Evidenzbasierte Ernährung - Wissenschaft, Gesundheit und Genuss

dipl. rer. nat. Gabriele H. Wolf

Herzlich willkommen bei „Evidenzbasierte Ernährung" – dem Podcast für alle, die Ernährung nicht als starres Regelwerk sehen, sondern als Zusammenspiel von Wissenschaft, Alltag und Genuss. Seit über 30 Jahren begleite ich als Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Menschen in meiner Praxis für Ernährungstherapie – auch online. Die Studienlage ist oft vielschichtig, Ihre Fragen sind es auch. Wissenschaft entwickelt sich weiter – kein Grund zur Verunsicherung, sondern eine Einladung, neugierig zu bleiben. Grüße aus Konstanz, Gabriele H. Wolf www.ernaehrungsforum.eu

  1. Sep 14

    Unser Geschmack – von der Zunge bis zum Gehirn, von der Evolution bis zur Gourmetküche

    Beispiele für die 5 bekannten Geschmacksrichtungen aus den 3 Rezepte am Schluss: Süß: Honig, Obst, Zuckerrübe, Zuckerrohr und Mirin (im Handel erhältlich) Salzig: Meersalz, Steinsalz, Sojasauce, Fischsauce und Miso Sauer: Zitrone, Essig, Joghurt, Sauerkraut und Yuzu (im Handel erhältlich) Bitter: Kaffee, dunkle Schokolade, Bittermelone, Grapefruit und Chicorée Umami: Kombu, Bonito (Tintenfischflocken), Shiitake, gereifter Käse und Tomate Viel Freude beim Entdecken neuer Genußwelten! Rezept 1: Umami im Zentrum – In Kombu-Bonito-Dashi pochiertes Gemüse. Die Geschmacksstruktur: Umami als Kern, leicht salzig als Basis, eine äußerst subtile Süße für eine abgerundete Wahrnehmung. Die Zutaten: Kombualge, Bonitoflocken,Meersalz, Karotte, frische Shiitake-Pilze, Seidentofu und Walnussöl.  Die Zubereitung: Kombu dreißig Minuten in kaltem Wasser einweichen, dann auf sechzig Grad erhitzen und zwanzig Minuten halten. Wichtig: nicht sieden, sonst gehen die Umami-Stoffe verloren. Kombu herausnehmen, Bonitoflocken hinzufügen, sofort vom Herd nehmen, drei Minuten ziehen lassen und abseihen.  In die Brühe dünn geschnittene Karotten und Shiitake geben und bei kleiner Hitze weich garen. Nach dem Abschalten der Hitze Seidentofuwürfel hinzufügen, die Restwärme ist  hinreichend. Mit gerösteten Walnüssen und einem Hauch Walnussöl vollenden. Rezept 2: Balance von sauer, süß und bitter – Grapefruit-Bittersalat mit  Sanddorn-Honig-Dressing. Die Geschmacksstruktur: Säure und Bitterkeit im Wechselspiel, Süße als Brücke, Salz als Hintergrund zur Akzentuierung. Hier nun die Zutaten:Grapefruit, Chicorée oder Rucola, Zitronensaft, Sanddornpulver, Honig, natives Olivenöl, Meersalz und Walnüsse.  Und die Zubereitung: Grapefruit schälen, häuten und die Segmente herauslösen. Chicorée waschen und zerkleinern. Für das Dressing: Zitronensaft, Sanddornpulver und Honig im Verhältnis drei zu eins zu eins mischen. Eine Prise Meersalz hinzufügen und langsam Olivenöl einrühren, bis eine Emulsion entsteht. Grapefruit und Chicorée anrichten, mit dem Dressing beträufeln und mit gehackten Walnüssen bestreuen. Der wissenschaftliche Aspekt: Die Süße des Honigs puffert die Säure der Grapefruit und die Bitterkeit des Chicorées ab. Das Meersalz hemmt die Bitterwahrnehmungsbahnen und hebt den Gesamtgeschmack  hervor. Das Sanddornpulver liefertantientzündliche Kraft und fördert durch seine fruchtige Säure den Speichelfluss. Rezept 3: Alle fünf Geschmacksrichtungen – In Miso marinierter und gegrillter Lachs mit Yuzu-Kosho, das im Handel als Gewürzpulver erhältlich ist.  Die Geschmacksstruktur: Alle fünf Geschmacksrichtungen treten gleichzeitig auf und balancieren sich gegenseitig aus. Die Zutaten: Lachs,weißes Miso, Mirin, Yuzu-Kosho, Zitrone, gegrilltes Gemüse und Hagebuttenpulver. Statt Mirin kannn auch etwas Likör zugegeben werden. Statt Yuzu-Kosho kann man auch etwas Zitronensaft mit dem Schalenabrieb vermengen. Die Zubereitung: Weißes Miso, Mirin, das ist Reiswein mit Kojii-Reis, und eine kleine Menge Yuzu-Kosho, zu einer Marinade vermischen. Den Lachs zwei Stunden marinieren – nicht länger, sonst wird er zu salzig. Dann die überschüssige Marinade abstreifen und den Lachs bis zur aromatischen Bräunung grillen. Mit gegrilltem Kürbis und gegrilltem Chicorée servieren. Mit einer Prise Hagebuttenpulver und Zitronenabrieb vollenden. Der wissenschaftliche Aspekt: Miso liefert die Umami- und Salzige-Basis. Mirin bringt Süße. Yuzu-Kosho steuert Säure und Zitrusaroma bei. Chicorée ergänzt die Bitternote. Der Eigengeschmack und das Fett des Lachses dienen als Träger des Gesamtgeschmacks. Das Hagebuttenpulver liefert antientzündliche sekundäre Pflanzenstoffe und unterstützt so die Signalübertragung zum Gehirn.

  2. Aug 31

    Die vergessene Kraft der Pflanzen – Bunt, bitter, wertvoll – wie Pflanzenstoffe, Erntezeit und Darm zusammenwirken

    Sie sind bunt, bitter und oft unterschätzt: sekundärePflanzenstoffe. Lange galten sie in der Ernährungswissenschaft als bloßeBegleiterscheinung – heute weiß die Forschung: Diese Moleküle bilden den wunderbaren Schutzschild der Pflanzen. Sie schützen vor Schädlingen, UV-Strahlung und Krankheiten. Und wenn sie gegessen werden, geben sie Schutz an den menschlichen Organismus weiter. Diese Folge taucht ein in die faszinierende Welt dersekundären Pflanzenstoffe: warum der Erntezeitpunkt entscheidend dafür ist, wie viel und vor allem wie gut diese Stoffe wirken – und warum Brokkoli im Herbst anders schmeckt, aber auch anders heilt. Tiefkühlkost kann eine kluge Wahl sein: Denn Tiefkühlgemüse wird meist im reifen Zustand geerntet und direkt schockgefroren – so bleiben die wertvollen Pflanzenstoffe weitgehend erhalten. Außerdem geht es in den Darm. Denn die Bakterien dortentscheiden maßgeblich darüber, ob aus Curcumin das bioaktive Tetrahydrocurcumin wird. Und über die Darm-Hirn-Achse beeinflussen diese Stoffwechselprodukte nicht nur den Stoffwechsel, sondern möglicherweise auch das Wohlbefinden und die Stimmung. Die gute Nachricht: Es geht nicht um einzelne Wunderstoffe.Die wahre Kraft entfaltet sich im Zusammenspiel – in den Synergien zwischen Vitamin C und Flavonoiden, zwischen Fett und Carotinoiden. Diese Folge erklärt, warum fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag nicht nur eine Zahl sind – und wie mit der richtigen Kombination und Saisonalität das volle Potenzial der Pflanzen genutzt werden kann. Mein erster Beruf ist Gärtnerin und bei dieser Folge ist wahrlich mein Herz erblüht.

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Herzlich willkommen bei „Evidenzbasierte Ernährung" – dem Podcast für alle, die Ernährung nicht als starres Regelwerk sehen, sondern als Zusammenspiel von Wissenschaft, Alltag und Genuss. Seit über 30 Jahren begleite ich als Diplom-Ernährungswissenschaftlerin Menschen in meiner Praxis für Ernährungstherapie – auch online. Die Studienlage ist oft vielschichtig, Ihre Fragen sind es auch. Wissenschaft entwickelt sich weiter – kein Grund zur Verunsicherung, sondern eine Einladung, neugierig zu bleiben. Grüße aus Konstanz, Gabriele H. Wolf www.ernaehrungsforum.eu

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