Braucht dein Pferd das wirklich? Diesen Satz hat Sabine als junge Reiterin immer wieder von ihren Eltern gehört, wenn sie etwas für ihr Pferd kaufen wollte. Ein einfacher Satz – und gleichzeitig eine Frage, die wir uns heute vielleicht häufiger stellen sollten. Denn der Markt für Ergänzungsfuttermittel wächst stetig. Für nahezu jedes Problem scheint es inzwischen eine passende Lösung im Eimer zu geben. Aber brauchen unsere Pferde das wirklich? Gemeinsam sprechen wir darüber, warum Tiergesundheit nicht aus einem einzelnen Produkt entsteht, weshalb Haltung, Fütterung, Bewegung und Stressmanagement immer die Grundlage bleiben und warum durchdachte Ergänzungen trotzdem ihren Platz haben können. Es geht um Transparenz statt Marketingversprechen, um wenige, bewusst ausgewählte Inhaltsstoffe statt endloser Zutatenlisten und um die Frage, wie wir sinnvolle Entscheidungen treffen können, ohne jedem Trend hinterherzulaufen. Außerdem sprechen wir über den Spagat zwischen Wissenschaft und Erfahrungsmedizin, darüber, warum Intuition und genaues Beobachten ebenfalls ihren Platz haben darf und weshalb Ehrlichkeit wichtiger ist als die perfekte Verkaufsstrategie. Lösungs- statt problemorientiert für ganz viel Gesundheit. Eine Folge für alle Pferdetherapeuten, Trainer und engagierten Pferdebesitzer, die Gesundheit ganzheitlich betrachten und verstehen möchten, wann weniger tatsächlich mehr ist. Transkript: Pferde, Schäfer und Menschen – „Braucht ich das wirklich?“ (mit Sabine Paulsen, Exquizid) Denise: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Pferde, Schäfer und Menschen. Das Thema heute geht in die Richtung, warum Gesundheit nicht aus dem Futtereimer kommt und warum durchdachte Ergänzungen trotzdem sinnvoll sein können. Und wenn du folgende Sätze schon mal gehört hast, wird die Folge für dich auf jeden Fall einen enormen Mehrwert bringen. Wir hören ja häufiger sowas wie: Ich mache mal eine Entgiftungskur bei meinem Pferd oder bei meinem Hund, und dann ist das Tier frei von Giftstoffen. Und die andere Seite sagt dann sowas wie: Was für ein Quatsch, der Körper entgiftet ganz alleine, das ist nur Geldmacherei. Mit beiden Mythen möchte ich heute aufräumen. Und ich habe dazu einen Gast eingeladen, das ist Sabine Paulsen, die die Firma Exquizid gegründet hat. Ich werde ja häufiger auch mal kontaktiert von Futtermittelfirmen, die mir dann schreiben: Denise, wir haben da ein Produkt, wir würden dich gerne mal kennenlernen und hätten dich gerne als Partner. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ganz, ganz selten da in den Kontakt gehe, weil ich mir dann erstmal die Inhaltsstoffe anschaue und schaue, was überhaupt das Konzept dahinter ist. Und ganz oft haben wir in diesem überlaufenden Markt einfach auch Produkte, wo ich sage: Nee, das erschließt sich mir nicht ganz. Bei Exquizid war das definitiv anders, und dann habe ich mich mit Sabine getroffen. Und ich habe gemerkt, dass Sabine nicht einfach sagt: Hier, kauft mein Produkt, das ist die eierlegende Wollmilchsau, sondern dass sie ganz genau weiß, wann sie was empfiehlt und warum sie dieses Produkt entworfen hat. Deswegen wollte ich mit Sabine heute eine Folge machen. Ich finde es immer ganz wichtig, dass wir verstehen, wer der Mensch hinter der Firma ist und was jemanden dazu bringt, in einem Markt voller Futtermittel noch ein weiteres Ergänzungsfuttermittel herzustellen. Herzlich willkommen, Sabine. Und Sabine, wer bist du eigentlich? Wer steckt hinter der Firma Exquizid? Wie bist du in den Pferdebereich gekommen? Ich würde mich sehr freuen, wenn du uns einmal erzählst, wer hinter Exquizid steckt. Sabine: Ja, liebe Denise, erstmal vielen, vielen Dank für deine Einleitung, deine lieben Worte und überhaupt auch für die Einladung hier zu diesem Podcast. Ich freue mich wirklich, mit dir in das Thema nochmal näher einzugehen. Du hast jetzt ganz viele Fragen gestellt, die ich nicht alle auf einmal beantworten kann, aber das macht auch nichts, wir gehen da Stück für Stück durch, da habe ich dich ja an der Seite. Also kurz zu mir: Meine Eltern haben mir als Kind immer wieder nur eine Frage gestellt: Braucht dein Pferd das wirklich? Damals fand ich diese Frage ziemlich nervig. Heute merke ich, dass genau daraus meine ganze Sicht auf Gesundheit überhaupt entstanden ist. Ich bin Sabine Paulsen aus dem Norden Schleswig-Holsteins. Die Firma ist die B&P Concept GmbH, und dadurch ist die Marke Exquizid entstanden – Exquizid ist die Marke der B&P Concept GmbH. Ich komme von einem Bauernhof, bin also mit Tieren wirklich groß geworden, mit Pferden, mit Hunden. Meine Eltern und Großeltern waren schon immer der Pferdezucht verbunden, Hunde waren natürlich auch immer ein Thema, mein Bruder ist eher in die Hundezucht gegangen. So bin ich eigentlich zu Pferden gekommen, das ist also wirklich eine Generationsgeschichte. Über meinen Weg, über viele verschiedene Stationen – ich wollte als Mädchen natürlich nur reiten, das stand für mich ganz oben, aber meine Eltern haben gesagt: Nein, du lernst erst nochmal wirklich was Ordentliches, bevor du dich hier nur die ganze Zeit den Pferden widmest. Also habe ich Verwaltungsfachangestellte gelernt, war dann aber sofort wieder als Pferdebereiterin unterwegs, viel auf der Welt, auch außerhalb von Deutschland. Dabei habe ich sehr viele Beobachtungen und Erfahrungen gemacht. Später kamen Kinder dazu, sodass ich aus dem Reitsport wieder etwas zurückgetreten bin. Dann bin ich über eine Geschäftsführerposition gegangen, und irgendwann fiel mir zu Hause die Decke auf den Kopf – was mir heute mit diesen ganzen Erfahrungen sehr hilft in Bezug auf die eigene Firma. So ist der Weg gewesen, und die Themen Gesundheit, Tiernatur, Heilkunde haben mich in den letzten Jahren sehr stark begleitet. Denise: Aber das macht man ja nicht einfach so, es gibt ja meistens irgendeinen Grund, warum man sich mit solchen Themen beschäftigt. Wann hast du angefangen, diese Gesundheitsthemen auch etwas anders zu betrachten? Sabine: Ja, ich habe natürlich wirklich sehr viel in den letzten Jahren beobachtet. Damals als Mädchen zu Hause auf dem Hof musste das für meine eigenen Pferde auch irgendwie das bunte Müsli sein, weil das gut aussah, gut roch, und das musste doch auch einfach gut für mein Pferd sein. Aber wie gesagt, meine Eltern haben mich sehr stark geprägt: Braucht dein Pferd das wirklich? Diese Frage – ihr werdet sie wahrscheinlich noch öfter hören – ist immer wieder in meiner Laufbahn gekommen, und ich habe mich immer wieder bewusst gefragt, was es eigentlich wirklich braucht zum Thema Gesunderhaltung, wieder gesund werden und so weiter. Dadurch ist entstanden, dass ich gesagt habe: Ich möchte wirklich etwas bewegen. Ich wollte nicht das 50. Mineralfutter, das 30. Magenprodukt auf den Markt bringen – davon könnte ich noch viel mehr erzählen. Für mich war es wichtig, etwas zu bewegen, und ich war schon immer ein Freund davon, nicht irgendwelche Symptome zu bekämpfen, sondern immer tiefer zu wissen: Wo ist die Ursache, wo entsteht etwas? Ich hatte das große Glück, dass ich auf dem eigenen Hof groß geworden bin, die Pferde hatten viel Bewegung, ich habe gesehen, wo sie groß geworden sind, wie das Futter selbst hergestellt wurde, sei es das Heu, das Stroh. Natürlich wurde auch Hafer dazugekauft, aber das Grundsätzliche – das Raufutter – wurde selbst hergestellt. Ich wusste, was auf den Feldern los ist. Und irgendwann kam die Frage auf: Warum habe ich eigentlich so viele gesunde Pferde, warum habe ich diese Probleme nicht? Ich habe oft gehört: Mein Pferd hat wieder Magenprobleme, mein Pferd hat Kotwasser, der hat dies, der hat das. Und ich konnte das gar nicht verstehen, ich kannte es einfach nicht. So ist Stück für Stück dieses Bewusstsein bei mir gewachsen, und diese Erfahrung habe ich natürlich über all die Jahre gemacht – dass ich letztendlich selbst Verantwortung für meine Tiere übernommen habe. Und das wolltest du ja auch wahrscheinlich verstehen. Genau, ich wollte das einfach tief verstehen: Bei mir geht es nie darum, nur das Symptom zu bekämpfen – ich habe jetzt das und das –, sondern ich wollte es wirklich verstehen. Woher kommt das? Woher rührt das? Was ist los? Denise: Ja, spannend, so ging es mir auch. Ich habe auch jahrelang nur als Manualtherapeutin gearbeitet und dann immer wieder gemerkt, dass ich bei ganz vielen Pferden merke: Ich komme da nicht weiter, die haben andere Themen. Ich wurde damals auch gefragt: Was hältst du denn von dem und dem Futtermittel? Ich gebe das Müsli. Und ich war damals noch nicht so gut im Selbstwert, dass ich mich getraut habe, auch zu sagen: Davon habe ich noch keine Ahnung. Irgendwann habe ich gesagt: Ich fuchse mich da mal rein. Mittlerweile arbeite ich mich in alle möglichen Themen so tief ein, weil ich das immer noch zwei, drei Ebenen tiefer verstehen möchte. Ich glaube, diese Unsicherheit, die wir heute auch durch Social Media haben, durch diese vielen Unmengen an Futtermitteln – das sind die Hauptprobleme, die Pferdebesitzer auch haben, dass sie sagen: Ich habe das Gefühl, ich muss mein Pferd unterstützen. Dazu kommen wir auch gleich noch, wann das Sinn macht und was erst mal wichtiger ist. Aber ich blicke überhaupt nicht durch. Ich merke, dass die Pferde auch andere Themen haben: Darmprobleme, Entgiftungsprobleme, Leberthematiken, Hautthematiken, wo ich einfach nicht weiterkomme. Es hat, glaube ich, jetzt zehn Jahre gedauert, bis ich das Gefühl habe, einen guten Überblick zum jetzigen Stand zu haben – und ich glaube, dass ich in zehn Jahren wieder etwas anderes erzählen werde. Deswegen finde ich es toll, wenn Menschen sich wirklich ganz fundiert damit beschäftigen, was sie da tun. Wenn man sich aber den Markt anschaut, gibt es ja unzählige Produkte schon. Ich persönlich bin komplett unabhängig von Firmen, es gibt zwar immer wieder Firmen, mit denen ich sehr g