Amtsgeheimnisse - Der Gemeindebund-Podcast

Willkommen bei „Amtsgeheimnisse – Der Gemeindebund-Podcast“, eurem Zugang zu Geschichten und Informationen über die österreichischen Gemeinden! In unserem Podcast werfen wir gemeinsam mit Präsident Johannes Pressl und spannenden Gästen einen detaillierten Blick hinter die Kulissen des kommunalen Lebens und beleuchten die Arbeit jener Menschen, die tagtäglich dafür sorgen, dass unsere Gemeinden funktionieren.

  1. Sep 2

    #49 Amtsgeheimnisse vor Ort: Wenn der Bürgermeister eine Pause braucht - Patrick Strobl über seine Burnout-Erfahrung

    Was passiert, wenn ein Bürgermeister plötzlich merkt: Es geht nicht mehr? In dieser Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit dem Melker Bürgermeister Patrick Strobl über ein Thema, über das in der Politik noch immer viel zu selten offen gesprochen wird: mentale Überforderung und Burnout. Strobl erzählt, wie sich bei ihm über Wochen hinweg Warnsignale bemerkbar machten. Schlaflosigkeit, Vergesslichkeit und eine zunehmende Lustlosigkeit gegenüber Dingen, die ihm eigentlich Freude bereiteten, führten schließlich zu einer klaren Erkenntnis: Er brauchte professionelle Unterstützung. „Der Körper plötzlich sagt: Stopp. Du musst die Stopptaste drücken“, erzählt Patrick Strobl. Nach der Aufnahme im Landesklinikum Mauer folgte eine mehrwöchige stationäre Rehabilitation. Dabei ging es nicht nur darum, wieder gesund zu werden, sondern auch um die Frage, welche Faktoren zur Überforderung beigetragen hatten. Strobl spricht unter anderem über die zusätzlichen Belastungen, die Bürgermeister während der Corona-Pandemie, der Ukraine-Krise und angesichts der angespannten Gemeindefinanzen bewältigen mussten. Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist die Frage, was passiert, wenn eine Führungskraft plötzlich ausfällt. Strobl erzählt offen über seine ungeplante Auszeit: Sein Handy blieb ausgeschaltet, erreichbar war er nur für seine Frau und den Vizebürgermeister. Im Rathaus übernahmen der Vizebürgermeister und die Stadtamtsdirektorin gemeinsam mit dem Team die notwendigen Aufgaben. „Wenn es einmal so weit ist, hat man keinen Kopf und keine Zeit mehr, noch irgendetwas zu organisieren“, erinnert sich der Bürgermeister. Auch die Reaktionen der Bevölkerung und des politischen Umfelds kommen zur Sprache. Von wilden Gerüchten bis hin zu großer persönlicher Unterstützung reichten die Reaktionen auf seine Abwesenheit. Besonders positiv erlebt Strobl den Zusammenhalt im Gemeinderat und in seinem politischen Team. Aus seiner Erfahrung leitet er konkrete Empfehlungen für Betroffene ab: Frühwarnsignale ernst nehmen, die Zahl der Termine reduzieren, bewusst Pausen einplanen und professionelle Hilfe nicht als Schwäche betrachten. Denn: „Es kann jedem so gehen. Jeder kann in so eine Situation kommen“, betont der Bürgermeister und ergänzt: „Aber man kann sich professionelle Hilfe holen. Ich glaube, das ist ganz, ganz wichtig.“ Heute achtet Strobl stärker auf einen strukturierten Tagesablauf, Bewegung, Familienzeit und klare Grenzen bei der Erreichbarkeit: „Früher habe ich auch noch abgehoben, wenn mich abends um 23 Uhr jemand wegen einer Nichtigkeit angerufen hat. Heute denke ich mir: Das hat Zeit bis morgen.“ Eine persönliche und offene Folge über Verantwortung, Grenzen, Führung – und darüber, warum es manchmal Stärke bedeutet, rechtzeitig auf die Stopptaste zu drücken. Österreichischer Gemeindebund

    #49 Amtsgeheimnisse vor Ort: Wenn der Bürgermeister eine Pause braucht - Patrick Strobl über seine Burnout-Erfahrung
  2. Aug 20

    #48 Finanzminister Marterbauer: „Ich habe im Budget nichts zu verschenken“

    In der aktuellen Folge des Gemeindebund-Podcasts „Amtsgeheimnisse“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit dem österreichischen Finanzminister Markus Marterbauer über Gemeindefinanzen, Budgetpolitik, Demokratie und die großen Zukunftsfragen Österreichs. Dabei geht es nicht nur um das Doppelbudget und die Konsolidierung des Staatshaushalts, sondern vor allem um die Frage, wie Gemeinden auch künftig handlungsfähig bleiben können. Dabei spricht sich Marterbauer klar für mehr eigene Einnahmenquellen der Gemeinden aus, beispielsweise wenn es um die Grundsteuer. „Wir brauchen Gemeinden und Städte, die finanziell leistungsfähig sind, die eigene Ressourcen haben und nicht so stark abhängig von den Bundesländern sind“, sagt der Finanzminister. Markus Marterbauer betont in dem Zusammenhang auch die bedeutende Rolle der Gemeinden, die für ihn im Staatsgefüge zwischen Bund und Ländern zu Unrecht meist zu wenig Beachtung finde. Auf die Frage, wieso das Budget des Finanzministers eine derart rigide Sparpolitik verfolgt, erklärt Markus Marterbauer so: „Der wirkliche ökonomische Grund, warum wir das Budgetdefizit verringern müssen, und die Staatsschulden stabilisieren müssen, ist, dass wir verhindern müssen, dass uns die Zinszahlungen auffressen.“ Österreich zahlt jedes Jahr gesamtstaatlich 8 Mrd. Euro an Zinsen. „Doch wir alle müssen daran interessiert sein, Steuermittel nicht für Zinszahlungen, sondern für den Ausbau der Kinderbetreuung, der Nachmittagsbetreuung, der Pflege oder andere staatliche Aufgaben zu verwenden“, sagt der Finanzminister. Eine große gesamtstaatliche Herausforderung sieht der Finanzminister im demografischen Wandel und der alternden Gesellschaft. „Gesundheit und Pflege werden künftig mehr finanzielle Mittel benötigen“, sagt Markus Marterbauer. Gleichzeitig sieht der Finanzminister Potenzial, bestehende Systeme effizienter zu organisieren – etwa durch mehr Prävention, den Ausbau von Primärversorgungseinheiten und Facharztzentren sowie eine bessere Abstimmung zwischen den verschiedenen Ebenen des Gesundheitssystems. Dass die Österreicher stolz auf die Gesundheitsversorgung in diesem Land sein können, erlebt der Finanzminister aktuell selbst sehr eindrücklich. Durch seine Krebserkrankung und die notwendige Behandlung, sehe er, „wie toll unser Gesundheitssystem ist, das sozusagen die besten medizinischen Leistungen für alle zur Verfügung stehen.“ Das Öffentlichmachen seiner Erkrankung sei für ihn nicht nur persönlich wichtig, sondern auch ein Sichtbarmachen der Krankheit, von der so viele betroffen sind. Zum Abschluss richtet Markus Marterbauer einen klaren Appell an Bürgermeisterinnen und Bürgermeister: „Gemeinden stehen für Gemeinschaft, Mitbestimmung und Demokratie – Werte, die heute wichtiger denn je sind.“ Österreichischer Gemeindebund

    #48 Finanzminister Marterbauer: „Ich habe im Budget nichts zu verschenken“
  3. Aug 5

    #47 Amtsgeheimnisse vor Ort: „Vom Dorf zur Weltmarke“: 40 Jahre Bürgermeister von Sölden – mit Ernst Schöpf

    Er ist seit 40 Jahren Bürgermeister und hat so einiges miterlebt: In dieser Ausgabe von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit dem langjährigen Bürgermeister der Gemeinde Sölden im Tiroler Ötztal, Ernst Schöpf. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung Söldens zur internationalen Tourismusdestination, die damit verbundenen infrastrukturellen Herausforderungen sowie die politischen und persönlichen Höhen und Tiefen von Schöpfs Amtszeit. Nach vier Jahrzehnten an der Gemeindespitze bereitet Schöpf nun seinen geordneten Übergang vor. Rückblickend hat sich Sölden von einem alpinen Bergdorf zu einer globalen Destination für Gäste aus aller Welt entwickelt. Dass das nicht immer einfach war, erzählt der Bürgermeister mit Hinblick auf kommunale Finanzen sowie den Ausbau von Infrastruktur und Daseinsvorsorge unter Extrembedingungen – immerhin ist Sölden mit 467 Quadratkilometern noch vor Wien die flächenmäßig größte Gemeinde Österreichs. Wie ist es, in einer stark vom Tourismus geprägten Gemeinde zu leben? „Ich werde oft gefragt - gibt es bei euch überhaupt Vereine, gibt es einen Zusammenhalt? Tatsächlich haben wir ein sehr ausgeprägtes Dorf- und Vereinsleben, von der Blasmusik bis zum Theaterverein. Und seit der Ötztaler Dialekt als immaterielles UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde, haben die jungen Leute plötzlich den heimatlichen Dialekt wieder für sich entdeckt“, erzählt Ernst Schöpf. Mit Hinblick auf den Klimawandel und die Zukunft der Energieversorgung im alpinen Raum ist Sölden schon auf gutem Wege: „Der Ukraine-Krieg und die damit ausgelöste Energiekrise haben Dinge beschleunigt, die man so nicht für möglich gehalten hätte“, so der Bürgermeister. Das Gletscherskigebiet Sölden will etwa bis 2035 energieautonom sein. Die Helioplant-Photovoltaikanlage am Tiefenbachgletscher ist mittlerweile sogar ein kleines Wahrzeichen. Sehenswert ist auch das aus dem Bond-Film bekannte, auf 3.048 Metern Höhe liegende Ice-Q Restaurant am Gipfel des Gaislachkogls. „Es gibt auch sowas wie eine technische Schönheit. Man muss nicht alles gleich verteufeln“, betont Ernst Schöpf, der in dieser Folge eine persönliche Bilanz seiner Amtszeit zieht. Österreichischer Gemeindebund

    #47 Amtsgeheimnisse vor Ort: „Vom Dorf zur Weltmarke“: 40 Jahre Bürgermeister von Sölden – mit Ernst Schöpf
  4. Jul 28

    #46 Mehr als Facebook: Wie Gemeinden richtig kommunizieren - mit Markus Habermann

    Wie kommunizieren Gemeinden heute erfolgreich? Reichen Gemeindezeitung und Presseaussendung noch aus oder braucht es Podcasts, Livestreams und WhatsApp-Kanäle? In dieser Folge spricht Johannes Pressl mit Kommunikationsexperte Markus Habermann über die Chancen und Herausforderungen moderner Gemeindekommunikation – und warum Authentizität, Mut und eine klare Strategie wichtiger sind als ein großes Werbebudget. Ein zentrales Thema ist die Frage, wie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister den richtigen Medienmix finden. Habermann macht deutlich, dass klassische Medien keineswegs ausgedient haben. Im Gegenteil: Eine gute Beziehung zu Regionaljournalistinnen und Regionaljournalisten bleibt die Basis erfolgreicher Öffentlichkeitsarbeit."Du musst zuerst einmal wissen: Wer sind deine Bezirksjournalisten? Hast du ihre Telefonnummern und E-Mail-Adressen? Das ist einmal das Wichtigste“, empfiehlt Markus Habermann. Gleichzeitig gewinnen digitale Formate zunehmend an Bedeutung. Podcasts bieten die Möglichkeit, Themen ausführlicher zu erklären und Hintergründe verständlich aufzubereiten – gerade dort, wo Social Media an seine Grenzen stößt."Es gibt die Sehnsucht nach Qualität und Tiefe." "Mit Podcasts hat man die Möglichkeit, Sachen zu erklären: Warum mache ich das? Was ist das Gescheite daran?“, sagt Markus Habermann. Auch Livestreams und Videocasts eröffnen neue Möglichkeiten für mehr Transparenz und Bürgernähe. Gleichzeitig warnen die Gesprächspartner davor, die Herausforderungen zu unterschätzen. Wer live kommuniziert, muss auch mit unmittelbaren Reaktionen, kritischen Kommentaren und gelegentlich Shitstorms umgehen können. Ein weiterer Schwerpunkt der Episode ist die direkte Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Habermann sieht Messenger-Dienste wie WhatsApp oder vergleichbare Gemeinde-Apps als besonders wirkungsvolle Ergänzung der bestehenden Kommunikationskanäle. Informationen erreichen die Bevölkerung unmittelbar – ohne Umwege und ohne große Streuverluste. Dabei gilt jedoch: Nicht die Menge der Informationen entscheidet über den Erfolg, sondern deren Relevanz. "Ich würde auf keinen Fall Regelmäßigkeit einbringen, nur weil Dienstag der Dienstag-Newsletter ist. Ich kommuniziere dann, wenn ich etwas zu sagen habe“, rät der Experte. Auch die Gemeindezeitung behält ihren festen Platz im Medienmix. Sie soll bewusst nicht mit der Geschwindigkeit sozialer Medien konkurrieren, sondern Hintergrundinformationen liefern und wichtige Entwicklungen dokumentieren. Zum Abschluss der Folge richtet Markus Habermann einen klaren Appell an alle kommunalpolitisch Verantwortlichen. Gemeinden sollten sich nicht von der Angst vor Kritik oder negativen Kommentaren lähmen lassen. "Seid mutig. Der Mut wird belohnt. Geht voran und erklärt den Leuten, warum das gescheit ist“, so Markus Habermann. Österreichischer Gemeindebund

    #46 Mehr als Facebook: Wie Gemeinden richtig kommunizieren - mit Markus Habermann
  5. Jul 15

    #45 Was Gemeinden künftig brauchen: Talente, Begegnung und Mut! - mit Markus Hengstschläger

    In der aktuellen Ausgabe des Gemeindebund-Podcasts „Amtsgeheimnisse“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit dem Genetiker und Wissenschaftler Markus Hengstschläger über aktuelle Gesellschaftliche Veränderungen, deren Chancen und welche Kompetenzen unsere Gesellschaft künftig braucht, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu bewältigen. Für Hengstschläger nehmen die Gemeinden auf diesem Weg  eine bedeutende Rolle ein, weil sie Menschen das geben, was sie für ihre Entwicklung brauchen: Gemeinschaft, Begegnung, Interaktion, Bildung und Innovation. Gleich zu Beginn des Gesprächs erläutert Hengstschläger, warum Investitionen in die frühe Bildung langfristig den größten gesellschaftlichen Nutzen bringen. Kindergärten sind der ideale Ort, um Talente zu entdecken und die natürliche Neugier von Kindern zu fördern. Ein Euro in der Elementarpädagogik ist so viel Wert wie 10 Euro an den österreichischen Universitäten“, sagt Markus Hengstschläger. Der Experte plädiert in dem Zusammenhang auch für eine Änderung des Bildungssystems: „Wir brauchen ein Bildungssystem, das darauf aus ist, die Talente der jungen Menschen zu entdecken und fördern und die Lösungsbegabung der nächsten Generation zuzulassen. Das fehlt bei uns in Österreich“, sagt Markus Hengstschläger. Einen Schwerpunkt des Gesprächs zwischen Pressl und Hengstschläger bildet die aktuelle Entwicklung unserer Gesellschaft samt Technologie und KI. Dabei spricht sich der Experte für die Chance und den Nutzen neuer technologischer Entwicklung und KI in allen unseren Bereichen aus. „Für technische Dinger wird uns KI und IT massiv helfen. Ich sage aber auch ganz deutlich: Mensch zu Mensch werden wir nie ersetzen können“, sagt Markus Hengstschläger. Künftig brauche es daher auch mehr Erklärung und Interaktion zwischen Wissenschaft und Medien sowie eine Begleitung und „Übersetzung“ der Themen in die Sprache der Bevölkerung. Dabei verweist Hengstschläger auf die Fehler der Coronapandemie, wo viel Vertrauen verloren gegangen sei und kommunikative Fehler gemacht wurden. Und was haben all diese Themen mit den Gemeinden und Bürgermeistern zu tun? Für Hengstschläger sind Gemeinden jene Orte, wo die Zukunft Österreichs entschieden wird. Gemeinden verfügen über die entscheidenden Komponenten, die Menschen für ihr Leben und ihre Entwicklung benötigen: Gemeinschaft, Begegnung, Interaktion, Bildung und Innovation. Erfolgreiche Führung von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern macht für den Experten aus, „wenn die handelnden Personen ihr Potenzial erkennen, und einerseits auf verlässliche Strukturen setzen und andererseits den Mut haben, neue Wege zu gehen und Veränderungen aktiv zu gestalten“, sagt Hengstschläger. Und welche drei Dinge würde Markus Hengtschläger als Bürgermeister in 100 Tagen als erstes umsetzen? “Ich würde ein Talente-Scouting in der Gemeinde einführen, regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen mit unterschiedlichsten Menschen veranstalten sowie Begegnungsplätze schaffen“, sagt Markus Hengstschläger abschließend. Die wichtigsten Erkenntnisse Frühkindliche Bildung ist eine der wirksamsten Zukunftsinvestitionen. Neugier und Talente müssen früh erkannt und gefördert werden. Künstliche Intelligenz braucht klare ethische Leitplanken. Der Mensch muss auch in einer digitalen Welt die Verantwortung behalten. Gute Führung verbindet Sicherheit mit Innovationskraft. Wissenschaft und Politik sind aufeinander angewiesen. Kritisches Denken und Recherchekompetenz werden zu Schlüsselqualifikationen der Zukunft. Gemeinden können den gesellschaftlichen Wandel aktiv mitgestalten.   Österreichischer Gemeindebund

    #45 Was Gemeinden künftig brauchen: Talente, Begegnung und Mut! - mit Markus Hengstschläger
  6. Jul 1

    #44 Amtsgeheimnisse vor Ort: Die Gemeinde mit Atomkraftwerk – mit Bürgermeisterin Marion Török

    In dieser Folge von „Amtsgeheimnisse vor Ort“ ist Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl zu Gast in Zwentendorf bei Bürgermeisterin Marion Török. Gemeinsam sprechen sie über einen der bekanntesten Orte der österreichischen Energiegeschichte: das nie in Betrieb gegangene Atomkraftwerk Zwentendorf. Marion Török erinnert sich an die Volksabstimmung 1978 und schildert, wie die Stimmung damals in der Bevölkerung war. Für viele Menschen bedeutete das Kraftwerk Hoffnung auf Arbeitsplätze und wirtschaftlichen Aufschwung. Heute ist das AKW längst mehr als nur ein historisches Bauwerk: Das Gelände wird für Führungen, Festivals, Übungen und touristische Angebote genutzt und bleibt ein prägender Bestandteil der Gemeinde. Außerdem geht es um die Entwicklung Zwentendorfs zum modernen Energieknotenpunkt. Rund um das ehemalige Kraftwerksgelände entstanden Photovoltaikanlagen, Gasturbinen, Infrastrukturprojekte und neue Energievorhaben. Die Gemeinde zeigt damit beispielhaft, wie bestehende Infrastruktur weitergedacht und neu genutzt werden kann. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die persönliche Geschichte von Marion Török. Sie spricht offen über ihre langjährige Doppelrolle als Bürgermeisterin und Amtsleiterin, über die Herausforderungen kommunaler Verantwortung und darüber, warum sich Frauen oft erst dann große Aufgaben zutrauen, wenn sie bereits umfassende Erfahrung gesammelt haben. Österreichischer Gemeindebund

    #44 Amtsgeheimnisse vor Ort: Die Gemeinde mit Atomkraftwerk – mit Bürgermeisterin Marion Török
  7. Jun 17

    #43 Warum gute Bürgermeister Hilfe brauchen - mit Andrea Kaufmann und Karin Baier

    In der aktuellen Episode des Gemeindebund-Podcasts „Amtsgeheimnisse“ spricht Gemeindebund-Präsident Johannes Pressl mit zwei erfahrenen Kommunalpolitikerinnen über die Herausforderungen moderner Gemeindeführung: Wie geht man als Bürgermeisterin oder Bürgermeister mit Konflikten um? Wann reicht die eigene Erfahrung nicht mehr aus und externe Unterstützung wird sinnvoll? Und ist ein Amt, das von ständiger Begegnung mit Menschen geprägt ist, trotzdem einsam sein? Andrea Kaufmann ehemalige Bürgermeisterin von Dornbirn und frühere Präsidentin des Vorarlberger Gemeindeverbandes ist heute Beraterin und Coach für Gemeinden. Karin Baier, Bürgermeisterin von Schwechat arbeitet neben dem Bürgermeisteramt als ausgebildete Mediatorin mit Schwerpunkt Konfliktmanagement. Gemeinsam geben sie Einblicke in ihren Alltag, sprechen über Führung, Kommunikation, Konfliktbewältigung und darüber, warum Vernetzung und Erfahrungsaustausch für Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unverzichtbar sind. Andrea Kaufmann und Karin Baier zeigen eindrucksvoll, dass das Bürgermeisteramt weit mehr ist als repräsentative Auftritte und öffentliche Termine. Ein Großteil der Arbeit besteht aus Führung, Personalmanagement, Budgetverantwortung und strategischen Entscheidungen. Dabei stehen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister täglich im Spannungsfeld zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Mitarbeitenden, politischen Erwartungen und den Anforderungen der Verwaltung. „Was vielen in ihrem Job nicht bewusst ist: Führung ist einsam“, sagen Andrea Kaufmann und Karin Baier.  Auch wenn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister viele Menschen um sich haben, müssen Entscheidungen letztlich alleine getroffen und verantwortet werden. „Diese Verantwortung kann belastend sein und macht Austausch, Vernetzung und Sparring besonders wertvoll“, weiß Andrea Kaufmann aus ihrer Erfahrung. Besonders wichtig sei es bei allen Aufgaben im Bürgermeisteramt zu wissen, dass jeder vor den gleichen Herausforderungen steht. Deswegen ist der Austausch mit Kolleginnen und Kollegen so wichtig. Man erkennt, dass man nicht alleine ist mit seinem Problem, bekommt Tipps und neue Perspektiven“, sagt Karin Baier. Beide erfahrenen Kommunalpolitikern empfehlen ihren Kolleginnen und Kollegen, Unterstützung anzunehmen, wenn es schwierig wird, sich auszutauschen und nicht alles alleine bewältigen. Karin Baier nennt zwei Eigenschaften, die für sie den Kern erfolgreicher Kommunalpolitik ausmachen: „Menschlichkeit und Ehrlichkeit bis auf die Knochen. Wer authentisch bleibt, eigene Grenzen kennt und Menschen auf Augenhöhe begegnet, schafft Vertrauen – die wichtigste Grundlage erfolgreicher Gemeindeführung.“ Das und mehr hören Sie in der aktuellen Folge des Gemeindebund-Podcasts Amtsgeheimnisse. Österreichischer Gemeindebund

    #43 Warum gute Bürgermeister Hilfe brauchen - mit Andrea Kaufmann und Karin Baier

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