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Ökonomie. Freiheit. Geschichte.

  1. 2d ago

    Niall Ferguson - Netzwerke und Hierarchien

    Zwei Bauwerke, ein Konflikt: In Siena ragt der Torre del Mangia über die Piazza del Campo. Oben die Macht, unten der Austausch. Turm und Platz, Hierarchie und Netzwerk. Niall Ferguson erzählt in "Türme und Plätze" die Weltgeschichte neu, als jahrhundertelanges Ringen dieser beiden Prinzipien. Wir haben uns angewöhnt zu glauben, wir lebten im ersten Netzwerkzeitalter. Falsch, sagt Ferguson. Das erste begann 1450 in Mainz. Gutenbergs Presse machte einen unbekannten Mönch aus Wittenberg zum größten Starautor Europas: fast 5000 Ausgaben von Luthers Schriften allein im 16. Jahrhundert, achtzig Prozent auf Deutsch statt Latein. Städte mit mehreren konkurrierenden Druckereien wurden am ehesten protestantisch. Das Netzwerk zerbrach die Hierarchie der Kirche. Doch was folgte, war nicht zuerst die Aufklärung. Es folgten Bauernkrieg, Hexenverbrennungen und der Dreißigjährige Krieg. Netzwerke, so Fergusons unbequeme Pointe, verbreiten Panik ebenso zuverlässig wie Wissen. Sie sind auch nicht gleich und flach: Wenige hochvernetzte Drehkreuze türmen sich über der Masse. Ausgerechnet das architektonisch flache Silicon Valley ist selbst eine Hierarchie. In dieser Folge sprechen wir über Adam Weishaupt und die Illuminaten, die tatsächlich existierten, aber winzig blieben und nach elf Jahren erledigt waren. Wirksam wurde nicht der Orden, sondern sein Ruf. Wir sprechen über Pizarro, dessen Handvoll brutaler Abenteurer ein Weltreich stürzte, weil sie nur dessen Spitze köpfen musste. Twitter-Mitgründer Evan Williams sagte 2017: Er habe geglaubt, freier Ideenaustausch mache die Welt automatisch besser. Damit habe er falschgelegen. Hier geht´s zum Buch: Niall Ferguson – Türme und Plätze: Netzwerke, Hierarchien und der Kampf um die globale Macht  Weitere Bücher zum Thema:  Egon Ceasar Conte Corti – Das Haus Rothschild 1770-1871  Robert Axelrod - Die Evolution Der Kooperation  Carl Menger - Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften  William Graham Sumner – Was die sozialen Klassen einander schulden  Herbert Spencer – Soziale Statik  Gustave de Molinari – Vom Kriege   Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen   John Milton – Areopagitica   Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Niall Ferguson - Netzwerke und Hierarchien
  2. Oct 25

    Apokalypse Now - Die Kosten des Atomwaffen-Irrsinns

    Es gibt Ausgaben, über die eine aufgeklärte Gesellschaft Rechenschaft verlangen müsste, und doch schweigt man über sie mit bemerkenswerter Einmütigkeit. Neun Staaten wendeten im Jahr 2025 rund 119 Milliarden Dollar für ihre Atomarsenale auf, 3.768 Dollar in jeder Sekunde. Die Vereinigten Staaten allein bestritten davon 69 Milliarden, mehr als alle übrigen Atommächte zusammen. Man vergegenwärtige sich: Das entspricht Jahr für Jahr dem gesamten Einkommen von 1,3 Millionen Durchschnittsverdienern. Auf keinem Steuerbescheidist dieser Posten verzeichnet. Wofür? Für Waffen, deren einziger Zweck darin besteht, niemals verwendet zu werden. Keynes erwog einst, der Staat könne Banknoten in Flaschen packen und diese ein einem Bergwerk vergraben, um Beschäftigung zu stiften. Die Atommächte haben diesen Gedanken auf das Erhabenste vollendet: Sie bezahlen Generationen von Ingenieuren dafür, eine Grube (Atomsilos) auszuheben und sie wieder zuzuschütten, und hinterlassen den Enkeln die Kosten für das vergiftete Erdreich. Frédéric Bastiat hätte an dieser Stelle gefragt, was man nicht sieht: die Hospitäler, die Laboratorien, die Erfindungen, die mit denselben Mitteln und denselben klugen Köpfen hätten entstehen können. Dwight D. Eisenhower, gewiss kein Pazifist, nannte jede gebaute Rakete einen Diebstahl an den Hungernden. In dieser Folge prüfen wir die Abschreckungslehre auf ihre Tragfähigkeit. Wir fragen, weshalb das ehrwürdige britische Prinzip des Gleichgewichts der Mächte sich unter nuklearen Vorzeichen in ein Kartell der Neun verwandelt hat. Und wir benennen eine Asymmetrie, die jedem Ökonomen zu denken geben sollte: Wer über den Einsatz von Atomwaffen entscheidet, verfügt über Bunker für sich und seine Paladine. Die Kosten seiner Entscheidung tragen die anderen. Kathryn Bigelows Film „A House of Dynamite“ führt uns achtzehn Minuten lang vor Augen, wie Menschen in Lagezentren ihr Gewissen dem Protokoll unterordnen. Stanislaw Petrow bewies 1983 das Gegenteil: Er misstraute der Maschine und vertraute seinem Urteil und rettete die Welt. Hier geht´s zur Studie: ICAN Annual Report 2025 Weitere Bücher zum Thema: Eugen Richter – Wider die Aufrüstung! Herbert Spencer - Mensch gegen Staat Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat Albert Jay Nock – Unser Feind, der Staat Gustave de Molinari – Vom Kriege Gustave de Molinari – Die Gesellschaft von morgen Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Apokalypse Now - Die Kosten des Atomwaffen-Irrsinns
  3. Oct 18

    Zum Teufel mit der Steuer! – Der ewige Kampf ums fremde Geld (Teil 2/2)

    Was verbindet die Unabhängigkeit der Niederlande, das Schafott Karls I., die Boston Tea Party und den Sturm auf die Bastille? Am Anfang stand jedes Mal ein Aufruhr, ausgelöst von Abgaben, genauer: Steuern. Der zweite Teil unserer Reihe widmet sich den Jahren 1568 bis 1930. Grundlage ist abermals Reiner Sahms Werk „Zum Teufel mit der Steuer! 5000 Jahre Steuern, ein langer Leidensweg der Menschheit“. Und anders als im Mittelalter sind die Aufständischen nun erstmals erfolgreich. Wir verfolgen, wie Herzog Alba den Niederländern eine Umsatzsteuer wider den Willen der Stände aufzuzwingen suchte und damit selbst seine katholischen Verbündeten gegen sich aufbrachte. Wie Wallenstein den Dreißigjährigen Krieg nach der Maxime „Der Krieg muss sich selbst ernähren“ finanzierte. Wie Karl I. elf Jahre ohne Parlament regierte, das Schiffsgeld ersann und am Ende sein Haupt verlor. Und wie Finanzminister Colbert lehrte, die Gans so zu rupfen, dass sie möglichst wenig zischt. Es ist die Rede von russischen Bürgern, die für ihren Bart eine Quittung bei sich zu führen hatten, von Frankfurter Ratsherren, die auf Kosten der Stadt silberne Medaillen mit der Inschrift „Bibite cum laetitia“ verteilten, und von 343 Kisten Tee imBostoner Hafenbecken. Wir begleiten Frankreich auf dem Weg in den Staatsbankrott bis zu jener Nacht, in der man den König um zwei Uhr morgens weckte, damit er das Ende der Privilegien besiegle. Die Geschichte hält dabei manche Ironie bereit: George Washington entsendet 12.500 Soldaten gegen Steuerrebellen im eigenen Land, und ein junger Redakteur namens Karl Marxerklärt die Steuerverweigerung zur ersten Bürgerpflicht. Den Schlusspunkt setzt Gandhis Salzmarsch, bei dem allein eine Seite zur Gewalt griff. Eine Folge über Freiheit, Eigentum und die Frage, weshalb aus Steuerrebellen leider so oft auch Steuereintreiber wurden. Hier geht´s zum Buch: Reiner Sahm – Zum Teufel mit der Steuer!: 5000 Jahre Steuern – ein langer Leidensweg der Menschheit Weitere Bücher zum Thema: Amilcare Puviani – Theorie der sanften Plünderung Franz Oppenheimer - Der Staat Auberon Herbert – Voluntarismus Eugen Richter – Wider die Aufrüstung! Frédéric Bastiat - Der Staat & Das Gesetz   Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Zum Teufel mit der Steuer! – Der ewige Kampf ums fremde Geld (Teil 2/2)
  4. Oct 11

    Böhm-Bawerk - Positive Theorie des Kapitals

    Klingt nach einer simplen Frage. Doch seit Aristoteles streiten sich Philosophen, Theologen und Ökonomen darüber, ob der Zins gerechter Lohn oder schlichter Raub ist. Im 19. Jahrhundert schien die Sache für viele entschieden: Der Kapitalist, so die Sozialisten, nimmt dem Arbeiter einen Teil seines Ertrags weg. In seiner „Positiven Theorie des Kapitals“ zeigt er, dass der Zins weder Gier noch Ausbeutung ist, sondern aus etwas zutiefst Menschlichem entspringt. Wir schätzen das Heute höher als das Morgen. Und wer bereit ist zu warten, ermöglicht Umwege, die uns alle reicher machen. In dieser Folge erfährst du, was ein Bauer, der lieber eine Wasserleitung baut als täglich zur Quelle zu laufen, mit dem Wohlstand moderner Volkswirtschaften zu tun hat. Warum ein gestrandeter Robinson erst den Gürtel enger schnallen muss, bevor er mit Pfeil und Bogen jagen kann. Wieso ausgerechnet ein Schwarm Papageien erklärt, was ein einzelner Sack Getreide wirklich wert ist. Und weshalb der Kapitalist dem Arbeiter nichts stiehlt, sondern ihn heute für etwas bezahlt, das erst morgen fertig ist. Dabei wird es erstaunlich aktuell: Können Zentralbanken den Zins einfach abschaffen? Was haben Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren mit Böhm-Bawerks Produktionsumwegen zu tun? Und warum funktionieren „Jetzt kaufen, später zahlen“-Angebote so verdächtig gut? Am Ende steht eine Frage, die du dir selbst stellen kannst: Würdest du heute 100 Euro gegen 100 Euro in einem Jahr tauschen? Wenn nicht, hast du Böhm-Bawerk schon verstanden. Hier geht´s zum Buch: Eugen von Böhm-Bawerk – Kapital und Kapitalzins Band II: Positive Theorie des Kapitals Weitere Bücher zum Thema: Eugen von Böhm-Bawerk – Kapital undKapitalzins – Kritik und Geschichte der Kapitalzins-Theorien Eugen von Böhm-Bawerk – Zum Abschluss des Marxschen Systems Eugen von Böhm-Bawerk - Macht oder ökonomisches Gesetz? Carl Menger - Grundsätze der Volkswirtschaftslehre Ludwig von Mises – Gewinn und Verlust Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Böhm-Bawerk - Positive Theorie des Kapitals
  5. Oct 4

    Zum Teufel mit der Steuer! – Der ewige Kampf ums fremde Geld (Teil 1/2)

    Wusstest du, dass die Weihnachtsgeschichte eigentlich mit einer Steuererklärung beginnt? Josef und Maria waren nur deshalb unterwegs nach Bethlehem, weil Kaiser Augustus einen Zensus angeordnet hatte: Jeder Acker, jeder Weinstock, jedesStück Vieh sollte erfasst werden. Und das war erst der Anfang. In dieser Folge reisen wir durch mehr als dreitausend Jahre Steuergeschichte und stellen eine unbequeme Frage: Wie oft waren Steuern der Funke, der Aufstände, Bürgerkriege und Umstürze ausgelöst hat? Grundlage ist das Buch „Zum Teufel mit der Steuer! 5000 Jahre Steuern, ein langer Leidensweg der Menschheit“. Wir erzählen von assyrischen Königen, die Tributverweigerer bei lebendigem Leib häuten ließen. Von den Zeloten in Judäa, die dem Kaiser keinen Denar zahlen wollten, und von römischen Zensoren, die Menschen folterten, bis sie Besitz gestanden,den es gar nicht gab. Wir fragen, ob die Varusschlacht in Wahrheit eine Steuerrevolte war, und schauen auf den Nika-Aufstand in Byzanz, der rund 30.000 Menschen das Leben kostete. Im Mittelalter wird es nicht besser: Die Franken verbrennen die Steuerregister ihrer Herrscher, die Florentiner Wollkämmer rebellieren gegen manipulierte Schuldbücher, und 1381 marschieren 60.000 Engländer gegen die Kopfsteuer nach London. In Württemberg wirft ein armer Mann namens Gaispeter die gefälschten Gewichtssteine des Herzogs in den Fluss, und in Erfurt verlangen Bürger, dass endlich auch die Priester Steuern zahlen. Am Ende steht der große Bauernkrieg von 1525 mit etwa 100.000 Toten und einer Pointe, die sprachlos macht: Die Besiegten mussten eine „Aufruhrsteuer“ zahlen, also ihreeigene Niederschlagung finanzieren. Eine Folge über Macht, Geld und die Frage, wann aus einer Abgabe Raub wird. Im zweiten Teil geht es weiter mit der Neuzeit, in der Steuerrevolten Staaten gründen undKönige ihren Kopf kosten. Hier geht´s zum Buch:Reiner Sahm – Zum Teufel mit der Steuer!: 5000 Jahre Steuern – ein langer Leidensweg der Menschheit Weitere Bücherzum Thema: Amilcare Puviani – Theorie der sanften Plünderung Franz Oppenheimer - Der Staat Auberon Herbert – Voluntarismus Eugen Richter – Wider die Aufrüstung! Frédéric Bastiat - Der Staat & Das Gesetz   Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Zum Teufel mit der Steuer! – Der ewige Kampf ums fremde Geld (Teil 1/2)
  6. Sep 27

    Filmkritik: Fahrenheit 451 - Weniger Wörter, weniger Gedanken

    Sechstausend Sprachen gab es einmal auf dieser Welt. In der Welt dieses fiktionalen Films sind es noch sechzig. Der Satz fällt beiläufig, fast nebenbei, und er ist der Schlüssel zu allem, was danach folgt. In dieser Folge sprechen wir über Ramin Bahranis Verfilmung von Ray Bradburys Klassiker, und zwar nicht als Thriller, sondern als Lehrstück. Denn was hier verbrannt wird, sind nicht nur Bücher. Verbrannt werden Tonbänder, Schriften aller Art, auch Notenblätter. Ein instrumentales Musikstück vertritt keine Meinung. Sie enthält nur eine andere Ordnung, eine andere Möglichkeit, die Welt wahrzunehmen. Was im Film ein ausreichender Grund für die Vernichtung ist. Wir reden darüber, warum eine Feuerwehr, die kein Feuer mehr zu löschen hat, kurzerhand selbst zum Brandstifter wird, und was das über Behörden sagt, die ihren Existenzgrund verlieren. Wir reden über die vielleicht unangenehmste Szene des Films: Ein Vorgesetzter erklärt ruhig und fast fürsorglich, wie es zur Bücherverbrennung kam. Ein Buch kränkte die einen, also verschwand es. Ein anderes kränkte die anderen, also verschwand auch dieses. Am Ende blieb nichts übrig, worüber sich noch jemand hätte aufregen können. Zensur tritt hier nichtals Tyrannei auf. Sie tritt als Rücksichtnahme auf, als wohlmeinender Therapeut. Und wir reden über die Antwort, die uns am meisten interessiert. Der Widerstand versucht gar nicht erst, die Bücher zu verteidigen. Bücher brauchen Raum, Raum lässt sich nicht verbergen, Verstecke werden verraten. Also wird jeder Mensch selbst kurzerhand zum Speichermedium. Einer lernt ein Buch, ein anderer das nächste. Wo nichts mehr zentral liegt, gibt es auch nichts mehr abzufackeln. Der Staat kann alles kontrollieren, was relativ knapp, lokalisierbar und materiell ist. Sobald das Wissen diese Eigenschaften verliert, verliert er den Zugriff. Hier geht´s zum Film: Fahrenheit 451 Weitere Bücher zum Thema:John Milton – Areopagitica Thomas Mackay - Plädoyer für die Freiheit Auberon Herbert – Für die Freiheit Andreas Tiedkte – Die Erlöser Henry David Thoreau - Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat Herbert Spencer – Soziale Statik Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    Filmkritik: Fahrenheit 451 - Weniger Wörter, weniger Gedanken
  7. Sep 20

    Der Staat ist der gefährlichste KI-Anwender #Anthropic

    Während sich die Presse fragt, ob die künstliche Intelligenz außer Kontrolle geraten ist, ist sie längst in festen Händen. Nicht nur in Verbraucherhänden. Staaten und ihre Paladine eignen sich die neue Technik gerade an, und das nicht heimlich, sondern nachlesbar. Anthropic, der Hersteller der Claude-Modelle, hat im September 2026 39 Fälle von KI-Missbrauch offengelegt. Wer sie nicht nach Methode sortiert, sondern nach Auftraggeber, sieht sofort, wohin die Reise geht. Bei der Überwachung sind zehn von zehn Fällen staatlich oder staatsnah. Bei den konventionellen Waffen sechs von sechs. Bei Betrug und beim Abkupfern fremder Modelle kein einziger. In Bamako baute ein Geheimdienstberater eine Software, die 25 Millionen Telefonkarten mitliest, und zwar so konstruiert, dass der Richter, den das Gesetz vorsieht, gar nicht erst vorkommt. Wer sich darüber wundert, hat die letzten fünfhundert Jahre nicht mitgeschrieben. Der Buchdruck war kaum erfunden, da hatte die Obrigkeit das Imprimatur, die Zensurbehörde und den Index. Die Eisenbahn wurde als Handelsweg gefeiert und vom preußischen Generalstab von Anfang an mitgeplant; Moltke ließdie Aufmarschpläne nach Fahrplänen schreiben, lange bevor der erste Waggon Getreide dorthin fuhr. Die Kernspaltung kam über Hiroshima zum Kraftwerk, nicht umgekehrt. Fritz Haber gab uns den Kunstdünger und leitete den Gaskrieg im Ersten Weltkrieg. Es ist immer dieselbe Geschichte, nur mit neuen Requisiten. Deshalb geht die Forderung nach einem Entwicklungsstopp am Ziel vorbei. Sie bindet die, die Gesetze befolgen müssen, und sonst niemanden. Durchsetzen müsste sie ausgerechnet der, der in diesem Bericht am häufigsten vorkommt. In der neuen Folge gehen wir die Fälle einzeln durch, erklären sie so, dass niemand Technik studiert haben muss, und fragen, was die Trennung von Staat und Technik praktisch hieße. Hier geht´s zum Paper:Detecting and countering misuse of AI: September 2026 https://www-cdn.anthropic.com/e50be2e51e7695dc4b1366a37a245a597377d3b5/Anthropic-Detecting-and-countering-091026.pdfweitere Bücher zum Thema:Herbert Spencer - Mensch gegen Staat Franz Oppenheimer - Der Staat Albert Jay Nock – Unser Feind, der Staat Ludwig von Mises – Der allmächtige Staat John Milton – Areopagitica Frédéric Bastiat - Der Staat & DasGesetz Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

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  8. Sep 13

    "Klaut" KI menschliche Ideen? - Evolution vs. Urheberrecht

    Newton sagte es 1675 ganz offen: „Wenn ich weiter gesehen habe, dann deshalb, weil ich auf den Schultern von Riesen stand." Und er hatte recht. Keine einzige große Erfindung der Menschheitsgeschichte ist jemals aus dem Nichts entstanden. James Watt hat die Dampfmaschine nicht erfunden. Er hat Newcomens Maschine verbessert, die auf Savery aufbaute, die auf Papin aufbaute. Shakespeare hat keinen einzigen Plot selbst erdacht, sondern bei Holinshed und Plutarch abgeschrieben. Der Blues wurde zu Jazz, Jazz zu Swing, Rock baute auf Blues auf, Hip-Hop sampelte Jazz. 70.000 Jahre lang haben Bogenbauer die Entwürfe ihrer Vorgänger optimiert, ohne Patentanwalt. Und jetzt kommt Künstliche Intelligenz und tut exakt dasselbe: lernen, variieren, verbessern. Doch plötzlich nennen wir es Diebstahl. Warum? Weil uns nicht das Prinzip stört, sondern die Geschwindigkeit. In dieser Folge stellen wir eine unbequeme Frage: Ist das Urheberrecht wirklich ein Instrument des Fortschritts, oder steht es ihm im Weg? Goethes Werther wurde im ersten Jahr achtmal raubgedruckt. Goethe war trotzdem wohlhabend. Open Source hat mehr Innovation hervorgebracht als jedes Lizenzsystem der Welt. Die Musikindustrie hat Napster überlebt und Rekordumsätze erzielt. Die gesamte Kulturgeschichte ist ein einziger gigantischer Remix. Wer das bei Menschen feiert, aber bei Maschinen verbieten will, misst mit zweierlei Maß. Wer den Fortschritt will, darf ihn nicht an den eigenen Interessen aufhalten. Bücher zum Thema: Herbert Spencer – Soziale Statik Hans-Hermann Hoppe – Eigentum, Anarchie und Staat Carl Menger - Untersuchungen über die Methode derSozialwissenschaften Andrew Carnegie - Empire of Business Andrew Carnegie - Geschichte meines Lebens ⁠Richard Ehrenberg – Die Unternehmungen der Brüder Siemens: Bis 1870⁠ Für mehr Literatur zur individuellen Freiheit und Wirtschaftsgeschichte klicke ⁠hier (oeconimus.com)⁠

    "Klaut" KI menschliche Ideen? - Evolution vs. Urheberrecht

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