Legal Tech & Legal KI Talk

Legal Tech Verzeichnis

Der Legal Tech Verzeichnis "Legal Tech & Legal KI Talk" erscheint zweimal monatlich. Gastgeber Patrick Prior spricht mit verschiedenen Gästen aus der Rechtsbranche zu Legal Tech Themen und zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz im Rechtsbereich.

  1. Jul 16

    Wie sich juristische Dienstleistung als digitale Infrastruktur skalieren lässt

    Interview mit Bork Morfaw, Rechtsanwalt und Gründer von nu:legal, zum Thema „Wie sich juristische Dienstleistung als digitale Infrastruktur skalieren lässt„. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Juristische Dienstleistungen werden durch KI skalierbar KI ermöglicht es erstmals, juristische Expertise nicht nur über abrechenbare Stunden, sondern als digitale, skalierbare Infrastruktur bereitzustellen. Dadurch können deutlich mehr Mandanten mit demselben Personaleinsatz betreut werden. 2. Das Stundenmodell wird durch Festpreise ergänzt Das klassische Stundenhonorar bleibt bestehen, wird aber zunehmend durch Festpreismodelle ergänzt. KI macht den Aufwand besser kalkulierbar und schafft damit die Grundlage für transparente und wirtschaftlich attraktive Pauschalpreise. 3. Der größte Mehrwert liegt in der Automatisierung des gesamten Arbeitsprozesses. KI soll nicht nur juristische Texte erstellen, sondern den gesamten Workflow unterstützen – von der Informationsaufnahme über die Aufwandsschätzung bis hin zur Erstellung erster Entwürfe. So entstehen effizientere Arbeitsabläufe. 4. Anwälte werden nicht ersetzt, sondern ihre Rolle verändert sich Standardisierte und repetitive Aufgaben werden zunehmend automatisiert. Juristinnen und Juristen konzentrieren sich künftig stärker auf komplexe Fragestellungen, strategische Beratung und die Qualitätskontrolle der KI-Ergebnisse. 5. Die Zukunft gehört digitalen Rechtsservices statt reiner Beratung nach Zeit Kanzleien können ihr über Jahre aufgebautes Wissen in digitale Produkte und Services überführen. Wer juristische Expertise in skalierbare Prozesse übersetzt, schafft Wettbewerbsvorteile und neue Geschäftsmodelle.

    Wie sich juristische Dienstleistung als digitale Infrastruktur skalieren lässt
  2. Jun 30

    Welche Fähigkeiten benötigen Jurist:innen in der Zukunft

    Gastgeber Dr. Daniel Halft (AnwaltsCampus) spricht mit Dr. Nadine Lilienthal zum Thema „Welche Fähigkeiten benötigen Jurist:innen in der Zukunft“. Dr. Lilienthal ist Rechtsanwältin, ehemalige Unternehmensjuristin, Head of Legal Expertise & Alliances DACH bei DiliTrust und Legal AI & Legal Innovation Expertin. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: 1. Fachliche Exzellenz bleibt entscheidend KI ersetzt juristische Expertise nicht, sondern macht sie noch wertvoller. Wer sich in einem Fachgebiet tief spezialisiert und Zusammenhänge ganzheitlich versteht, kann KI sinnvoll einsetzen und sich klar vom Wettbewerb abheben. 2. Neue Kompetenzen werden unverzichtbar Neben juristischem Wissen gewinnen der sichere Umgang mit KI, strategisches Denken, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Fähigkeit, mit Unsicherheit umzugehen, zunehmend an Bedeutung. 3. Menschliche Stärken werden zum Wettbewerbsvorteil Kommunikation, Empathie und die Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, werden wichtiger, weil Mandanten nicht nur rechtliche Lösungen, sondern auch Orientierung und Sicherheit erwarten. 4. KI-Potenziale werden noch zu wenig genutzt Viele Kanzleien und Rechtsabteilungen verfügen bereits über KI-Tools, schöpfen deren Möglichkeiten jedoch nicht aus, weil Wissen, Zeit oder passende Schulungen fehlen. 5. Kontinuierliche Weiterentwicklung ist entscheidend Wer bereit ist, eigenverantwortlich zu lernen, die eigenen Stärken auszubauen und sich an den Wandel anzupassen, wird in einer von KI geprägten Rechtswelt langfristig erfolgreich sein.

    Welche Fähigkeiten benötigen Jurist:innen in der Zukunft
  3. Feb 12

    Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)

    In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast interviewt LTV Herausgeber Patrick Prior den Rechtsanwalt und Vorstandssprecher des Bundesverbands der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD) Stefan Rizor, LL.M. (McGill), zur Tätigkeit des BWD. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Gründung und Zweck des BWD Der Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD) wurde aus der Erfahrung heraus gegründet, dass Wirtschaftskanzleien als Organisationen politisch kaum Gehör fanden – insbesondere sichtbar geworden durch die rechtlichen Probleme deutscher LLP-Kanzleien nach dem Brexit. Ziel ist es, eine gemeinsame, kompetente Stimme gegenüber Politik und Verwaltung zu sein. 2. Arbeitsweise: Kompetenz statt klassischem Lobbyismus Der BWD versteht sich nicht als reiner Lobbyverband, sondern als fachlich fundierter Ansprechpartner. Kritik an Gesetzesvorhaben wird stets mit konkreten Alternativvorschlägen verbunden. Diese konstruktive Herangehensweise hat zu schneller Akzeptanz in Ministerien geführt. 3. Justiz unter Druck – Bedarf an Digitalisierung und Effizienz Die deutsche Justiz leidet unter langen Verfahrensdauern, Überlastung und mangelnder Planbarkeit. Das führt dazu, dass Unternehmen zunehmend auf Schiedsverfahren ausweichen. Der BWD sieht hier dringenden Reformbedarf, insbesondere durch Digitalisierung und bessere Verfahrensorganisation. 4. Zentrale Rolle von KI und offenen Gerichtsentscheidungen Künstliche Intelligenz kann Justiz und Anwaltschaft deutlich effizienter machen – etwa durch Auswertung großer Mengen anonymisierter Urteile. Dafür ist ein deutlich besserer Zugang zu Gerichtsentscheidungen notwendig. Politisch fehlt bislang der ausreichende Wille, diese Daten flächendeckend bereitzustellen. 5. Wandel des Anwaltsberufs durch KI KI wird Anwälte nicht ersetzen, aber den Beruf stark verändern. Standardfälle werden zunehmend automatisiert, während komplexe, beratungsintensive Fälle wichtiger werden. Kanzleien, die KI nicht sinnvoll einsetzen, werden im Wettbewerb zurückfallen. Abrechnung, Haftung und Versicherungsfragen werden sich entsprechend anpassen.

    Bundesverband der Wirtschaftskanzleien in Deutschland (BWD)
  4. Jan 26

    Expert AI: Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow

    In der aktuellen Folge des Legal Tech Verzeichnis Podcast führt LTV Herausgeber Patrick Prior ein spannendes Interview mit Ralph Vonderstein, dem Geschäftsführer der Wolters Kluwer Legal Software Deutschland GmbH. Beide tauschen sich über das Thema "Expert AI: Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow" aus. Folgende Punkte wurden besprochen: 1. Vom Dokument zur Akte: KI muss ganze Fälle verstehen Der entscheidende Schritt von Document Chat zu Case Chat ist der Perspektivwechsel: Juristische Arbeit findet nicht auf Dokumentebene statt, sondern auf Fallebene. Case Chat analysiert komplette Akten mit hunderten oder tausenden Dokumenten und versteht den rechtlichen Gesamtzusammenhang. 2. Informationsüberlastung ist das Kernproblem moderner Kanzleien Anwält:innen managen heute keine Akten mehr, sondern massive Mengen unstrukturierter Informationen (E-Mails, Scans, Screenshots, PDFs). Case Chat adressiert genau diese Realität – nicht die idealisierte „Musterakte“. 3. Produktivität durch Integration statt Copy-Paste Der größte Mehrwert entsteht durch die tiefe Integration in die Kanzleisoftware: keine Dokumentenauswahl, kein Export/Import, kein manuelles Prompting. Die KI arbeitet direkt im bestehenden Workflow und liefert Ergebnisse fertig formatiert in Word inklusive Kanzlei-Layout. 4. Der Mensch bleibt verantwortlich – KI ersetzt Vorarbeit, nicht Urteilskraft Case Chat erstellt Schriftsatzentwürfe und Analysen, aber nichts wird automatisch versendet. Jurist:innen prüfen, korrigieren oder verwerfen die Vorschläge. Die KI spart vor allem mechanische, zeitintensive Vorarbeiten – nicht die juristische Verantwortung. 5. KI ist kein Luxus für Großkanzleien, sondern Überlebensfaktor für den Mittelstand Der Fokus liegt bewusst auf kleinen und mittelgroßen Kanzleien ohne eigene Legal-Tech-Teams. Vorgefertigte Prompts, einfache Aktivierung und geringe Einstiegshürden ermöglichen auch weniger tech-affinen Kanzleien einen realistischen Einstieg in KI – und sichern Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Mandanten mit eigenen KI-Voranalysen.

    Expert AI: Von der Akte zum fertigen Dokument – in einem Flow

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Der Legal Tech Verzeichnis "Legal Tech & Legal KI Talk" erscheint zweimal monatlich. Gastgeber Patrick Prior spricht mit verschiedenen Gästen aus der Rechtsbranche zu Legal Tech Themen und zur Entwicklung der Künstlichen Intelligenz im Rechtsbereich.

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