feministisch.katholisch.jetzt?!

Erzdiözese Freiburg

Die Kombi von Feminismus und Kirche findest du spannend? Wir auch! Deshalb setzten wir uns in den Gesprächen in diesem Podcast mit verschiedenen Aspekten von feministisch und katholisch auseinander. Der Weg zu wirklicher Gleichberechtigung der Geschlechter scheint weiterhin ein langer zu sein. In der Kirche wirkt er manchmal sogar noch schier unendlich lang. Aus dem Erzbistum Freiburg heraus blicken wir auf feministische Anliegen. Jeden letzten Freitag im Monat erwartet dich eine neue Folge. www.ebfr.de/feminismus; www.instagram.com/feministisch.katholisch.jetzt; fmg@seelsorgeamt-freiburg.de

  1. JAN 30

    Aggression als Gespräch. Wie Aggression fruchtbar sein kann mit Thomas Scheskat

    Aggression als destruktive Gewalt oder als lebendige Kraft für Wandel und Gerechtigkeit? In dieser Folge von „Feministisch katholisch jetzt“ spricht Jonathan mit Aggressionsexperte Thomas Scheskat darüber, wie Aggression als neutrale Energie verstanden und verantwortungsvoll genutzt werden kann. Es geht um Aggressionskompetenz in Beziehungen, Empowerment und Geschlechtergerechtigkeit, aber auch um Körperarbeit und Gewaltprävention, sowie innere Widersprüche von Männern und Frauen und darum, warum eine Kirche ohne Angst auch einen anderen Umgang mit Macht und Aggression braucht. Vom Prügelknaben zum Aggressionsdialog Thomas Scheskat wuchs in einer Arbeiterstadt auf, erlebte früh Bedrohung, körperliche Angriffe und das Gefühl, „immer den Kürzeren zu ziehen“. Parallel prägten ihn ein katholisches Elternhaus, ein liberal-humanistisches Weltbild – und eine innere Arroganz gegenüber „den Gewalttätigen“. Später fand er in körperorientierter Psychotherapie, Männerarbeit und der forensischen Psychiatrie zu seinem Thema: Aggression als Vorwärtskraft. Heute arbeitet er mit Männern, Frauen und Menschen aller Geschlechter an Aggressionsbalance, Empowerment und Selbstverantwortung – von Intensivkursen in freier Praxis bis hin zur Arbeit mit straffällig gewordenen Menschen in der Forensik. „Aggression ist zu kriegen, was man will“ – oder doch nicht? Aggression beschreibt für Thomas zunächst eine neutrale Vorwärtsbewegung: „herangehen, auf etwas zugehen“. Ob daraus Gewalt oder Wachstum entsteht, entscheidet der Umgang damit. In seinen Kursen wird Aggression über den Körper erfahrbar – beim Ringen, Boxen oder der Schlagklotz-Übung – immer gekoppelt an Dialog, Achtsamkeit und klare Zustimmung. Wer „zu brav“ sozialisiert wurde, entdeckt darin Handlungsmacht, wer zu impulsiv ist, lernt Regulierung und Empathie. Scheskat spricht von Aggressionsbalance statt Unterdrückung, von einem schwingen können zwischen Verteidigungsbereitschaft und Sanftheit. Unterdrückte Lebendigkeit kehrt sonst als verzerrte Gewalt zurück – in Beziehungen, Konsum, gesellschaftlichen Strukturen und auch in der Kirche. Verantwortung versteht er als „Antwort geben können“: erklären, warum ich etwas tue, Konflikte bewusst austragen, statt zu fliehen oder zu explodieren. Gerade für feministische Anliegen und Geschlechtergerechtigkeit sieht er Aggression als Ressource des Empowerments, um Rechte einzufordern und „sich nicht länger brav an die Seitenlinie stellen zu lassen“. Feminismus, Kirche und die Lust auf Kraft Aus seiner Perspektive blickt Thomas kritisch auf patriarchale Strukturen, Missbrauch und Angstkultur in der Kirche. Für ihn ist klar: ohne bewussten Umgang mit Aggression, Macht und Sexualität bleibt Gewalt im System. Bewegungen wie Out in Church oder die Bewerbung von Frauen bei Priesterseminaren liest er als selbstbewusste Aggressionsakte im besten Sinn – to get what you want. Eine wirklich feministische Kirche müsste Aggression nicht moralisch verdrängen, sondern als Kraft für Gerechtigkeit, Angstfreiheit und Konfliktfähigkeit ernst nehmen. „Nur brav sein ist Verrat am Leben“, sagt Thomas, und lädt dazu ein, die innere Tigerin, den inneren Krieger verantwortungsvoll zu kultivieren – auch im Glaubenskontext. Weitere Infos: Website zur Aggressions-Dialog-Arbeit: https://www.aggressions-dialog-arbeit.de/ Infos zu Thomas Scheskat (https://www.maennerbildung.de/referenten.html) und seine Angebote zur Aggressionsdialogarbeit (Seminare, Workshops, Männerarbeit, Aggressionskompetenz) (https://maennerbildung.de/tagungsworkshops.html) Literatur und das Buch von Thomas Scheskat: „Aggression als Ressource – Eine verkannte Kraft neu erleben“ https://www.maennerbildung.de/publikationen.html Hinweis auf die Podcastfolge zur Bewerbung katholischer Theologiestudierender als Priesterinnen (frühere Episode von „Feministisch katholisch jetzt“) https://open.spotify.com/show/18WSs1iYz4wKTcl4qSnLNl Webseite der Aktion „feministisch.katholisch.jetzt?!“(www.ebfr.de/feminismus)

    45 min
  2. 12/19/2025

    Katholische Priesterinnen – Frauen bewerben sich im Priesterseminar

    Neun Theologiestudentinnen und -absolventinnen bewerben sich offiziell im Priesterseminar Freiburg zur Ausbildung als katholische Priesterinnen. Das Kirchenrecht erlaubt aber nur Männern die Priesterweihe. In dieser Folge sprechen wir darüber, warum sie diesen Schritt gehen, wie sich Berufung anfühlt, wenn man strukturell ausgeschlossen wird, und welche Handlungsspielräume es trotz Canon 1024 heute schon für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche gibt. Es geht um feministische Theologie, Machtstrukturen, Gottesbilder und die Frage, warum Bleiben manchmal der radikalere Schritt ist als Austreten. Zeiten: 0:02 Einführung 0:21 Aktion: Frauen bewerben sich im Priesterseminar 0:59 persönliche Glaubenswege 2:36 Berufung und Sehnsuchtsgeschichten von Frauen 4:06 Aufwachsen in Kirche und begrenzte Rollenbilder 4:41 Entstehung der Aktion und Initiative Mein Gott diskriminiert nicht 5:37 Reaktionen aus Kirche, Medien und Social Media 8:13 Mein Gott diskriminiert nicht: Gottesbild und Kirche 9:37 Klassische Argumente gegen die Frauenweihe 10:45 Macht, Tradition und Angst vor Veränderung in der Kirche 12:45 Bleiben in der Kirche trotz Frust und Ohnmacht 15:38 Konkrete Handlungsspielräume im Bistum und vor Ort 17:53 Vorbilder, Leitungsämter für Frauen und Feigenblatt Gefahr 20:02 Gespräch mit dem Papst: Emotion statt nur Argumente 22:42 Ungerechtes Kirchenrecht und Gewissen als Protestgrund 24:23 Leiden, Ausschluss und ein neues Bild des Priesteramts 26:56 Ich bin feministisch und katholisch: persönliche Statements 29:44 Abschluss: Zusammenfassung der Aktion und Ausblick Links zur Folge: https://www.meingottdiskriminiertnicht.de/ https://www.instagram.com/meingottdiskriminiertnicht/?hl=de @meingottdiskriminiertnicht #mGdn Die Donaupriesterinnen „Danube Seven“: Grundlagen Motive und Relevanz einer heterotopen- Provokation. Von Barbara Velik-Frank: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/download/pdf/1592847 Verlinkung zur Uni-Graz und der Promotion: https://unipub.uni-graz.at/obvugrhs/content/titleinfo/1592847 Lara Feiter im SWR. Interview bei „Kaffee oder Tee“: https://www.swr.de/leben/lebensgeschichten/lara-feiter-aus-freiburg-will-priesterin-werden-100.html

    31 min
  3. 08/01/2025

    Feministisch Katholisch jetzt - Folge: "Eine Gender-Oper und was die katholische Kirche damit zu tun hat"

    In dieser besonderen Episode sprechen wir über die innovative Community-Oper "Polyphonie", die im Priesterseminar des Erzbistums Freiburg uraufgeführt wurde. Unsere Gäste geben spannende Einblicke in den kreativen Prozess einer gendergerechten Oper und berichten von der überraschenden Kooperation mit der katholischen Kirche. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie Kunst Brücken bauen, gesellschaftlichen Wandel ermöglichen und auch den Dialog zwischen Feminismus und Kirche fördern kann. Unsere GästeThalia Kellmeyer – Opern- und Theaterregisseurin, künstlerische Leiterin des Vereins Community Oper Freiburg. Sie setzt sich leidenschaftlich für innovative, teilhabeorientierte Musiktheaterprojekte ein, die gesellschaftliche Themen mitten in der Stadt erlebbar machen.Dr. Marion Mangelsdorf – Kulturwissenschaftlerin, Philosophin und Expertin für Geschlechterverhältnisse und gesellschaftlichen Wandel. Sie arbeitet am Zentrum für Anthropologie und Gender Studies in Freiburg und zeichnet für Libretto und Dramaturgie der Oper verantwortlich.Moderation: Jonathan Kienast Die wichtigsten Themen der FolgeCommunity-Oper als gesellschaftlicher SpiegelWir erörtern, wie Musiktheater in ungewöhnlichen Räumen und mit partizipativen Ansätzen aktuelle gesellschaftliche Fragen sichtbar machen kann. Die Oper "Polyphonie" wurde für und mit Freiburger_innen entwickelt und zieht mit Orten wie dem Priesterseminar, dem Recyclinghof oder der fahrenden Straßenbahn gezielt neue Zuschauerkreise an.Partizipation und Diversität im MusiktheaterThalia Kellmeyer erklärt, wie Teilhabeprojekte aus Kunst entstandene Erfahrungsräume schaffen, die gesellschaftliche Vielfalt widerspiegeln. Marion Mangelsdorf beschreibt den Entstehungsprozess des Librettos als offenen Dialog zwischen verschiedenen Generationen, Milieus und Studienrichtungen.Gendergerechtigkeit im ZentrumWir beleuchten, was Gender jenseits biologischer Zuschreibungen bedeutet, welche gesellschaftlichen Strukturen Geschlechterrollen formen und warum die Entselbstverständlichung gängiger Vorstellungen ein wichtiger Schritt zur Gerechtigkeit ist.Kirche als Kooperationspartner im gesellschaftlichen WandelDie überraschende Zusammenarbeit mit dem Priesterseminar und dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt wird reflektiert: Welche Vorbehalte gab es, wie verlief der Annäherungsprozess und welche Impulse für ein neues Miteinander können von solchen Projekten ausgehen?Kunst als Brücke in gesellschaftlichen DebattenIm Gespräch wird deutlich, warum Musik und Theater emotionale Zugänge zu komplexen Themen wie Gender schaffen können, die über intellektuelle Debatten hinausgehen, Berührungen ermöglichen und "heilige Räume" für Reflexion öffnen. Im Podcast angesprochene Links und WebseitenCommunity Oper Freiburg e. V.: https://communityoper.deZentrum für Anthropologie und Gender Studies Freiburg: https://www.zag.uni-freiburg.de/ Abonniere unseren Podcast, um keine Folge zu verpassen! Weitere Infos unter https://feminismus   Weiterführende Links Feministisch.katholisch.jetzt?! auf Instagram: https://www.instagram.com/feministisch.katholisch.jetzt/ Webseite des Vereins „Community Oper Freiburg e.V.“: https://www.community-oper.de/community-oper-freiburg-e-v-der-verein/   Unterseite des Vereins zur „Gender-Oper“: https://www.community-oper.de/2024/10/14/2025-gender-polyphonie/   Webseite von Marion Mangelsdorf: http://www.marion-mangelsdorf.eu/   Link zur Webseite der „Gender Studies“ Freiburg: https://www.zag.uni-freiburg.de/gender-studies/   Unterseite auf „Community Oper“ zur Person ThaliaKellmeyer: https://www.community-oper.de/kuenstlerische-team/cv1/   Webseite von Thalia Kellmeyer: https://www.thaliakellmeyer.de/   Webseite vom Priesterseminar Collegium Borromaeum inFreiburg: https://priesterseminar-freiburg.de/   Webseite des Referats Frauen – Männer – Gender: www.ebfr.de/fmg

    41 min
  4. 04/25/2025

    IDAHOBIT und noch viel mehr! - Was ist nötig für eine gerechtere Gesellschaft

    „Das Wichtigste ist ja, dass Menschen sich wohlfühlen können mit sich selber.“ „Ich glaube, die Angst, Fehler zu machen, sollte nicht dasGespräch miteinander verhindern.“ „Lieber ein paar Fehler machen und dann aberauch die Möglichkeit zu daran auch zu lernen.“ In dieser Folge thematisieren wir den sogenannten IDAHOBIT und die Bedeutung queerer Bildungsarbeit. Gastperson ist heute: Mika Stamm. Mika ist Bildungsreferent:in von Fluss e.V. Mika Stamm beschreibt die Arbeit von Fluss e.V., einem Bildungs- und Beratungsverein, der sich der Förderung von Geschlechterdiversität und sexueller Orientierung widmet. Mika erklärt, wie sie den Begriff 'trans' kindgerecht vermittelt, indem sie auf Vielfalt in Geschlecht und Identitätsfindung eingeht. Es geht darum, wie Erwachsenenbildung darauf abzielt, faktenbasiertes Wissen zu vermitteln und Vorurteile abzubauen, um offenere Räume für die Jugend zu schaffen. Mika betont die Wichtigkeit von Empathie und eben auch faktenbasiertem Wissen in der Bildungsarbeit, um Vorurteile abzubauen und Akzeptanz zu fördern. Mika diskutiert die Rolle der Kirche in der Unterstützung queerer Jugendlicher und betont die Wichtigkeit von inklusiven Räumen innerhalb der Kirche. Es gibt konkrete Tipps für Menschen, die nicht queer sind, um queere Menschen zu unterstützen, wie z.B. Vorurteile nichtstehen zu lassen und sich über queere Themen zu informieren. Was ist der IDAHOBIT? Entstehungsgeschichte und Aktionen, rund um diesen Gedenktag am 17. Mai. Frage nach Literatur, Filmen oder anderen Medien, um sich über Queerness zu informieren und weiterzubilden. Links: https://fluss-freiburg.de/ Der Verein für Bildungsarbeit und Beratung zu Geschlecht & sexueller und romantischer Orientierung https://fluss-freiburg.de/kinderbuecherkiste/ Die Kinderbuchkiste von FLUSS e.V. bietet eine Auswahl an gender- und queersensiblen Kinderbüchern und gibt Einrichtungen Anlass, sich mit dem Umgang von Diversität im Kinderalltag auseinander-zusetzen und Bücherregale neu zu bestücken. https://fluss-freiburg.de/wp-content/uploads/2024/11/Flyer-und-Uebersicht-Kinderbuchkiste.pdf   https://sichtbar-in-freiburg.de/ Sichtbar in Freiburg (guter Einstieg in die Themen rund um Queerness) https://www.bundesverband-trans.de/ BundesverbandTrans* e.V. https://queer-lexikon.net Online-Anlaufstellefür sexuelle, romantische und geschlechtliche Vielfalt https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Tag_gegen_Homo-,_Bi-,_Inter-_und_Transphobie Eintrag imOnline-Lexikon Wikipedia zum IDAHOBIT www.ebfr.de/feminismus

    24 min

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