beyond kpi

Stefan Klung

beyondkpi – die AHA’s & HÄH’s des Lebens Hey, ich bin Stefan – und ich nehme dich mit auf eine Reise jenseits von Zahlen, Zielen und dem, was vermeintlich so logisch scheint. beyondkpi ist eine Metapher denn….klar, KPIs sind wichtig und integraler Teil unserer KI-Welt, deswegen geht es hier auch ganz explizit nicht um kpi-bashing.  Der Podcast für alle, die spüren, dass es da noch mehr gibt. Mehr Tiefe. Mehr Fragen als Antworten. Mehr Sinn, auch wenn’s nicht immer logisch ist. Gemeinsam mit meinen Gästen gehe ich auf Entdeckungsreise – offen, co-kreativ, neugierig. Wir sprechen über diese AHA- und HÄH-Momente, die sich meist ja erst im Rückblick entfalten. Erfahrungen, die man nicht sofort greifen kann, die aber berühren, bewegen und verändern und nicht selten die Initialzündung sind für Großes, ob im unternehmerischen Kontext oder dem Leben an sich. Es geht nicht darum, Recht zu haben – sondern darum, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ohne Schubladen, ohne Dogmen. Einfach echt. Ob aus Business, Sport, Gesundheit oder Leben – wir schauen dahin, wo Erkenntnisse entstehen. Zwischen den Zeilen. Jenseits des Offensichtlichen. Und manchmal genau da, wo du’s nicht erwartet hättest. Wenn du Lust hast auf neue Perspektiven, echte Gespräche und kleine große Aha-Momente – dann bist du hier genau richtig. Hör rein, fühl dich eingeladen – ich freu mich auf dich. Dein Stefan

  1. Oct 20

    Anwendungsweltmeister statt Tooltouristen, darum geht´s... – mit Christoph Magnussen von Blackboat

    Als vor 120 Jahren die ersten Autos auf die Straße kamen, gab es in Preußen vom ersten Tag an: Führerscheine...(*zumindest so ungefähr s.u.)    Heute verteilen wir praktisch Formel-1-Wagen an alle und das ganz ohne Prüfung. Weird, oder? Folge 2 meiner kleinen KI-Serie bei Beyond KPI, und mir saß jemand gegenüber, den ich den Posterboy oder das Trüffelschwein der deutschen KI-Szene bezeichnet habe - gefällt ihm anscheinend beides. Christoph Magnussen, Gründer von Blackboat, Podcast-Host (On the Way to New Work, AI to the DNA) – und der Mensch, dessen Masterclass mich dieses Jahr vom KI-Touristen mal zumindest zu jemandem gemacht hat, der (einigermassen) mitreden kann. Die Kern-Snippets unseres Gesprächs... Führerschein vor Regelwerk. Da Christoph die Autofahranalogie mal benutzt hat, sind wir dieser mal weiter gefolgt: Ampelkreuzung oder Kreisverkehr – wie organisiert man KI in Organisationen? Rigide Regeln oder Eigenverantwortung? Christoph hat die Frage gekontert: “Ob Ampelkreuzung oder Kreisverkehr – wenn du nicht Autofahren kannst, ist beides scheiße.” Wir glauben seit dem iPhone, man gibt Menschen ein krasses Gerät und alle können es intuitiv. Beim Auto hätten wir das nie akzeptiert. Enablement schlägt Regulierung – und zwar in dieser Reihenfolge. Anwendungsweltmeister statt Tooltouristen. Deutschlands Realität in einem Satz. Wir haben nicht die mächtigsten Modelle – der Größenunterschied ist gewaltig. Aber wir wollen überall mitreden. Christophs Punkt: Erst durch konsequente Anwendung verdienen wir uns das Mitspracherecht zurück. Nur weil du Menschen führen kannst, kannst du nicht Agents führen....und umgekehrt. Drei Blöcke bleiben Menschensache: Intent & Direction (deinen Willen klar formulieren – klingt einfach, ist brutal schwer), Taste & Decision (die KI findet alles “toll” – du musst wissen, was du magst) und Relationship & Responsibility. Und ein Detail, das nachhallt: Modelle werden auf Kooperation trainiert, nicht auf Wettbewerb. Deshalb arbeiten auch mal 700 Agents einträchtig zusammen, wenn einer eine schlechte Idee für eine gute hält. Am Ende habe ich ihn gefragt: Was, wenn deine eigene KI dir ausrechnet, dass das Unternehmen ohne dich besser läuft? Seine Antwort: Dafür brauchst du keine KI – dass der Gründer der limitierende Faktor seines Unternehmens ist, weiß jeder Gründer selbst. Aber solange ich die Verantwortung trage, entscheide ich auch, sitzen zu bleiben. Responsibility – that’s me. Vielleicht ist das die eigentliche Führerscheinprüfung. Danke, Christoph, für Tempo und Tiefe zugleich. (* 1903: Am 29. September führt Preußen als erstes deutsches Land eine verpflichtende Prüfung für Kraftfahrzeugführer ein. Im Mittelpunkt stehen technische Kenntnisse und die Beherrschung des Fahrzeugs.) #BeyondKPI #AI #AIGovernance #AILeadership #Blackboat

    Anwendungsweltmeister statt Tooltouristen, darum geht´s... – mit Christoph Magnussen von Blackboat
  2. Oct 6

    "Datenbasiert" ist zurzeit das gefährlichste Wort der KI-Branche." - mit Alex Ulbricht

    59 relevante Sprachmodelle kommen aus den USA. 35 aus China. Aus Europa: 2. Und trotzdem sind das nicht die wichtigsten Zahlen in diesem Gespräch. Mit dieser Folge startet eine kleine Serie bei Beyond KPI: In den nächsten Wochen sitzen mir Menschen gegenüber, die sich mit dem Thema beschäftigen, um das gerade niemand herumkommt – KI. Und zwar jenseits der B******t-Bingo-Grenze, wo es auf Headline-Ebene immer schlau klingt und beim Doppelklick dünn wird. Den Auftakt macht Alex Ulbricht – AI Evangelist mit einer klaren Mission: KI transparent, fair und erklärbar machen. Alex kam über die Infrastruktur-Ecke ins Thema und ist heute komplett bei AI-Fairness und AI-Ethik gelandet. Ein Beyond Moment, wie er im Buche steht: reingepurzelt, hängengeblieben, Mission gefunden.Sie sagt: Fairness lässt sich nicht prompten. Es gibt weltweit keine einheitliche Definition – in Japan heißt fair etwas anderes als in Europa. Und was sich nicht definieren lässt, lässt sich nicht in einen Algorithmus gießen. Das Lehrbuch-Beispiel: Eine KI lernt aus alten Kreditentscheidungen nicht "Teilzeit senkt die Bonität", sondern "Frauen sind das Problem" – und skaliert dieses Muster dann lautlos. Bias zeigt sich eben nicht, das ist ja das Tückische. Man muss ihn suchen. "Datenbasiert" ist das gefährlichste Wort der Branche. Weil wir Maschinenentscheidungen per se mehr trauen als Menschenentscheidungen – und dabei vergessen, dass die Daten aus einer Vergangenheit stammen, die wir heute so gar nicht mehr leben wollen. Und: Wenn ich einen schlechten Prozess habe und KI drüberbügle, habe ich danach einen schlechten KI-Prozess. Nur sichtbarer. Manchmal ist das Problem gar kein KI-Problem, sondern ein Vertrauensproblem – und die Maschine ist nur das Brennglas, das zwei Menschen darauf hinweist, mal miteinander zu reden. Europas Chance heißt nicht Wettrennen, sondern Souveränität. Das Rennen um das leistungsfähigste Modell ist gelaufen (siehe oben). Aber die Frage, was passiert, wenn morgen die amerikanischen Modelle für Europa abgeschaltet werden, ist klassisches Risikomanagement – und die beantworten die wenigsten. Ich durfte selbst erleben, wie sich das anfühlt: Als Fable per Klick vom Netz ging, mitten in meiner intensivsten KI-Phase. It's just a click. Und dann noch der Satz, der nachhallt: Wir haben KI darauf trainiert, uns nicht zu vergessen. Vielleicht wird sie ja erst dann menschlicher, wenn sie auch das Vergessen lernt. Alex' Schlussplädoyer in zwei Worten: Brain first. Egal was rauskommt – einmal mit dem eigenen Gehirn prüfen. Anders wird's nicht nur nicht gut, und schon lange nicht fair. #BeyondKPI #KI #AIFairness #DigitaleSouveränität

    "Datenbasiert" ist zurzeit das gefährlichste Wort der KI-Branche." - mit Alex Ulbricht
  3. Sep 2

    Zwei Nerds, ein Stuhl und die Frage, was Gruppen im Verborgenen tun – mit Prof. Dr. Annika Wolf

    Fünf Tage lang hatte der Trainer immer auf demselben Platz gesessen. Am Mittwoch setzte sich jemand anders drauf. Kein Wort, kein Verbot – aber die Gruppe reagierte, als sei eine Grenze überschritten. Ein Stuhl. Und was für Projektionen plötzlich daran hängen können. Zum zweiten Mal war Prof. Dr. Annika Wolf bei mir zu Gast – und wir haben uns diesmal in ein Thema eingegraben, das viel größer ist, als es klingt: Gruppendynamische Settings. Ich gebe zu, ich bin durchaus skeptisch reingegangen. Ist das nicht bloß guter Austausch mit einem schicken Label? Ein over-engineertes Gewächshaus? Annika hat mich nicht mit Ja oder Nein abgespeist, sondern mit Fragen zurückgeworfen. Und genau da wurde es interessant. Eine Gruppe verhandelt ständig, u.a. wer dazugehört oder wer die Macht hat, die Themen zu setzen. Wer fängt an zu reden? Wer wartet, weil eh jemand anderes anfängt? Wer sitzt in der Mitte, wer außen? Nichts davon ist wohl Zufall. Es sind Muster. Macht ist nicht gleich Wirksamkeit. Ich kann mit Schwung durch die Tür brettern – machtvoll, aber wirkungslos. Und Macht wird mir überhaupt erst gegeben; allein kann ich sie nicht ausüben. Spannend wird's da, wo Menschen machtvoll sind ohne formale Position – die informellen Leader, die selbst oft gar keine Bühne wollen. Spannung ist kein Fehler, den man wegräumt. Viele Konflikte in Teams entstehen gar nicht auf der Beziehungsebene, sondern weil Rollen und Aufgaben unklar sind – und das Team kompensiert das dann zwischenmenschlich. Manche Konflikte sind sogar vererbt: Die Leute, die ihn ursprünglich hatten, gibt es längst nicht mehr. Bleibt die Frage: Wozu ist der Konflikt dann eigentlich immer noch gut? Und dann, ganz am Ende des wilden Ritts, der Link zu unserem HEUTE: Was passiert eigentlich, wenn ein Spieler mit am Tisch sitzt, der keine Psyche hat? In manchen Boards ist die KI längst „anwesend" und liest hinterher die Kommunikationsmuster aus. Gegen ihre Mustererkennung haben wir längst verloren. Nur, was machen wir damit - sinn- und mehrwertstiftend? Aber – und das ist vielleicht der Punkt – Emergenz braucht Unperfektheit. Echte Beziehung entsteht da, wo jemand hinter den ersten, zweiten, dritten "Turing"-Vorhang schaut und bleibt, mit aller Unsicherheit. Das kann keine Maschine simulieren. In diesem Sinne.... #BeyondKPI #Gruppendynamik #Consciousness&KI

    Zwei Nerds, ein Stuhl und die Frage, was Gruppen im Verborgenen tun – mit Prof. Dr. Annika Wolf
  4. Jul 7

    Wir glauben, wir wählen nach Vernunft. Dabei schlägt ein Elfmeterschießen jede Regierungserklärung – jedes Mal.

    Wenn das nicht strange ist, oder? Ja. Aber genau hier wird's interessant. Zum zweiten Mal war Sven Steffes-Holländer bei mir zu Gast – Chefarzt für Psychosomatik, systemischer Denker und jemand, der zwischen den Welten surft. Diesmal mit einem Begriff, den er selbst geprägt hat: Psychokratie. Die Idee dahinter: Was wir aus der Therapie über einzelne Menschen wissen, erklärt oft erstaunlich viel über ganze Gesellschaften. Unser Aufhänger war ausgerechnet die Fußball-WM. Tag 13. Und die Frage: Warum lässt uns ein Elfmeterschießen mehr mitfiebern als die größte Rentenreform seit Jahrzehnten? Folgende Thesen standen im Raum: 1. Aufmerksamkeit erzeugt Bedeutung. Nicht Wahrheit. Nicht Semantik. Nur Lautstärke. Und wer die Logik der Aufmerksamkeit versteht, kann sie bespielen – bis ein FIFA-Präsident plötzlich über die Zukunft des Gazastreifens diskutiert und selbst nicht mehr weiß, wo seine Expertise liegt. 2. Ambiguitätstoleranz ist tatsächlich kein reines Berater-B******t-Bingo-Wort. Es ist die Fähigkeit, zwei Wahrheiten gleichzeitig auszuhalten, ohne sofort in den Impuls zu springen. Sven sagt es ehrlich: Er liebt Fußball, seit er denken kann – und ist gleichzeitig über den Kontext nicht glücklich (und das ist die diplomatische Erklärung). Beides. Zur selben Zeit. Genau dieser Zwischenraum zwischen Reiz und Reaktion ist vielleicht der wichtigste Skill unserer Zeit. 3. Zerstörung hat eine Lust in sich. Das kennt jedes Kind, das mit Genuss die Sandburg plattmacht. Zerstörung reduziert Komplexität, gibt ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, definiert Rollen: Täter, Opfer, fertig. Kann helfen. Aber eben nur im Sandkasten. Und sie performt immer besser als der geduldige Aufbau scheinbar.Denn der laute Disruptor gewinnt gegen den stillen Gärtner – weil Bedrohung länger im Gedächtnis bleibt als jede konstruktive und behutsam entwickelte Geschichte. Denn mit jedem Konzept von Zerstörung war in der Menschheitsgeschichte immer auch ein Konzept von Erlösung verbunden. Aus der Asche wächst Neues. Nicht als Kalenderspruch, sondern als Muster. Schade eigentlich, oder, dass es scheinbar nur so funktioniert. Erich Fromm hat es so gesagt: "Destruktivität ist die Folge ungelebten Lebens." Vielleicht auch ungelebten Liebens. Bleibt die Frage, wie wir in Beziehung bleiben, statt den Exit zu nehmen. Und Svens Bild dafür ist so schlicht und ja eigentlich Physik: Reibung erzeugt Wärme. Danke, Sven, erneut für die Tiefe – und für ein Gespräch, das sich anfühlte wie eine Fahrt auf der wilden Maus auf der Kirmes. Mein Dank geht auch wie immer an André Souren für die Produktion. #BeyondKPI #Psychokratie #Ambiguitätstoleranz #Gesellschaft

    Wir glauben, wir wählen nach Vernunft. Dabei schlägt ein Elfmeterschießen jede Regierungserklärung – jedes Mal.
  5. May 19

    Warum wir alle Distanzwaffenträger geworden sind – mit Prof. Dr. Niko Kohls

    Mit Niko gehe ich im Gespräch gefühlt direkt von der Auffahrt auf die linke Spur und wir bleiben dort auch. Sprechtempo x Gedankentempo x Gedankentief x geballte Kompetenz x Komplexität des Themas heißt die "Formel".Bedeutet, volle Aufmerksamkeit beim Zuhören und lieber keine Ausfahrt nehmen bzw. mal rechts ran fahren, denn sonst biste ggf. etwas "raus". Wenn du aber Bock auf die gedankliche Überholspur und den super relevanten Input zum Thema Future Skills hast (im übrigen das Thema seines neuen Buches, das bald erscheint). Dann "Gang rein" und los.Wir sprechen über das, was der Trubel des Aussens mit dem Inneren macht und wie man lernen kann, damit umzugehen. Es geht darum, wie die digitale Distanz zu einer Kommunikation verleitet, die exponentiell soziale Hemmschwellen abbaut und uns gleichzeitig ent-körperlicht. So sind wir zu Distanzwaffenträgern der Kommunikation (was für eine geile Formulierung) geworden, denn das federt die unmittelbare Reaktion des Gegenübers ab und führt in gewisser Weise zu emotionaler Abstumpfung und minimiert die reale Verbundenheit. „Ein Mausklick kann unter Umständen ein Leben bestimmen. [...] Der technologisch digital erweiterte Raum ist ein absoluter Neuankömmling und wir haben gerade erst angefangen ihn zu betreten.“Das führt dazu, dass Empathie als eh schon knappe Ressource noch schwieriger wird. Was dabei spannend ist - Niko unterscheidet zwischen Empathie (Gefühle spiegeln), Mitgefühl (Perspektivübernahme) und professioneller Fürsorge. Er warnt davor, dass permanente digitale Erreichbarkeit unsere Fähigkeit zur Selbstregulation überfordert. Denn: "Wir können nicht unbegrenzt vielen Menschen gleichzeitig empathisch begegnen, ohne auszubrennen."Was das für Menschen in Organisationen bedeutet, erörtert Niko wie folgt: "Ich plädiere für eine Verhältnisprävention in Organisationen, die nicht nur das Individuum „reparierten" will und das im übrigen nicht selten ohne auch die Strukturen anzupassen." Im Sinne von...context matters...Um echte Selbstregulation und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen, muss ich es erst strukturell ermöglichen, alles andere ist nichts weiter als ein netter Versuch und Folklore.Ein zentrales Manko unserer kognitiv geprägten Gesellschaft ist die fehlende Verbindung zwischen Wissen und Handeln. Niko betont, dass wir lernen müssen, unsere Werte und Überzeugungen physisch zu manifestieren. Wir wissen oft analytisch, was falsch läuft, bringen es aber nicht in eine konkrete, verkörperte Handlung. „Diese innere Setzung in eine körperliche und verkörperte Handlung zu überführen...darüber muss man sich erstmal klar werden, was will ich eigentlich, was ist mir wichtig.“ #BeyondKPI #FutureSkills #MentalHealthAtWork #PeopleAndCulture #Selbstregulation

    Warum wir alle Distanzwaffenträger geworden sind – mit Prof. Dr. Niko Kohls
  6. May 7

    Die Energiewende scheitert nicht an Ideologie – sondern an einer Nummer mit 35 Buchstaben – mit Dr. Wolfgang Gründinger

    Diesmal habe ich mit Dr. Wolfgang Gründinger gesprochen – ein Mensch, der mit 15 in der Stadtbücherei Al Gore gelesen hat - aus heutiger Sicht würde ich sagen: "Hat sich gelohnt." Denn er beobachtet seit über 20 Jahren, wie aus einer vermeintlichen Außenseiter-Bewegung der globale Energiemarkt von morgen wurde. Somit ist klar. Wir reden über die Energiewende – aber anders als du vielleicht denkst. Wolfgang erklärt, warum Wärmepumpen plötzlich die beliebteste Heizung Deutschlands sind, was Operation Warp Speed mit deutscher Bürokratie zu tun hat – und welchen ungewöhnlichen Vorschlag er der Bundesregierung machen würde, wenn er mal eben Wirtschaftsminister wäre. Drei Dinge, die bei mir hängen geblieben sind: - Wir sind kein Kamel, wir sind ein Dromedar. Die Gesellschaft ist nicht so polarisiert, wie es die Talkshows verkaufen. In der Mitte gibt's mehr Konsens als wir glauben – nur ist Konsens halt langweilig fürs Fernsehen. - Der Markt hat längst entschieden, dass die Energiewende kommen muss...Solar, Wind, Batterien – global, unaufhaltsam, wirtschaftlich. China, Texas, Ungarn, Polen bauen aus. Nicht aus Idealismus. Aus Mathematik. Die Frage ist nicht mehr OB, sondern WIE smart. - Das eigentliche Problem heißt nicht Ideologie. Es heißt Marktlokationsidentifikationsnummer. (Ja, das Wort gibt's wirklich.) 900 Verteilnetzbetreiber, eine SAP-Software aus den 90ern (echt jetzt?), ein Jahr Wartezeit auf eine Nummer mit 35 Buchstaben – und währenddessen diskutieren wir über Atomkraft (wtf...). Wolfgangs Plädoyer: weniger große Geste und Big Picture, mehr Nitty-Gritty. Und das in Zeiten, wo doch alle Leadership-Gurus Micro-Management versuchen zu verdammen.Und am Ende? Ein überraschend pragmatischer Vorschlag an die Bundesregierung, den ich hier nicht spoilere – nur so viel: Es geht um eine Skihütte. Und Jogi Löw hat angeblich was damit zu tun.  Reinhören lohnt sich, wenn du wissen willst, warum die Zukunft schon da ist – und wer sie gerade ausbremst. #BeyondKPI #Energiewende #CleanTech #Transformation #Pragmatismus #Enpal #Podcast

    Die Energiewende scheitert nicht an Ideologie – sondern an einer Nummer mit 35 Buchstaben – mit Dr. Wolfgang Gründinger
  7. Apr 21

    Warum wir Religion (immer noch) brauchen – mit Sozialphilosoph Maximilian Runge Segelhorst

    Zwischen Mythos und Moderne – Warum wir Religion oder die Sinnsuche (immer noch) brauchen - und eins ist klar, diesmal wird's grundsätzlich. Was haben Schamanen am Lagerfeuer, Jesus am Kreuz und ein KI-generiertes Selfie im Netz gemeinsam? Mehr, als man denkt. Mit Maximilian habe ich in dieser Folge über das wohl älteste und gleichzeitig super aktuelles Thema gesprochen: Religion, Spiritualität und die Sehnsucht nach Sinn oder zumindest, das was vermeintlich Gurus und machtvollen Menschen in der Welt gerade (oder schon immer ?!) nutzen, um entweder an die Macht zu kommen oder zu bleiben. Warum ausgerechnet jetzt? Weil wir gefühlt in einer Zeit leben, in der Menschen sich per KI in göttliche Posen setzen, in der "alles" zur Ersatzreligion stillisert wird und in der Orientierungslosigkeit wohl zum Massenphänomen #1 geworden ist. Und was als Gespräch über Religion beginnt, wird zu einer Reise durch 20.000 Jahre Menschheitsgeschichte, quer durch Philosophie, Psychologie und die Frage, warum ausgerechnet der Konsum heute das übernimmt, was früher einmal Spiritualität leisten sollte.Max hat mich dabei durch vier Ebenen geführt – von Gesellschaftsstruktur über Erkenntnistheorie und Ethik bis zur Existenzphilosophie. Kein leichter Stoff, aber hoffentlich einer, der hängen bleibt. Wir sortieren, drehen und wenden: vom Animismus zur griechischen Logik, von Kirkegaard bis Silicon Valley, von den Zehn Geboten bis zur Markt-Esoterik. Dabei geht es um die großen Fragen – Woher kommen wir? Wer wollen wir sein? – ohne den Anspruch, den Heiligen Gral zu finden. Stattdessen gibt es hoffentlich kluge Gedanken, ehrliche Selbstverortung und eine These, die hängen bleibt: Religion war nie nur Opium fürs Volk. Sie war (und ist) ein Werkzeugkasten für das, was uns als Menschen ausmacht – besonders dann, wenn das Leben uns in die Knie zwingt. Drei Gedanken, die mich nach dem Gespräch nicht mehr loslassen: ▪️ "Religion hat in letzter Hinsicht immer die Menschwerdung des Menschen zum Ziel." ▪️ "Wenn ich nur konsumiere, verliere ich meine Fähigkeit, Gesellschaft kollektiv zu gestalten." ▪️ "Wenn ich Dinge erklären kann, verlieren sie ihren Schmerz." Wir reden über den "Absolutismus der Wirklichkeit", über den Unterschied zwischen Kollektiv- und Weltmythos, über das trügerische "Wir gegen die" in Krisenzeiten – und darüber, warum Bildung vielleicht das wichtigste spirituelle Angebot unserer Zeit wäre. Ein Gespräch ohne Dogma. Für alle, die Lust haben, zuzuhören statt zu urteilen oder vorverurteilen  – und warum die Antwort auf viele aktuelle Fragen manchmal überraschend alt ist. Viel Freude beim Reinhören – und wie immer: Feedback, Widerspruch und gleiche oder andere Gedanken sind ausdrücklich willkommen. #BeyondKPI #Weisheitstraditionen #Spiritualität #Philosophie #Sinnsuche #Gesellschaft*mein Dank geht an André Souren - den Menschen im Hintergrund, verantwortlich für Intro & Outro, Musik, Postproduktion

    Warum wir Religion (immer noch) brauchen – mit Sozialphilosoph Maximilian Runge Segelhorst

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beyondkpi – die AHA’s & HÄH’s des Lebens Hey, ich bin Stefan – und ich nehme dich mit auf eine Reise jenseits von Zahlen, Zielen und dem, was vermeintlich so logisch scheint. beyondkpi ist eine Metapher denn….klar, KPIs sind wichtig und integraler Teil unserer KI-Welt, deswegen geht es hier auch ganz explizit nicht um kpi-bashing.  Der Podcast für alle, die spüren, dass es da noch mehr gibt. Mehr Tiefe. Mehr Fragen als Antworten. Mehr Sinn, auch wenn’s nicht immer logisch ist. Gemeinsam mit meinen Gästen gehe ich auf Entdeckungsreise – offen, co-kreativ, neugierig. Wir sprechen über diese AHA- und HÄH-Momente, die sich meist ja erst im Rückblick entfalten. Erfahrungen, die man nicht sofort greifen kann, die aber berühren, bewegen und verändern und nicht selten die Initialzündung sind für Großes, ob im unternehmerischen Kontext oder dem Leben an sich. Es geht nicht darum, Recht zu haben – sondern darum, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Ohne Schubladen, ohne Dogmen. Einfach echt. Ob aus Business, Sport, Gesundheit oder Leben – wir schauen dahin, wo Erkenntnisse entstehen. Zwischen den Zeilen. Jenseits des Offensichtlichen. Und manchmal genau da, wo du’s nicht erwartet hättest. Wenn du Lust hast auf neue Perspektiven, echte Gespräche und kleine große Aha-Momente – dann bist du hier genau richtig. Hör rein, fühl dich eingeladen – ich freu mich auf dich. Dein Stefan

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