Spielend subversiv

Lena Falkenhagen & Marina Weisband

Ein Podcast über Liverollenspiel, Psychologie und Gesellschaft.

  1. Oct 1

    Wer erzählt im Liverollenspiel die Geschichte? - Episode 014

    In dieser Folge sprechen wir mit Markus Rosenfeld über die Frage, wer eigentlich die Geschichte im Liverollenspiel erzählt – die Organisatoren oder die Spielenden. Wir stellen seine Arbeit in der TraumArta-Orga vor, die seit Jahren Veranstaltungen mit historischen Settings und Mystery- oder Horror-Elementen organisiert, und ordnen dabei unterschiedliche Spielstile ein. Ein Schwerpunkt ist die Frage, ob man ein LARP „schreibt“ oder „designt“. Wir unterscheiden zwischen klar geplanten, szenischen Spielen mit festen Akten und eher offenen Formaten, bei denen Regeln, Fraktionen und Mechaniken den Rahmen bilden und die Geschichte aus dem Spiel heraus entsteht. Wir sprechen ausführlich über Mechaniken, Immersion und Agency. Dabei geht es um Fragen wie Briefings, Handouts, Workshops, gelenkte Figuren und andere Eingriffe der Orga, die entweder als störend empfunden werden oder Spiel erst ermöglichen und strukturieren können. Außerdem diskutieren wir den Unterschied zwischen One-Shots und Kampagnenspiel. Bei einmaligen Veranstaltungen müssen Höhepunkte, Konflikte und Enden stärker vorgeplant werden, während in Kampagnen viele Entwicklungen langsamer und offener entstehen können. Zum Schluss geht es um Genrefragen und die Verantwortung der Spielenden für Atmosphäre und Tempo. Wir sprechen über Horror, Slice-of-Life-Formate, geschlossene Settings und darüber, dass LARP besser darin ist, einen Zustand zu bespiele als eine lineare Handlung. Vorankündigung: Marina spielt mit Mhaire Stritter von OrkenspalterTV im Mainzer Landtag ein gestreamtes Tischrollenspiel-Szenario über die Mainzer Republik! https://www.youtube.com/shorts/NueUt9xvJyU TraumArta-Orga: https://traumarta.de/

  2. Sep 29

    Diskriminierung im Larp spielen? - Episode 013

    In dieser Folge sprechen wir nach der Sommerpause über Neuigkeiten zum Podcast, darunter die neue Unterstützung durch das LAGIP der Universität Bonn. Wir erwähnen außerdem den Blogbeitrag von unserer Hörerin Rike zur Zugänglichkeit im Liverollenspiel, der auf einer Umfrage unter Larp-Orgas basiert und viele Hinweise zu Planung, Durchführung und Nachbereitung von Con-Design enthält. Ein weiterer Schwerpunkt ist unser gemeinsamer Besuch auf einem Liverollenspiel, das wir erstmals zusammen auf Englisch gespielt haben. Dabei geht es auch um die Frage, wie Rollen und kulturelle Kontexte in einer anderen Sprache dargestellt werden. Der Hauptteil der Folge beschäftigt sich mit Diskriminierung im Liverollenspiel, vor allem mit Geschlechterrollen, Sexismus und Machtgefällen in historischen oder fiktiven Settings. Wir unterscheiden zwischen dem bewussten Bespielen von Diskriminierung und unreflektierten Formaten, die Spielerinnen und Spieler aus Spielinhalten ausschließen können. Wir sprechen darüber, dass Rollen nicht nur Geschichte abbilden, sondern auch konkrete Spielangebote brauchen. Wir diskutieren, warum manche von uns diskriminierte Rollen gern spielen und andere eher nicht. Dabei geht es um Immersion, Selbstwirksamkeit, kreative Darstellung und den Umgang mit historischen Rollenbildern. Wir sprechen auch darüber, dass Diskriminierung im Spiel reflektiert und klar kommuniziert werden muss, damit sie nicht ungewollt reale Mechanismen reproduziert. Zum Schluss betrachten wir Beispiele für umgekehrte oder variierte Settings, etwa Konzepte mit weiblich dominierten und männlich diskriminierten Rollen, und sprechen über die Wichtigkeit von Workshops und Vorbereitung. Zum Abschluss weisen wir darauf hin, dass sowohl diskriminierende als auch diskriminierungsfreie Cons möglich sein sollten und dass gute Gestaltung entscheidend ist, damit alle passende Spielangebote finden. Episode 13 von Spielend subversiv ist die erste Episode in Kooperation mit dem LAGIP der Uni Bonn. Wir bedanken uns herzlich bei der Unterstützung! https://www.fiw.uni-bonn.de/gamelab/de Rikes Leitfaden für barrierearme Larp-Orga: https://www.spielendsubversiv.de/wie-kann-ich-als-larp-orga-kommunikation-nutzen-um-meinen-con-zugaenglicher-zu-machen/

  3. 04/16/2025

    Beziehungen im Liverollenspiel - Episode 008

    In dieser Episode sprechen wir über das tiefgehende Thema der Beziehungen im Live-Rollenspiel (LARP) und wie diese in einer Umgebung geprägt werden, die sowohl fiktive als auch reale Dimensionen umfasst. Wir, Lena Falkenhagen und Marina Weisband, sprechen mit der Gästin Anita, einer erfahrenen Kommunikationspsychologin und Personalentwicklerin, die interessante Perspektiven zu unserem Thema beisteuert.\n\nWir setzen uns mit der Frage auseinander, wie gut wir die Charaktere und die Menschen hinter diesen Charakteren kennenlernen. Inspiriert von einem tragischen Vorfall innerhalb der LARP-Community reflektieren wir über die Art und Weise, wie Beziehungen im LARP aufgebaut werden und welche Einsichten sich daraus ergeben. Wir loten die Komplexität der zwischenmenschlichen Verbindungen unter den Mitspielenden als auch zu den gespielten Charakteren aus.\n\nPasst der Begriff der parasozialen Beziehung auf unsere Erlebnisse im LARP? Hierbei stellt Anita den Bezug zu emotionalen Bindungen zu Nicht-Spielercharakteren (NSCs) und Organisator*innen her. Wir diskutieren, inwiefern unsere Bindungen im Spiel tiefer und intensiver sind als viele Beziehungen im Alltag. Wir ergründen, ob die Beziehungen, die wir im LARP aufbauen, über die Rolle hinausgehen und wie authenisch sie wirklich sind.\n\nEin zentraler Aspekt unserere Diskussion ist die Wahrnehmung von Realität und Fiktion sowie die emotionalen Herausforderungen, die damit einhergehen. Wie balanciert man zwischen der eigenen Identität und der Rolle, die man verkörpert? Dabei sparen wir nicht an Beispielen und beleuchten, wie die Dynamiken in einer LARP-Situation dazu führen, dass wir unsere Mitspieler auf neue und oft überraschende Weise kennenlernen.\n\nDas Thema Liebesbeziehungen im LARP bringt zusätzliche spannende Dimensionen in unser Gespräch. Hier stehen wir vor der Frage, ob und wie romantische Beziehungen im Rahmen eines Spiels entstehen und welche Risiken damit verbunden sind. Besonders befassen wir uns mit dem Spannungsfeld zwischen Rollenspiel und den realen Emotionen, die zur Entstehung von so genannten „LARP-Crushes“ führen können.\n\nEin weiterer Diskussionspunkt betrifft die Rolle der Orga-Mitglieder im LARP und die Dynamiken zwischen Spielenden und dieser oft unsichtbaren Gruppe. Wir untersuchen, wie vielen Spieler*innen die engagierten Arbeiten hinter den Kulissen oft nicht in vollem Umfang bewusst sind und welche Gefühle in diesen interpersonellen Dynamiken mitschwingen, sodass wir an den Herausforderungen und Freuden thematischer Verbindungen innerhalb und außerhalb von Rollenspielformaten tiefere Einblicke gewinnen.\n\nZusammenfassen lässt sich sagen, dass Beziehungen im LARP ein komplexes Netzwerk aus emotionalen Erlebnissen, Identitäten und Charakterbeziehungen bilden. Wir sind uns einig, dass die positiven und negativen Aspekte dieser Interaktionen wesentlich für unsere persönliche Entwicklung sind und dass ein tiefes Verständnis für diese Dynamiken sowohl im Spiel als auch im Leben von großer Bedeutung ist.

    Beziehungen im Liverollenspiel - Episode 008

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Ein Podcast über Liverollenspiel, Psychologie und Gesellschaft.

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