Club Miskatonic

antikyno media

Der Horror-Podcast aus Hamburg. Jede Woche: Film, Serie, Buch oder Game - von Lovecraft bis Stranger Things. Hosted by den Machern des Miskatonic Theaters.

  1. Jun 28

    Wir haben eine Expertin für queeres Kino eingeladen. Sie hat Playdurizm mitgebracht. Wir haben Fragen.

    Playdurizm (2020) — queerer Horrorfilm aus Tschechien, mit Gästin Amina Balajo Amina Balajo hat ihre Masterarbeit über queeres Kino geschrieben, zwei Jahre beim Hamburg International Queer Film Festival gearbeitet und ist passionierte Horrorfilmfan mit Schwerpunkt queer Horror. Kurz: genau die Person, die man für diese Folge braucht. Sie hat Playdurizm mitgebracht — Debütfilm des tschechischen Regisseurs Gem Deger aus dem Jahr 2020, der ihn seit seinem 16. Lebensjahr im Kopf trug und schließlich mit 21 in Produktion brachte. Der Film spielt in einer Filmproduktion, ist dreamy, neonbeleuchtet und glitzert in einer Ästhetik zwischen Gregg Araki (The Living End, Doom Generation), Sion Sonos Antiporno und der Euphoria-Palette — bis er es plötzlich nicht mehr tut. Der dritte Akt wechselt die Ästhetik radikal, und genau da sitzt der emotionale Impact. Trigger Warning für eine lange, intensive Szene gegen Ende, auf die der Film allerdings gut vorbereitet. Lars, Nisan und Amina sprechen darüber, warum der Film mehr Ebenen hat als eine erste Sichtung zeigt, was es bedeutet, dass Deger sich selbst in der Hauptrolle besetzt hat — als kleine, zerbrechliche Figur, der man die ganze Zeit in den Arm nehmen möchte — und was dieser Selbst-Casting-Entscheidung von Joe Swanberg bis Hollywood-Indie grundsätzlich unterscheidet. Außerdem: warum eine Filmästhetik, die ihre eigene Prämisse parodiert, paradoxerweise die ehrlichste sein kann. Danach gibt Amina ihre persönlichen Empfehlungen für queeren Horror — darunter Fade to Black, in dem ein Außenseiter Schwarzweiß-Pulp-Noir der 1930er lebt, bis er anfängt, Leute umzubringen, und der visuell das genaue Gegenteil von Playdurizm ist: ausgewaschene Realität gegen bunte Schwarzweiß-Phantasie. Dazu eine Debatte über Body Horror, wer ihn macht, wie er gemacht wird — und warum Lars dabei immer schlecht wird, was er nicht zugeben möchte. Themen der Folge: Playdurizm · Gem Deger · Queerer Horror · Queer Cinema · Hamburg International Queer Film Festival · Gregg Araki · Sion Sono · Body Horror · Fade to Black · Endless Summer Syndrome · Tschechisches Kino · Queer Film Empfehlungen · Pride Month Gästin: Amina Balajo — Hamburg International Queer Film Festival, Masterarbeit queeres Kino. Außerdem: Neue Folge Das Haus an der Grenze kommt (leicht verspätet, dafür gut), Miskatonic Game Night mit Beverly Hell 90210 läuft weiter — und die Patreons haben abgestimmt: Juli wird Hellraiser-Monat. Wer im August mitentscheiden will, muss 20€-Patron werden. Amina würde es sofort tun, wenn sie Geld hätte. Club Miskatonic ist der Podcast für Horrormedien aus den antikyno Studios des Miskatonic Theaters Hamburg. Neue Folge wöchentlich. Patreon: exklusive Hörspielserien (Dunkeldeutschland, Das Haus an der Grenze), Behind-the-Scenes-Reality-Serie The Miskatonics und das Game-Format Beverly Hell 90210.

  2. Jun 15

    HUMAN REMAINS von CLIVE BARKER - Und Bratislava ist die unterschätzteste Stadt Europas!

    Wir sind krank, wir sind unterwegs, und unser romantischer Plan, mit dem Zug quer durch Europa bis nach Istanbul zu reisen, ist krachend gescheitert. Willkommen zur Reiseausgabe von Club Miskatonic, diese Woche aus Bratislava, mit Fieber im Nacken und Podcast-Equipment, das Nisan im Wanderrucksack über Berge geschleppt hat. Pride-Month-Programm, Teil zwei: Clive Barkers "Human Remains" aus dem dritten Band der Books of Blood. Bevor Stephen King ihn mit einem einzigen Satz über Nacht berühmt machte, war Barker Theatermacher in der Liverpooler Off-Szene, zeitweise Sexarbeiter und schon damals offen schwul lebender Künstler. Die Geschichte erzählt von Gavin, einem Strichjungen, dessen Schönheit sein einziges Kapital ist, und einer jahrtausendealten Statue, die ihn nicht töten, sondern er sein will. Während die Statue zunehmend menschlicher wird, verliert Gavin selbst jeden Zugang zu seinen Gefühlen: eine Geschichte über Entfremdung, Begehren und die Frage, was übrig bleibt, wenn Schönheit die einzige Eigenschaft war, die je funktioniert hat. Wir reden darüber, warum sich das trotz explizit queerer Perspektive seltsam lovecraftian anfühlt, obwohl Barker Lovecraft offiziell ablehnt, und warum bei beiden Autoren immer Queerness mitschwingt. Zweiter Teil: eine Liebeserklärung an Bratislava, die unterschätzteste Stadt Europas. Mittelalterliche Gassen, Habsburger-Prunk und sozialistischer Brutalismus stehen hier Tür an Tür, die Stadt ist weder leergefegt noch überlaufen, und im Burghof läuft gerade eine Rave, während britische Touristen sich lautstark beschweren, hier sei angeblich nichts los. Wir waren baden an einem See, unter dem 1976 ein Flugzeug abgestürzt ist, der tödlichste Flugunfall in der Geschichte der Slowakei, und im Kunstmuseum Danubiana, vermutlich dem geilsten Museum, das wir je betreten haben. Außerdem: warum die arrogante westliche Ignoranz gegenüber postsowjetischen Räumen einfach kompletter Unsinn ist. Nebenbei: Updates zur neuen "Dunkeldeutschland"-Folge, die erstmals nach Mecklenburg-Vorpommern führt, zu "Das Haus an der Grenze" und zu unserem bisher größten Theaterprojekt, "Kisulu im Park", vom 20. bis 23. August im Harburger Stadtpark zu 100 Jahren Stadtpark. Wer mehr will: Auf Patreon gibt's diesen Monat die ganze Reise hinter den Kulissen, exklusive Folgen und alles, was wir produzieren, während wir eigentlich im Urlaub sein sollten.

  3. May 31

    PRIDE MONTH! - Queerer Horror, ein Kurzfilm auf YouTube, und warum Lars Kurzfilme immer noch hasst

    Pride Month: The Quiet Room (2018) — und warum Kurzfilme Lars immer noch nicht überzeugen Juni ist queerer Horror-Monat bei Club Miskatonic. Den Anfang macht The Quiet Room (2018), ein 28-minütiger Kurzfilm auf YouTube: ein queerer, schwarzer Protagonist in einer psychiatrischen Einrichtung, ein Dämon der Wasser fürchtet, und Alaska Thunderfuck in der Rolle der Dämonin. Der Regisseur hat in seinem Regie-Statement klar formuliert, was er wollte — einen Horrorfilm, in dem Queerness einfach da ist, ohne Erklärungsbedarf, und in dem suizidale Gedanken nicht mit dem Opfertod des Protagonisten enden. Das ist ein wichtiges Statement. Und der Film funktioniert an bestimmten Stellen: Die Jumpscares sitzen, das Casting ist klug, und das Publikum — das man in den YouTube-Kommentaren gut beobachten kann — fühlt sich gesehen. Lars und Nisan sprechen darüber, warum Repräsentation hinter der Kamera entscheidend ist, und nicht nur vor ihr. Gleichzeitig ist Lars der Meinung, dass The Quiet Room alle Schwächen verkörpert, die er an Kurzfilmen als Medium generell sieht ... Außerdem: Was macht queeren Horror eigentlich aus, und warum hat das Genre eine so große LGBTQIA+-Fangemeinde — obwohl queere Perspektiven hinter der Kamera noch immer selten sind? Was kommt noch diesen Monat? Hinweis: australische Vampire, Revenge Horror, bunt. Themen der Folge: Queerer Horror · Pride Month · The Quiet Room 2018 · Alaska Thunderfuck · Repräsentation im Horror · Kurzfilm als Medium · Studentenfilm · Robert Eggers · Mental Health im Horror · LGBTQIA+ Horror · Drag Race Außerdem: Das neue Patreon-Format Miskatonic Game Night startet — Lars und Nisan gucken Beverly Hills 90210-Folgen, entwickeln daraus Horrorfilm-Pitches, und ihr stimmt ab, wer gewinnt. Diese Woche: die Queer-Storylines der Serie, vorgewarnt von Lars (»eines der schlimmsten Werke der Menschheitsgeschichte«). Plus: Dunkeldeutschland-Riesen-Event-Folge jetzt auf Patreon. Club Miskatonic ist der Podcast für Horrormedien aus den antikyno Studios des Miskatonic Theaters Hamburg. Neue Folge wöchentlich. Alle Patreon-Hörspielserien, Behind-the-Scenes und Spielformate unter miskatonictheater.com.

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