produkt, mit Jonathan als Sparringspartner. Der erste Durchgang startet im Herbst. TECH PM ist eine Vertiefung zum strategischen Pendant PM UPGREAT. Alle Infos und Anmeldelinks findest du in den Shownotes.

  2. Aug 25

    061: KI im Produktmanagement: Vom Chat-Buddy zum Werkzeug

    Bernadette und Jonathan sprechen darüber, warum KI als Chat-Buddy oft frustrierende Ergebnisse liefert und stattdessen Struktur braucht, angelehnt an die Aufbau- und Ablauforganisation von Unternehmen. KI-Profile bilden Expertenrollen ab, z.B. Regulatory Affairs, und liefern fundiertes Wissen, das Produktmanagerinnen und Produktmanager selbst nicht abrufen können. KI-Instructions automatisieren wiederkehrende operative Aufgaben im Produktmanagement. Beide Elemente werden vor dem Einsatz validiert. Am Ende ordnen Bernadette und Jonathan das Ganze in den Kontext des EU AI Acts ein: Wer mit Profilen und Instructions arbeitet, erfüllt viele der gesetzlichen Anforderungen bereits organisch. **Key Takeaways** - KI als Chat-Buddy zu nutzen bringt inkonsistente Ergebnisse und kostet am Ende oft mehr Zeit, als sie spart. - KI-Profile bilden Expertenrollen ab und liefern eine fundierte Einschätzung, wenn interne Expertise fehlt oder gerade nicht verfügbar ist. - KI-Instructions funktionieren nur mit kleinteiligen, konkret formulierten Aufgaben – große, offene Anweisungen liefern schlechte Ergebnisse. - Validierung und Versionierung von Profilen und Instructions vermeiden Halluzinationen und sichern reproduzierbare Qualität. - Wer mit Profilen, Instructions und Validierung arbeitet, erfüllt viele EU-AI-Act-Anforderungen wie Dokumentation, Risikoabschätzung und ethische Beurteilung bereits organisch. - Profile und Instructions sind unabhängig vom gewählten KI-Tool und lassen sich teamübergreifend einsetzen. **CTA** Die KI Mastery ist praxisnah aufgebaut: Du lernst das System und die Denkweise hinter KI-Profilen und KI-Instructions und baust dir im 6-wöchigen Live-Online-Programm dein eigenes Set, zugeschnitten auf deine Rolle, deine Produkte und deine Prozesse. Du testest deine Profile und Instructions direkt im Training und nimmst sie fertig mit in dein Unternehmen. Die Anmeldung ist ab sofort möglich, mit Early-Bird-Preis. Alle Termine findest du

  3. Jul 28

    059: Gehälter im Produktmanagement: Marktwert erkennen, richtig verhandeln

    Jürgen Bühler ordnet zunächst die aktuelle Marktlage ein: Trotz Umbrüchen in Leitindustrien wie dem Automobilbau ist die Zahl der PM-Stellen insgesamt nicht eingebrochen, allerdings verschieben sich die Chancen in andere Branchen wie Verteidigung, Kältetechnik oder Energieinfrastruktur. Anschließend geht es um konkrete Gehaltsgrößenordnungen für Einsteiger, erfahrene und seniorige Produktmanager sowie um die Frage, wie ein Branchenwechsel gelingt, ohne beim Gehalt große Abstriche zu machen. Den größten Raum nimmt die Gehaltsverhandlung selbst ein: Jürgen erklärt, wie man intern wie extern einen überzeugenden Business Case für sich aufbaut, welche Rolle Ankerwerte spielen und warum Timing entscheidend ist. Zum Abschluss ordnet er die Ergebnisse seiner Umfrage zu Future Skills im Produktmanagement ein. **Key Takeaways** - Der PM-Arbeitsmarkt ist nicht geschrumpft, aber er verschiebt sich: Branchen wie Automobilbau und Zulieferindustrie bauen ab, während Verteidigung, Energieinfrastruktur, Bau und Kältetechnik gerade Produktmanager suchen. - Ein Branchenwechsel ist möglich, wenn mindestens drei von vier Kernkompetenzen erhalten bleiben: Methodenwissen im Produktmanagement, technisches Verständnis, Applikationswissen und Branchennetzwerk. - Gehälter bewegen sich laut Jürgens Erfahrung bei Einsteigern und Quereinsteigern zwischen 60.000 und 75.000 Euro, bei erfahrenen PMs zwischen 80.000 und 100.000 Euro, mit Luft nach oben in den sechsstelligen Bereich bei entsprechender Verantwortung und Sichtbarkeit. - Eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung basiert auf einem selbst erarbeiteten Business Case: konkrete Erfolge, übernommene Verantwortung und der eigene Beitrag zum Unternehmenserfolg zählen mehr als reine Kostenargumente. - Teilzeit ist im Produktmanagement selten und wirkt sich häufig negativ auf die Karriereentwicklung aus – ein struktureller Faktor, der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen eher erklärt als individuelles Verhandlungsverhalten. - Für die Zukunft zählen laut Jürgens Umfrage vor allem Datenkompetenz, Technologie- und KI-Verständnis, Applikationswissen sowie Storytelling, Kommunikation und Change-Management-Fähigkeiten. **Über den Gast** Unser heutiger Gast weiß, was Produktmanager wert sind — und zwar nicht aus Gehaltsportalen, sondern aus hunderten von Gesprächen mit PM-Profis und Hiring Managern. Jürgen Bühler ist geschäftsführender Inhaber von CAVISIO, einer Personalberatung mit klarer Spezialisierung: ausschließlich Produktmanagement. Er vermittelt Produktmanager und Führungskräfte im PM, vor allem in der Industrie und im B2B, und versteht die Rolle von innen. Was jemanden wirklich zum guten Produktmanager macht, welche Skills gerade gefragt sind, was Unternehmen zahlen und was nicht — das ist sein tägliches Geschäft. Die in dieser Folge angesprochenen Future Skills lassen sich alle erlernen. Und genau dafür gibt es bei PRODUCT LOUNGE passende Formate, zum Beispiel die KI MASTERY oder das PM UPGREAT Trainingsprogramm. Beide starten im Herbst wieder.

  4. Jul 14

    058: Buyer's Journey im B2B: Wie KI-Suche das Kaufverhalten deiner Kunden verändert

    Thorsten Krebs und Bernadette von Wittern besprechen, wie sich die Buyer's Journey im B2B-Umfeld durch zunehmende Informationsverfügbarkeit verlängert und wie sich das Buying Center in den letzten Jahren vergrößert hat. Ein zentrales Thema ist die zunehmende Rolle von KI-Suche: Wenn strukturierte, themenbezogene Inhalte fehlen, tauchen Anbieter in KI-generierten Antworten gar nicht erst auf. Am Beispiel variantenreicher und konfigurierbarer Produkte zeigt Thorsten, warum Produktfinder und Konfiguratoren nicht erst am Ende, sondern bereits während der Produktentwicklung mitgedacht werden müssen. ### Key Takeaways - **Die Kaufentscheidung fällt vor dem ersten Kontakt.** B2B-Käufer legen zwei Drittel bis drei Viertel ihrer Kaufreise eigenständig zurück, bevor sie einen Anbieter kontaktieren – wer hier nicht sichtbar ist, wird gar nicht erst in Betracht gezogen. - **Erklärungsbedarf ist relativ.** Ob ein Produkt erklärungsbedürftig ist, hängt vom Wissensstand des jeweiligen Suchenden ab – nicht vom Produkt selbst. Unternehmen brauchen deshalb unterschiedliche Kontaktpunkte für unterschiedlich informierte Zielgruppen. - **Das Buying Center ist gewachsen.** Kaufentscheidungen werden heute oft von fünf bis sieben Personen getroffen, die jeweils unterschiedliche Kriterien anlegen (Technik, Preis, ROI) – überzeugt werden müssen am Ende alle. - **KI-Suche verändert die Sichtbarkeit grundlegend.** KI-Systeme bewerten primär, was ihnen an strukturierten, thematisch verknüpften Inhalten vorliegt – wer hier keine gut aufbereiteten Informationen liefert, wird in KI-generierten Antworten schlicht nicht genannt. - **Die häufigste Ursache für gescheiterte Produktneuheiten ist keine Technikfrage.** Bis zu drei Viertel aller neuen Produkte erfüllen nicht die Erwartungen – meist, weil die Markteinführung erst nach Produktfertigstellung mitgedacht wird statt von Anfang an. - **Bei variantenreichen Produkten braucht es einen Produktfinder statt eines Datenblatts.** Kunden suchen nach ihrem Anwendungsfall, nicht nach technischen Spezifikationen – ein guter Produktfinder führt vom Kundenproblem zur passenden Lösung, ohne Fachwissen vorauszusetzen. ### Über den Gast Dr. Thorsten Krebs beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit Variantenmanagement und Produktkonfiguration – zunächst wissenschaftlich, seit 2009 bei encoway, dem führenden CPQ-Anbieter in der D-A-CH-Region. Dort unterstützt er in seiner Rolle als Head of Consulting Unternehmen dabei, ihre Produktvielfalt strategisch zu analysieren, marktgerecht anzubieten und effizient zu steuern. Sein Ziel: die passende Varianz für die Zielgruppe finden – und intern schlank abbilden. Wenn dich das Thema Buyer's Journey und KI-Sichtbarkeit im Produktmanagement genauso beschäftigt wie uns, trag dich gerne in den **PRODUCT LOUNGE Newsletter** (https://productlounge.net/ ) ein. Dort teilen wir regelmäßig Infos und Impulse rund um das Thema Produktmanagement. Und wenn du Fragen an Thorsten hast oder deine eigenen Erfahrungen teilen möchtest, melde dich gerne bei uns.

  5. Jun 30

    057: Warum Ziele scheitern und was Produktmanager stattdessen tun sollten

    Radhika erklärt, dass Zielsysteme wie MBOs und OKRs ihre Wurzeln in der Fabrikarbeit des frühen 20. Jahrhunderts haben und weshalb diese Logik für komplexe Produktarbeit nicht funktioniert. Sie stellt den Mindset-Shift von Zielsetzung zu Puzzle Setting vor: Statt Targets zu verfolgen, formulieren Teams offene Fragen und lösen diese iterativ mit dem OHLA-Framework (Objectives, Hypotheses, Learnings, Adaptations). Am Beispiel einer maritimen Softwareplattform zeigt sie, wie Puzzle-Solving-Wochen mit nur fünf bis acht Kundeninterviews zu echten Durchbrüchen führen – und wie dieser Ansatz auch ohne Executive Buy-in von unten wachsen kann. **Key Takeaways** - **OKRs sind kein neues Framework.** Sie gehen auf Peter Druckers Management by Objectives aus den 1940ern zurück – entwickelt für angelernte Fabrikarbeit, nicht für komplexe Produktentwicklung. Was damals revolutionär war, ist heute ein veraltetes Dogma. - **Ziele erzeugen das falsche Verhalten.** Wenn Teams auf Targets optimieren, werden schlechte Zahlen versteckt statt analysiert. Führungskräfte sind dadurch systematisch die Letzten, die die Wahrheit erfahren. - **Puzzle Setting schafft anderen Fokus.** Statt eines Ziels steht eine offene Frage im Mittelpunkt: Was passiert hier eigentlich, und warum? Das aktiviert Neugier und Eigenverantwortung – statt Druck und Compliance. - **OHLA ersetzt den Zielzyklus durch einen Lernzyklus.** Observe, Hypothesize, Learn, Adapt – das Framework strukturiert Iteration ohne den Umweg über starre Targets und ermöglicht Kurskorrekturen in Echtzeit. - **Fünf bis acht Kundeninterviews in einer fokussierten Woche reichen.** Eine Puzzle-Solving-Woche ist kein Luxus, sondern effizienter als wochenlange Zielplanungs- und Reviewmeetings – mit direktem Lerneffekt für das Team. - **Puzzle Solving ist der menschliche Differentiator gegenüber KI.** Empathie, Kreativität und das Formulieren der richtigen Fragen lassen sich nicht automatisieren. Genau das macht Puzzle Setting zur Kernkompetenz für Produktmanager in der KI-Ära. **Über unseren Gast** Radhika Dutt ist Autorin des Buchs *Radical Product Thinking* und hat damit ein praktikables Framework zur Entwicklung kundenorientierter Produktstrategien geschaffen. Sie ist Unternehmerin, Produktstrategin und Speaker und hat in ihrer Karriere fünf Unternehmensübernahmen begleitet, zwei davon als Gründerin. Heute berät sie unter anderem die Monetary Authority of Singapore und arbeitet mit Organisationen unterschiedlichster Größe, von Startups bis zu multinationalen Konzernen. Ihr Hintergrund ist breit: Sie hat Produkte in Bereichen wie Robotik, Broadcast, Adtech und sogar Wein verantwortet. Ausgebildet wurde sie am MIT in Elektrotechnik – und spricht nebenbei neun Sprachen. Gerade entsteht ihr zweites Buch, über dessen Inhalt wir in dieser Episode sprechen.

  6. Jun 16

    056: Make it S****y: Warum Produkte durch Enshittification absichtlich schlechter werden und was Produktmanagement dageg

    Bernadette und Jonathan erklären, was Enshittification bedeutet, und zeigen anhand von drei konkreten Mustern – dem Verfall digitaler Plattformen, Bloatware bei Hardware-Produkten und Feature Creep – wie Mehrwert systematisch vom Nutzer zum Unternehmen verschoben wird. Sie analysieren die drei zentralen Hebel, die dabei zum Einsatz kommen: steigende Wechselkosten, maximale Intransparenz sowie Lock-in-Effekte. Abschließend diskutieren sie, was Produktmanagerinnen und Produktmanager konkret tun können, um diese Entwicklung transparent zu machen und gegenzusteuern. **Key Takeaways** - **Enshittification folgt einem Muster:** Zuerst wird echter Nutzen geboten, um Vertrauen und Nutzerbasis aufzubauen. Dann werden Nutzer instrumentalisiert, um Geschäftskunden anzulocken und schließlich werden auch diese ausgepresst. Am Ende verdient nur noch die Plattform. - **Bloatware verkürzt Produktlebenszyklen künstlich:** Software-Updates machen Hardware mit begrenzten Ressourcen schleichend unbrauchbar, z.B. Smartphones, Smart-TVs und zunehmend auch softwarelastige Autos sind davon betroffen. - **Feature Creep erhöht Kosten ohne proportionalen Nutzen:** Was als exklusive Individualisierung beginnt, wird zum teuren Standard – mit mehr Fehleranfälligkeit, höheren Servicekosten und einem Lock-in, aus dem Kunden kaum mehr herauskommen. - **Drei Hebel treiben Enshittification an:** Hohe Wechselkosten, intransparente Preismodelle und Lock-in-Effekte sorgen dafür, dass Kunden nicht mehr kaufen, weil das Produkt das beste ist, sondern weil sie keine echte Alternative mehr haben. - **Produktmanager können Transparenz schaffen:** Der Hebel liegt nicht in der Entscheidungsgewalt, sondern in der richtigen Wahl von KPIs – Kundenzufriedenheit, Serviceanfragen, Beschwerden – und darin, bei jedem Produktupdate sichtbar zu machen, welchen Nutzen oder Schaden es für den Anwender tatsächlich erzeugt. - **Nachhaltiges Geschäft braucht ausgeglichene Wertverteilung:** Produkte mit echtem Mehrwert, transparenten Preisen und niedrigen Wechselkosten sind kein Widerspruch zu wirtschaftlichem Erfolg – sie sind die stabilere Grundlage dafür. Was denkst du? Eerkennst du Enshittification in Produkten, mit denen du täglich zu tun hast? Schreib uns, wir freuen uns über deine Gedanken und Beispiele. Und wenn du regelmäßig Impulse rund um Produktmanagement bekommen möchtest, trag dich in den **PRODUCT LOUNGE Newsletter** (https://productlounge.net/) ein.

    056: Make it S****y: Warum Produkte durch Enshittification absichtlich schlechter werden und was Produktmanagement dageg
  7. Jun 2

    055: Vom Produktmanager zur Führungskraft: Mindset, Selbstführung und die ersten 100 Tage in der disziplinarischen Führu

    Bernadette von Wittern spricht mit Jasmin Schweiger, Führungskräfte-Coach und Mentorin, über den Wechsel von der lateralen zur disziplinarischen Führungsrolle. Sie diskutieren, welche typischen Fehler Führungseinsteiger machen, warum Selbstführung der notwendige Ausgangspunkt ist und wie das Modell des „Inneren Führungsteams" dabei helfen kann, das eigene Führungsverständnis zu schärfen. Ergänzend beleuchten sie, wie man mit einem Team aus autonom arbeitenden Produktmanagerinnen und Produktmanagern umgeht, welche Rolle Bedürfnisse im Teamkontext spielen und worauf es in den ersten Wochen in der neuen Rolle wirklich ankommt. **Key Takeaways** - **Der Wechsel zur Führungskraft ist ein echter Rollenbruch.** Die Beziehung zu ehemaligen Kollegen verändert sich strukturell – Nähe und Distanz müssen neu kalibriert werden. Wer zu lange Kollege bleiben will, zahlt später den Preis. - **Führung ist ein eigener Job.** Fachexpertise allein trägt die Führungsrolle nicht. Der zentrale Shift: nicht mehr Probleme selbst lösen, sondern Probleme durch andere lösen – und dafür die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. - **Das Innere Führungsteam als Reflexionswerkzeug.** Das Konzept beschreibt vier Rollen, die jede Führungskraft einnimmt: Unternehmerrolle, Fachexpertenrolle, mitarbeiterorientierte Rolle und die eigene Persönlichkeit als Mensch. Wer diese vier bewusst reflektiert, bekommt Klarheit über das eigene Führungsverständnis. - **Selbstführung beginnt mit Persönlichkeitskenntnis.** Führungsverhalten ist lernbar – Persönlichkeit nicht ablegbar. Wer seine Stressmuster, Motive und Verhaltenspräferenzen kennt, kann seinen Führungsalltag gezielt darum herum bauen. - **Bedürfnisse statt Konflikte managen.** Das SCARF-Modell (Status, Certainty, Autonomy, Relatedness, Fairness) bietet einen praktischen Rahmen, um Teamdynamiken und Widerstände zu verstehen und konstruktiv zu adressieren. - **Drei Fragen für den Start als Teamlead:** Warum arbeiten wir daran? Wie arbeiten wir zusammen? Und: Sehen wir Ergebnisse – und wenn nicht, woran liegt das? **Über den Gast** Jasmin Schweiger ist Mentorin und Ausbilderin für Führungskräfte-Coaches sowie wissenschaftlich fundiertes Leadership. Sie hat einen Master of Science in Wirtschaftspsychologie & Leadership, war selbst Personalleiterin in mittelständischen Unternehmen und begleitet heute Führungskräfte sowie Coaches, die sich auf Führungsthemen spezialisieren. Ihr Ansatz verbindet Erkenntnisse aus der Führungsforschung mit Wirtschaftspraxis und Coaching-Methodik. Sie ist Hochschuldozentin, Business Trainerin und Gründerin der Leadership Coaching Akademie.

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Der Produktmanagement Im.puls Podcast richtet sich an Produktmanager*innen und Führungskräfte in Industrie und B2B, die mit ihrer Arbeit mehr Wirkung erzielen wollen – für sich selbst, ihr Team, ihr Unternehmen und ihre Kund*innen. Egal ob du gerade erst ins Produktmanagement einsteigst, schon Verantwortung für ein ganzes Portfolio trägst oder ein Team leitest: Hier findest du Impulse für deinen Alltag. Wir sprechen über: Strategisches Produktmanagement: wie du Marktchancen erkennst und den nächsten Umsatzbringer entwickelst Technisches Produktmanagement: wie du mit R&D und deinem Produktteam gezielt die Umsetzung steuerst und pünktlich launchst. Deine PM Persönlichkeit: wie du Entscheidungen klar vertrittst, mit unterschiedlichen Interessen umgehst und im Unternehmen wirksam wirst. Dich erwarten Expertenwissen, Industrie-Insights, Real Talk und praxistaugliche Tipps – jeden zweiten Dienstag. Wir sind deine Podcast-Hosts: Wir sind Bernadette und Jonathan von Wittern, gemeinsam führen wir unsere PRODUCT LOUNGE. Bernadette hat viele Jahre als Produktmanagerin in der Medizintechnik gearbeitet und dabei gelernt, wie entscheidend echte Anwenderorientierung ist. Mit ihrem BWL-Hintergrund verbindet sie Markt- und Business-Perspektive mit dem, was Anwender*innen wirklich brauchen. Jonathan bringt seine Erfahrung aus der Softwareentwicklung für Luft- und Raumfahrt, Automotive und Medizintechnik sowie aus Design Assurance und Regulatory Affairs mit. Er sorgt dafür, dass Produkte technisch und regulatorisch tragfähig werden und zudem pünktlich auf den Markt kommen. Gemeinsam decken wir damit genau das ab, worüber wir hier sprechen: strategisches und technisches Produktmanagement, verbunden mit der PM Persönlichkeit, die es braucht, um beides im Unternehmen wirklich durchzusetzen. Als ausgebildete Business Trainer*innen und Facilitator*innen – unter anderem in LEGO® Serious Play® und systemischem Coaching – geben wir dieses Wissen in der PRODUCT LOUNGE weiter.

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